Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik AV Videostrecke als digital radio


von Alex S. (thor368)


Lesenswert?

Tach allerseits!

Hat schon mal jemand versucht mit den billigen AV Videostrecken einen 
digitalen Kanal zu bauen? Normalerweise sind diese Teile doch FM und 
modulieren schlicht die Eingangsspannung des FBAS auf den Träger auf.

Die Idee kam mir da diese Strecken ja die gesammte Bandbreite eines FBAS 
zur Verfügung stellen müssen. Die ist nicht von schlechten Eltern: Da 
sollte einiges an Bitrate drin sein.

Hintergrund des ganzen ist ein DIY digital FPV zum Fliegen.
Thor

von Transmitter (Gast)


Lesenswert?

Hallo,

willst du 'nur' einige digitale Informationen zusammen mit den Bilddaten 
einer Kamera übertragen oder willst du die gesamte Bandbreite für 
digitale Daten nutzen ?

Im ersten Fall gibt es dazu haufenweise Schaltungen (auch ohne 
Spezial-ICs), die beliebige Texte in ein vorhandenes Videosignal 
(Kamera) einfügen können.

Im zweiten Fall sollte der Bildinhalt in kleine Quadrate aufgeteilt 
werden. Bei SW-Bild entspricht jedes Quadrat einem Bit (scharz=0, 
weiss=1). Bei Farbe könnte man pro Quardat 3 oder 4 Farben codieren. Die 
Erzeugung eines Farbbildes ist entsprechend aufwendig. SW geht schon mit 
kleinen Mikrokontrollern.

Interessant wird allerdings die Auswertung des empfangenen Bildes und 
die Rückgewinnung der Daten. Je mehr Quadrate das Bild hat, desto mehr 
Rechenpower braucht die Auswerteelektronik.
Bei sagen wir mal 9 Quardaten (3x3) könnte man die Auswertung noch mit 
einem AVR gelingen.

Interessant wird es bei der Fehlererkennung/-korrektur. Die digitalen 
Daten sollten sich am besten nicht bei jedem Bild ändern.

Es sollte auf jeden Fall prinzipiell funktionieren, die Datenrate müßte 
man empierisch ermitteln.

von LN (Gast)


Lesenswert?

Alex S. schrieb:
> Hintergrund des ganzen ist ein DIY digital FPV zum Fliegen.

Bei FPV wird das Videosignal nahezu immer analog übertragen.
Digitale Übertragungsverfahren sind hierfür nicht so gut geeignet,
da vor allem erhebliche Latenzen auftreten können, die das sichere
Steuern des Fluggeräts problematisch werden lassen.

von Schreiber (Gast)


Lesenswert?

LN schrieb:
> Bei FPV wird das Videosignal nahezu immer analog übertragen.
> Digitale Übertragungsverfahren sind hierfür nicht so gut geeignet,
> da vor allem erhebliche Latenzen auftreten können, die das sichere
> Steuern des Fluggeräts problematisch werden lassen.

Stimmt so nicht ganz.

Die Latenzen stören bei den besseren FPV-Fliegern nicht. Während bei 
altmodischen Modellflugzeugen die Fernsteuerung die Servos (und somit 
auch die Ruder) direkt ansteuert werden bei den besseren FPV-Modellen 
nur noch Flugrichtung, Geschwindigkeit und Flughöhe sowie deren 
gewünschte Änderungsraten (Beispiel: Sinken von 300m ü.NN auf 250m ü.NN 
mit 0,5m/s, Flugrichtung 180°) vorgegeben.
Damit kann man auch Latenzen von wenigen Sekunden überbrücken. 
Interessant für alle die weit außerhalb ihres Sichtbereiches fliegen 
wollen (natürlich nur da wo es erlaubt ist...)

Nur das Landen ist noch schwierig, wird aber sicher einfacher werden 
sobald es günstige Radarhöhenmesser und DGPS-Empfänger gibt.

von Alex S. (thor368)


Lesenswert?

Ja, um die Frage von Transmitter aufzugreifen, ich habe vor ein 
digitalen Videostream über eine analoge Funkstrecke zu übertragen.

Das Problem, dass LN angesprochen hat ist das Hauptproblem, das ich 
lösen will.

FPV mit einem Raspberry PI und WiFi gibt es auf youtube zu bewundern. 
Allen gemein ist das Problem der Verzögerung. WiFi ist nicht in der Lage 
Verzögerungen kleiner als 120ms zu liefern. Das ist zu viel für die 
meisten. Deswegen wird analog geflogen.

Man könnte dem Problem jetzt mit einem SDR oder ähnlich teurem Equipment 
zuleibe rücken. Allerdings wer will 5.000€ oder mehr für sein FPV 
ausgeben??

Die analogen Videofunkstrecken sind sch***e billig und mit der richtigen 
Kodierung steck da ne Menge Datenrate hinter. Vorteile von einer 
digitalen Strecke wären Fehlerkorrektur und bessere Ausnutzung der 
Bandbreite. Damit sind wahlweise bessere Bildqualität bei niedrigerer 
Reichweite oder umgedreht möglich. Idealerweise sogar dynamisch 
umgeschaltet.

Meine Frage war nun ob das schon mal jemand ausprobiert hat.
Thor

von Schreiber (Gast)


Lesenswert?

Alex S. schrieb:
> Meine Frage war nun ob das schon mal jemand ausprobiert hat.
> Thor

Ja, all jene die außerhalb ihrer Sichtentfernung fligen. Aus Texas einen 
Flugkörper über Bagdad zu steuern und dann auch noch zu treffen geht 
nicht mit den altmodischen, analogen Steuerungen.

von LN (Gast)


Lesenswert?

Schreiber schrieb:
> Aus Texas einen
> Flugkörper über Bagdad zu steuern und dann auch noch zu treffen geht
> nicht mit den altmodischen, analogen Steuerungen.

Nur der Vollständigkeit halber: Die Jungs sitzen nicht nur in Texas an
ihrem Männerspielzeug, sondern angeblich auch in Ramstein, Germany.

Da die Kommunikation hier (teilweise) über militärische Nachrichten-
satelliten geführt wird, treten – unabhängig vom Übertragungsstandard -
grundsätzlich Latenzen auf, die durch die Signallaufzeit im Funkfeld
entstehen.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.