Hallo zusammen,
ich habe auf meinem Laptop ein Verschlüsselungsprogramm installiert.
Normalerweise steht mein Laptop zu Hause und es nervt mich, beim Booten
jedes Mal ein Passwort eintippen zu müssen. Eigentlich brauche ich zu
Hause eh keine Verschlüsselung, weil das Risiko, dass bei mir
eingebrochen wird und mein Laptop geklaut wird, für mich ausreichend
gering ist.
Völlig anders sieht es jedoch aus, wenn ich auf Reisen bin. Hier möchte
ich auf jeden Fall eine Verschlüsselung und es ist okay für mich, wenn
ich beim Booten das Passwort eingeben muss!
Gibt es ein Verschlüsselungsprogramm, bei dem ich die Verschlüsselung
dauerhaft deaktivieren (= Laptop steht zu Hause) bzw. aktivieren (=
Laptop ist mit auf Reisen) kann?
Grüße
Steffen
Steffen Hausinger schrieb:> Gibt es ein Verschlüsselungsprogramm, bei dem ich die Verschlüsselung> dauerhaft deaktivieren (= Laptop steht zu Hause) bzw. aktivieren (=> Laptop ist mit auf Reisen) kann?
Wie soll denn das gehen? Um die Verschlüsselung zu "deaktivieren" müßten
sämtliche Daten auf der Festplatte, die ja dort verschlüsselt liegen,
entschlüsselt und wieder abgespeichert werden. Zum "einschalten" der
Verschlüsselung müssen dann alle Daten wieder neu verschlüsselt werden.
Geht möglicherweise je nach Verschüsselungstool, dauert aber dann
jedesmal ein paar Stunden.
Steffen Hausinger schrieb:> eh keine Verschlüsselung, weil das Risiko, dass bei mir> eingebrochen wird und mein Laptop geklaut wird, für mich anscheinend> gering ist.
Von der Statistik her werden Notebooks wesentlich öfter geklaut als
Tower.
Bei einer verschlüsselten HD die Verschlüsslung ausschalten heißt
eigentlich alles wieder entschlüsseln. Das dauert. Möglicherweise kannst
Du einen Text in einer Datei speichern und diesen automatisch statt PW
eingeben? Sicher ist das bestimmt nicht, weil man diese gelöschte Datei
in wenigen Minuten wiederherstellen kann. Ein Stick mit PW als Schlüssel
wäre auch eine Idee. Leider habe ich schon viele kaputte und verlorenen
Sticks erlebt. Somit bleibt das Eintippen eines einfachen, laaaangen
Schlüssels noch das kleinere Übel, wenn keine automatischen Reboots
stattfinden.
Die beste Moeglichkeit wird sein, (zusaetzlich zum Passwort) ein Dongle
zu nutzen, welches zuhause automatisch den Key eingibt.
Unter Linux geht das, da konnte man zB ne SD-Karte (und sicher auch nen
USB-Stick) als Key nutzen. Das Ding koennte dann an der Dockingstation
zuhause haengen...
Steffen Hausinger schrieb:> es nervt mich, beim Booten> jedes Mal ein Passwort eintippen zu müssen.
wie wärs mit: stell dich nicht so an!
ganz im ernst. entweder sicherheit oder bequemlichkeit.
Selbstverständlich ist es (zumindest technisch) möglich die
Verschlüsselung ein- und auszuschalten.
In der Praxis werden häufig nicht die Daten direkt mit dem Passwort (P)
verschlüsselt sondern ein zufälliger Schlüssel (S) genutzt, der dann mit
dem eigentlichen Passwort P verschlüsselt abgespeichert wird. Zum
entschlüsseln holt man dann erst S von der Platte und dann die
eigentlichen Daten. Das hat den Vorteil, dass man sein Passwort relativ
einfach wechseln kann. Es muss nur ein relativ kurzer Datenblock neu
verschlüsselt werden statt der ganzen Platte.
Jetzt kann man natürlich hergehen und auf die Verschlüsselung von S
verzichten. Der Wechsel zwischen verschlüsselter und unverschlüsselte
Platte geht dann in Sekundenbruchteilen.
Je nach Sicherheitsanforderungen hat das System aber ein Problem. Man
kann sich nie sicher sein, ob die Platte S jedes mal an die gleiche
Stelle schreibt. Bei einer klassischen, magnetischen Festplatte ist das
sehr wahrscheinlich. Bei einer SSD dagegen würde ich annehmen, dass die
unverschlüsselte Kopie einige Zeit in einem unbenutzen Flash-Sektor
rumliegt. Ob man darauf zugreifen kann hängt dann vom Aufwand ab. Der
normale Notebookdieb: ziemlich sicher nicht. Ein Auftragsdieb der dein
Notebook mit Firmengeheimnissen im Wert mehrerer Millionen stehlen soll:
vermutlich schon. Geheimdienste: Sicher (aber die würden eh das
unverschlüsselt Notebook bei dir daheim abholen).
Danke für Eure Antworten. Der Yubikey geht in die Richtung, die ich mir
vorstelle. Noch schöner wäre natürlich eine reine Softwarelösung. LUKS
ist, wenn ich das richtig sehe, für Linux. Ich habe leider ein Windows
System.
Warum kann das Passwort nicht einfach "automatisch" eingegeben und damit
faktisch deaktiviert werden? Wenn ich die Passwortabfrage benötige, wird
es halt wieder gelöscht (oder meinetwegen überschrieben). So wie r2d2 es
beschreibt.
c.m. schrieb:> ganz im ernst. entweder sicherheit oder bequemlichkeit.
Wie bekannt ist, gibt es keine absolute Sicherheit. Es ist damit immer
ein Trade-off zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit. Ich brauche hier
keine 100% Lösung. Ich möchte mich nur gegen "Langfinger Kalle" schützen
- mehr nicht.
Es gibt Projekt auf der Seite zu der V-USB lib, das eine usb-tastatur
emuliert und nach dem einstecken ein langes pw eingibt. Das könntest du
als Schlüssel für den Laptop nehmen. Solange es nur zuhause rumliegen
soll bräuchtest du nicht mal ein Gehäuse dafür.
Du müsstet aber das Programm anpassen, da es derzeit ein pw generiert
und intern speichert.
Ist unpraktisch, wenn man den Laptop von Hand entsperren will.
Hermann K. schrieb:> Jetzt kann man natürlich hergehen und auf die Verschlüsselung von S> verzichten. Der Wechsel zwischen verschlüsselter und unverschlüsselte> Platte geht dann in Sekundenbruchteilen.
Wie soll das denn gehen? Du mußt immer noch alle Blöcke der Platte
entschlüsseln.