Mir ist von einem Bekannten erzählt worden, dass ein bekanntes
Unternehmen aus der Landmaschinenbranche den Mindestlohn für
Praktikanten und Diplomanden umgeht, indem konsekutive 3-Monatsverträge
abgeschlossen werden. Sprich: 6 Monate Praktikum == 1. 3-Monatsvertrage,
dann 2. 3-Monatsvertrag. Ich finde sowas ist eine riesen Sauererei!
Besonders bei Konzernen.
Mich würde generell interessieren, was man unternehmen kann, wenn Firmen
versuchen sich auf diese Art vor den Kosten zu drücken? Im Grunde ist
dieses Verhalten doch sittenwidrig.
Test schrieb:> Und du glaubst das Mindestlohngesett gilt für diese beiden> "Berufsgruppen" ? ;) Dabei handelt es sich um ein "Bildungs-" und kein> Arbeitsverhältnis...
Kommt auf die Art des Praktikums an.
also ich habe 2 mal 6 monatige verträge bei einer firma und bekomme
dafür nur pauschal was im monat. auf eine stunde gerechnet bekomme
ich:4€.
ich sag ganz ehrlich ohne sowas bekommt man meiner erfahrung nach sonst
keinen fuß in der ingbranche. das ist bei den meisten meiner
mitstudenten so.
Waldtier schrieb:> Mich würde generell interessieren, was man unternehmen kann, wenn Firmen> versuchen sich auf diese Art vor den Kosten zu drücken?
Hartz 4
Soweit ich weiss, gilt der mindestlohn auch für Praktikas länger als
drei Monate.Und das gilt auch dann, wenn das Praktikum nachträglich
verlängert wird und dann auch rückwirkend.Referenzen müsste ich
raussuchen
icke schrieb:> Soweit ich weiss, gilt der mindestlohn auch für Praktikas länger als> drei Monate.Und das gilt auch dann, wenn das Praktikum nachträglich> verlängert wird und dann auch rückwirkend.Referenzen müsste ich> raussuchen
Der Mindestlohn gilt gerade nur für Praktika über 3 Monate. Bei
Pflichtpraktika, die Teil des Studiums sind, müssen Firmen nicht zahlen.
Abschlussarbeiten sind aber z.B. keine Pflichtpraktika. Außerdem müssen
Praktikanten mit abgeschlossener Berufsausbildung. Dazu zählt auch der
Bachelor. Was gerade für Masterstudenten wichtig ist. Es ist eigentlich
auch ziemlich dreist, einen Ingenieur einzustellen und denn dann mal
umsonst was entwicklen zu lassen.
genervt schrieb:> einen Ingenieur einzustellen und denn dann mal> umsonst was entwicklen zu lassen.
Die Firmen sehen, wenn man die Sache gut macht, ein gutes
Praktikumszeugnis, als ausreichend Bezahlung an. Das ganze
hat dann auch seine Schattenseiten, wenn die Zeit nicht
gereicht hat, insbesondere wenn noch Sonderwünsche erfüllt
werden sollten.
Ex-Praktikant schrieb:> genervt schrieb:> einen Ingenieur einzustellen und denn dann mal> umsonst was entwicklen zu lassen.>> Die Firmen sehen, wenn man die Sache gut macht, ein gutes> Praktikumszeugnis, als ausreichend Bezahlung an. Das ganze hat dann auch> seine Schattenseiten, wenn die Zeit nicht gereicht hat, insbesondere> wenn noch Sonderwünsche erfüllt> werden sollten.
Wie die Firmen das sehen ist nicht das Maß der Dinge. Wenn das so wäre
würdest du als Arbeitnehmer überhaupt keinen Lohn bekommen, schließlich
darfst du dich 8 Stunden am Tag in Büro aufwärmen. Das ist nämlich nach
Ansicht der Firma Belohnung genug.
Praktika und Diplomarbeiten gehören zur Ausbildung.
Jedem steht frei, die Diplomarbeit in der Uni oder FH zu machen. Da gibt
es garantiert kein Geld und damit auch keinen Grund zu maulen!
Ich tippe darauf, dass diejenigen, die hier am meisten schimpfen genauso
als Unternehmer handeln würden.
Denn solche Menschen haben permanent das Gefühl zu kurz zu kommen, bzw.
von der anderen Seite ausgenommen zu werden. Egal ob als Student auf der
einen Seite oder später als Unternehmer auf der anderen Seite.
Des einen Freud schrieb:> Praktika und Diplomarbeiten gehören zur Ausbildung.> Jedem steht frei, die Diplomarbeit in der Uni oder FH zu machen. Da gibt> es garantiert kein Geld und damit auch keinen Grund zu maulen!
Das macht überhaupt keinen Sinn. Wenn man Abschlussarbeiten auch an der
Hochschule schreiben kann, handelt es sich nicht um Pflichtpraktika und
damit wäre dann der Mindestlohn bei einer Beschäftigung über 3 Monate
Pflicht. Masterarbeiten dauern in der Regeln 6 Monate. Außerdem gilt die
Mindestlohnpflicht für Praktikanten, die bereits eine Berufsausbildung
abgeschlossen haben. Mit Erhalt des Bachelors ist das der Fall.
genervt schrieb:> Abschlussarbeiten sind aber z.B. keine Pflichtpraktika.genervt schrieb:> Das macht überhaupt keinen Sinn. Wenn man Abschlussarbeiten auch an der> Hochschule schreiben kann, handelt es sich nicht um Pflichtpraktika und> damit wäre dann der Mindestlohn bei einer Beschäftigung über 3 Monate> Pflicht.
Dachte ich auch mal... Ich muss sie ja nicht in der Firma machen,
sondern tue dies freiwillig. Diese Fehleinschätzung wurde dann
allerdings sehr teuer. Es scheint da bisher keine einheitliche Ansicht
zu geben. Fürs Bafög oder Stipendium wird dies dann nämlich unter
Umständen dennoch als Pflichtpraktikum angerechnet. Wodurch ich
plötzlich einige tausend Euro innerhalb eines Monats zurückzahlen
durfte...
Also mit solchen Aussagen extrem aufpassen!
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