Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik USB-Oszilloskop --> welche Möglichkeiten mit eigener Software?


von Stefan G. (grossst)


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Hallo an alle,
ich muss für eine Arbeit einen schnellen AD-Wandler nutzen können. 
Interssant sind da ja die USB-Oszilloskope (super breitbandig und 
günstig). Jetzt ist die Frage wie einfach bzw. wie umfangreich kann ich 
für solche Oszilloskope eigene Software schreiben (am besten C unter 
Linux oder Matlab)?

Ziel wäre den Trigger einstellen oder vom PC aus direkt zu starten, dann 
die Daten eines einzelnen Schusses direkt in den Rechner übertragen und 
dann mit Matlab oder eben mit C etwas schreiben um diesen Signalverlauf 
zu bewerten.

Hat da jemand Erfahrung (geht oder geht nicht)? Mein Favorit wären die 
Oszilloskope von Pico. (mindestens 100 MHz Bandbreite und ausreichend 
gute Samplingrate)

Wäre super wenn mir da jemand eine kurze Aussage geben könnte. Ich bin 
bei der Ideensuche für meine Abschlussarbeit.

Vielen Dank schonmal.

von Udo S. (urschmitt)


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Hast du mal gesucht, ob das Protokoll irgendwo dokumentiert ist?
Ansonsten ist es u.U. eine eigene Abschlussarbeit das Protokoll 
herauszubekommen.
Ansonsten, du wirst vom PC aus Dinge wie den Trigger einstellen können, 
aber nie direkt auslösen, da das Protokoll nicht echtzeitfähig ist. Du 
wirst immer unbekannte und sich ändernde Latenzzeiten zwischen deinem PC 
Programm und der tatsächlichen Aktion in dem Gerät haben.

von Guest (Gast)


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sigrok

von Christian B. (casandro)


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Vergiss das ganze Zeug das sich als "USB-Oszilloskop" ausgibt. Was Du 
wahrscheinlich haben willst ist ein SDR. Bei manchen kannst Du über 
IQ-Eingänge direkt Signale einspeisen.
Damit kannst Du dann wirklich was Anderes machen.

Diese "USB-Oszilloskope" kleben immer noch an der Idee, dass Rechner 
viel zu langsam seien um die Daten direkt zu verarbeiten. Die haben dann 
einen A/D-Wander und eine Triggerschaltung und schreiben die Werte in 
ein schnelles RAM. Danach werden die dann schön gemächlich ausgelesen. 
Mit so was kann man nichts anderes bauen als ein Oszilloskop. Schade 
eigentlich.

von Guest (Gast)


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Christian Berger schrieb:
> Diese "USB-Oszilloskope" kleben immer noch an der Idee, dass Rechner
> viel zu langsam seien um die Daten direkt zu verarbeiten. Die haben dann
> einen A/D-Wander und eine Triggerschaltung und schreiben die Werte in
> ein schnelles RAM. Danach werden die dann schön gemächlich ausgelesen.
> Mit so was kann man nichts anderes bauen als ein Oszilloskop. Schade
> eigentlich.

Zurecht. USB IST einfach zu langsam. Vielleicht ist USB3 von den 
Datenraten her schnell genug, aber die Latenzen sind unberechenbar und 
nicht zu ertragen. Selbst die Saleae Logic Analyzer, die relativ wenig 
Daten direkt ins USB pumpen kommen öfter mal ins Stocken.
Die einzige Möglichkeit die Daten sicher und berechenbar direkt in den 
PC zu pumpen ist ein PCIe Interface und dann DMA auf dem RAM. Solche 
Geräte gibt es natürlich zu kaufen, viele gute Oszis funktionieren 
intern genau so, aber das ganze ist natürlich entsprechend teuer.

von Stefan G. (grossst)


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Ich will einen einzigen Impuls der eventuell alle 5 Sekunden auftritt 
und ein paar Mikrosekunden dauert analysieren.

Keine dauerhaften Signale, nur einen einzelnen transienten Vorgang der 
sich nach längeren Pausen wiederholt.

Von daher ist Oszilloskop vom Prinzip schon richtig, SDR kann ich da 
nicht gebrauchen.

von Stefan G. (grossst)


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Wenn ein USB-Oszilloskop einen externen Trigger hat kann ich auf diese 
Art ja auslösen. Da kann man sich etwas bauen wo das übernimmt.

von Hans M. (Gast)


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Hi,
hab hier n USBee RX rum liegen.
Dafür gibt es die benötigten DLL's und Beschreibung der API.
Sollte es auch für die kleineren Varianten geben.

Hans

von Bernd D. (Firma: ☣ ⍵ ☣) (bernd_d56) Benutzerseite


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Für das Visascope ist auch die API mit Beispielen offen gelefgt.
http://www.eit.hs-karlsruhe.de/visascope/

von Christian B. (casandro)


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Guest schrieb:
> Zurecht. USB IST einfach zu langsam. Vielleicht ist USB3 von den
> Datenraten her schnell genug, aber die Latenzen sind unberechenbar und
> nicht zu ertragen.

Ja absolut, aber eigentlich ist das für viele Sachen irrelevant. Willst 
Du zum Beispiel nur ein Oszilloskop mit "unendlichen" Speicher haben, so 
kannst Du einfach die Daten komplett einlesen. Die Latenz ist dabei 
egal, so lange der Durchsatz reicht. Irgendwann kommen die Daten schon 
an.

Ich würde für solche Sachen übrigens Ethernet nehmen. Das wurde darauf 
optimiert, dass es funktioniert, und man kann sehr einfach verteilte 
Systeme bauen.

von Christian B. (casandro)


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Stefan Groß schrieb:
> Ich will einen einzigen Impuls der eventuell alle 5 Sekunden auftritt
> und ein paar Mikrosekunden dauert analysieren.

OK, dann gibts da viele Möglichkeiten. Im Prinzip könntest Du sogar die 
Kurve vom Bildschirm ablesen.

Sinnvoll wäre da wahrscheinlich dieses Teil
http://www.reichelt.de/RED-PITAYA/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=146150&artnr=RED+PITAYA&SEARCH=open+source+oszilloskop

Oder auch so ziemlich jedes Digitaloszi mit serieller oder 
IEEE-irgendwas Schnittstelle.

von Stefan G. (grossst)


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Christian Berger schrieb:

> Sinnvoll wäre da wahrscheinlich dieses Teil
> 
http://www.reichelt.de/RED-PITAYA/3/index.html?&ACTION=3&LA=446&ARTICLE=146150&artnr=RED+PITAYA&SEARCH=open+source+oszilloskop


Das Teil sieht schonmal sehr vielversprechend aus :-)

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