Dicker Audio IC

Gast #4160904
Lesenswert?

Hi Leute,

ich möchte schnell und günstig Leistungsstarke Audioendstufen bauen.
eine mit ca. 100Watt und 2 mit jeweils 50Watt Sinusleistung.

Habe hier noch zwei Trafos mit jeweils 24V und 10A liegen. Die ICs 
sollten aus diesem Grund +-40V aushalten können.

Ich habe mir jetzt den TDA7294 angeschaut. Aber der ist sicherlich nicht 
mehr Stand der Technik. Gibt es einen vergleichbaren Typen, der nicht 
sonderlich teurer ist.

Digitale Verstärker scheiden aus, weil ich keine Zeit habe die zum 
Laufen zu bringen und Ausgangsfilter zu berechnen.


Über schnelle Hilfe freue ich mich
Gast #4160958
Lesenswert?

2x50W machen die TDA7294 ganz gut, für 100W sind sie unzureichend. Da 
das wohl der Subwoofer wird, könnte man einen ClassD Verstärker 
einsetzen, als Fertigmodul über eBay aus China wie 251740751894.
Natürlich ist das nicht high end, aber der übliche Aufbau im 
Consumerbereich.

Wenn es audiophil sein soll, wird man das wohl mit diskreten 
Transistoren aufbauen müssen, eventuell Fertigplatinen vom NAD250 
(ebrnfalls aus China über eBay).

In jedem Fall sollte man eine Lautsprecherschutzschaltung mit Relais 
dahinterschalten um plopps zu verhindern.
Gast #4161076
Lesenswert?

Meinst du nicht, dass ich den TDA einfach im Brückenmodus aufbauen kann 
für die Extrapower?

Habe nun den TDA7293 gefunden. Wollte mir den als Bauteil bestellen und 
habe dann das gesehen: 
http://www.ebay.de/itm/TDA7293-100W-Single-Channel-Digital-Audio-Amplifier-Board-12V-50V-for-Arduino-/400934802349?pt=LH_DefaultDomain_77&hash=item5d599393ad

Lachhaft. Dafür bekomm ich nichtmal die Einzelteile.
Ist es Designtechnisch möglich, aus zwei dieser Module ein BTL zu 
basteln? Oder geht das nicht, wenn die räumlich zu weit getrennt sind?
Gast #4161114
Lesenswert?

Pete K. schrieb:
> Schon mal den TAS5630 angeschaut?

Nicht sehr bastelfreundlich. Außerdem habe ich da kaum Erfahrung mit. 
Z.B. Ausgangsfilter. Bei den Stromstärken würde ich die Filterspule 
wahrscheinlich selbst wickeln müssen. Bei Designfehlern habe ich 
womöglich Probleme mit EMV etc.

Pete K. schrieb:
> Bei der ebay Platine wage ich zu bezweifeln, dass diese 70µ
> Kupferauflage hat und auch 100W bringt.

Wieso wagst du dich das? Erfahrungswerte? Preis ist sonst unrealistisch?
Gast #4161139
Lesenswert?

Dicker Max schrieb:
> ich möchte schnell und günstig Leistungsstarke Audioendstufen bauen.
> eine mit ca. 100Watt und 2 mit jeweils 50Watt Sinusleistung.

beim chinamann d endstufenmodule ordern.
es gibt angebote inkl. netzteil.
ich hab´s weil be im schrank liegen diskret aufgebaut.
100w an 4 ohm +-35v betriebsspannung unter last.
achte auf die 20% regel und den dc schutz idealerweise mit 
einschaltverzögerung.
ach ja das symasym projekt wär eventuell auch noch ne möglichkeit.
mfg
Gast #4163885
Lesenswert?

ich werd mir jetzt den LM3886 zulegen. Gibts günstig bei Reichelt.
Lautsprecherimpendanzen kann ich mir noch aussuchen. Habe aber einen 
Tieftöner mit 200Watt und 8Ohm hier rumliegen. Den würde ich gerne 
recyclen.

Ich bau den LM3886 dann einmal als Brücke auf und zweimal normal.
Kühlkörper wird irgendwas dickes aus ner Ebay Auktion werden.

Kann ich drei von diesen Relais verwenden, um meine Lautsprecher zu 
schützen? Oder sind die garnicht notwendig?

http://www.reichelt.de/Print-Steckrelais/FIN-40-52-9-12V/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=8105&GROUPID=3293&artnr=FIN+40.52.9+12V
Gast #4164394
Lesenswert?

Impedanz? 100W an 8 Ohm sind etwas anderes als 100W an 4 Ohm. Gebrückt 
sieht jede Endstufe die halbe Impedanz, deshalb sind die Chipverstärker 
da nicht so toll geeignet.

Früher sagte man als Hausnummer, 1 Endtransistorpärchen pro 50W an 4 Ohm 
(die großen mit ca. 15A Kollektorstrom). Bei 100W an 8 Ohm nimmt man für 
eine seriöse Auslegung 3 parallel, dann hält das auch mal eine Party 
durch. Bei echten PA-Anwendungen eher mehr.

Damit siehst du schon, dass du mit den Chip-Dingern nicht weiterkommst.

Einzelne Transistoren, Widerstände und Kondensatoren kosten nicht viel. 
Bau doch eine einfache, diskrete Endstufe auf. Die teuren Teile sind wie 
schon gesagt Trafo, Netzteil-Elkos, Gehäuse und Kühlkörper. Die Teile 
brauchst du auf jeden Fall, der Rest geht im Rauschen unter.
Gast #4165058
Lesenswert?

Idiotensicher sind die Standard-Beschaltungen in den Datenblättern der 
TDA Chips. Aber halt deutlich unter 50 Watt.

Mein Verstärker im Wohnzimmer hat drei Hybride, die sind ungefähr so 
groß wie Streichholzschachteln. Und die liefern auch nur jeweils 2x50W 
Sinus. So große Gehäuse baut keiner bloss zum Spass.

Da siehst du, dass dieses kleine Ebay Modul für die geforderte Leistung 
nicht ausreichen kann.
Gast #4165272
Lesenswert?

Michael Bertrandt schrieb:
> hinz schrieb:
>> Und heute hat man halt richtige Leistungstransistoren...
>
> Nö, nur hochgelogene P.M.P.O. Leistungsangaben.

Die muss man je eh nicht glauben.


> Der MJL21193, heute sicherlich eine gute Wahl,
> ist auch nicht besser als ein 7ßger Jahre MJ15024,
> nur halt im moderneren Gehäuse (das nicht so heiss
> werden darf, also eher schlechter kühlbar ist).

Schau mal bei Semelab/TT rein.
Gast #4165327
Lesenswert?

Hi,
von Technics gab es mal eine Stereo Endstufe SE-A808. Die war bestückt 
mit zwei STK1050 und leistete pro Kanal ca. 40/50W an 8/4 Ohm. Man 
konnte sie auch Brücken, dann brachte sie ca. 90 W an ACHT !!! Ohm (4 
Ohm können die STK in Brücke nicht !!!). Diese kompletten Endstufen 
bekommt man in der Bucht ab und an für ca. 50 Euro, defekt auch für die 
Hälfte. Meist ist dann einer oder beide STK hinüber. Die Teile bekommt 
man für < 10 € (z.B. bei Kessler). Der Wechsel ist dann halt mit Arbeit 
verbunden. Vielleicht wäre das ja eine Überlegung wert.
Gast #4167261
Lesenswert?

>> Und heute hat man halt richtige Leistungstransistoren...
>
> Nö, nur hochgelogene P.M.P.O. Leistungsangaben.
>
> Der MJL21193, heute sicherlich eine gute Wahl,
> ist auch nicht besser als ein 7ßger Jahre MJ15024,
> nur halt im moderneren Gehäuse (das nicht so heiss
> werden darf, also eher schlechter kühlbar ist).

Wer behauptet, dass sich bei den Audio-Endstufentransistoren seit dem 
MJ15024 nicht mehr viel getan hat, hat keine Ahnung. Sorry, aber ein 
Transistor hat mehr Parameter als Uce_max und Ic_max. Schaut euch mal 
mehr als die oberste Hälfte der ersten Seite des Datenblattes an und 
vergleicht. Und messt die Transistoren vor allem unter realistischen 
Bedingungen durch.

Beispiel: hfe vom MJ15024 bricht bei 3 Ampere schon auf weniger als die 
Hälfte zusammen und landet am Ende des SOA irgendwo bei 5. Typen wie der 
MJL1302A - mittlerweile auch nicht mehr wirklich modern - schaffen 45 
bis 8 Ampere und 75 bis 5 Ampere. Ganz nebenbei haben sie eine 10-fach 
höhere Transitfrequenz, bessere Linearität, lassen sich einfacher 
montieren und NPN und PNP-Typen liegen in der 
hfe-über-Kollektorstromkurve fast übereinander.

Da hat sich schon einiges getan.
Gast #4171149
Lesenswert?

Stefan Us schrieb:
> Für's Wohnzimmer reichen eigentlich 20 Watt. Und doch fühlen wir uns
> wohler, wenn die Endstufe echte 200 Watt Sinus schafft. ist schon
> komisch, oder?

Nee, ist nicht komisch, weil Lautsprecher die früher 20 Watt benötigten 
nicht mehr auf dem Markt sind. Heute Gibts welche die für den selben 
Krach lockere 200W brauchen und die Ringspalte haben in denen man fast 
spazieren gehen kann..die braucht man nicht mehr zentrieren sondern nur 
noch zusammenschießen..

Schaut euch doch mal die Kennempfindlichkeiten dieser schönen bunten 
Dinger aus China an..

Gruß,

Holm
Gast #4171404
Lesenswert?

> China hat längst das Beste Audiozeug was es gibt

Was soll ich mit 16 Watt an einem Kopfhörer anfangen?

Und wozu dienen die zahlreichen Kühlkörper, ohne anständige 
Lüftungsschlitze?

Es scheint mir, als ob da übermäßig viel in die optische Aufmachung 
gesteckt wurde. Meiner Meinung nach muss ein guter Verstärker nicht 
visuell beeindrucken, sondern er überzeugt bescheiden durch gute 
Funktion.

Die perfekten Diagrame, mit denen der Hersteller den Interessenten zu 
überzeugen versucht, sehen nach Fakes aus. Und falls das Gerät doch 
wirklich so perfekt arbeitet, dann ist maßloser Overkill den die Welt 
nicht braucht.

Ob die Anschlüsse und Bedienelemente mechnisch hochwertig und langlebig 
sind, geht aus der Produktbeschreibung natürlich nicht hervor. Gerade da 
mangelt es immer wieder.

Ist jemandem aufgefallen, wie winzig der Lautstärkeregler ist? Ob der 
wohl 4 Jahre hält, ohne auseinander zu fallen? Ob er die Kraft eine 
rabiaten Säuglings überstehen kann?

Dass die Chinesen mit Leistungsversprechen gewöhnlich maßlos übertreiben 
und auch für gewöhnlich falsche Belege präsentieren, ist ja nichts 
neues.
Persönliche Seite #4171463
Lesenswert?

Hoffentlich wird unser OT-Geschwafel ab #4165332 nicht gelöscht. ;-)

Da mich das Thema auch interessiert:

Dicker Max schrieb:
> Gibt es denn ein idiotensicheres Design, welches ich problemlos
> nachbauen kann?

Wie wäre es mit einem ganz einfachen Design aus Operationsverstärkern 
und komplementären Transistoren?

http://www.circuitstoday.com/15w-class-b-audio-amplifier

Wobei ich C1 vielleicht durch einen Widerstand ersetzen würde. Oder?

Als Darlington-Stufe mit zusätzlichen billigen 2N3055(NPN) + MJ2955(PNP) 
hat man Kühlkörper gleich dabei.

Diese "100% WARRANTY NEW ORIGINAL" sind wahrscheinlich ein Imitat:
http://www.aliexpress.com/item/-/937958672.html

Falls das keine Imitate sind:
Würde man damit auf 100Watt Sinusleistung kommen?

Eventuell einfach mit mehreren komplementären Transistoren parallel, wie 
hier?

http://files.hifi-forum.de/zucker/Endstufenberechnung/end%20compound%203.GIF

Oder wie macht das der 560802-harman_kardon^^?

Dann wäre die Lösung einfach skalierbar.

@Dicker Max: Muss es High Fidelity oder besser sein? Oder reicht das?

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren