TDA1521 gleiche Ausgangsamplitude im single ended und bridge mode?!

OP #3991638
Hallo

ich habe spaßeshalber die Ausgangsamplitude des TDA1521 gemessen und 
komme immer auf die selbe Ausgangsamplitude (leicht in den clipping 
gesteuert, etwa 20Vpp bei 15V Vcc, 16 ohm Last).

Eigentlich sollte die Amplitude im single ended ja nur (theoretisch) 
halb so groß sein wie im bridged modus.

Der Inv. Eingang war mit 470nF nach Masse geschaltet (single ended). Und 
im Bridged modus wurde das Signal per OPV invertiert (mitm oszi 
nachgemessen, alles passt).

Meine Signalquelle habe ich als Fehlerquelle ausgeschlossen. Der TDA 
wurde in den clipping getrieben, nicht der Generator! Und nein, ich habe 
beim TDA nicht nach Masse gemessen, sondern zwischen den Ausgängen.

Im Datenblatt wurde ich auch nicht fündig. Seltsam.

Könnt ihr euch dieses Verhalten erklären?
#3992072
Wenn Du nur von Ausgang nach Masse misst, misst Du ja nicht die Spannung 
am Lautsprecher.

Schließ mal das Messinstrument zwischen den beiden Ausgängen (parallel 
zum  Lautsprecher) an.

Dann wirst Du, wie bei symmetrischer Spannungsversorgung messen:

+12V gegen Masse, -12V gegen Masse aber 24V zwischen Plus- und 
Minusanschluss.

bzw. bei Sinussignal: 4V vom einen LS-Pol gegen Masse, 4V vom andren 
LS-Pol gegen Masse aber 8V zwischen den beiden LS-Polen
#3992156
Deine Betriebsspannung ist stabil genug?

Ist der Baustein gut genug gekühlt, daß das clipping nit mit der 
Temperatur zusammenhängt?

Dem Baustein ist es egal, ob zwei unabhängige Eingangssignale anliegen 
oder ein phasengedrehtes. Nur die durchgeführte Leistung ist im 
Brückenbetrieb viel größer.
Gast #3992515
IncreasingVoltage .. schrieb:
> ich habe spaßeshalber die Ausgangsamplitude des TDA1521 gemessen und
> komme immer auf die selbe Ausgangsamplitude (leicht in den clipping
> gesteuert, etwa 20Vpp bei 15V Vcc, 16 ohm Last).

Warum erwartest Du was anderes, wenn der Bezugspunkt bei Brückenbetrieb 
kein Bezugspunkt mehr ist? Messe die Effektivspannung und alles ist 
wieder gut.
OP #3992569
mhh schrieb:
> IncreasingVoltage .. schrieb:
>> ich habe spaßeshalber die Ausgangsamplitude des TDA1521 gemessen und
>> komme immer auf die selbe Ausgangsamplitude (leicht in den clipping
>> gesteuert, etwa 20Vpp bei 15V Vcc, 16 ohm Last).
>
> Warum erwartest Du was anderes, wenn der Bezugspunkt bei Brückenbetrieb
> kein Bezugspunkt mehr ist? Messe die Effektivspannung und alles ist
> wieder gut.

Nun, im single ended mode ist ein Bezugspunkt des 
Lautsprechers/Multimeters ja einer der Ausgangspins. Der ist da ja fest 
auf 1/2 Vcc. Im bridged mode ist dieser Bezugspunkt ja lose und spiegelt 
das Signal es anderen Ausgangs. Daher sollte die Amplitude doppelt so 
hoch sein.

Entweder das oder ich bin dumm wie Brot!
Gast #3992575
IncreasingVoltage .. schrieb:
> Entweder das oder ich bin dumm wie Brot!

Verleite niemanden, sich für eine Aussage entscheiden zu müssen.  :)

Du bist nur unfähig!   :D

Es gelingt niemanden zu unterscheiden, ob das Signal von der Nulllinie 
10 V nach oben und nach unten geht, oder ob das Signal von -10 V 20 V 
nach oben bzw. von 10V 20 V nach unten schnellt. Der Messbezugspunkt 
wandert bei Brücke betragsgleich in die Gegenrichtung. Deshalb sieht das 
am Oszi gleich aus.

Ich habe das in einem anderen Thread schon mal versucht zu erklären, 
wurde aber abgewürgt.
Gast #3992641
Ausgehend von einer unsymmetrischen Versorgungsspannung hab ich mal ne 
allgemeine Zeichnung erstellt.
Vielleicht traegt das etwas zum Verstaendniss bei.Ich koennte das ganze 
auch mit Einzeltransistoren und symmetrischer Speisung durchziehen.

Die Spannungswerte direkt an den Bauteilen gelten wenn keine Ansteuerung 
erfolgt.

IncreasingVoltage .. schrieb:
> Im bridged mode ist dieser Bezugspunkt ja lose und spiegelt
> das Signal es anderen Ausgangs. Daher sollte die Amplitude doppelt so
> hoch sein.

Das stimmt - und mit doppelt so hoher Spannung ueber dem Lautsprecher 
ergibt sich eine 4-fache Ausgangsleistung (P = U^2 / R) die die Endstufe 
gehoerig ins Schwitzen bringen kann.
Angehängte Dateien:
Gast #3992668
Toxic schrieb:
> Vielleicht traegt das etwas zum Verstaendniss bei.

Wird schwierig.

Die Vpp "Voltage peak-to-peak" kannst Du in keiner Weise zueinander ins 
Verhältnis setzen, da sie nicht den gleichen Bezugspunkt haben. Vpp ist 
und bleibt gleich, nur Veff sind verschieden.

Um es mal anders zu sagen: bei der gegebenen Betriebsspannung von +/- 15 
V ist keine Vpp von 40 V möglich bei festem Bezugspunkt.

Lässt man das Vorzeichen der Spannung über der Last weg, könnte man 
sagen, daß beim Singleverstärker nur die Hälfte der Zeit eine Spannung 
an der Last anliegt und auch nur die Hälfte der Zeit ein Strom fließt. 
Bei der Brücke treibt jeder der beiden Verstärker außerdem nur die halbe 
Last und damit kommt das vierfache an Leistung heraus.

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