The Art of Electronics oder Tietze Schenk?

Gast #4087313
Lesenswert?

Hallo,

vor ewiger Zeit hab ich E-Technik studiert (FH), bin aber dann ganz zur 
Software abgewandert. Jetzt habe ich mir (wieder einmal) vorgenommen 
meine Elektronikkentnisse zu reaktivieren und zwar mit The Art of 
Electronics. Wollte von vorne bis hinten durch die 3. Auflage durch, mit 
der Hoffnung das ich dann auch wieder Lust kriege den Lötkolben zu 
schwingen (bin eine Art Leseratte, aber ansonsten etwas faul).

Jetzt hab ich aber in einem Thread hier gelesen, das The Art of 
Electronics eher mit dem Nührmann zu vergleichen wäre, und wenn man 
wirklich in die Tiefe will wär Tietze Schenk besser. Soll ich AoE 
erstmal liegen lassen und mir den neuesten Tietze Schenk holen?

Noch was: Bei dem verrückten Australier war wegen der 3. Auflage von AoE 
in der letzten Woche ein unglaublicher Hype im Forum. In anderen 
englischsprachigen Foren aber so gut wie gar nix. Kann man daraus 
folgern, das Horowitz Hill die Idole von den Bastlern sind, aber die 
Leute die wirklich Ahnung haben bevorzugen andere Autoren (welche?)
Persönliche Seite #4087317
Lesenswert?

T/S ist eher theoretischer Natur, AoE 3rd Edition liegt gerade bei mir 
und ist eher praktischer Natur mit vielen nützlichen Beispielschaltungen 
und Betrachtungen, die im T/S gar nicht angesprochen werden. Sowas wie 
z.B. Eingangsschutzschaltungen, diverse Vergleiche von diskret / 
semi-integriert und integriert aufgebauten Schaltungen etc.

Am besten beides. Wenn nur eines, dann eher AoE.
Gast #4087419
Lesenswert?

Ich habe beide Bücher (vom T&S allerdings die 10. Ausgabe, dürfte rund 
20 Jahre alt sein).

Ist, wie so vieles, Geschmacksache, aber persönlich liegt mir AoE mehr.

Ich habe bei beiden das Kapitel über Bipolartransistoren durchgearbeitet 
und finde AoE deutlich verständlicher geschrieben. Da wird eher 
praxisorientiert mit Faustregeln gearbeitet, während man im T&S mit 
Formeln nur so zugeballert wird.

Zum Vergleich: Alleine in diesem Kapitel findet man im T&S 52 Formeln 
(und das sind nur die Endergebnisse, wenn man die Zwischenschritte 
mitzählt, sind es weit über 200). In AoE sind es gerade mal 16.

Weiterhin enthält AoE massenhaft konkrete Schaltungsbeispiele und 
-varianten. Beim T&S ist es eher so, dass lediglich wenige 
Grundschaltungen vorgestellt und dann bis zur Erschöpfung mathematisch 
durchgeackert werden.
Gast #4087422
Lesenswert?

Rueful Renegade schrieb:
> Bei dem verrückten Australier war wegen der 3. Auflage von AoE
> in der letzten Woche ein unglaublicher Hype im Forum.

Die ham halt sonst nix in Australien und Umgebung. Nur den Kreischer und 
das Dschungelcamp.

hinz schrieb:
> Marian B. schrieb:
>> Am besten beides.
>
> Und dann muss es auch keine aktuelle Auflage des T/S sein.

Genau, die 2nd Edition des AoE als pdf tut's auch.

Gedruckt gibt es sie für ca. 25€ plus 3€ Versand in der International 
Edition direkt aus Indien. Is halt dann Softcover. Und auch völig legal 
(nur falls da einer das Fracksausen kriegen sollte...).

Bernd schrieb:
> Da wird eher
> praxisorientiert mit Faustregeln gearbeitet

Nührmann, ick hör Dir trappsen ;-)
Gast #4087530
Lesenswert?

Den Tietze Schenk hab ich im Studium mal angefasst. Sicher toll wenn man 
was spezifisches genau wissen will und dabei direkt mitrechnet..
aber um sich nen überblick über Themen zu verschaffen o.ä. wohl eher nur 
für masochisten geeignet. viel zu trocken und theoretisch, imho.
#4087532
Lesenswert?

Rueful Renegade schrieb:
> Hallo,
>
> vor ewiger Zeit hab ich E-Technik studiert
...
> der Hoffnung das ich dann auch wieder Lust kriege den Lötkolben zu
> schwingen

Dann sicher eher H&H.
Ich habe vor zwei Tagen den H&H bekommen und nur mal kurz in einem 
vergleichbarem Bereich gelesen. Für mich ist der T&S sicher 
interessanter, aber da du das studiert hast und nur wieder in die 
Schaltungstechnik einsteigen willst, ist sicher der H&H völlig 
ausreichend für dich.
Gast #4087541
Lesenswert?

AoE ist ein Lehrbuch, TS eher ein Nachschlagewerk.
Die ersten Kapitel über Halbleiter / Transistorem im TS sind nur was für 
theoretische Elektrotechniker.
Die Kapitel über Filter  Messverstärker  OP-Schaltungen sind dafür 
wieder sehr gut.
AoE ist durchweg ein gutes Buch.
Wer es sich leisten kann sollte beide im Regal stehen haben.
#4087594
Lesenswert?

Ich habe hier noch die 2 Auflage vom TS, das war gegen 1970 die die 
wesentliche Quelle um Analogtechnik zu erlernen. Die 
physikalisch-theoretischen Grundlagen habe ich dabei einfach beseite 
gelassen, da sie mich fürs praktische Schaltungsdesign nicht 
interessierten. Alles in Allem war das das für mich die Bibel der 
Schaltungstechnik.
Gast #4087710
Lesenswert?

Besten Dank an alle für die Antworten. Ich denk ich sollte mir 
tatsächlich beide reinziehn. Das heisst, ich les jetzt erst mal in aller 
Ruhe AoE, ohne das ich da Angst haben muss das ich mir mas falsches 
anlese. Und wenn ich irgendwann mit AoE durch bin (das wird wohl ein 
paar Stunden dauern....) und dann noch Spaß dran habe, dann besorg ich 
mir noch den Tietze Schenk.
#4088467
Lesenswert?

Bernd schrieb:

> Weiterhin enthält AoE massenhaft konkrete Schaltungsbeispiele und
> -varianten. Beim T&S ist es eher so, dass lediglich wenige
> Grundschaltungen vorgestellt und dann bis zur Erschöpfung mathematisch
> durchgeackert werden.

Ich habe mich damals um den TS herumgedrückt, weil das Buch so teuer war 
und von den vielen Seiten nur einige wenige für den Kurs hilfreich 
waren.

Na ja, den AoE kannte ich da noch nicht und den habe ich mir dann 
gekauft, weil er auch locker geschrieben ist. Besonders toll finde ich 
die "bad circuit ideas" - aus Fehlern lernt man und gerade bei 
Schaltungen dürfte sich oft Denkfehler einschleichen.  Leider bin ich 
aber nur bei sehr wenigen Schaltungen dahintergekommen WAS daran falsch 
ist. Ein AoE mit Lösungsbuch - das wäre für mich das Ideal.
Gast #4088506
Lesenswert?

J. Ad. schrieb:
> Besonders toll finde ich
> die "bad circuit ideas" - aus Fehlern lernt man und gerade bei
> Schaltungen dürfte sich oft Denkfehler einschleichen.

Die sind in der dritten Ausgabe leider auch rausgeflogen.
Stattdessen kommt jetzt am Ende jedes Kapitels nochmal eine kurze 
Zusammenfassung des jeweiligen Inhalts.
Gast #4089597
Lesenswert?

Ein Problem bei dem neuen AoE ist, daß einige Kapitel weggefallen sind. 
Andere Abschnitte (die besten?) wurden in einen Ergänzungsband 
ausgelagert, den man dann dazu kaufen darf. In der Rezension hier ist 
das ganze beschrieben:
1
www.wisewarthog.com/electronics/horowitz-hill-the-art-of-electronics-3rd-edition.html

Lustigerweise steht das mit den fehlenden Kapiteln ganz am Schluss. Erst 
mal werden die beiden Helden gefeiert, weil sie nach 25 Jahren wieder 
ein Buch abgeliefert haben.
Gast #4090049
Lesenswert?

Wolfgang Erbes schrieb:
> TS ist "Bett-Lektüre" ... zum Einschlafen - eine halbe Seite und die
> Äuglein fallen zu ...

Aber doch eher bei Leuten die schon den Mathe-Unterricht verschlafen 
haben.

Das ist dann ein erlernter Schutzreflex: Wenn man eine mathematische 
Formel sieht, klappen die Augenlider nach unten.
#4090174
Lesenswert?

dunno.. schrieb:
> Den Tietze Schenk hab ich im Studium mal angefasst. Sicher toll wenn man
> was spezifisches genau wissen will und dabei direkt mitrechnet..
> aber um sich nen überblick über Themen zu verschaffen o.ä. wohl eher nur
> für masochisten geeignet. viel zu trocken und theoretisch, imho.

Quatsch, TS liest sich ganz einfach da gibt es weit aus theorischere 
Buecher.

http://www.amazon.de/Hochfrequenztechnik-Hochfrequenzfilter-Leitungen-Antennen-Springer-Lehrbuch/dp/354066405X

https://books.google.de/books?id=QS0eBgAAQBAJ&pg=PR18&lpg=PR18&dq=hochfrequenztechnik+zinke+brunswig+teil+2&source=bl&ots=fMAkitpHHm&sig=R9X1iBdafnOLgb_hE3jBAvEo0x4&hl=de&sa=X&ei=YugrVbigBpD7arHhgfgK&ved=0CE0Q6AEwBw#v=onepage&q=hochfrequenztechnik%20zinke%20brunswig%20teil%202&f=false

Da gegen sind die Formeln im TS eher Faustformeln....
Gast #4090198
Lesenswert?

#4090436
Lesenswert?

interessierter schrieb:
> OldMan schrieb:
>> Das Buch gibt es offiziell hier zum Download:
>> http://iate.oac.uncor.edu/~manuel/libros/ElectroMa...
> Leider ist der Download mittendrin abgebrochen. Scheinbar zu viele
> Anfragen der User an den Server. Das Dokument ist nicht verfügbar...
> Kennt jemand noch eine Downloadquelle?

Bei mir gings vor 20 Minuten noch ohne Probleme, alle 1000 Seiten.

Vielleicht später noch mal probieren.
Gast #4091273
Lesenswert?

Toxic schrieb:
> Wie so vieles : alles in Englisch abgehalten....

Was willst du machen, das ist nun mal die Sprache des weißen Mannes! Die 
Alternative ist zu warten bis hier irgendein Verleger den Finger aus dem 
Pöter kriegt und das Zeug übersetzen lässt. Bei AoE hat das 7 Jahre 
gedauert.
Gast #4091622
Lesenswert?

David P. schrieb:
> DL4BM schrieb:
>> Also von der Seite habe ich den Zinke-Brunswig noch gar nicht betrachtet
>> :-)
>
> Der Zinke-Brunswig ist echt zum einschlafen.
> Für Hochfrequenz empfehle ich persönlich "Microwave Engineering" von
> David Pozar.

Und auf Deutsch?
Gast #4091703
Lesenswert?

Finde den ts viel besser als aoe.
Bei ts sind alle Formeln drin die wichtig sind fürs Studium und 
hoffentlich auch danach.
Wenn man besondere chip hat dann gibt es app notes und datasheets.
Wäre froh gewesen wen ich ts schon als schueler gehabt hatte und nicht 
erst im 8semester wo ich mich durch halbleiter und messtechnik und 
werkstoffe gequält habe ohne ts. Besser als manches script das mir unter 
gekommen ist.
Wenn ich nur was praktisches ohne formeln will dann gibt es kosmos 
kasten mit bunten bildern hab ich bekommen als ich 12war war super.
Oder301 schaltungen oder auch sehr gut die deutsche Seite
http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/1305191.htm
Auch sehr g gute praktische Beispiele mit how Not to do.
Sogar mit Erklärung warum es nicht gut ist.
#4091732
Lesenswert?

OldMan schrieb:
> Das Buch gibt es offiziell hier zum Download:
> http://iate.oac.uncor.edu/~manuel/libros/ElectroMa...

LOL, ja sicher doch, offizielle Raubkopie der Second Edition, offiziell 
eingescannt und im persönlichen Webspace von ~manuel offiziell 
publiziert. Klar doch.

Dieses PDF geistert übrigens noch an anderer Stelle im Netz herum Wenn 
man genau hinschaut fehlt Kapitel 1, im Inhaltsverzeichnis klafft eine 
seltsamne Lücke, die Seitennummern sind nicht konsistent.

Wer unbedingt eine Schwarzkopie haben will sollte nach der Version 
Ausschau halten die 115MB gross und nochmal in ein .tgz verpackt ist. 
Die scheint vollständig zu sein, hat ein funktionierendes 
Inhaltsverzeichnis und ist Volltext-durchsuchbar.
Gast #4092079
Lesenswert?

Fassungslos schrieb:
> Bei dem Overkill an Formeln und Theorie? Im Ernst?

Das sind halt die krassen Theoretiker. Noch nie eine Schaltung 
entwickelt, aber schon jede Formel auswendiggelernt.
Nichts gegen Theorie, ich will auch immer wissen, wie alles im Detail 
funktioniert. Aber jede Kleinigkeit mit Formeln zu beschreiben ergibt 
eben in der Praxis kaum Sinn, da wird viel mit Faustformeln gerechnet.
Versteht mich nicht falsch, beim Schaltungsdesign ist die Mathematik 
sehr wichtig, und es kommen auch hier und da komplexere Formeln zur 
Anwendung, aber der Großteil der Mathematik aus dem TS ist doch absolut 
hupe und nur für reinrassige Theoretiker interessant...

Ist doch genauso wie im Studium, erstes Semester:
Es gab die Leute, die einfach jede Formeln aufgesogen haben, sich die 
dicksten Formelsammlungen geschrieben haben und trotzdem schlechte Noten 
geschrieben haben. Und dann gabs noch die, die einfach ein Verständis 
für die Themen entwickelt haben und sich alles benötigte irgendwie her- 
und abgeleitet haben - da gabs dann auch gute Zensuren ;)
Gast #4092092
Lesenswert?

So lala schrieb:
> Das sind halt die krassen Theoretiker. Noch nie eine Schaltung
> entwickelt, aber schon jede Formel auswendiggelernt.

Wie entwickelst Du Schaltungen?

Ich lese durchaus im Tietze-Schenk das Prinzip der zugrundeliegenden 
Schaltung durch. Anschließend folgt in PSpice ein erster Entwurf mit den 
in Datenblättern aufgeführten typischen Daten. Durch die Angaben des T+Z 
weiß ich, welche 'Stellschrauben' was bewirken und kann damit das 
Verhalten der Schaltung in die gewünschte Richtung beeinflußen. Gut, die 
enthaltenen Formeln benutzen ich dafür nicht alle, aber fürs qualitative 
Verständnis ist der T+Z schon gut.
Gast #4092103
Lesenswert?

Matthias schrieb:
> aber fürs qualitative
> Verständnis ist der T+Z schon gut

Das mag in einigen Fällen sehr wohl stimmen, aber in vielen Formeln wird 
von Bauteil-Parametern ausgegangen, die so in der Praxis gar nicht 
eingehalten werden können. Somit rechnet man häufig Toleranzen oder 
Werte sehr genau aus, geht in der weiteren Entwicklung davon aus, dass 
das so passt, bis man dann irgendwann auf den Boden der Tatsachen 
zurückgeholt wird und feststellt, dass die Bauteile bestimmt Parameter 
gar nicht so exakt einhalten.
Das ist sicherlich ein Fehler, der einem erfahrenen Entwickler nicht 
mehr unterlaufen wird, wenn er mit dem TS arbeitet, aber gerade für 
Studenten und junge Entwickler sehe ich da persönlich eine große 
Fehlerquelle.
Wenn ich bedenke, was ich schon von (durchaus sehr guten) Absolventen 
gehört habe, wenn sie frisch in unsere Abteilung kamen...
#4092312
Lesenswert?

mahwe schrieb:

> Wenn ich nur was praktisches ohne formeln will dann gibt es kosmos
> kasten mit bunten bildern hab ich bekommen als ich 12war war super.

Ich hatte den Philips-Kasten. War aber ein Reinfall, da ich keinerlei 
Messgeräte hatte.

Es gab dann den Jean Pütz "Einführung in die Elektronik" als tolles 
Einführungsbuch in die Grundlagen. Aus dem Buch habe ich "verstanden" 
wieso ein Transitor funktioniert.
#4092859
Lesenswert?

Muss sagen die Erklärung mit Strom als Waser im Kosmoskasten und 
Transistor als Flussbett mit neben Flussbett hat mir sehr geholfen sich 
den Bipolartransistor vorzustellen,zumindest am ersten Tag Halbleiter.
Dann kammen die Theorien;-).
Also zu hause hinsetzen nen paar Mosfets und transistoren und ops ins 
nirvana jagen und dann versteht man auch die Theorie.
Aber die Praxis darf heute an der Uni nicht mehr unterrichtet werden, 
das würde es ja zu einfach machen;-), man ist ja nicht an der FH (Nicht 
meine Meinung).
#4092863
Lesenswert?

König Ludwig II schrieb:
> David P. schrieb:
>> DL4BM schrieb:
>>> Also von der Seite habe ich den Zinke-Brunswig noch gar nicht betrachtet
>>> :-)
>>
>> Der Zinke-Brunswig ist echt zum einschlafen.
>> Für Hochfrequenz empfehle ich persönlich "Microwave Engineering" von
>> David Pozar.
>
> Und auf Deutsch?

Auf Deutsch empfehle ich dann "English für Dummies", dann klappts auch 
mit dem "Microwave Engineering" ;)
Angehängte Dateien:
Gast #4093608
Lesenswert?

J. Ad. schrieb:
> Es gab dann den Jean Pütz "Einführung in die Elektronik" als tolles
> Einführungsbuch in die Grundlagen. Aus dem Buch habe ich "verstanden"
> wieso ein Transitor funktioniert.
Zu der Zeit war ich viel zu faul zum Lesen. Allerdings gab es zum Glück 
für mich auch die Fernsehserie "Einführung in die Elektronik" von und 
mit Jean Pütz. An dieser Stelle habe ich gelernt, wie ein Transistor 
funktioniert (ich war Grundschüler damals).
Gast #4093723
Lesenswert?

mse2 schrieb:
> J. Ad. schrieb:
>> Es gab dann den Jean Pütz "Einführung in die Elektronik" als tolles
>> Einführungsbuch in die Grundlagen. Aus dem Buch habe ich "verstanden"
>> wieso ein Transitor funktioniert.
> Zu der Zeit war ich viel zu faul zum Lesen. Allerdings gab es zum Glück
> für mich auch die Fernsehserie "Einführung in die Elektronik" von und
> mit Jean Pütz. An dieser Stelle habe ich gelernt, wie ein Transistor
> funktioniert (ich war Grundschüler damals).

Damals war bei mir 1976 und ich war 4 Jahre alt und ich musste meine 
Fleischmann-Eisenbahn zum Laufen bekommen, weil Papa sich gerade mit der 
Verwandtschaft unterhielt. Da war der Funke zur E-Technik 
übergesprungen.

Ein Kosmoskasten folgte dem nächsten.

Hmm, da hat Jean Pütz wahrscheinlich noch am Schneuzer gearbeitet und 
Feuchtigkeitscremes für seine erste Frau gmixt.

Nee, ett jab füa mich als Rheinländer 50km von Kölle nix Bässeres als 
die beiden Wolfgänge:

den dünnen Wolfgang (Back) und den dicken Wolfgang (Rudolph)...

... heute sind beide dick ;-)
... und ich mag CC2 noch immer.
#4707830
Lesenswert?

Ich habe beide Bücher und beide haben ihre Berechtigung.

Als ich den TS anfing zu lesen, das Kapitel Dioden, wusste ich danach, 
dass ich bisher noch gar keine Ahnung von Dioden hatte.
AoE dagegen verfolgt ein ganz anderes Ziel. Aber allein die Sprache. Es 
ist nicht so verkrampft wie es oft in deutschen Büchern ist.
Wer schon mal die man pages von Linux gelesen hat, der weiß dass ganz 
normale Menschen schreiben.
Ich habe schon Bücher gehabt, gerade über Elektronik, da glaube ich, die 
hören sich nur gerne selbst reden.
TS ist aber auch da anders, weil man an die Themen zwar langatmig, aber 
absolut verständlich ran geführt wird.
Ich persönlich brauch die Mathematik da nicht so, weil es nur mein Hobby 
ist und ich nur die eigentlichen Sachverhalte lernen und verstehen will.

Irgendeins der beiden Bücher vergleichen zu wollen, ist für mich nicht 
nachvollziehbar. Bin froh, dass hier einige mir auch noch den AoE 
empfohlen haben. Den TS hatte ich da schon. Aber ich muss sagen, beide 
habe ich auch nur in Teilen gelesen. Ob ich die überhaupt mal ganz lese? 
Vielleicht als Rentner.:-)
Gast #4707845
Lesenswert?

Inkognito schrieb:
> Hab gestern meinen TS hervor gekramt, um was nachzuschlagen.
> Stand aber nichts dazu drin. Hab dann im Web was gefunden.

Was hast du gesucht? Das Rezept für Erbspüree?

Mal im Ernst. Glaubst du wirklich, es gibt irgend ein Buch, wo alle 
Themen der Elektronik ausführlich abgehandelt werden?
#4708089
Lesenswert?

Mir hat AoE nicht gut gefallen.
Es fehlen oft wichtige Erklärungen zu den Schaltungen und sie scheinen 
auch nicht wirklich praxistauglich zu sein.
Z.B. zu dem 30V/2,5A Laboratory bench supply wird nicht erklärt, wie die 
Stromregelung funktioniert. Sie geht auf einen ominösen 6.Pin eines 
spezial-OPV HA2645.
Außerdem fehlt jedwede Frequenzkompensation, dafür ist ein riesen 1000µF 
Elko am Ausgang. Dessen Ladung reicht dicke, um einer 
Experimentierschaltung im Fehlerfall der Garaus zu machen.
Wie die Schaltung im Einschalt-/Ausschaltmonent oder im Fehlerfall 
(Ausfall der -15V) reagiert, wäre auch wichtig. Und bei einem Ausfall 
der 40V/3A dürfte die GS-Strecke der FETs durchschlagen.
Gast #4708169
Lesenswert?

Oder Internet?

Warum sich die Meinung einiger Autoren kaufen
die eh nur anderswo abpinnen.

In der Schule mag das sinnvoll sein, weil dann alle den
gleichen Wissensstand haben und der Lehrer nicht ins
Schwimmen kommt.

LG
old.
#4708387
Lesenswert?

OXI T. schrieb:
> Oder Internet?

Im Internet gibt es leider viele unsinnige Schaltungen.
Und gerade Anfängern gelingt es mit geradezu traumwandlerischer 
Sicherheit auch die absolut schlechteste daraus auszusuchen.

Früher wurden kommerziellen Geräten die Schaltpläne und 
Einmeßanleitungen oft mit beigelegt. Oder die Schaltpläne wurden in 
technischen Zeitschriften veröffentlicht.
Daraus konnt man sehr gut lernen und hatte sogar was funktionierendes.
#4708397
Lesenswert?

Peter D. schrieb:
> Früher wurden kommerziellen Geräten die Schaltpläne und
> Einmeßanleitungen oft mit beigelegt. Oder die Schaltpläne wurden in
> technischen Zeitschriften veröffentlicht.
> Daraus konnt man sehr gut lernen und hatte sogar was funktionierendes.

Das stimmt Peter, geht aber heute nicht mehr bei ASIC,FPGA und uC.
HP schrieb immer einen Roman in der Serviceunterlagen wie es 
funktioniert.

Bei Lustelektronik von Grundig gab es die Grundig TI. Da wuerde auch die 
eigenen Schaltungen bis zum letzten Widerstand zerpflueckt.
Gast #4708441
Lesenswert?

Peter D. schrieb:
> Im Internet gibt es leider viele unsinnige Schaltungen.

In Fachbüchern genau so. Auch in Geräteschaltbildern
gibt es das bishin zu echten Fehlern.

Im Netz gibt es (manchmal) eine Kommentarfunktion.
Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber einem Buch.

Helmut L. schrieb:
> Da wuerde auch die
> eigenen Schaltungen bis zum letzten Widerstand zerpflueckt.

Und später dann die grünen Zettel mit den Modifikationsanweisungen.
Finde ich aber ganz in Ordnung.
Im Internet geht das Updaten halt bequemer.

LG
old.
#5651039
Lesenswert?

Mein Senf schrieb:
> AoE war mir zu schlampig und die Qualität der Erklärungen ziemlich
> beliebig.
> Ich konnte damit nichts anfangen.
> Pfuscherlektüre!

Diese Aussage ist nichtssagend ohne Erwähnung Deiner Vorkenntnisse.

Wer mit geringen Vorkenntnissen wie ich startet, fängt lieber mit 
Horowitz/Hill an.

Mit Tietze/Schenk anzufangen ist so, also ob man den Stoff von Analysis 
1 mittels Banach-Räumen erklärt.

Für Mehrbegabte und Fortgeschrittene ist das zwar sehr schön, aber für 
den Anfänger didaktisch wenig sinnvoll.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren