Huhu liebes Forum,
ich habe eine Frage zum Verstaendnis eines Problems bezueglich einer
DGL. Ich bitte um KEINE Loesungsvorschlaege, sondern lediglich
Hilfestellung, denn ich versuche seit einiger Zeit auf die Loesung zu
kommen, bin aber nicht sicher, ob ich das richtig mache.
Die Ausgangsspannung wird wie unten gezeigt ueber C und R2 abgenommen.
Die Eingangsspannung liegt an allen 3 Bauteilen an.
Ich will eine DGL herausbekommen, die ausschliesslich Ue(t) und Ua(t)
und Ableitungen, also U'a(t) enthaelt.
Meine Loesung ist:
Ue(t) = Ua(t) + C*(R1+R2)*U'a(t) - C*R1*U'e(t)
Ich vertraue der Loesung nicht so recht, da auch eine Ableitung der
Eingangsgroesse in meiner Loesung vorkommt.
Mache ich etwas falsch? Wie ist der rechte Weg, an dieses Problem
heranzugehen?
Fuer Tips waere ich sehr dankbar.
Gruss
Andre
Ue(t)
| --------------> |
| |
| _ _ C1 |
-----|R1|-----|R2|-----||-----
| |
| |
| --------> |
Ua(t)
Hey und danke fuer die Antwort,
im Anhang eine Handzeichung.Was leider nerft ist, dass tatsaechlich in
der Aufgabenstellung der "erste" Widerstand R2 heisst, der andere R1.
Habe ich aber beachtet in meeinen Weg:
Leider weiss ich nicht, wie man im Forum ein Integralzeichen macht. Also
schreibe ich INT, ok? Ableiten bedeutet bei mir das ' Zeichen.
Ich bin so drauf gekommen:
1)
Uc(t) = (1/C)*INT(Ie(t))dt
2)
Ua(t) = Uc(t) + U1(t)
1) in 2)
Ua(t) = (1/C)*INT(Ie(t))dt + R1*Ie(t)
Damit ich in der DGL ein U'a(t) habe, bastele ich mir hier eins, indem
ich ableite und dann nach I'e(t) umstelle:
I'e(t) = (U'a(t)-(1/C)*Ie(t)) / R1
Dann brauche ich eine weitere Aussage:
3)
Ue(t) = Uc(t) + UR1(t) + UR2(t)
Ue(t) = (1/C)*INT(Ie(t))dt + R*Ie(t) + R2*Ie(t)
Hier leite ich Ue(t) ab und setze in mein entstandenes I'e(t) obige
Aussage ein, damit ich mein U'a(t) in die Formel einbaue. Der
(1/C)*Ie(t) verschwindet, da er einmal positiv, einmal negativ behaftet
vorkommt. Dann sieht alles so aus:
4)
U'e(t) = U'a(t) + (R2/R1)*U'a(t) - [R2/(R1*C)]*Ie(t)
5)
Jetzt muss ich noch Ie(t) "loswerden" Dazu folgende Aussage:
Ie = (Ue - Ua)/R2
Wenn ich das in 4) einsetze, ausmultipliziere und umforme, so dass die
Konstanten nur vor den abgeleiteten Termen stehen, und dann noch nach
Ue(t) umstelle sieht es so aus, wie oben angegeben. Nochmals:
Ue(t) = [C*(R1+R2)]*U'a(t) + Ua(t) - C*R1*U'e(t)
Puh....
Ja, kenne ich. Darueber habe ich auch nachgedacht, da ich einen
Spannungsteiler aus XC und R2 habe. Der aendert sich natuerlich. Worauf
ich nicht zum Schluss kam war, wie ich damit rechnerisch umgehe, wenn es
um Spruenge, anstatt um frequenzbehaftete Wechseleingangsgroessen geht.
Wenn ich in den Eingang einen Sinus sende, dann kann ich mir das
eventuell noch rechnerisch aufbereiten. Aber das war ja nicht die
Aufgabenstellung.
Aber ich denke den Weg muss ich einbauen. Nur wie?
Habs mal schnell nachgerechnet, Ergebnis aus deinem 1. Post stimmt
soweit.
Meine Vorgangsweise ist die ganz normale Netzwerkanalyse.
Also hier hab ich 2 Maschengleichungen gebildet und eine
Knotengleichung.
Das wäre für deinen Fall:
Du willst am Ende nur eine Gleichung mit U_e und U_a, also musst du I
und U_c eliminieren...
Hab hier einfach einen Strom I angenommen, und dadurch den Spannungsfall
über R1 und R2 gebildet.
Die Knotengleichung ist zufließender - abfließender Strom.
Geht bestimmt auch einfacher und schneller, so ist es aber
systematischer.
Dass am Ende was mit Ableitung von U_e rauskommt ist nicht weiter
tragisch, da es ja durch U_e selbst schon bekannt ist (Ableitung kann
einfach ausgerechnet werden).
Andre Bentrup schrieb:> Mache ich etwas falsch? Wie ist der rechte Weg, an dieses Problem> heranzugehen?
Deine Rechnung stimmt (siehe Anlage). Die Berechnung geht sehr gut über
ein Elementar-Zweitor.
Sers,
ich persönlich finde die Schreibweise mit der Laplace-Transformation am
schönsten:
U' -> sU
INT(U) -> 1/s * U
(1) U_e = I*R_2 + 1/s * 1/C * I + I*R_1
(2) U_a = 1/s * 1/C * I + I * R_1
=> U_a / U_e = (1 + R_1*C * s) / (1 + (R_1 + R_2)*C * s)
Zusätzliche Info:
Das System hat eine Pol- und eine Nullstelle. Wobei die Nullstelle
"schneller" ist als die Polstelle. (Lag-Compensator)
Du kannst dir übrigens (hast ja Simulink erwähnt) den Bode-Plot und die
Sprungantwort ganz einfach mit MATLAB erstellen:
s = tf('s');
sys = (1 + R_1*C*s) / (1 + (R_1 + R_2)*C*s );
figure(1);
bode(sys);
figure(2);
step(sys);
Die Variablen (R_1 usw.) müsstest du vorher definieren.
Du wirst dann feststellen, dass die Sprungantwort nicht bei Null,
sondern bei einem Wert zwischen 0 und 1 beginnt. Dieser Wert ist in
deinem Bode-Plot die Hochfrequenzverstärkung. Ein reiner Tiefpass ( R_1
= 0 ) ist übrigens nicht sprungfähig; die Sprungantwort startet
entsprechend bei 0.
Anm: Reale (physikalische) Systeme sind nie Sprungfähig.
Also, meine Herangehensweise ist so:
1.) Strom durch alle drei Bauteile muss gleich sein (kein
Ausgangsstrom). Strom wird durch die Widerstände bestimmt. Also:
I = (Ue - Uc) / (R1 + R2)
2.) Der Kondensator ist der spannende Teil und seine Spannung die
Zustandsvariable:
Uc' = I / C
3.) Ausgangsspannung ist die Eingangsspannung ohne die Spannung über R2:
Ua = Ue - R2 * I
Das war's. Jetzt kann man natürlich noch #1 in #2 und #3 einsetzen. Aber
wozu? Das macht's nur unübersichtlich, und für die Simulation
umständlich.
Sehr nette Info. Nochmals erwähnt: es war die Aufgabenstellung zuerst
eine DGL anzugeben, die NUR Ue und Ua odet deren Ableitung enthält. DAS
war der Teil, der Probleme beteitete ;))
Hallo liebe Mikrocontroller.net-Forenmitglieder,
ich bin Elektrotechnikstudent im zweiten Semester an der Hochschule
Bremen und knoble jetzt schon seit Wochen an einer ähnlichen Aufgabe.
Ich habe im Internet sehr ausführlich recherchiert, aber mit Ausnahme
von der hier geposteten Aufgabe keine andere gefunden, bei der die
Ausgangsspannung über zwei Bauteilen abgenommen wird. Außerdem ist in
meiner Aufgabe der Kondensator durch eine Spule zu ersetzen, alle
anderen Angaben sind gleich.
Nach längeren Überlegungen, habe Maschengleichungen und Knotensatz
aufgestellt bzw. angewendet, komme ich auf die Gleichung
Ue(t)=Ua(t)+(R2/R1)Ua(t)+(L/R1)Ua''(t)-(L/R1)Ue'(t)
Nehme ich aber die selbe Berechnung über ein Elementar-Zweitor vor, wie
in einem vorherigen Post erwähnt, dann erhalte ich den Term
Ue(t)=Ua(t)+(R2/R1)Ua(t)+(L/R1)Ua'(t)-(L/R1)Ue'(t)
wobei mit Ausnahme von (L/R1)Ua'(t) alle anderen Summanden gleich sind.
Darf ich denn in diesem Fall die Berechnung über ein Elementar-Zweitor
überhaupt vornehmen?
Ich wäre sehr froh darüber, wenn mir jemand sagen könnte, was ich falsch
mache.
Kai Uwe schrieb:> Ich wäre sehr froh darüber, wenn mir jemand sagen könnte, was ich falsch> mache.
Dein Maschen- und Knotenpunktsatz ist falsch.
L/R ist eine Zeitkonstante, hat also die Einheit Sekunde. Somit darf nur
die erste Ableitung von Ua im Produkt stehen, ansonsten ergibt sich
keine Spannung.
Warum sollte die Berechnung über ein Elementar-Zweitor nicht möglich
sein, zumal ich ja einfach Z als komplexe Impedanz eingesetzt habe?
Hallo Joe,
vielen Dank für die Antwort. Ich habe die Aufgabe gerade eben nochmal
kontrolliert und sehe nun, wo ich mich verrechnet habe. Das Ergebnis
hier über die Einheiten zu überprüfen war naheliegend gewesen.
Ich war mir wegen meinen verschiedenen Lösungen aber nicht sicher, ob
der Fehler bei der Berechnung über das Elementar-Zweitor entstanden ist.