Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Anstellung mit Behinderung


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von ....... (Gast)


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Hallo

mein Problem ist dass ich zwei Behinderungen habe und nach dem Studium 
es überhaupt nicht schaffe eine Anstellung zu finden. Ich habe schon 
viele Vorstellungsgespräche gehabt aber immer eine Absage bekommen. Ich 
dachte dass sei normal aber nach einiger Zeit bin ich doch drauf 
gekommen dass Leute mit Behinderung extrem diskriminiert werden. Jetzt 
nach fast 3 Jahren laden mich die Firmen auch nicht mehr wirklich ein, 
und vor allem weiß ich nicht mehr wo ich mich bewerben kann.

Ich vermute dass ich eine Umschulung machen muss aber überhaupt keine 
Idee habe in welche Richtung und vor allem ist das auch nicht die 
Garantie dass mich dann eine Firma nimmt.

Mich würde interessieren ob in eurer Firma jemand mit Behinderung 
arbeitet bzw. ob ihr eine Behinderung habt und es geschafft habt eine 
Anstellung zu bekommen.
Wie gehen eigentlich Vorgesetzte mit Bewerbern um die eine Behinderung 
haben.


MfG

von genervt (Gast)


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Die Sache mit dem ÖD sollte bekannt sein.

von Quesk (Gast)


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Es ist erst Mittwoch, demnach kann man dein Post ernst nehmen.

Vielleicht hilft es, wenn du die Art deiner Behinderungen sagst, damit 
man sich ein Bild machen kann, inwiefern diese dich vielleicht in der 
Ausübung deiner möglichen Arbeit "behindern".

Ich habe selbst eine Behinderung (deshalb schreibe ich als Gast, ich 
brauche keine Hyänen die das später hier breit treten) und hatte bislang 
nie Probleme eine Stelle zu finden. Allerdings stellt es sich sicher so 
dar, dass man mit Behinderung immer Besser sein muss als andere. Das ist 
nun mal so und kann man keiner Arbeitgeberin krumm nehmen.

von Gerald M. (gerald_m17)


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Ich kenne einen mit nur 1,5 Armen, der hat überhaupt keine Probleme und 
es wird regelmäßig versucht ihn abzuwerben, da er mit seiner "Fußmaus" 
genau so gut/schnell arbeitet wie mit 2 Händen, aber eben etwas für die 
Behindertenquote der (meist großen) Firmen bringt.
Um welche Behinderung handelt es sich bei dir denn?

von Michael .. (thing)


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Sind die Behinderungen so offensichtlich, dass man die nicht verbergen
kann? Ich hab auch eine, die mir aber höchstens nutzlose 30% einbringen
würde. Bemerkt hat die nie jemand und so hab ich mich eben durchs
Arbeitsleben gemogelt. Mit bekannter Behinderung wird es sehr schwierig.
Ein Verwandter hat mit 80% (auch nichts offensichtliches) zwar noch ne
Lehre und später dann noch Lagerjobs gemacht, aber ohne Vitamin B hätte
das wahrscheinlich nie geklappt. Leider hat der Betrieb Pleite gemacht
und da die Behinderung bekannt war, war nichts mehr wieder zu finden.
Heute bezieht er Erwerbsminderungsrente knapp über Hartz 4-Niveau.

Hier in meiner Gegend gibts eine soziale Einrichtung wo nur Behinderte
in sogenannten Behindertenwerkstätten beschäftigt werden. Hängt
wahrscheinlich vom Behindertengrad ab. Jedenfalls werden zu dieser
Einrichtung ganze Heerscharen transportiert mit enormen logistischen
Aufwand. Solche Einrichtungen beschäftigen auch Leute ohne Behinderung,
die aber entsprechend geschult für diese Klientel sind.

: Bearbeitet durch User
von Alex (Gast)


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Moin,

Bei uns war ein Langzeitarbeitsloser Bewerber als Elektroniker dem eine 
Hand gefehlt hat. Laut Bewerbung kommt er damit aber gut klar und ist 
beim Löten o.ä. fast so schnell wie jemand mit beiden Händen.
Da wir insbesondere einen mit Hirn suchen hätte ich die fehlende Hand 
vielleicht verkraftet und ihm eine Chance gegeben aber leider war mein 
Vorgesetzter dagegen. Der wurde leider nicht mal zum 
Vorstellungsgespräch eingeladen... schade hätte mich interessiert.
Insbesondere wegen der Langzeitarbeitslosigkeit durch die Behinderung 
wäre der sicherlich hochmotiviert gewesen wenn wir ihm die Chance 
gegeben hätten...

MfG Alex

von nochn Gast (Gast)


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Bedank dich beim Gleichstellungsgesetz. Klingt blöd, ist aber so, 
zumindest im ÖD.

Bei jedem Stapel Bewerbungen hast du ein paar dazwischen die 
Schwerbehindert reinschreiben. Egal wie gering die Qualifikation ist, 
wenn sie auch nur ansatzweise passen hast du die im Gespräch sitzen weil 
die Chefs tierisch Angst davor haben verklagt zu werden. Das geht soweit 
dass die Bewerbungen explizit auf Hinweise auf eine Behinderung 
durchsucht wurden.
"Nicht eingeladen mit Behinderung" wurde da sofort als "nicht eingeladen 
wegen Behinderung" interpretiert, und wenn man den Hinweis irgendwo 
hübsch verklausuliert untergebracht hat gab das einen Hebel um zu 
klagen. Zack, 3 Monatgehälter zu zahlen wegen Diskriminierung. Und das 
nur weil man z.B. im Lebenslauf bei den 3 Monaten ReHa in den 1990er 
Jahren nicht hellhörig wurde.
Mittlerweile gibt es auch gegenteilige Entscheidungen aber das muss sich 
erstmal rumsprechen.


Der Teil mit den hohen Kosten ist auch nicht sooo weit hergeholt. Für 
den Arbeitgeber ist das zum Teil kostenneutral weil Schwerbehinderte 
gefördert werden und es Zuschüsse für Spezialausstattung gibt. Die 
Arbeit damit hat man dann aber trotzdem. Extra Beschaffung, extra 
Einrichtung, ggf. kann der Arbeitsplatz dann nichtmal unmittelbar von 
anderen Leuten benutzt werden wenn z.B. Spezialstühle oder besondere 
Eingabegeräte zum Einsatz kommen.
Solang das Arbeitsergebnis passt ist das ja auch noch ok.
Wenn ich dann aber noch jemanden brauche der die Arbeit die der 
Behinderte nicht machen kann mit macht, wird das Konzept doch ad 
absurdum geführt.

Auf IT bezogen heißt das: Ein körperlich Behinderter kann bei 
entsprechender Qualifikation ganz sicher am Schreibtisch sitzen und 
Hotline machen oder Programmieren. Aber der Rollifahrer wird eben 
Probleme haben in den Büros unter den Tischen ein Dutzend Rechner 
durchzutauschen oder in der Druckerei die Maschinen zu warten.


Wer keine offensichtlichen massiven Einschränkungen hat sollte die 
Behinderung meines Erachtens zumindest bei Bewerbungen im ÖD gar nicht 
erwähnen. Damit erspart man sich erst mal den Makel des "wir müssen ihn 
ja einladen".
Den Schein beizulegen bedeutet faktisch sich formell als minderwertig zu 
erklären. Wer gleichwertig arbeiten kann braucht den nicht.
Kleine Einschränkungen kann man im Gespräch ohnehin viel besser klären. 
Das bedeutet aber auch dass man aufgrund irgendeiner Art von 
Qualifikation dort hin gekommen ist.
Dann benutzt der Schwerhörige halt ein Hörgerät und der mit 
Bewegungseinschränkung im Arm einen Trackball statt der Maus.
Meine Brille wird ja auch nicht als Behinderung angesehen - zumindest 
solange ich nicht versuche Pilot zu werden.

von Mark B. (markbrandis)


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....... schrieb:

> nach fast 3 Jahren
>
> Ich vermute dass ich eine Umschulung machen muss

Die Bundesagentur für Arbeit soll dem Ganzen drei Jahre lang tatenlos 
zugesehen haben? Wer's glaubt.

: Bearbeitet durch User
von ich (Gast)


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fake oder nicht,

unsere "leistungsgesellschaft"
ist bis in die haarspitzen assozial
und was menschlichkeit angeht aber
sowas von unterbelichtet.

du magst trotz der behinderung sehr gut
auf deinem gebiet sein.
die geben dir kaum chanchen.

menschen werden ausgeschlossen und versorgt im sinne
von man lässt sie ernährungstechnisch nicht verhungern.

chanchen gibt ihnen unsere gesellschaft definitiv sehr wenige.
wir lügen uns in punkto sozialstaat extrem was vor.

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