Hallo Gemeinde, Rechtzeitig vor Karfreitag (...) ist in der Abteilung eine Diskussion entbrannt, wie man die Garzeit eines Schweinebraten theoretisch bestimmen könnte. Der Ansatz: Bei bekannter Geometrie, Wärmeleitwert und Wärmekapazität sollte es möglich sein, die Temperaturantwort im Kern des Schweinebraten auf eine Temperaturänderung außerhalb (z.B. Sprung von Raumtemperatur auf 200 °C) zu errechnen. Die einfachste denkbare Geometrie ist eine Kugel, weitere wären Würfel oder gar Quader. Als Material wäre zunächst Wasser anzunehmen. Wie geht die Rechnung weiter? Wie kann man die Geometrie passend in eine Formel umsetzen?
Schweinebraten zu Karfreitag geht gar nicht! Welche Konsistenz hat der Schweinebraten, Fett und Wasseranteil, Rollbraten, ... ?
Eddy Current schrieb: > Die einfachste denkbare Geometrie ist eine Kugel, weitere wären Würfel > oder gar Quader. Etwa so? http://img.posterlounge.de/images/wbig/michaela-heimlich-kugeltier-schwein-187646.jpg MfG Paul
Da gibt es eine Formel für. Ich habe aber keine Ahnung, wer die mal gemacht hat. Ich glaube das war auch ein Beitrag auf N24, bei der ein amerikanischer Physiker den Versuch durchgeführt hat.
IncreasingVoltage .. schrieb: > Ich glaube das war auch ein Beitrag auf N24, bei der ein > amerikanischer Physiker den Versuch durchgeführt hat. Das läßt sich dann aber nicht so einfach auf EU-Norm-Schweinefleisch übertragen. Und wieder anders verhält sich das bei Fleisch von einer Öko-Sau.
Michael Bauer schrieb: > Das läßt sich dann aber nicht so einfach auf EU-Norm-Schweinefleisch > übertragen. Klar, in Amiland hamse Zoll-Schweine.
Eddy Current schrieb: > z.B. Sprung von Raumtemperatur > auf 200 °C) zu errechnen. ... > Als Material wäre zunächst Wasser anzunehmen. Was fällt Dir hierbei auf? Die Simulation dürfte ergeben, dass Dein Schwein bei 200°C das 20fache Volumen einnimmt.
Michael Bauer schrieb: > Das läßt sich dann aber nicht so einfach auf EU-Norm-Schweinefleisch > übertragen. Und wieder anders verhält sich das bei Fleisch von einer > Öko-Sau. Da ändert man ein paar Variablen um die Gartemperatur im Inneren des Tieres zu erreichen und fertig. Ist zwar wohl ne menge Try&Error aber irgendwann hat man es raus.
>Die Simulation dürfte ergeben, dass Dein Schwein bei 200°C das 20fache >Volumen einnimmt Hättest du dafür einen Rechenweg? Der Übergang flüssig-dampfförmig dürfte einen Volumenzuwachs deutlich über Faktor 20 haben. 20fache Ausdehnung bei thermischer Expansion von flüssigem Wasser halte ich für übertrieben.
IncreasingVoltage .. schrieb: > Da gibt es eine Formel für. Ich habe aber keine Ahnung, wer die mal > gemacht hat. Ich glaube das war auch ein Beitrag auf N24, bei der ein > amerikanischer Physiker den Versuch durchgeführt hat. Mir ist eine Gänsebratenformel von eine österreichischen Physiker namens Werner Gruber bekannt. Zu finden auf YouTube. Grüße Richard
Kann man den Schweinebraten als Körper mit isotropem, konstanten, homogenen Wärmeleitkoeffizient modulieren, der in seinem Innersten einfach über eine bestimmte Zeit mindestens eine bestimmte Temperatur haben muss und gleichzeitig eine bestimmte Temperatur nirgendwo länger als eine gewisse Zeit überschreiten darf? Dann ist es eine relativ einfache Übungungsaufgabe, 3. Semester, partielle Differentialgleichungen. Das sollte einfach mit Matlab oder sogar Excel simulierbar sein.
Ich würde über meinen Lieblingsansatz gehen: zellulare Automaten. In diesem Fall natürlich in 3D. Wenn die Energieübertragung von einer Zelle zu den Nachbarzellen erst mal korrekt modelliert ist, und das auch noch für unterschiedliche Materialen, dann bleibt eigentlich nur noch der aufwendigste Teil übrig: die Verifikation der Ergebnisse. :-)
ich mach braten generell nur Niedertemperatur, dann ist es egal, wenn es mal 1 Stunden länger oder kürzer dauert... und wenns (viel) zu schnell/langsam geht, kann man zwischendurch nachjustieren.. (ein Hauptproblem bei der Brechung ist übrigens das Wasser im Braten, welches beim Übergang von Flüssig nach Gasförmig (extrem) viel Wärme aufnimmt) nennt sich Umgangssprachlich "Plateau-Phase"
Robert L. schrieb: > (ein Hauptproblem bei der Brechung ist übrigens das Wasser im Braten, > welches beim Übergang von Flüssig nach Gasförmig (extrem) viel Wärme > aufnimmt) nennt sich Umgangssprachlich "Plateau-Phase" Solcherlei Effekte würde ich auch als grösste Schwierigkeit betrachten. Denn wie gesagt, in einem homogenen, isotropen, konstanten Körper ist die Berechnung der Wärmeleitung wirklich keine Sache. Für die Kugel kriegt man das sogar noch analytisch hin, abgebrühte Kampfrechner sogar für den Quader.
Uhu Uhuhu schrieb: > Klar, in Amiland hamse Zoll-Schweine. Die haben wir hier auch. Man muss nur mal was teures in China bestellen... ;-)
Es geht doch nichts über Erfahrung :-), schon nach ein paar Jahren schlägt man jedes Modell :-) Problem ist nur, wenn der biologische DRAM zu selten aufgefrischt wird, dann gibts Rückschläge. Ich habe übrigens das Gefühl, dass sich meine persönliche notendige Refreshzeit verkürzt hat. Ob das nun ein echtes Speicherproblem ist oder was mit der Relativität der Zeit zu tun hat weiss ich nicht. Befürchte aber ersteres.
Eddy Current schrieb: > Der Ansatz: Bei bekannter Geometrie, Wärmeleitwert und Wärmekapazität > sollte es möglich sein, die Temperaturantwort im Kern des Schweinebraten > auf eine Temperaturänderung außerhalb (z.B. Sprung von Raumtemperatur > auf 200 °C) zu errechnen. Dazu wäre Dr. Werner Gruber (Science Busters) der beste Ansprechpartner!
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.