Als allererstes musst Du Dich bei Messungen an Schaltnetzteilen (wie bei
allen steilflankigen Signalen) von dem Gedanken verabschieden, dass die
Kurven auf dem Oszilloskop den tatsächlichen Verlauf von Strömen und
Spannungen zeigen.
Das tun sie nicht.
Es sind Messungen und immer nur Annäherungen an die Realität. Wie nah
sie an der Realität sind, hängt vom Messequipment und vom Messaufbau
entscheidend ab.
Für genaue Messergebnisse ist der Einsatz der gewöhnlichen Masseklipse
an Tastköpfen nicht sinnvoll, die Masse muss wesentlich kürzer
angebunden werden. Vorne kurz hinter der Tastspitze siehst Du einen
Metallring, der ebenfalls Ground-Potential trägt. Dieser und das
Messsignal müssen so kurz wie möglich an die Schaltung angebunden
werden. Zum Beispiel kann man sich aus Silberdraht kleine Ösen oder auch
Bügel biegen, auf die man den Tastkopf an der Schaltung auflegen kann.
Das bringt dann schon ein ganz anderes Bild.
Aber auch das ist nicht die 100%ige Realität, sondern nur eine bessere
Annäherung.