Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik 5x 25mm2 Kabel mit Abschirmung. Fragen dazu


von Mirco (Gast)


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Hallo, heute sollte ich in der Firma einen großen Ofen abklemmen. Das 
Kabel kam direkt aus der Haupteinspeisung und war mit 3x125A 
abgesichert. Es besteht aus zwei schwarzen und je einem braunen und 
blauen Kabel. Jedes einzelne der vier besteht aus sieben verdrillten 
Kupferleitern mit je gemessenen 2,05mm Durchmesser, die dann gemeinsam 
in der farblichen Isolation stecken. Ich berechne daraus einen 
Querschnitt von 25mm2. Soweit also noch wenig spektakulär.

Statt des gelbgrünen PE hat das Kabel ein Abschirmungsgeflecht wie bei 
einem Koaxkabel aus schätzungsweise 40 Leitern. Diese sind zwecks 
Anschluss an die Klemmen wie ein Haarzopf geflochten. Ich weiß nicht, 
wie man das bei einer solch störrischen Dicke überhaupt zustande bringt. 
Insgesamt habe ich es hier also mit einem etwa 80 Meter langem 5x25mm2 
Kabel zu tun. Ich habe im Internet kein Bild eines solchen Kabels 
auftreiben können. Das hier angehängte musste im Dunkeln und Enge 
geschossen werden.

Jetzt die Fragen:
* Ist es üblich, bei solch dicken Kabeln Abschirmungen zu verwenden?
* Warum verwendet man sie? In dem Ofen waren 14 Drehstrom-Umluftmotore 
verbaut. Ist es wegen deren induktiver Last? Oder ist es in diesem Fall 
vollkommen sinnfrei?
* Wie ist die Bezeichnung eines solchen Kabels?
* Ist solch ein Schirmzopf üblicherweise handgeklöppelt oder behelfen 
sich die Profis da mit Spezialwerkzeug?

von MaWin (Gast)


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Das Geflecht dient nicht als Abschirmung, sondern als Sicherheit: Wird 
das Kabel mechanisch beschädigt, kommt keine spannungsführende Ader nach 
draussen, sondern es gibt immer einen Erdschluss.

Aber audiophilen Dummköpfen kann man es sicher meterweise als bereits 
eingespieltes high end Kabel verkaufen.

von Sven B. (svb)


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Mirco schrieb:
> Jetzt die Fragen:
> * Ist es üblich, bei solch dicken Kabeln Abschirmungen zu verwenden?
ja. ist ab 25qmm quassi Standard in der Industrie

> * Warum verwendet man sie? In dem Ofen waren 14 Drehstrom-Umluftmotore
> verbaut. Ist es wegen deren induktiver Last? Oder ist es in diesem Fall
> vollkommen sinnfrei?
da muss ich passen.

> * Wie ist die Bezeichnung eines solchen Kabels?
NYCWY

> * Ist solch ein Schirmzopf üblicherweise handgeklöppelt oder behelfen
> sich die Profis da mit Spezialwerkzeug?
das wird normalerweise von Hand gemacht (zumindest kenne ich es nur so)

gruß Sven

von Mirco (Gast)


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Perfekt entmystifiziert und erklärt. :-)

Vielen Dank an euch beiden.

von Peter II (Gast)


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Mirco schrieb:
> Insgesamt habe ich es hier also mit einem etwa 80 Meter langem 5x25mm2
> Kabel zu tun.

Wenn ich mich jetzt nicht verlesen haben ist dafür ist aber keine 125A 
Sicherung zulässig.

Den Spannungsabfall habe ich jetzt auch nicht ausgerechnet, dürfte aber 
auch nicht mehr in der Norm liegen.

von wendelsberg (Gast)


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Mirco schrieb:
> * Warum verwendet man sie? In dem Ofen waren 14 Drehstrom-Umluftmotore
> verbaut. Ist es wegen deren induktiver Last? Oder ist es in diesem Fall
> vollkommen sinnfrei?

Koennte auch damit zusammenhaengen, dass solche Motore immer mehr ueber 
FUs (die Stoerungen erzeugen) betrieben werden. Mit der Schirmung 
bekommt man diese einigermassen in den Griff.

wendelsberg

von Harald W. (wilhelms)


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Mirco schrieb:

> * Ist solch ein Schirmzopf üblicherweise handgeklöppelt oder behelfen
> sich die Profis da mit Spezialwerkzeug?

Bei dünneren Kabeln habe ich in fünf bis 10 cm Abstand vom
Ende ein Loch in den Schirm geprokelt ohne die einzelnen
Schirmdrähte zu beschädigen und durch das Loch die vier
Einzeldrähte gezogen. Dadurch blieb das Schirmgeflecht ganz
und konnte gut angeklemmt werden. Über dieses Geflecht habe
ich dann noch ein Stück Schrumpschlauch gezogen.
Gruss
Harald

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