Forum: Offtopic Warum werden Laser-Galvanometer geregelt? Warum kein Modell nehmen und Open-Loop ansteuern?


von Paul H. (powl)


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Hi,

und mal wieder eine random Frage um meinen unbändigen Wissensdurst zu 
bändigen:

Warum werden Laser-Galvanometer eigentlich geregelt? Lasergalvanometer 
sind elektromagnetische Stellantriebe für Laserspiegel. Ähnlich einem 
BLCD- bzw. einem Schrittmotor mit nur einem Schritt.

Diese haben eine Positionserfassung mit angebaut und können somit 
closed-loop positionsgeregelt werden. Ist ja auch wichtig für die exakte 
Positionierung eines Laserstrahls.

Aber könnte man für einfache Zwecke nicht auch eine Open-Loop 
Ansteuerung realisieren wenn man als Grundlage für die Regelung nicht 
die Messwerte der Positionserfassung sondern ein Modell des 
Galvanometers nimmt? Mit dem Modell soll es jederzeit möglich sein, 
anhand der Vergangenheit der Ansteuersignale die aktuelle Position und 
Rotationsgeschwindigkeit des Galvanometers vorauszusagen. Dann könnte 
man das Modell auch für die Rückführung einer virtuellen Regelung 
verwenden.

Letzendlich würde das Galvanometer bei Open-Loop Ansteuerung (mit 
Regelung durch das Modell) genau die gleichen Ansteuersignale erhalten 
wie bei Closed-Loop Ansteuerung (mit Regelung durch die 
Positionserfassung).

Ich bin in Regelungstechnik grade nicht so fit und diese Methode gibts 
ja sicher schon seit 50 Jahren, wie nennt sich das?

Lg

von Harald W. (wilhelms)


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Paul H. schrieb:

> ein Modell des Galvanometers

Modelle haben immer den Nachteil, das sie nicht vollständig der
Wirklichkeit entsprechen. Zumindest bei Präzisionspostionierungen
wird man um eine Positionsmessungen und Rückkopplung nicht drum
herumkommen. Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. Antriebe mit
Schrittmotor.

von Paul H. (powl)


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Aber zumindest bei einem solch physikalisch simplen Konstrukt wie einem 
Galvanometer sollte ein Modell doch relativ einfach zu erstellen sein.

Gut.. in der Praxis stößt man dann auf so Probleme wie 
Fertigungsschwankungen und die fehlende Möglichkeit, 
Sicherheitsfunktionen zu implementieren.

von Matthias L. (Gast)


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>Modelle haben immer den Nachteil, das sie nicht vollständig der
>Wirklichkeit entsprechen.

Der Physiker weiss das die reale Welt nur ein einigermassen genaues 
Abbild seines Modell ist.

von Harald W. (wilhelms)


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Matthias Lipinsky schrieb:

> Der Physiker weiss das die reale Welt nur ein einigermassen genaues
> Abbild seines Modell ist.

Der Elektroniker, der einmal mit einem Simulationsprogramm
gearbeitet hat, auch. :-)

von Peter D. (peda)


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Google kann mit "Laser-Galvanometer" nichts anfangen.

Poste mal nen Link darauf und wo das mit der Regelung steht.

von Alexander S. (esko) Benutzerseite


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Ein Laser-Galvanometer ist ähnlich einem Schrittmotor aufgebaut. Mit 
einem oder mehreren Spulen als Stator und einem Permanentmagnet als 
Rotor, an dessen Ende sich ein kleiner Spiegel befindet. Der Rotor ist 
sehr klein mit einem geringem Trägheitsmoment aufgebaut, um hohe 
Drehimpulsänderungen zuzulassen. I.d.R. ist nur eine Drehung um deutlich 
weniger als 45° nötig.

Hier ist ein guter Artikel:
http://www.laserfx.com/Works/Works3S.html

Hier der Bau eines Laserscanners mit Hobbymitteln, inkl. Regelung:
http://elm-chan.org/works/vlp/report_e.html


Paul H. schrieb:
> Aber könnte man für einfache Zwecke nicht auch eine Open-Loop
> Ansteuerung realisieren wenn man als Grundlage für die Regelung nicht
> die Messwerte der Positionserfassung sondern ein Modell des
> Galvanometers nimmt?

Das nennt sich Modellgestützte Steuerung, denn eine Regelung ist es 
dann nicht mehr.

Das sollte tatsächlich funktionieren, man sollte damit dieselbe 
Geschwindigkeit erreichen, wie mit einem Closed-Loop-Scanner. Die 
Positioniergenauigkeit wird aber leiden.

Das Problem dürfte sein die Parameter der Regelung herauszufinden, denn 
sobald man einen Sensor anbaut, ändert sich die Charakteristik. Man 
müsste also die Position anders messen beispielsweise über eine 
Videokamera das Bild aufnehmen.
Es ist recht aufwendig ein gutes Modell zu bauen und die Regelparameter 
zu bestimmen und lohnt sich nur bei großen Stückzahlen, und das dürfte 
hier nicht der Fall sein.

Einen kleinen Pluspunkt hätte man durch die fehlende Masse des Sensors 
und damit der höheren möglichen Geschwindigkeit.

von Magic S. (magic_smoke)


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Bei hohen Scan-Raten erreicht die Auslenkung nur 5..10 Grad. Umso 
weniger, desto mehr Punkte können pro Zeiteinheit angefahren werden. Die 
Größe des Bildes entsteht dann durch die Entfernung zur 
Projektionsebene.

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