Problematik Y-Kondensator

OP #4136157
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Hallo,

ich hoffe, ich bin hier im richtigen Forum gelandet und ihr könnt mir 
bei meinem Anliegen helfen.

Und zwar schreibe ich gerade meine Bachelorarbeit zum Thema Laden von 
Elektroautos einphasig mit Wechselstrom und dabei habe ich 
herausgefunden, dass es zwei Möglichkeiten gibt ein Elektroauto mit AC 
zu laden. Zum einen mit einem Onboard-Charger (OBC) und zum anderen über 
die Leistungselektronik (LE) (wird beim Renault ZOE verwendet und heißt 
CHAMELEON-Laden). Wenn über die LE geladen wird, liegt keine galvanische 
Trennung vor und beim Laden über den OBC soll eine galvanische Trennung 
existieren.

Dies soll als kurze Beschreibung reichen und komme nun zu meiner Frage:

Kennt einer von euch die 6 mA (DC) Problematik bezüglich des Erblindens 
von Fehlerstromschutzschaltern Typ A? Darauf möchte ich nämlich hinaus 
und herausfinden ob und wo im OBC diese Gleichfehlerströme auftreten. 
Mein Prof hat mir geraten, die verbauten Y-Kondensatoren näher zu 
betrachten, da sie über die Masse des Fahrzeugs auf der AC und DC- Seite 
untereinander verbunden sind und somit als mögliche Fehlerquelle in 
Frage kommen.

Viele Grüße
#4136820
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Hallo Henrik,
die OBC , ist ja eine Art Wechselrichter mit Gleichrichter.

Das Problem ensteht, wenn hinter diesem Gleichrichter ein Fehlerstrom
nach Erde fließt.
Der ist dann eben ein Gleichstrom.
Dieser treibt dann den Kern im Schutzschalter unter Umständen in die 
Sättigung. -> Funktionsunfähig.

Die Y Kondensatoren sind eigentlich nur zur EMV Entstörung des 
Wechselrichters. Diese sind als sicher zu betrachten.

Um das Problem zu vermeiden, kann ein Allstromfähiger Schutzschalter 
verwendet werden.

Vieleicht interessant :
DIN IEC 62335:2008-08; VDE 0661-20:2008-08
Ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen mit geschaltetem 
Schutzleiter zur Anwendung für Geräte der Schutzklasse I und für 
batteriebetriebene Fahrzeuge (IEC 23E/632/CDV:2007)

Andreas
OP #4137155
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Hallo Andreas,

Andreas Rütten schrieb:
> Das Problem ensteht, wenn hinter diesem Gleichrichter ein Fehlerstrom
> nach Erde fließt.


danke für deine Info, da ich bis jetzt leider noch kein richiges 
Schaltbild eines OBC gefunden haben, ist mir die Stelle nach dem 
Gleichrichter nicht aufgefallen. Mal schauen, was ich dazu finden kann.
Damit ich das richtig verstehe, würde ein DC-Fehlerstrom vor der 
galvanischen Trennung im OBC entstehen?


Andreas Rütten schrieb:
> Die Y Kondensatoren sind eigentlich nur zur EMV Entstörung des
> Wechselrichters. Diese sind als sicher zu betrachten.

Ich habe herausgefunden, dass in der DIN EN 60384-14 (VDE 0565-1) 
(Festkondensatoren zur Verwendung in Geräten der Elektronik - Teil 14: 
Rahmenspezifikation - Festkondensatoren zur Unterdrückung 
elektromagnetischer Störungen, geeignet für Netzbetrieb)
etwas über Y-Kondensator stehen soll und ich darin deine Aussage 
wahrscheinlich bestätigen kann.

Andreas Rütten schrieb:
> Um das Problem zu vermeiden, kann ein Allstromfähiger Schutzschalter
> verwendet werden.

Ja, z.B. ein FI-Typ B oder eine Kombination von FI-Typ A mit einem 
allstromsensitiven Differenzstrom-Überwachungsmodul.

Andreas Rütten schrieb:
> Vieleicht interessant :
> DIN IEC 62335:2008-08; VDE 0661-20:2008-08

Diese Norm werde ich bei meiner nächsten Bib-Recherche mit 
berücksichtigen.

Gruß
#4137175
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Hallo ,

>
> danke für deine Info, da ich bis jetzt leider noch kein richiges
> Schaltbild eines OBC gefunden haben, ist mir die Stelle nach dem
> Gleichrichter nicht aufgefallen. Mal schauen, was ich dazu finden kann.
> Damit ich das richtig verstehe, würde ein DC-Fehlerstrom vor der
> galvanischen Trennung im OBC entstehen?

Ja,
230V~ -> Gleichrichtung -> Schalttransistor -> Trafo ( gal. Trennung)
Ein OBC wird wohl wie ein normales Schaltnetzteil aufgebaut sein.


Andreas

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