Hallo Leute, ich habe folgendes Problem bei einem Projekt: Ich habe die im Anhang zu sehende Schaltung aufgebaut, um die Spannung an einem PTC zu messen. Die Schaltung stellt den Nullpunkt ein und Verstärkt das Signal, sodass es im Bereich von 0V bis 4V am Ausgang des OPs ausgegeben wird. Soweit die Theorie aus dem Lehrbuch. Für die Widerstände habe ich Werte aus der E96-Reihe berechnet und bestückt. Mein Problem ist nun, dass ich am Ausgang nicht niedriger als eine bestimmte Spannung (so ca. 1,2V) komme. Erhitze ich den PTC, so steigt die Spannung, aber in die andere Richtung ist bei der genannten Spannung Schluss. Könnt ihr mir da weiterhelfen? Bitte seid nicht zu harsch mit euren Bemerkungen, dies ist meine erste OP-Schaltung und ich teste mich gerade erst an das Bauelement ran :-)
1,2V erscheint mir etwas viel zu sein. Naja, Pin 1 und 8 benutzt du nicht um die Offset-Spannung auszugleichen?
1,206V etwa. Wie sollte ich das mit dem Offset-Ausgleich denn machen? Ich möchte ja bei 0°C etwa 0V haben. Dann müsste ich ja irgendwie 0°C haben, um bei dieser Temperatur den OP abzugleichen oder?
Hm, Du betreibst den OP07 mit +5V/GND? Ich vermute, dass der nicht Rail-to-Rail-fähig ist. Sprich: Mit dem Ausgang kommst Du nicht beliebig nache an die Versorgungsspannungen heran. Die 1.2V mögen dieser Abstand sein. Versuche also mal, ob Du ihn mit +/-5V betreiben kannst.
Hallo, vielleicht mal ins Datenblatt schauen. Der OP hat wohl keinen Rail-to-Rail Ausgang. Schließe mal eine negative Spannungsversorgung an Pin 4 an.
Jens K. schrieb: > Mein Problem ist nun, dass ich am Ausgang nicht niedriger als eine > bestimmte Spannung (so ca. 1,2V) komme. Ein Blick ins DB hätte dir gesagt warum.
Ja, ich betreibe in mit 0V/5V. Ich hatte gedacht das funktioniert bei dem, zumal ich auch schon mehrere Beiträge bei Google gefunden habe, in denen es damit keine Probleme zu geben scheint.
Ich habe in Datenblatt geschaut, allerdings scheinbar nicht genau genug. Was meinst du dort denn?
Jens K. schrieb: > Ich habe in Datenblatt geschaut, allerdings scheinbar nicht genau genug. > Was meinst du dort denn? Dort steht, dass die Eingänge nur bis 1V und der Ausgang nur bis 2V an die Betriebsspannungsanschlüsse funktionieren (typ. Werte, nicht garantiert).
Jens K. schrieb: > Was meinst du dort denn? Viele OPs (vo allem ältere) benötigen eine symmetrische Versorgung, weil die minimal/maximal mögliche Ausgangsspannung bis zu mehreren Volt über der negativen und unter der positiven Versorgungsspannung liegt. Nur rail to rail OPs kommen mit dem Ausgang bis an die Versorgunsgspannungen heran, wobei sie dann auch nicht mehr sehr genau sind.
Okay, dass heißt also wie Hardy schon sagte, dass ich eine negative Spannung an Pin 4 benötige?
So, ich habe den OP nun mit +/- 5V versorgt und alles funktioniert wie es soll. Danke für die Hilfe!
Jens K. schrieb: > 1,206V etwa. Wie sollte ich das mit dem Offset-Ausgleich denn > machen? > Ich möchte ja bei 0°C etwa 0V haben. Dann müsste ich ja irgendwie 0°C > haben, um bei dieser Temperatur den OP abzugleichen oder? Wenn du den OP abgleichen willst musst du das wohl früher oder später mal machen oder willst du nur "schätzen"? Das mit der negativen Versorgungsspannung war mir gar nicht aufgefallen. Der OP07 ist ein alter bekannter OPV aber beliebt war er nie wegen seiner nicht vorhanden Rail-2-Rail-Fähigkeit ;)
Den Offset Abgleich am OP sollte man eher nicht dafür nutzen einen Offset durch den Sensor zu kompensieren. Die Abgleichpins sind für den Offset des OPs gedacht. Mit dem Offsetabgleich ändert sich bei bipolaren Typen wir dem OP07 auch die Temperaturdrift. Bei einem Abgleich des Offsets auf 0 ist auch die Drift recht gering. Wenn man dagegen damit einen nennenswerten externen Offset ausgleicht, wird die Drift dagegen eher schlecht. Den Offset des Sensors gleicht man separat ab, etwa über R1 oder am Ausgang des Verstärkers.
Michael Köhler schrieb: > aber beliebt war er nie Das ist jetzt aber etwas eindimensional gedacht. Der OP war durchaus beliebt wenn es um Präzision und Messen ging, Nachfolger war glaube ich der OP77. Man musste (und muss) halt wissen was man tut und was der Baustein braucht. Auf alle Fälle hatte er deutlich bessere Werte als die damals verfügbaren OPs mit unidirektionaler Spannungsversorgung.
Udo Schmitt schrieb: > Man musste (und muss) halt wissen was man tut und was > der Baustein braucht. Ja, das ist immer sinnvoll und selten der Fall... :) > Auf alle Fälle hatte er deutlich bessere Werte als > die damals verfügbaren OPs mit unidirektionaler > Spannungsversorgung. Naja, und betrachte Offset-Spannung und Preis. Die Kombination ist immer noch ziemlich gut.
Possetitjel schrieb: > Naja, und betrachte Offset-Spannung und Preis. Die > Kombination ist immer noch ziemlich gut. Eben, vor allem wenn man bedenkt wie alt der ist. Den hab ich noch in Analogrechenschaltungen gesehen, und das ist lange her...
Michael Köhler schrieb: > Der OP07 ist ein alter bekannter OPV aber beliebt war er nie wegen > seiner nicht vorhanden Rail-2-Rail-Fähigkeit ;) Für Präzisionsanwendungen war er sehr beliebt. Wir setzen den Nachfolger OPA2277 (2-fach) als Standard ein. Als R2R nehmen wir den MC33202. Der hat im Gegensatz zu anderen kein Phase Reversal bei Übersteuerung.
Peter Dannegger schrieb: > Michael Köhler schrieb: >> Der OP07 ist ein alter bekannter OPV aber beliebt war >> er nie wegen seiner nicht vorhanden Rail-2-Rail-Fähigkeit ;) > > Für Präzisionsanwendungen war er sehr beliebt. > Wir setzen den Nachfolger OPA2277 (2-fach) als Standard ein. Ist aber auch eine deutlich andere Preisklasse. Keine Kritik, nur eine Feststellung.
Der 07 war einst der Porsche unter den OPVs und deshalb beliebt. +/- 15V Stromversorgung war Standard und wurde kritiklos hingenommen. Heute stolpern viele Kids darüber. Verwöhnte Konsumkinder ;-)
wartemal schrieb: > +/- 15V Stromversorgung war Standard und wurde kritiklos hingenommen. Und auch die Preise. Ein paar DM hat der schon gekostet, und ich meine mich zu erinnern, dass der damals neue OP77 dann um die 70 DM gekostet hat (Einzelabnahme, keine Firma), oder war das ein OPA1xx?
Also ich frag mich hier echt ob manche hier den ein und anderen Beitrag mit Absicht falsch verstehen wollen. Ich schreiben, dass der OP07 nie wegen seiner nicht vorhandenen Rail2Rail-Fahigkeit beliebt war und zack kommen hier welche an und sagen, dass der OP07 sehr wohl beliebt war wegen seiner Präzision…
Michael Köhler schrieb: > mit Absicht falsch verstehen mit Absicht? sicher nicht. Falsch verstanden? Vieleicht, vieleicht aber auch missverständlich ausgedrückt. Ich hatte es verstanden dass du den OP07 nie geliebt hat WEIL er kein rail to rail hatte. Man könnte es beim 2. Lesen auch so verstehen, dass er ALS rail to rail nicht beliebt war. Aber da er das nie war und auch nie sein sollte, es sowas (rail to rail) damals (vor 25 Jahre+) eigentlich noch nicht gab, hatte ich das nicht so verstanden. Und war da ja wohl nicht der einzige. Aber deshalb müssen wir uns auch nicht in die Wolle kriegen :-)
Michael Köhler schrieb: > Also ich frag mich hier echt ob manche hier den ein und > anderen Beitrag mit Absicht falsch verstehen wollen. Also, auf mich trifft das "mit Absicht falsch verstehen" zumindest nicht zu. - Davon ab: "Gehe nie von bösem Willen aus, wenn Dummheit als Erklärung ausreicht." > Ich schreiben, dass der OP07 nie wegen seiner nicht > vorhandenen Rail2Rail-Fahigkeit beliebt war und zack > kommen hier welche an und sagen, dass der OP07 sehr > wohl beliebt war wegen seiner Präzision… Ein bestimmtes Ding - hier der OP07 - kann nur entweder beliebt oder nicht beliebt sein. (Satz vom ausgeschlossenen Dritten.) Deine Aussage habe ich gelesen als: "Der OP07 war nicht beliebt. Der Grund dafür ist seine fehlende R2R-Fähigkeit." Nun gibt es Leute, die Deine Aussage "...war nicht beliebt" nicht teilen, d.h. für falsch halten. Diese Leute widersprechen Dir eben mit "... war sehr wohl beliebt, weil..." Falls Du ursprünglich gemeint haben solltest: "Die Beliebtheit des OP07 gründet sich nicht auf seine Rail2Rail-Fähigkeit (die nämlich nicht vorhanden ist), sondern auf...", dann hättest Du das vielleicht so schreiben sollen.
Udo Schmitt schrieb: > Ich hatte es verstanden dass du den OP07 nie geliebt hat WEIL er kein > rail to rail hatte. Genau das hab ich aber auch nicht geschrieben. Ich schrieb "wegen" und: Wegen != Weil ;) Udo Schmitt schrieb: > Aber deshalb müssen wir uns auch nicht in die Wolle kriegen :-) Seh ich auch so. ;) Possetitjel schrieb: > Falls Du ursprünglich gemeint haben solltest: "Die Beliebtheit > des OP07 gründet sich nicht auf seine Rail2Rail-Fähigkeit (die > nämlich nicht vorhanden ist), sondern auf...", dann hättest Du > das vielleicht so schreiben sollen. Das habe ich geschrieben ;)
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Bearbeitet durch User
Michael Köhler schrieb: > Genau das hab ich aber auch nicht geschrieben. Ich schrieb "wegen" und: > Wegen != Weil ;) Hab Nachsehen, in Deutsch war ich nur mittelmäßig und jetzt wurde meine Firma auch noch von einem Amikonzern übernommen und wir sollen von jetzt an in englisch denken (oder gar nicht mehr, das ist noch nicht ganz klar :-(). Aber das Missverständnis ist ja jetzt geklärt, also euch allen ein schönes Wochenende Udo
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Bearbeitet durch User
Michael Köhler schrieb: > Also ich frag mich hier echt ob manche hier den ein und anderen Beitrag > mit Absicht falsch verstehen wollen. Ich schreiben, dass der OP07 nie > wegen seiner nicht vorhandenen Rail2Rail-Fahigkeit beliebt war und zack > kommen hier welche an und sagen, dass der OP07 sehr wohl beliebt war > wegen seiner Präzision… Nun, zu der Zeit als der OP07 rauskam, wusste wohl noch kein Mensch, was R2R überhaupt bedeutet.
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