Hallo,
vor ewiger Zeit hab ich E-Technik studiert (FH), bin aber dann ganz zur
Software abgewandert. Jetzt habe ich mir (wieder einmal) vorgenommen
meine Elektronikkentnisse zu reaktivieren und zwar mit The Art of
Electronics. Wollte von vorne bis hinten durch die 3. Auflage durch, mit
der Hoffnung das ich dann auch wieder Lust kriege den Lötkolben zu
schwingen (bin eine Art Leseratte, aber ansonsten etwas faul).
Jetzt hab ich aber in einem Thread hier gelesen, das The Art of
Electronics eher mit dem Nührmann zu vergleichen wäre, und wenn man
wirklich in die Tiefe will wär Tietze Schenk besser. Soll ich AoE
erstmal liegen lassen und mir den neuesten Tietze Schenk holen?
Noch was: Bei dem verrückten Australier war wegen der 3. Auflage von AoE
in der letzten Woche ein unglaublicher Hype im Forum. In anderen
englischsprachigen Foren aber so gut wie gar nix. Kann man daraus
folgern, das Horowitz Hill die Idole von den Bastlern sind, aber die
Leute die wirklich Ahnung haben bevorzugen andere Autoren (welche?)
T/S ist eher theoretischer Natur, AoE 3rd Edition liegt gerade bei mir
und ist eher praktischer Natur mit vielen nützlichen Beispielschaltungen
und Betrachtungen, die im T/S gar nicht angesprochen werden. Sowas wie
z.B. Eingangsschutzschaltungen, diverse Vergleiche von diskret /
semi-integriert und integriert aufgebauten Schaltungen etc.
Am besten beides. Wenn nur eines, dann eher AoE.
Ich habe beide Bücher (vom T&S allerdings die 10. Ausgabe, dürfte rund
20 Jahre alt sein).
Ist, wie so vieles, Geschmacksache, aber persönlich liegt mir AoE mehr.
Ich habe bei beiden das Kapitel über Bipolartransistoren durchgearbeitet
und finde AoE deutlich verständlicher geschrieben. Da wird eher
praxisorientiert mit Faustregeln gearbeitet, während man im T&S mit
Formeln nur so zugeballert wird.
Zum Vergleich: Alleine in diesem Kapitel findet man im T&S 52 Formeln
(und das sind nur die Endergebnisse, wenn man die Zwischenschritte
mitzählt, sind es weit über 200). In AoE sind es gerade mal 16.
Weiterhin enthält AoE massenhaft konkrete Schaltungsbeispiele und
-varianten. Beim T&S ist es eher so, dass lediglich wenige
Grundschaltungen vorgestellt und dann bis zur Erschöpfung mathematisch
durchgeackert werden.
Rueful Renegade schrieb:> Bei dem verrückten Australier war wegen der 3. Auflage von AoE> in der letzten Woche ein unglaublicher Hype im Forum.
Die ham halt sonst nix in Australien und Umgebung. Nur den Kreischer und
das Dschungelcamp.
hinz schrieb:> Marian B. schrieb:>> Am besten beides.>> Und dann muss es auch keine aktuelle Auflage des T/S sein.
Genau, die 2nd Edition des AoE als pdf tut's auch.
Gedruckt gibt es sie für ca. 25€ plus 3€ Versand in der International
Edition direkt aus Indien. Is halt dann Softcover. Und auch völig legal
(nur falls da einer das Fracksausen kriegen sollte...).
Bernd schrieb:> Da wird eher> praxisorientiert mit Faustregeln gearbeitet
Nührmann, ick hör Dir trappsen ;-)
Den Tietze Schenk hab ich im Studium mal angefasst. Sicher toll wenn man
was spezifisches genau wissen will und dabei direkt mitrechnet..
aber um sich nen überblick über Themen zu verschaffen o.ä. wohl eher nur
für masochisten geeignet. viel zu trocken und theoretisch, imho.
Rueful Renegade schrieb:> Hallo,>> vor ewiger Zeit hab ich E-Technik studiert
...
> der Hoffnung das ich dann auch wieder Lust kriege den Lötkolben zu> schwingen
Dann sicher eher H&H.
Ich habe vor zwei Tagen den H&H bekommen und nur mal kurz in einem
vergleichbarem Bereich gelesen. Für mich ist der T&S sicher
interessanter, aber da du das studiert hast und nur wieder in die
Schaltungstechnik einsteigen willst, ist sicher der H&H völlig
ausreichend für dich.
AoE ist ein Lehrbuch, TS eher ein Nachschlagewerk.
Die ersten Kapitel über Halbleiter / Transistorem im TS sind nur was für
theoretische Elektrotechniker.
Die Kapitel über Filter Messverstärker OP-Schaltungen sind dafür
wieder sehr gut.
AoE ist durchweg ein gutes Buch.
Wer es sich leisten kann sollte beide im Regal stehen haben.
Thomas schrieb:> Die ersten Kapitel über Halbleiter / Transistorem im TS sind nur was für> theoretische Elektrotechniker.
Sehe ich anders. Seit ich da alles über Dioden gelesen habe, habe ich
ein deutlich besseres Verständnis über Dioden und ihre Funktion gerade
in SNT's und Auf- und Abwärtsreglern.
Ich habe hier noch die 2 Auflage vom TS, das war gegen 1970 die die
wesentliche Quelle um Analogtechnik zu erlernen. Die
physikalisch-theoretischen Grundlagen habe ich dabei einfach beseite
gelassen, da sie mich fürs praktische Schaltungsdesign nicht
interessierten. Alles in Allem war das das für mich die Bibel der
Schaltungstechnik.
Besten Dank an alle für die Antworten. Ich denk ich sollte mir
tatsächlich beide reinziehn. Das heisst, ich les jetzt erst mal in aller
Ruhe AoE, ohne das ich da Angst haben muss das ich mir mas falsches
anlese. Und wenn ich irgendwann mit AoE durch bin (das wird wohl ein
paar Stunden dauern....) und dann noch Spaß dran habe, dann besorg ich
mir noch den Tietze Schenk.
Bernd schrieb:> Weiterhin enthält AoE massenhaft konkrete Schaltungsbeispiele und> -varianten. Beim T&S ist es eher so, dass lediglich wenige> Grundschaltungen vorgestellt und dann bis zur Erschöpfung mathematisch> durchgeackert werden.
Ich habe mich damals um den TS herumgedrückt, weil das Buch so teuer war
und von den vielen Seiten nur einige wenige für den Kurs hilfreich
waren.
Na ja, den AoE kannte ich da noch nicht und den habe ich mir dann
gekauft, weil er auch locker geschrieben ist. Besonders toll finde ich
die "bad circuit ideas" - aus Fehlern lernt man und gerade bei
Schaltungen dürfte sich oft Denkfehler einschleichen. Leider bin ich
aber nur bei sehr wenigen Schaltungen dahintergekommen WAS daran falsch
ist. Ein AoE mit Lösungsbuch - das wäre für mich das Ideal.
Thomas schrieb:> Wer es sich leisten kann sollte beide im Regal stehen haben.
Stimmt, jemand der ein Bücherregal mit Platz für beide hat, ist damit
sicher gut beraten.
J. Ad. schrieb:> Besonders toll finde ich> die "bad circuit ideas" - aus Fehlern lernt man und gerade bei> Schaltungen dürfte sich oft Denkfehler einschleichen.
Die sind in der dritten Ausgabe leider auch rausgeflogen.
Stattdessen kommt jetzt am Ende jedes Kapitels nochmal eine kurze
Zusammenfassung des jeweiligen Inhalts.
Bernd schrieb:> Die sind in der dritten Ausgabe leider auch rausgeflogen.
Laut Vorwort sollen die auf der Website von dem Buch erscheinen. Tun sie
auch irgendwie, aber leider ziemlich dürftig:
http://artofelectronics.net/bad-circuits/
A. K. schrieb:> Manchmal kann die Entscheidung ganz einfach sein: Der TS stand in der> Schulbibliothek, AoE nicht.
Was war das denn für Schule? Ich bin mir ziemlich sicher, das ich als
Schüler beim Anblick der ganzen Formeln das Gruseln gekriegt hätte.
Fernseher schrieb:>> Manchmal kann die Entscheidung ganz einfach sein: Der TS stand in der>> Schulbibliothek, AoE nicht.>> Was war das denn für Schule?
Modellschule nannte sich das wohl. Brandneu und sehr gut ausgestattet.
Ein Problem bei dem neuen AoE ist, daß einige Kapitel weggefallen sind.
Andere Abschnitte (die besten?) wurden in einen Ergänzungsband
ausgelagert, den man dann dazu kaufen darf. In der Rezension hier ist
das ganze beschrieben:
Lustigerweise steht das mit den fehlenden Kapiteln ganz am Schluss. Erst
mal werden die beiden Helden gefeiert, weil sie nach 25 Jahren wieder
ein Buch abgeliefert haben.
Wolfgang Erbes schrieb:> TS ist "Bett-Lektüre" ... zum Einschlafen - eine halbe Seite und> die> Äuglein fallen zu ...
Das kann ich (ohne das Werk als Nachschlagewerk schlechtmachen zu
wollen) bestätigen. :)
Wolfgang Erbes schrieb:> TS ist "Bett-Lektüre" ... zum Einschlafen - eine halbe Seite und die> Äuglein fallen zu ...
Aber doch eher bei Leuten die schon den Mathe-Unterricht verschlafen
haben.
Das ist dann ein erlernter Schutzreflex: Wenn man eine mathematische
Formel sieht, klappen die Augenlider nach unten.
DL4BM schrieb:> Also von der Seite habe ich den Zinke-Brunswig noch gar nicht betrachtet
Der Informationsgehalt ist auch bei frontaler Ansicht höher als bei
Betrachtung von der Seite.
Flücht
MfG Paul
OldMan schrieb:> Das Buch gibt es offiziell hier zum Download:> http://iate.oac.uncor.edu/~manuel/libros/ElectroMa...
Danke für den Hinweis. Ich habe da noch die erste Auflage im Regal
stehen und es ist schön, hier nun auch einen elektronisches update zu
haben.
Master of Desaster schrieb:> Da muss sich ja in den letzten 20 Jahren viel geändert haben wenn> der TS> hier als theorielastik mit (zu) vielen Formeln beschrieben wird.
Nun ja, wer heute nämlich mit "h" schreibt gilt ja auch nicht mehr als
dämlich, sondern kriegt schon ein paar Punkte, weil er wenigstens den
Stift richtig zum gehalten hat.
OldMan schrieb:
> Das Buch gibt es offiziell hier zum Download:> http://iate.oac.uncor.edu/~manuel/libros/ElectroMa...
Leider ist der Download mittendrin abgebrochen. Scheinbar zu viele
Anfragen der User an den Server. Das Dokument ist nicht verfügbar...
Kennt jemand noch eine Downloadquelle?
interessierter schrieb:> OldMan schrieb:>> Das Buch gibt es offiziell hier zum Download:>> http://iate.oac.uncor.edu/~manuel/libros/ElectroMa...> Leider ist der Download mittendrin abgebrochen. Scheinbar zu viele> Anfragen der User an den Server. Das Dokument ist nicht verfügbar...> Kennt jemand noch eine Downloadquelle?
Bei mir gings vor 20 Minuten noch ohne Probleme, alle 1000 Seiten.
Vielleicht später noch mal probieren.
DL4BM schrieb:> Also von der Seite habe ich den Zinke-Brunswig noch gar nicht betrachtet> :-)
Der Zinke-Brunswig ist echt zum einschlafen.
Für Hochfrequenz empfehle ich persönlich "Microwave Engineering" von
David Pozar.
David P. schrieb:> Der Zinke-Brunswig ist echt zum einschlafen.
Sage ich doch, dagegen ist der TS richtig spannend. Da kommt immer die
Frage auf: bekommt der Strom doch noch ein Chance und beginnt zu
fliessen....
Psychologe schrieb:> Aber doch eher bei Leuten die schon den Mathe-Unterricht verschlafen> haben.>> Das ist dann ein erlernter Schutzreflex: Wenn man eine mathematische> Formel sieht, klappen die Augenlider nach unten.
Genau.
Die Formeln werden ja nicht interessanter, je öfter man sie sieht.
Toxic schrieb:> Wie so vieles : alles in Englisch abgehalten....
Was willst du machen, das ist nun mal die Sprache des weißen Mannes! Die
Alternative ist zu warten bis hier irgendein Verleger den Finger aus dem
Pöter kriegt und das Zeug übersetzen lässt. Bei AoE hat das 7 Jahre
gedauert.
EGSler schrieb:> OldMan schrieb:>> Das Buch gibt es offiziell hier zum Download:>>> http://iate.oac.uncor.edu/~manuel/libros/ElectroMa...>> Das beginnt aber direkt mit Chapter 2, irgendwie werden die Seiten vom> ersten Kapitel da automatisch übersprungen oO
Ja, stelle ich auch grad fest. Danke für den Hinweis!
David P. schrieb:> DL4BM schrieb:>> Also von der Seite habe ich den Zinke-Brunswig noch gar nicht betrachtet>> :-)>> Der Zinke-Brunswig ist echt zum einschlafen.> Für Hochfrequenz empfehle ich persönlich "Microwave Engineering" von> David Pozar.
Und auf Deutsch?
J. Ad. schrieb:> Super Link. Danke!
Du solltest diesem Herrn danken - nicht mir ;-)
"Copyright (C) 2000-2014, Tony R. Kuphaldt" plus Kollegen
Der Aufwand der in diesen PDF's steckt ist enorm und dass das Ganze auch
noch Freeware ist,ist fast nicht zu glauben....
Finde den ts viel besser als aoe.
Bei ts sind alle Formeln drin die wichtig sind fürs Studium und
hoffentlich auch danach.
Wenn man besondere chip hat dann gibt es app notes und datasheets.
Wäre froh gewesen wen ich ts schon als schueler gehabt hatte und nicht
erst im 8semester wo ich mich durch halbleiter und messtechnik und
werkstoffe gequält habe ohne ts. Besser als manches script das mir unter
gekommen ist.
Wenn ich nur was praktisches ohne formeln will dann gibt es kosmos
kasten mit bunten bildern hab ich bekommen als ich 12war war super.
Oder301 schaltungen oder auch sehr gut die deutsche Seite
http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/1305191.htm
Auch sehr g gute praktische Beispiele mit how Not to do.
Sogar mit Erklärung warum es nicht gut ist.
OldMan schrieb:> Das Buch gibt es offiziell hier zum Download:> http://iate.oac.uncor.edu/~manuel/libros/ElectroMa...
LOL, ja sicher doch, offizielle Raubkopie der Second Edition, offiziell
eingescannt und im persönlichen Webspace von ~manuel offiziell
publiziert. Klar doch.
Dieses PDF geistert übrigens noch an anderer Stelle im Netz herum Wenn
man genau hinschaut fehlt Kapitel 1, im Inhaltsverzeichnis klafft eine
seltsamne Lücke, die Seitennummern sind nicht konsistent.
Wer unbedingt eine Schwarzkopie haben will sollte nach der Version
Ausschau halten die 115MB gross und nochmal in ein .tgz verpackt ist.
Die scheint vollständig zu sein, hat ein funktionierendes
Inhaltsverzeichnis und ist Volltext-durchsuchbar.
Fassungslos schrieb:> Bei dem Overkill an Formeln und Theorie? Im Ernst?
Das sind halt die krassen Theoretiker. Noch nie eine Schaltung
entwickelt, aber schon jede Formel auswendiggelernt.
Nichts gegen Theorie, ich will auch immer wissen, wie alles im Detail
funktioniert. Aber jede Kleinigkeit mit Formeln zu beschreiben ergibt
eben in der Praxis kaum Sinn, da wird viel mit Faustformeln gerechnet.
Versteht mich nicht falsch, beim Schaltungsdesign ist die Mathematik
sehr wichtig, und es kommen auch hier und da komplexere Formeln zur
Anwendung, aber der Großteil der Mathematik aus dem TS ist doch absolut
hupe und nur für reinrassige Theoretiker interessant...
Ist doch genauso wie im Studium, erstes Semester:
Es gab die Leute, die einfach jede Formeln aufgesogen haben, sich die
dicksten Formelsammlungen geschrieben haben und trotzdem schlechte Noten
geschrieben haben. Und dann gabs noch die, die einfach ein Verständis
für die Themen entwickelt haben und sich alles benötigte irgendwie her-
und abgeleitet haben - da gabs dann auch gute Zensuren ;)
So lala schrieb:> Das sind halt die krassen Theoretiker. Noch nie eine Schaltung> entwickelt, aber schon jede Formel auswendiggelernt.
Wie entwickelst Du Schaltungen?
Ich lese durchaus im Tietze-Schenk das Prinzip der zugrundeliegenden
Schaltung durch. Anschließend folgt in PSpice ein erster Entwurf mit den
in Datenblättern aufgeführten typischen Daten. Durch die Angaben des T+Z
weiß ich, welche 'Stellschrauben' was bewirken und kann damit das
Verhalten der Schaltung in die gewünschte Richtung beeinflußen. Gut, die
enthaltenen Formeln benutzen ich dafür nicht alle, aber fürs qualitative
Verständnis ist der T+Z schon gut.
Matthias schrieb:> aber fürs qualitative> Verständnis ist der T+Z schon gut
Das mag in einigen Fällen sehr wohl stimmen, aber in vielen Formeln wird
von Bauteil-Parametern ausgegangen, die so in der Praxis gar nicht
eingehalten werden können. Somit rechnet man häufig Toleranzen oder
Werte sehr genau aus, geht in der weiteren Entwicklung davon aus, dass
das so passt, bis man dann irgendwann auf den Boden der Tatsachen
zurückgeholt wird und feststellt, dass die Bauteile bestimmt Parameter
gar nicht so exakt einhalten.
Das ist sicherlich ein Fehler, der einem erfahrenen Entwickler nicht
mehr unterlaufen wird, wenn er mit dem TS arbeitet, aber gerade für
Studenten und junge Entwickler sehe ich da persönlich eine große
Fehlerquelle.
Wenn ich bedenke, was ich schon von (durchaus sehr guten) Absolventen
gehört habe, wenn sie frisch in unsere Abteilung kamen...
Matthias schrieb:> Gut, die> enthaltenen Formeln benutzen ich dafür nicht alle, aber fürs qualitative> Verständnis ist der T+Z schon gut.
T+Z?
T+S: ausführlich, aber zu theoretisch. Geht schneller und einfacher,
wenn auf das Nötigste reduziert.
mahwe schrieb:> Wenn ich nur was praktisches ohne formeln will dann gibt es kosmos> kasten mit bunten bildern hab ich bekommen als ich 12war war super.
Ich hatte den Philips-Kasten. War aber ein Reinfall, da ich keinerlei
Messgeräte hatte.
Es gab dann den Jean Pütz "Einführung in die Elektronik" als tolles
Einführungsbuch in die Grundlagen. Aus dem Buch habe ich "verstanden"
wieso ein Transitor funktioniert.
Muss sagen die Erklärung mit Strom als Waser im Kosmoskasten und
Transistor als Flussbett mit neben Flussbett hat mir sehr geholfen sich
den Bipolartransistor vorzustellen,zumindest am ersten Tag Halbleiter.
Dann kammen die Theorien;-).
Also zu hause hinsetzen nen paar Mosfets und transistoren und ops ins
nirvana jagen und dann versteht man auch die Theorie.
Aber die Praxis darf heute an der Uni nicht mehr unterrichtet werden,
das würde es ja zu einfach machen;-), man ist ja nicht an der FH (Nicht
meine Meinung).
Marc Ebmeyer schrieb:> Aber die Praxis darf heute an der Uni nicht mehr unterrichtet werden,
Das hat eher was mit den hohen Kosten eines Laborpraktikums zu tun
(Material, Tutoren). Daher gibt es meist ein Pflichtlabor in
MINT-Studiengängen, ob es früher mehr gab, vermag ich nicht zu
beurteilen.
König Ludwig II schrieb:> David P. schrieb:>> DL4BM schrieb:>>> Also von der Seite habe ich den Zinke-Brunswig noch gar nicht betrachtet>>> :-)>>>> Der Zinke-Brunswig ist echt zum einschlafen.>> Für Hochfrequenz empfehle ich persönlich "Microwave Engineering" von>> David Pozar.>> Und auf Deutsch?
Auf Deutsch empfehle ich dann "English für Dummies", dann klappts auch
mit dem "Microwave Engineering" ;)
David P. schrieb:> Auf Deutsch empfehle ich dann "English für Dummies", dann klappts auch> mit dem "Microwave Engineering" ;)
Gibt's nicht vielleicht auch gleich 'HF-Technik für Dummies' oder
'Elektronik für Dummies' (auf Deutsch natürlich)?
;)
J. Ad. schrieb:> Es gab dann den Jean Pütz "Einführung in die Elektronik" als tolles> Einführungsbuch in die Grundlagen. Aus dem Buch habe ich "verstanden"> wieso ein Transitor funktioniert.
Zu der Zeit war ich viel zu faul zum Lesen. Allerdings gab es zum Glück
für mich auch die Fernsehserie "Einführung in die Elektronik" von und
mit Jean Pütz. An dieser Stelle habe ich gelernt, wie ein Transistor
funktioniert (ich war Grundschüler damals).
mse2 schrieb:> An dieser Stelle habe ich gelernt, wie ein Transistor> funktioniert (ich war Grundschüler damals).
Da darfst du heute aber keinen Grundschueler mehr mit kommen.....
Helmut Lenzen schrieb:> mse2 schrieb:>> An dieser Stelle habe ich gelernt, wie ein Transistor>> funktioniert (ich war Grundschüler damals).>> Da darfst du heute aber keinen Grundschueler mehr mit kommen.....
Doch, darfst Du: wenn's dafür ne APP für das Smartphone des
Grundschülers gibt .-)
mse2 schrieb:> J. Ad. schrieb:>> Es gab dann den Jean Pütz "Einführung in die Elektronik" als tolles>> Einführungsbuch in die Grundlagen. Aus dem Buch habe ich "verstanden">> wieso ein Transitor funktioniert.> Zu der Zeit war ich viel zu faul zum Lesen. Allerdings gab es zum Glück> für mich auch die Fernsehserie "Einführung in die Elektronik" von und> mit Jean Pütz. An dieser Stelle habe ich gelernt, wie ein Transistor> funktioniert (ich war Grundschüler damals).
Damals war bei mir 1976 und ich war 4 Jahre alt und ich musste meine
Fleischmann-Eisenbahn zum Laufen bekommen, weil Papa sich gerade mit der
Verwandtschaft unterhielt. Da war der Funke zur E-Technik
übergesprungen.
Ein Kosmoskasten folgte dem nächsten.
Hmm, da hat Jean Pütz wahrscheinlich noch am Schneuzer gearbeitet und
Feuchtigkeitscremes für seine erste Frau gmixt.
Nee, ett jab füa mich als Rheinländer 50km von Kölle nix Bässeres als
die beiden Wolfgänge:
den dünnen Wolfgang (Back) und den dicken Wolfgang (Rudolph)...
... heute sind beide dick ;-)
... und ich mag CC2 noch immer.
Freddy schrieb:> @Quadrathype:>> Wo gibt es den AoE als Softcover?
Ich habe diese spezielle Asien-Version der 2nd edition damals über
Abebooks gekauft.
Hallo,
da ich nicht extra einen neuen Thread aufmachen will, hänge ich meinen
Beitrag an diesen über einen Jahr alten Thread an (der Titel passt).
Auf heise developer gibt es vom 15.08.2016 einen kurzen Vergleich
von "Tietze und Schenk" mit "Art of Electronics".
http://www.heise.de/developer/artikel/Halbleiter-Schaltungstechnik-3291472.html
Ich habe beide Bücher und beide haben ihre Berechtigung.
Als ich den TS anfing zu lesen, das Kapitel Dioden, wusste ich danach,
dass ich bisher noch gar keine Ahnung von Dioden hatte.
AoE dagegen verfolgt ein ganz anderes Ziel. Aber allein die Sprache. Es
ist nicht so verkrampft wie es oft in deutschen Büchern ist.
Wer schon mal die man pages von Linux gelesen hat, der weiß dass ganz
normale Menschen schreiben.
Ich habe schon Bücher gehabt, gerade über Elektronik, da glaube ich, die
hören sich nur gerne selbst reden.
TS ist aber auch da anders, weil man an die Themen zwar langatmig, aber
absolut verständlich ran geführt wird.
Ich persönlich brauch die Mathematik da nicht so, weil es nur mein Hobby
ist und ich nur die eigentlichen Sachverhalte lernen und verstehen will.
Irgendeins der beiden Bücher vergleichen zu wollen, ist für mich nicht
nachvollziehbar. Bin froh, dass hier einige mir auch noch den AoE
empfohlen haben. Den TS hatte ich da schon. Aber ich muss sagen, beide
habe ich auch nur in Teilen gelesen. Ob ich die überhaupt mal ganz lese?
Vielleicht als Rentner.:-)
Inkognito schrieb:> Hab gestern meinen TS hervor gekramt, um was nachzuschlagen.> Stand aber nichts dazu drin. Hab dann im Web was gefunden.
Was hast du gesucht? Das Rezept für Erbspüree?
Mal im Ernst. Glaubst du wirklich, es gibt irgend ein Buch, wo alle
Themen der Elektronik ausführlich abgehandelt werden?
T & S in der 2.Auflage war mein Lehrmeister in analoger
Schaltungstechnik.
Ein qualitativ recht hochwertiges Werk, das ich von vorn bis hinten
durchgeackert habe, ohne auf irgendwelche erwähnenswerten Fehler oder
Ungereimtheiten zu stoßen.
Mir hat AoE nicht gut gefallen.
Es fehlen oft wichtige Erklärungen zu den Schaltungen und sie scheinen
auch nicht wirklich praxistauglich zu sein.
Z.B. zu dem 30V/2,5A Laboratory bench supply wird nicht erklärt, wie die
Stromregelung funktioniert. Sie geht auf einen ominösen 6.Pin eines
spezial-OPV HA2645.
Außerdem fehlt jedwede Frequenzkompensation, dafür ist ein riesen 1000µF
Elko am Ausgang. Dessen Ladung reicht dicke, um einer
Experimentierschaltung im Fehlerfall der Garaus zu machen.
Wie die Schaltung im Einschalt-/Ausschaltmonent oder im Fehlerfall
(Ausfall der -15V) reagiert, wäre auch wichtig. Und bei einem Ausfall
der 40V/3A dürfte die GS-Strecke der FETs durchschlagen.
Oder Internet?
Warum sich die Meinung einiger Autoren kaufen
die eh nur anderswo abpinnen.
In der Schule mag das sinnvoll sein, weil dann alle den
gleichen Wissensstand haben und der Lehrer nicht ins
Schwimmen kommt.
LG
old.
OXI T. schrieb:> Oder Internet?
Im Internet gibt es leider viele unsinnige Schaltungen.
Und gerade Anfängern gelingt es mit geradezu traumwandlerischer
Sicherheit auch die absolut schlechteste daraus auszusuchen.
Früher wurden kommerziellen Geräten die Schaltpläne und
Einmeßanleitungen oft mit beigelegt. Oder die Schaltpläne wurden in
technischen Zeitschriften veröffentlicht.
Daraus konnt man sehr gut lernen und hatte sogar was funktionierendes.
Peter D. schrieb:> Früher wurden kommerziellen Geräten die Schaltpläne und> Einmeßanleitungen oft mit beigelegt. Oder die Schaltpläne wurden in> technischen Zeitschriften veröffentlicht.> Daraus konnt man sehr gut lernen und hatte sogar was funktionierendes.
Das stimmt Peter, geht aber heute nicht mehr bei ASIC,FPGA und uC.
HP schrieb immer einen Roman in der Serviceunterlagen wie es
funktioniert.
Bei Lustelektronik von Grundig gab es die Grundig TI. Da wuerde auch die
eigenen Schaltungen bis zum letzten Widerstand zerpflueckt.
OXI T. schrieb:> Oder Internet?>> Warum sich die Meinung einiger Autoren kaufen> die eh nur anderswo abpinnen.
Sehe ich genauso.
In der Berufsschule mussten wir den Tietze Schenk kaufen. Seit da
arbeite ich schon bald zwei Jahrzehnte in der Elektronikentwicklung und
habe den Schinken kein einziges mal mehr aus dem Schrank geholt.
Helmut L. schrieb:> Das stimmt Peter, geht aber heute nicht mehr bei ASIC,FPGA und uC.
ASIC, FPGA und uC übernehmen nur die Signalverarbeitung.
Die Schaltungsgrundlagen fürs Verstärken, Filtern, Schützen,
Spannungsversorgung usw. braucht man weiterhin.
Peter D. schrieb:> Im Internet gibt es leider viele unsinnige Schaltungen.
In Fachbüchern genau so. Auch in Geräteschaltbildern
gibt es das bishin zu echten Fehlern.
Im Netz gibt es (manchmal) eine Kommentarfunktion.
Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber einem Buch.
Helmut L. schrieb:> Da wuerde auch die> eigenen Schaltungen bis zum letzten Widerstand zerpflueckt.
Und später dann die grünen Zettel mit den Modifikationsanweisungen.
Finde ich aber ganz in Ordnung.
Im Internet geht das Updaten halt bequemer.
LG
old.
lalala schrieb:> als weitere Möglichkeit würde ich hier mal Werbung für:>> 'Razavi: Fundamentals of Microelectronics' machen.
Ich wollte eigentlich keine neue Hypothek auf's Haus aufnehmen :-)
Witzig: "Counterfeit Editions"
http://artofelectronics.net/category/news/
Sollen die Autoren doch ihr Buch im Netz veröffentlichen.
Ach so kann man kein Geld mit machen. ;-)
Mein Senf schrieb:> AoE war mir zu schlampig und die Qualität der Erklärungen ziemlich> beliebig.> Ich konnte damit nichts anfangen.> Pfuscherlektüre!
Diese Aussage ist nichtssagend ohne Erwähnung Deiner Vorkenntnisse.
Wer mit geringen Vorkenntnissen wie ich startet, fängt lieber mit
Horowitz/Hill an.
Mit Tietze/Schenk anzufangen ist so, also ob man den Stoff von Analysis
1 mittels Banach-Räumen erklärt.
Für Mehrbegabte und Fortgeschrittene ist das zwar sehr schön, aber für
den Anfänger didaktisch wenig sinnvoll.