Verehrte Leute im Forum!
Ich, gelernter Elektriker (1985), jahrzehntelang tätig - auch als
Elektroniker, Fernstudium zum staatl.gepr. Elektrotechniker (1995),
Leiter Instandhaltung, seit 3 Jahren selbständig mit sehr geringem
Erfolg.
Randbedingungen: Nord-Ost-D dünn besiedelt, 10000 Ew-Stadt, im Radius
von 35km praktisch keine Industrie, 4 Mitbewerber
(E-Installation-Meisterbetrieb, alle langjährig) am Ort.
HWK-Pflichtmitglied (Kammer kassiert nur, ansonsten keine Hilfe)
leider ortsgebunden
Auf meiner Visitenkarte steht: "Elektrotechnik xxx , staatl.gepr.
E-Techniker"
Von den wenigen Kunden, die ich habe, höre ich immer die gleiche Frage:
"staatl.gepr. E-Techniker, was ist denn das? Sind Sie Meister? Können
Sie auch eine Steckdose anschließen?"
1. Frage: Darf ich tiefstapeln und mich "Meister" nennen?
Ich denke, ich kann mindestens das, was ein E-Meister kann, nur ich darf
keinen Lehrling ausbilden.
2. Frage: Falls 1. ja , würdet ihr so rangehen oder ist das ein falscher
Ansatz?
Tiefstapler schrieb:> 1. Frage: Darf ich tiefstapeln und mich "Meister" nennen?
Nein.
> Ich denke, ich kann mindestens das, was ein E-Meister kann,> nur ich darf keinen Lehrling ausbilden.
Ich bin Ingenieur und darf mich trotzdem nicht Techniker nennen. Und
schon gar nicht Meister.
> Von den wenigen Kunden, die ich habe, höre ich immer die gleiche Frage:> Können Sie auch eine Steckdose anschließen?"
Die sollten eigentlich eher fragen:
Dürfen Sie eine Steckdose anschließen?
Da gabs doch was mit "Meister-Express". Da Techniker und Berugserfahrung
angerechnet werden, geht das schneller. HWK fragen. Ich kenne jenamden,
der war in weniger als einem Jahr in der Handwerksrolle. Falls du auf
Löcher stemmen und Steckdosen legen scharf bist. Diese Information gibts
nit von der IHK, da die dann kein Geld mehr von dir bekommen ;)
Ich bin in die Handwerksrolle eingetragen und lt. HWK einem Meister
ebenbürdig (nur mündliche Auskunft). Ohne Eintrag hätte ich kein
E-Gewerbe anmelden können.
Es ist nicht alles Gold was glänzt.
Nur weil du länger auf die Schule gegangen bist, heißt das noch lange
nicht, daß du die Qualifikation einens Meisters besitzt. Der El.-Ing.
beispielsweise ist per Definition keine Elektrofachkraft - er hat keinen
Facharbeiterbrief und darf auch keine Steckdose anschließen. Im übrigen
ist die Meisterprüfung nicht so Ohne wie man denkt, von der Zeit her
reichts gerade mal so aus.
Für die Kundin Frau Meier die eine Steckdose angeschlossen bekommen
möchte ist dein Techniker nix wert. Da zählt nur Berufserfahrung. Bei
uns in der Bude ist's genauso, mein Chef war Schlosser und hat es durch
Können und Streßresistenz zum Vorgesetzten von 30 Leuten gebracht. OHNE
irgendnen Schein. Ein weiterer Fall: eine Bekannte von mir arbeitete mal
als Geschäftsführerin einen Finanzdienstleisters mit ca. 20 Verkäufern,
sie war zu Beginn Bürokraft, arbeitete hart und fleißig, machte dann die
- zugegebenermaßen knochenharte - Brokerprüfung und das war's.
Arbeitsmarkt-Beobachter schrieb:> Definition keine Elektrofachkraft -Arbeitsmarkt-Beobachter schrieb:> Der El.-Ing.> beispielsweise ist per Definition keine Elektrofachkraft - er hat keinen> Facharbeiterbrief und darf auch keine Steckdose anschließen.
Der Facharbeiterbrief kennzeichnet weder eine EFK noch ist sie
Voraussetzung, siehe BGV A3. Mal abgesehen davon dass es eine EFK für
alles nicht gibt.
Sorry, hatte IHK im Kopf..
Dann darfst du das Elektohandwerk-Logo verwenden? Mach das auf deine
Karte drauf, und den Hinweis "eingetragener Elektrohandwerksbetrieb". Im
normalen Briefkopf auch. Das dürfte dann auch Oma Meier überzeugen, daß
du eine Steckdose anschließen kannst.
Die Meisterausbildung beinhaltet auch Betriebs-und Personalführung.
Die EVU wird auch ein Wörtchen mit zu reden haben, wen sie an ihr
Netz lässt, mal von der Anlagenabnahme ganz abgesehen.
Tiefstapler schrieb:> seit 3 Jahren selbständig mit sehr geringem> Erfolg.
Dann fehlen dir wohl marktwirtschaftliche Fähigkeiten.
Andere Betriebe haben da wohl gute Kontakte zu Großkunden.
Tiefstapler schrieb:> Randbedingungen: Nord-Ost-D dünn besiedelt, 10000 Ew-Stadt, im Radius> von 35km praktisch keine Industrie, 4 Mitbewerber
Ohje, das klingt so wie Güstrow, Teterow oder wie die Kaffs da alle
heißen. Da möchte man nicht begraben sein, geschweige denn wohnen...
> Auf meiner Visitenkarte steht: "Elektrotechnik xxx , staatl.gepr.> E-Techniker"
Die wenigsten Leute können mit dem SGT was anfangen. Schreibe was
verständliches auf Visitenkarte, Briefkopf und Firmenschild. So ungefähr
wie "Elektrotechnik XXX, zugelassener Elektrofachbetrieb, Ausführung
sämtlicher Elektroarbeiten für Privat und Gewerbe" Ach ja; "Mitglied der
Handwerkskammer" zieht auch immer.
> 1. Frage: Darf ich tiefstapeln und mich "Meister" nennen?
nein
> Ich denke, ich kann mindestens das, was ein E-Meister kann, nur ich darf> keinen Lehrling ausbilden.
Wie kommst du darauf? Die Techniker-Ausbildung ist wesentlich
theoretischer, während beim Meister auch solche Sachen wie Buchhaltung,
Kundengewinnung und nicht zuletzt Lehrlingsausbildung mit drin sind.
Ich stand vor ca. 15 Jahren vor einer ähnlichen Situation weil mein
damaliger AG unbedingt den SGT haben wollte. Ich habe mich dann aber
dagegen entschieden, weil mir die berufliche Perspektive zu unklar war.
Außerdem hatte ich keinen Bock nach einer 40-50 Stundenwoche noch mal 20
Stunden Schule jede Woche dranzuhängen. Und das 4 Jahre lang...