Hallo zusammen, mal eine allgemeine Frage: Kann man sich darauf verlassen, dass ein ADC immer die maximale Spannung misst, wenn die zu messende Spannung über der Referenzspannung liegt? Oder gibt es auch Controller, bei denen dann etwas wie ein Überlauf oder ähnliches auftritt?
Hallo Bernd, ich habe das zwar noch nicht erlebt, aber ein Kollege hat mir genau das mal beschrieben. Es soll sogar dazu geführt haben, das sich der µC weggehängt hat. Gruß Florian
Dafür gibt es keine allgemeine Regel. Vielmehr muss man aus den Datenblättern folgendes ablesen: 1. Eingangsspannungsbereich Er kann, muss aber nicht auf die Referenzspannung oder die Versorgungsspannung bezogen sein. Im allgemeinen sind einige 100mV über der Referenzspannung und unter 0V möglich, so daß keine Fehlfunktion eintritt oder sogar ein Schaden. 2. Absolute Grenze des Eingangsspannungsbereiches Ähnlich wie 1, nur das dann keine definierte Funktion mehr gewährleistet ist - aber dennoch kein Schaden eintritt. 3. Reaktion bei Unter- oder Überschreiten des Eingangsspannungsbereiches (wobei die Grenzen von 1. nicht überschritten worden sein dürfen) Leider fehlt diese Aussage manchmal. Dann muss man es testen. Es gibt aber auch Fälle (d.h. Datenblätter) in denen tatsächlich definierte Codes für eine Unter- oder Überschreitung angegeben werden.
Bernd schrieb: > Kann man sich darauf verlassen, dass ein ADC > immer die maximale Spannung misst, wenn die zu messende Spannung über > der Referenzspannung liegt? Nein. Der A/D Wandler, µC wird dann in den meisten Fällen ausserhalb seiner Spec betrieben. Was dann passiert hängt von der Innenschaltung des Beusteins ab, und vor allem welcher Strom fliessen kann, denn meistens gibt es interne clamping Dioden zu Vcc und Gnd. Das Dilemma: zum Schnellen Messen soll die Quelle niederohmig sein, bei zu hoher Spannung soll sie möglichst hochohmig sein. Was tatsächlich passiert steht in deinem Datenblatt, wenn da nichts steht, dann musst du davon ausgehen dass so ein Betrieb unzulässig ist und du das mit einer äusseren Beschaltung verhindern musst.
Was soll ein Betrieb ausserhalb der Referenzspannung ? Muss man ein Projekt bewusst stuemperhaft beginnen ?
Danke für die Antworten. Ein Betrieb außerhalb der Referenzspannung ist bei mir natürlich auch nicht gewünscht. Ich habe nur über den Fehlerfall nachgedacht. Aber es könnte ja sein, dass man nur den Bereich unterhalb der Referenzspannung messen möchte und darüber der Maximalwert genügt. Mit einer höheren Referenzspannung würde man dann ja an Auflösung verlieren. Ist jetzt rein hypothetisch. Bei mir dürfte das wie gesagt nur im Fehlerfall auftreten. Wenn der ADC dann sicher maximal ausschlagen würde, hätte ich nur eine redundante Sicherheit.
Udo Schmitt schrieb: > Der A/D Wandler, µC wird dann in den meisten Fällen ausserhalb seiner > Spec betrieben. Nein, das ist kompletter Unsinn. Schon primitive ADCs wie etwa die in den AVRs erlauben eine recht freie Wahl der Referenzspannung, z.B. etwa die Verwendung einer internen 1,1V-Bandgap-Spannungsquelle. Und von diesen 1,1V bis zur zulässigen Grenze für den Analogeingang (VCC+0,5V) liegen Welten, nämlich bei z.B. 5V VCC 4,4V. Dieser Bereich ist völlig legal, nichts in der Spezifikation spricht dagegen, daß das Eingangssignal nicht in diesem Bereich liegen dürfte. Und natürlich ist es völlig legitim zu fragen, welche Werte der ADC in diesem Bereich denn wohl liefern wird. Und tatsächlich ist das schon beim AVR nicht immer ganz einfach zu beantworten. Einfach ist es dort nur für den "single ended"-Fall (dafür wird die Frage auch schon durch das DB beantwortet). Bei differentieller Messung hingegen ist es ein schönes Forschungsprojekt, welches nebenbei sehr viel über den internen Aufbau des Analoggeraffels verrät, den Atmel sich nicht traut im Detail zu dokumentieren...
Es gibt auch ADCs die einen Messbeich haben, der größer als die Ref. Spannung ist. Bei den Dual-slope Wandlern ICL710x geht der Mebessbereich z.B. vom -2 U_ref bis +2*U_ref. Wie sich der ADC verhält wenn die Spannung größer als der normale Arbeitsbereich ist, sollte im Datenblatt stehen.
c-hater schrieb: > den internen Aufbau > des Analoggeraffels verrät, den Atmel sich nicht traut im Detail zu > dokumentieren... Ist mir auch schon aufgefallen, daß Atmel da auffallend schweigsam ist. Bei speziellen Anwendungen muß man da eigentlich durch eigene Experimente klären, wie man's am besten macht. Mit freundlichen Grüßen - Martin
Ein Design ist immer so ausgelegt, dass auch im Fehlerfall die zulaessigen Grenzen nicht ueberschritten werden.
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