Forum: Offtopic Wireless Payment: Angriffsvektoren?


von Borislav B. (boris_b)


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Hallo,
momentan wird ja fleißig vor Kreditkarten mit NFC gewarnt. Dabei frage 
ich mich, ob das wirklich so gefährlich ist, wie immer herumposaunt 
wird. Folgende Angriffsszenarien fallen mir spontan ein:

1) Auslesen der Kreditkartendaten (Nummer, Datum) durch Dritte, z.B. 
beim Gedränge in großen Menschenmengen. Dazu reicht ja schon ein 
Smartphone mit der richtigen App.
=>Eine große Gefahr sehe ich hier nicht, da man mit den Daten nix 
anfangen kann. Zum Einkaufen oder Geld abheben wird immer noch die 
Prüfziffer und ein vierstelliger Pin benötigt.

2) Kleinere Beträge lassen sich direkt ohne Zutun des Kartenbesitzers 
abbuchen. Dazu braucht der „Taschendieb“ aber ein autorisiertes 
Händerkonto bei Visa/Mastercard. Das ist sauteuer (mehrere k€) und wird 
ziemlich gründlich verifiziert. Selbst wenn er ein solches Konto 
eröffnet, muss er innerhalb weniger Tage mit dem Geld über alle Berge 
sein. Besonders viel kann da nicht zusammenkommen…

Habe ich was übersehen?
Oder ist das alles nur die übliche Panikmache?

von Prog R. (daniel_v)


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naja, auch wenn man diesen Dingen immer mit etwas Skepsis begegnen 
sollte, würde ich sagen, dass die Kartenunternehmen wohl nichts auf den 
Markt loslassen würden, das allzu leicht angreifbar ist - würde ja kein 
Mensch mehr verwenden.
Ich zahle mit NFC mittlerweile schon täglich und fühle mich nicht 
wirklich unsicher damit.
Wahrscheinlich ist es so, dass es eben Leute/Institutionen gibt, die 
solche Verfahren auf Schwächen prüfen und das dann auch bekanntgeben und 
dann gibt es Leute, die das überinterpretieren und Panik machen.
Immerhin ist man mit der Karte ohnehin seitens Bank versichert.

von Clemens S. (zoggl)


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Wenn ich das letztens beim CCC richtig verstanden habe ja:
http://media.ccc.de/browse/congress/2014/31c3_-_6530_-_en_-_saal_6_-_201412272145_-_in_security_of_mobile_banking_-_ericfiliol_-_paul_irolla.html#video

(das selbe Protokoll kommt auch über funk zum Einsatz)

Edit: Bankomat, nicht Kreditkarten, ist aber trotzdem sehenswert.

von Rainer U. (r-u)


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Prog Rammer schrieb:
> Ich zahle mit NFC mittlerweile schon täglich und fühle mich nicht
> wirklich unsicher damit.

INteressant - Wo denn?

von Michael B. (laberkopp)


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Prog Rammer schrieb:
> würde ich sagen, dass die Kartenunternehmen wohl nichts auf den
> Markt loslassen würden, das allzu leicht angreifbar ist

Prust.

Was war denn mit Kreditkarten (man braucht nur Nummer und Datum um 
abzubuchen, das kann zwar widerrufen werden weil man keine Unterschrift 
hat, aber das betrifft ja nicht den Betrüger, sondern nur den Händler).

Was war mit der PIN beim Bankomaten ? Sie müssen Karte UND Pin verloren 
haben, hiess es jahrelang und man blieb auf dem Schaden sitzen, bis 
endlich raus kam wie simpel Skimming funktionierte.

Was war mit iTAN-Listen bei Online Banking ? Ganz sicher, klar doch, 
alle Banken haben sie inzwischen zurückgezogen.

Und selbst heute werden Konten mit MTAN abgeräumt in dem man eine 
Partnerkarte des Handys bestellte und schneller abbuchte als der vor dem 
Bildschirm eingebende.

ALLES wurde gebrochen, und es war jedesmal erschreckend leicht, und bei 
NFC warnen schon vor Erscheinen ALLE Leute daß es absolut unsicher ist, 
weil KEIN zweiter Kanal nötig ist, weil KEINE Autorisierung nötig ist, 
weil einfach die unsichtbare über Distanz stattfindende Kommunikation 
reicht.

Du bist gnadenlos naiv, anzunehmen, daß damit nicht Milliarden 
unberechtigt umgebucht werden. Wo so was verlockendes wartet sind ganze 
Staaten hinter der nötigen Technik hinterher.

Niemand braucht NFC, Bargeld geht immer - nur kann man bei Bargeld ein 
Volk nicht zu 100% überwachen, schreckliche Schwarzarbeit.

von Prog R. (daniel_v)


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Michael Bertrandt schrieb:


> Niemand braucht NFC, Bargeld geht immer - nur kann man bei Bargeld ein
> Volk nicht zu 100% überwachen, schreckliche Schwarzarbeit.

Am besten dann gleich beim Dienstnehmer in bar abholen und zuhause ins 
Kasterl sperren, dann kann man der elektronischen Überwachungshölle 
sowie dem Kartenbetrug nahezu sorglos entfliehen ;-)

von Timm T. (Gast)


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Michael Bertrandt schrieb:
> Was war mit iTAN-Listen bei Online Banking ? Ganz sicher, klar doch,
> alle Banken haben sie inzwischen zurückgezogen.

Stimmt nicht. DiBa macht nach wie vor itan.

Nach den letzten Veröffentlichungen vom CCC zum SS7-Protokoll sollte 
mtan eigentlich gestorben sein. Da brauchst Du nichtmal eine 
Partnerkarte, nur die Telefonnummer, und die steht eleganterweise im 
Kundenprofil Deines Kontos. Und das ist mit einem 5stelligen Passwort 
"abgesichert".

Aber Du kannst natürlich sicher gehen und Banking nur mit 
Überweisungsbeleg machen. Dann reissen - wie hier vor ein paar Jahren 
geschehen - die "Angreifer" den Briefkasten mit Überweisungsbelegen aus 
der Wand, und haben hunderte Belege mit: Kontonummer+BLZ, Kontoinhaber, 
Unterschrift des Inhabers. Mehr brauchst Du nicht, um Geld anderer Leute 
zu überweisen.

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