Forum: Offtopic Wann macht der Kondensator Peng?


von Paul H. (powl)


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Hi,
ich missbrauche derzeit ein China-Step-Up Modul um 12V auf 36V zu 
transformieren um mit dieser Konstantspannung dann quick'n'dirty eine 
Reihenschaltung aus 12 weißen LEDs auf meinem selbstgelöteten LED-Ring 
für meine kleine Platinenbohrmaschine zu versorgen. *geworfenen Tomaten 
ausweich*

Der kleine SMD Elko da drauf ist aber nur bis 35V spezifiziert. Ich hab 
jetzt aber auch keine Lust den direkt auszutauschen. Wenn der allerdings 
irgendwann Peng macht verbohr ich mich bestimmt vor Schreck, also sollte 
ichs doch irgendwann tun. Wie viele Betriebsstunden wird der vorm großen 
Knall durchhalten? Oder verliert er einfach nach und nach Kapazität und 
es wird ungefär nichts passieren?

von Andreas D. (rackandboneman)


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Also versteh ich das richtig, auf einem fest auf 36V eingestellten 
Wandlermodul wurde herstellerseitig ein Aluminiumelko für 35V als 
Ausgangskondensator verwendet?

von Paul H. (powl)


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Nein das Modul ist variabel einstellbar, aber dummerweise fangen die 
LEDs gerade erst bei 35V anständig an zu leuchten. Habe aber auch schon 
HV-Module gesehen die bis 40V einstellbar sind aber trotzdem nur einen 
35V Ausgangselko hatten ;) Die Chinesen.

von Old P. (Gast)


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Die knallen immer, wenn man es gerade nicht gebrauchen kann und nicht 
nur, wenn sie unter Strom stehen!
Bei einem meiner Fluke Calibratoren hat sich letzte Woche einer nach 
etwa 30 Jahren mit einem Mörderknall gemeldet, obwohl das Gerät etwa 
eine Woche stromlos stand. 2200uF/16V an 12V-Schiene.

Will sagen, so einen Pfusch würde ich sofort beseitigen, nach Murphy 
passiert sonst noch mehr.

Old-Papa

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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noch ne Tomate werf
Der ist wahrscheinlich schon defekt :-) Wenn da 35V drauf steht, ist er 
vermutlich nur bis 25V brauchbar.
Entweder teilst du die LED in 2 Reihen auf, oder wechselst gestern den 
Elko aus :-P

von Soul E. (Gast)


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Paul H. schrieb:

> Der kleine SMD Elko da drauf ist aber nur bis 35V spezifiziert.

Die Elkos von seriösen Herstellern halten für 100ms 50% Überspannung 
aus.

Bei geringer dauerhafter Überschreitung formierst Du die Oxidschicht 
nach. Du kannst den Elko auf diese Weise an höhere Spannungen gewöhnen. 
Alle zwei Tage ein Volt höherdrehen.


Ob das aber auch mit Deinem China-Elko funktioniert, der schon bei 
Normalbetrieb durch den Ripplestrom kochendheiss wird, kann Dir so 
keiner sagen. Falls er kaputt geht, mach einen Nichicon WD mit 35V rein. 
Der hält das aus.

von Peter R. (pnu)


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Wenn ein Kondensator bei der Kapazität +50% und -20% Toleranzbereich 
hat, wieso sollte er dann bei 3% Überspannung gleich kaputtgehen? Es ist 
doch keine Z-Diode.

Da wird eher das oben schon genannte Nachformieren wirksam.

Gegenfragen:
 Ist es wirklich so schwer, den Kondensator gegen z.B. einen 50V-Typ 
auszutauschen, wenn man Bedenken hat?
 Oder gehts auf diese Art "Ich weiß zwar, dass ich Mist baue, gebt mir 
aber bitte die Absolution dafür, dass ich mich wohler fühle und später 
Jemanden habe, auf den ich mit dem Finger zeigen kann."

von Andreas D. (rackandboneman)


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"bei 3% Überspannung gleich kaputtgehen?"

Evtl weil er genau auf die Nennspannung oder eine ganz bestimmte etwas 
höhrere Spannung formiert wurde - und der Formierprozess ein 
Dielektrikum erzeugt welches genau diese Spannung aushält -  weil genau 
in dem Moment wo das Dielektrikum steht auch der Formierprozess aufhört?

von Matthias X. (current_user)


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Der Kondensator ist in solchen Schaltungen nicht das einzige Bauteil das 
Spannungsgrenzen hat. Bei ihm ist es halt am einfachsten zu erkennen.
Schau dir auch mal den Regler und die Diode an. Bis wieviel Volt sind 
diese spezifiziert? Ebenso könnte durch den größeren Eingangsstrom die 
Spule in die Sättigung gehen.
Bis zu welcher Ausgangsspannung ist eigentlich die Schaltung gedacht? 
Wenn sie für 35V gedacht ist und du sie auf 36V änderst, dann sollte das 
eine gute Schaltung verkraften weil alle Bauteile mit Reserve ausgewählt 
wurden. Bei 50cent Chinaprodukten würde ich aber die Datenblätter der 
Bauteile mir ansehen.
Anderes Thema: Ist die Schaltung Spannung oder Stromgeregelt? Leds 
solltest du nicht nach Spannung der Spannung steuern. Wenn du sie 
konstant mit 36V betreibst, dann führt der negative Spannungskoeffizient 
zu einem zu hohem Strom wenn sich die Led erwärmt.

von Paul H. (powl)


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Peter R. schrieb:
> Gegenfragen:
>  Ist es wirklich so schwer, den Kondensator gegen z.B. einen 50V-Typ
> auszutauschen, wenn man Bedenken hat?

Nö, aber man muss es halt tun :D Da ich den Bohrständer selten verwende 
wär es doch ganz nett wenn mir jetzt jemand gesagt hätte, dass man das 
geringfügige Überschreiten der Maximalspannung unter gegebenen Umständen 
ruhig tolerieren kann, was ja quasi auch passiert ist (bei dem China 
Elko gehe ich allerdings nicht von einem "seriösen Hersteller" aus. 
Trotzdem werde ich ihn eher austauschen. Ein lauter Knall vor meinem 
Gesicht ist nicht so schön.



Matthias xxx schrieb:
> Der Kondensator ist in solchen Schaltungen nicht das einzige Bauteil das
> Spannungsgrenzen hat. Bei ihm ist es halt am einfachsten zu erkennen.

> Schau dir auch mal den Regler und die Diode an. Bis wieviel Volt sind
> diese spezifiziert? Ebenso könnte durch den größeren Eingangsstrom die
> Spule in die Sättigung gehen.

Die LEDs wollen in Reihe nur 20..30mA. Der Eingangsstrom dürfte nicht 
mal 200mA betragen. Der Regler-Ausgang ist bis 40V Spannungsfest. Der 
Diode unterstelle ich bei einem Regler der bis 35V spezifiziert ist auch 
mal, dass sie bei 35,5V nicht gleich durchbricht (würde ja ansonsten 
relativ schnell relativ heiß werden)

> Bis zu welcher Ausgangsspannung ist eigentlich die Schaltung gedacht?
> Wenn sie für 35V gedacht ist und du sie auf 36V änderst, dann sollte das
> eine gute Schaltung verkraften weil alle Bauteile mit Reserve ausgewählt
> wurden.

Von guter Qualität würde ich hier wie gesagt nicht aus gehen.

> Anderes Thema: Ist die Schaltung Spannung oder Stromgeregelt? Leds
> solltest du nicht nach Spannung der Spannung steuern. Wenn du sie
> konstant mit 36V betreibst, dann führt der negative Spannungskoeffizient
> zu einem zu hohem Strom wenn sich die Led erwärmt.

Alter Hut. Ist Spannungsgeregelt, deswegen sag ich ja quick'n'dirty und 
bin mittlerweile etlichen Tomaten ausgewichen ;-) Jedenfalls 
funktioniert das so. Die Eigenerwärmung der LEDs (und die ist durchaus 
vorhanden) trägt jedenfalls nicht dazu bei, dass der Strom in schädliche 
Bereiche vordringt, da ist noch Reserve. Ansonsten wird das Ringlicht 
immer nur unter gleichen Bedingungen, d.h. bei Zimertemperatur 
betrieben.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Allenfalls waere mal ein Datenblatt zu einem Elko anzuschauen. Es gibt 
dort interessante Zahlen. zB Der Einfluss von Temperatur, Rippelstrom, 
Ueberspannung, usw auf die Lebensdauer.

von Harald W. (wilhelms)


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Paul H. schrieb:

> Wenn der allerdings
> irgendwann Peng macht verbohr ich mich bestimmt vor Schreck,

...insbesondere, wenn der weggesprengte Elko in Deinem Auge landet...

von Torsten K. (Gast)


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Ich nehme mal an, dass der Peng macht... wenn er hochgeht ;-)

Sorry, konnte ich mir nicht verkneifen... Duck und Weg

Schönen Abend noch

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