Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik PIC16F767 Quarz-Problem


von Michael S. (the_mole)


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Da ich nun schon den ganzen Tag verschwendet habe, dachte ich mir dass 
ich lieber mal nachfrage, bevor ich noch die ganze Nacht im Keller 
verbringe.

Also folgendes Problem: Meine Idee war es eine 50W-LED Stirnlampe zu 
bauen. Plan gezeichnet, Proto-Programm erstellt, Platine gezeichnet, 
fertigen lassen und Prototyp gelötet. Für den Takt hab ich mir den 
kleinsten 20MHz SMD-Quarz geholt den man auf Conrad bekommt. Im 
Datenblatt steht 15-18 pF als Kondensator. So, Platine gelötet und 
getestet >>> Nichts. Die LED blinkt nicht einmal. Wenn ich im Programm
1
#use_delay(clock=37k)

schreibe, dann blinkt sie ungefähr den verwendeten Delays entsprechend, 
aber von 20MHz keine Spur.

Also von vorne: Controller auslöten, Bauteile auf neue Platine, das 
ganze Spiel von vorne. PIC programmiert und: >>> WIEDER NICHTS!

Anschließend habe ich den SMD-Quarz am 18F2550 mit 18pF getestet >>> 
funktioniert!
Danach einen bedrahteten Quarz mit 18 pFam 16F767 >>> funktioniert 
ebenfalls!

Nach der ganzen Löterei ging irgendwann die Leiterbahn ab. (siehe Foto, 
die Kondis sollten direkt unter dem PIC links und rechts neben dem Quarz 
sein)

Dann habe ich die 15pF Kondis einfach weggelassen und >>>> 
FUNKTIONIERT!! 20MHz Takt, 500ms Delay, über 3min lang genau im 
Uhren-Takt. ein>500ms>aus>500ms>ein...

Jetzt die Frage: Wie kann ein Quarz an einem PIC mit Kondensatoren 
funktionieren, aber an einem anderen ohne??

von ... (Gast)


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Vermutlich die PINs nicht regelmässig geputzt.
Da hat sich Kapazitätsbelag gebildet.

SCNR

von Bernd R. (Firma: Promaxx.net) (bigwumpus)


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Der PIC hat auch einen internen Oszilator bis 20MHz. Da braucht man 
keinen Ärger mit diesen dämlichen externen Quarzen.

Wozu eigentlich 20MHz Takt für eine Lampe ?

Und bei 20MHz-Quarzen fragt man ja schon mal nach Oberwellen-Quarzen...

Probleme, die der interne RC nicht kennt.

von W.S. (Gast)


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Michael Sittlinger schrieb:
> Jetzt die Frage: Wie kann ein Quarz an einem PIC mit Kondensatoren
> funktionieren, aber an einem anderen ohne??

Lies die Doku zu dem betreffenden PIC. Diese IC's haben verschiedene 
Einstellungen für den Oszillator: HS, XT, LP oder so ähnlich - und 
manche haben auch nen internen RC-Oszillator dirin. All das mußt du mit 
den Fuses einstellen.

Und nochwas: dein Layout sieht lausig aus. Vielleicht solltest du mal an 
eine vernünftige Massefläche und ein paar Stützkondensatoren denken.

W.S.

von Noch einer (Gast)


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Hatte ich auch mal.

Statt den 18F4550 modernere mit einem J bestellt - Quarz funktionierte 
unzuverlässig. 4Mhz Quarz eingelötet, PLL-Mode eingeschaltet - laufen 
alle stabil. Is halt so.

von WehOhWeh (Gast)


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prüf erst mal nach:
- ist dein Quarz wirklich echt ein Grundtonqarz?
- Kann der Oszillator des PIC überhaupt 20MHz?
- Ist der Oszillator in der richtigen Betriebsart?

Und dann muss der Oszillator des PIC mit dem Quarz eine ordentliche 
Kreisverstärkung hinbekommen. Manche Hersteller sagen > 5, damit das 
sicher Anschwingt. Das hängt von den Daten des Quarzes (ESR etc) und den 
Eigenschaften des PIC internen Oszillators ab.

Normalerweise ist es zwar eher so, das bei falscher Lastkapazität die 
Frequenz etwas daneben ist. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass das 
dann nicht anschwingt.

Such mal nach entsprechenden Appnotes, sicher gibts die bei Microchip 
auch.

--> Quarze sind lästig, da muss man nachdenken und messen (das Equipment 
dazu braucht man aber auch erst mal!). Faule Menschen wie ich bevorzugen 
für Privatprojekte den internen FRC, oder nehmen einen Quarzoszillator.

von Witkatz :. (wit)


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Versorgungsspannung >= 4V ?
Power-up Timer (PWRT) ist enabled ?

von Noch einer (Gast)


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>Normalerweise ist es zwar eher so, das bei falscher Lastkapazität die
>Frequenz etwas daneben ist.

Beim Uhrenquarz ist aufgefallen. Mit zu kleiner Kapazität ist er in 1/10 
Sekunde angeschwungen, bei richtiger Kapazität brauchte er 1/2 Sekunde. 
Kurz darüber funktionierte er überhaupt nicht mehr.

Seltsam - eigentlich hätte ich erwartet, dass er bei richtiger Kapazität 
am zuverlässigsten läuft.

von John (Gast)


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Deine Lötstellen sehen jetzt nicht so toll aus.
Prüfe mal ob Du Kurzschlüsse zwischen den Anschlüssen und dem Gehäuse 
(Metalldeckel) hast.

Ich hab schon ein paar von diesen Quarzen (18,432MHz) von Reichelt 
verbaut. Das sind Grundtonquarze.

Gruß
John

von Michael S. (the_mole)


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Danke für die Hilfe. Problem gelöst:

Conrad hat mir 15 nF statt 15 pF geschickt...

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