Momentan wird ja wieder eingestellt, wie dumm (weil es einen Stau gab im
letzten Jahr) und es werden auch wieder Elektroniker gesucht. Allesding
ist nichts im Bereich FPGA dabei.
Ein Personalvermittler, der auch temporäre Stellen mit Zeitarbeiter und
Freiberufler besetzt, hat das aufgegriffen und mir aufgezeigt, dass im
Moment fast nur noch FPGA-Jobs für Freiberufler existieren. Der Grund
ist, weil FPGA seit Jahren in den Personalabteilungen unterschätzt ist
und es kaum gut bezahlte Stellen gab, wodurch sich nur noch Freiberufler
finden, die das machen, weil man nur bereit ist, kurzfristig für
Freiberufler den Geldsack aufzumachen bereit ist. Ansonsten wird
ausgelagert, weil es keine Internen gibt, die das gut können, oder
bereit sind, zu machen. (Die Internen springen da rasch wieder ab, um
sich finanziell zu verbessern),
Also lautet das Fazit:
Wenn man momentan eine FPGA-Stelle haben will, muss man sich also
entweder selbständig machen oder eine der deutlich schlechter bezahlten
Stellen bei den Ingenieurdienstleistern ins Auge fassen.
Wie seht ihr das?
Das sieht durch den Nachwuchs aus Indien und China eh düster aus. Man
wird als Freier nicht mehr lang die hohen Preise halten können, denn
chinessche Externe machen es übers Netz gern für einen Bruchteil. Das
wissen viele Firmen anscheinend noch nicht, aber wenn sie es
herausbekommen, wird es bald nur noch die wenigen festen Entwickler und
Externe geben. Und letztere in China.
Pesto schrieb:> Wie seht ihr das?
Falsches Forum.
> Allesding ist nichts im Bereich FPGA dabei.
Dann geht einfach in die Hardware-Entwicklung. Da ist, sobald das Niveau
ein wenig steigt, sofort auch ein FPGA mit im Spiel.
Jemin Kamara schrieb:> denn chinessche Externe machen es übers Netz gern für einen Bruchteil.
Ja, klar. Kenne ich. Während der Entwicklung schreibt man dann dem
Chinesen die Spec, die man hinterher braucht, um das Zeug selber noch
einmal zu entwickeln...
>Ja, klar. Kenne ich. Während der Entwicklung schreibt man dann dem>Chinesen die Spec, die man hinterher braucht, um das Zeug selber noch>einmal zu entwickeln...
Tja, wenn man das weiss dann schaut man dem
Chinesen öfter mal auf den Code. Und nicht erst am Projektende.
Erleb ich auch hier in der Firma immer wieder.
Pesto schrieb:> Ein Personalvermittler, der auch temporäre Stellen mit Zeitarbeiter und> Freiberufler besetzt, hat das aufgegriffen und mir aufgezeigt,...
Entschuldigung, aber ich habe noch nie einen Personalvermittler
getroffen der vom Fach irgendwas verstanden hat. Für den ist FPGA nur
ein Buzzword. Welche Fähigkeiten jemand braucht um sich mal eben für den
Job erfolgreich in FPGA einarbeiten zu können weiß er nicht.
Es ist nun mal einfach so, dass FPGAs eine Sonderlösung für bestimmte
Anwendungen ist. Ein extra "FPGA-Entwickler" ist relativ unsinnig, da in
aller Regel nicht so viel Arbeit anfällt. Die verbleibende Arbeit kann
ein guter Elektrotechniker im Bereich Digitaltechnik oder ein guter
Informatiker auch machen.
Pesto schrieb:> Wenn man momentan eine FPGA-Stelle haben will, muss man sich also> entweder selbständig machen oder eine der deutlich schlechter bezahlten> Stellen bei den Ingenieurdienstleistern ins Auge fassen.
Reine FPGA-Stellen gibt es nicht mehr, das ist alles im Bereich
Hardwareentwicklung reingerutscht. Wahrscheinlich weil man erkannt hat
das es zwar C-Programmierer gibt aber keine VHDL-Programmierung. Mit
reinen Programmierkenntnissen kommt man nicht weit, man muß auch PCB und
Inbetriebnahme können.
FPGA-Entwicklung als Saisonauftrag sehe ich auch rückläufig.
FPGA-Spezies werden im Bereich Produktentwicklung gebraucht und diese
Abteilungen hat man inzwischen aufgebaut. Die gehen auch nicht so
schnell in Rente also hats auch keinen rechten Bedarf an Nachrückern.
Wenn man was in dem Bereich machen will dann mußman sich auf
FPGA-lastige Baugruppen auskennen,
bspw. Computertomographie. Der Zweig FPGA als Glue logic, also
Schnittstellenexpander für SPI, ATA, I2C etc ist inzwischen an die
Mikrocontroller wie ARM gegangen. Und bei DSP und Regeltechnik veruchen
sich die Systementwickler dank GUI-Generatoren u.ä. wie Simulink,
Labview und HDL-Designer an FPGA's ohne FPGA#s wirklich zu kenne.
Mein Fazit: Solange die heütigen FPGA-Entwickler um die 40 nicht in den
Ruhestand gehen ist die Nachfrage nach Nachrückern begrenzt.
MfG,
FPGA Entwickler in China... klar doch. Die Hardware mit dem System
rundrum steht bei mir im Office. Die Entwicklung geht dann ueber remote
Desktop. Und ich sitz dann gleich daneben, wenn's was zu rebooten gibt,
oder ein Scope abzulesen... das Ganze natuerlich zu meinen Buerozeiten.
Kopfschüttel...
@ Christian Berger (casandro)
>Es ist nun mal einfach so, dass FPGAs eine Sonderlösung für bestimmte>Anwendungen ist.
Soviel "Sonderlösung" wie jede Platine eine "Sonderlösung" ist.
> Ein extra "FPGA-Entwickler" ist relativ unsinnig, da in>aller Regel nicht so viel Arbeit anfällt.
Das stimmt so allgemein nicht. Es gibt genügend Firmen, die nicht nur
einen FPGA-Vollzeitentwickler beschäftigen. Und selbst kleinere.
> Die verbleibende Arbeit kann>ein guter Elektrotechniker im Bereich Digitaltechnik
Ja.
> oder ein guter Informatiker auch machen.
Jain. Die meisten haben nur ihre GUIs und Mathlab Codegeneratoren. Die
sind nicht wirklich FPGA Spezis. Aber auch dort gilt, dass Hardware
realtiv billig geworden ist und eine handoptimierte Lösung nicht mehr
zwingend nötig ist. Ist ein bisschen so wie ASM und C ;-)
@ Fpga Kuechle (fpgakuechle) Benutzerseite
>Mein Fazit: Solange die heütigen FPGA-Entwickler um die 40 nicht in den>Ruhestand gehen ist die Nachfrage nach Nachrückern begrenzt.
Kann sein, widerspricht aber ein wenig dem kontinuierlichen Fluß der
nachrückenden Studenten. Denn die beschäftigen sich jedes Jahr zu
tausenden mti VHDL und FPGAs, sieht man doch schon hier im Forum, wo
sich auch reine Hobbybastler damit beschäftigen. Da kann und will man
eigentlich nicht 10 Jahre lange VHDL-Kenntisse wegschmeißen bzw. die
Leute in andere Zweige abdrängen, umd dann plötzlich vor einem
hausgemachten "Fachkräftemangel" zu stehen.
Andererseits ist es schon paradox, das so eine recht neue,
leistungsfähige Technologie jetzt schon nur noch so wenig Nachfrage an
Experten generiert. Nach Fernost ist ja auch schon ne Menge ausgelagert.
Sind FPGAs die Textilindustrie des 21. Jahrhunderts?
Benötigt man denn heutzutage noch FPGAs?
Die Controller werden günstiger und schneller und sind dank freiem
GPIO-Mapping auch relativ einfach von einem Hersteller auf den anderen
portierbar, ARM lässt grüßen...
@ FPwas (Gast)
>Benötigt man denn heutzutage noch FPGAs?
Ja. Denn die Anforderungen an Datendurchsatz steigen. Und ASICs sind
teuer und lohnen sich erst bei hohen und sehr hohen Stückzahlen.
>Die Controller werden günstiger und schneller und sind dank freiem>GPIO-Mapping auch relativ einfach von einem Hersteller auf den anderen>portierbar, ARM lässt grüßen...
[ ] Du weißt, was ein FPGA im Vergleich zu einem Controller leisten
kann.
Die Art der Fragestellung lässt vermuten, dass du eher Jobs meinst, die
VHDL/Verilog als Schwerpunkt haben. Solche gibt es tatsächlich sehr
wenige. Da muss man sich schon breiter aufstellen. Ich habe Mitte 2014
als Absolvent einen solchen Job in BW gesucht - kann man komplett
vergessen. Ich bin deshalb gar bei zwei Dienstleistern vorstellig
geworden. Darunter auch Ferchau. Es wurde mir dort gesagt, dass die
Nachfrage nach FPGA Firmwareentwicklern stark rückgängig ist.
Schaltungsdesign und Layout hinsichtlich Spannungsversorgungen von FPGAs
und Ähnliches wird weiterhin gut gesucht, aber solche Kenntnisse erlangt
man nicht im Studium sondern dann als Entwicklungsingenieur im Job.
Reine "FPGA-Jobs" sind wirklich selten nach meinen Erfahrungen.
Ein FPGA alleine ist relativ sinnlos. Es ist immer mit was Anderem.
Etwas vom Komplexesten ist wahrscheinlich ein Grafikprozessor. Fuer die
macht man bestimmt ein FPGA bevor man einen ASIC macht. Sofern mann denn
ueberhaupt spater ein ASIC macht. Aber auch ein Grafikprozessor hat
etwas aussenrum, und das muss man auch koennen.
Also vergiss den FPGA job und mach das Andere. Das FPGA kommt immer
wieder vor, als Zusatz.
Christian Berger schrieb:> Entschuldigung, aber ich habe noch nie einen Personalvermittler> getroffen der vom Fach irgendwas verstanden hat. Für den ist FPGA nur> ein Buzzword. Welche Fähigkeiten jemand braucht um sich mal eben für den> Job erfolgreich in FPGA einarbeiten zu können weiß er nicht.
Meine Erfahrung mit Personalvermittlern ist zwar eng beschränkt, deckt
sich aber mit dieser Aussage zu 100% (nicht nur, das 'FPGA' angeht
sondern eben bzgl. aller Fachtermini).
Jetzt Nicht schrieb:> FPGA Entwickler in China... klar doch. Die Hardware mit dem System> rundrum steht bei mir im Office.
Du lässt ja auch nicht alles von denen machen, sondern nur die einzelnen
Teile!
Jemin Kamara schrieb:> Du lässt ja auch nicht alles von denen machen, sondern nur die einzelnen> Teile!
Dann wünsche ich viel Spass bei der detaillierten Spezifikation und den
Rückfragen dazu, inkl. folgenden Änderungen.
lustig schrieb:> 130 fpga jobs "bundesweit"...> ich hau mich weg...
Ich würde mich nicht an solchen Jobbörsen orientieren. Die meisten Jobs
werden nirgendwo ausgeschrieben, sondern intern besetzt. Nur rund 40%
der Stellen werden überhaupt ausgeschrieben und auch davon die wenigsten
bundesweit. Wenn, dann über Personalsucher.
FPGA ist so ein extremes Sonderthema im Ggs zur allgemeinen
Schaltungsentwicklung, oder PM / PL dass es mich wundert, dass es
überhaupt etwas zweistelliges zu finden gibt.
Ausserdem: Wie müssen ja auch noch den VDI-Faktor reinrechnen und dann
fehlen in Deutschland 130 x 7 = 1000 FPGA-Entwickler.
Von daher ist meine Überschrift sicher gerechnetfertigt :-)