Hallo an Euch,
In einem Fach Artikel habe ich gelesen, dass Low Distortion Transmitter
in Modems eingesetzt werden. Aus Neugier öffnete ich ein herumliegendes
Modem, aber leider fand ich nur einen Pulse Transformator wahrscheinlich
aus Pulverferrit. In der Fachartikel war aber die Rede von
weichmagnetischen laminierten Kernen.
Ihr kenn euch doch sicher aus und könnt mir weiter helfen. Ich würde
gern wissen wo laminierte Kerne verbaut werden und was der Vorteil daran
sein soll.
MfG Andreas
Hallo Andreas,
Bei Trafos findet man sehr oft laminierte Kerne. Siehe Bildchen.
Die einzelnen Metall"platten" sind elektrisch isoliert (beschichtet =
laminiert). Die Laminierung verringert Wirbelstromverluste und damit
Erwärmung. Bedingung: der magnetische Fluss muss parallel zur
Laminierrichtung verläuft.
Als HF-Übertrager kenne ich das nicht. Da kenne ich nur Ferrit als Kern.
Der ist ein Isolator, was Wirbelströmen vorbeugt. Dafür gibts andere
Verluste.
Gruß
M.K.
PS: hier noch ein Link zum Thema:
https://en.wikipedia.org/wiki/Magnetic_core#Laminated_silicon_steel
Hallo Matz,
Ja so mit dem Aufbau und der Physik die dahinter steht kenn e ich mich
schon aus.
Auf der Seite 22 in dieser PDF
https://www.yumpu.com/de/document/view/22940279/vdm-report-nr-27-thyssenkrupp-vdm
kann man lesen das die Bauteile als verzerrungsarme Übertragen in Modems
eingesetzt werden.
Kannst du dir das erklären? Ich finde ja keine. ;-)
MfG Andreas
Hallo Andreas,
Stimmt, unter Bild 29 steht: "Gestanzte Kernbleche aus <diesem
besonderen, beschriebenen Material> für verzerrungsarme Übertrager für
Modems."
Das heißt m.E. aber nur: man kann so einen Übertrager mit laminierten
Blechen in einem Modem einsetzen - muss man aber nicht.
(So ungefähr wie: "Foto: Dies ist ein Leder-Lenkrad für PKWs". Da steht
nicht, das ein Plastik-Lenkrad auch reichen könnte.)
Die Brochure von Thyssen-Krupp ist natürlich auch immer PR für das
Material von Thyssen-Krupp.
Modem ist auch nicht gleich Modem. So arbeiten z.B. DSL-Modems mit
höheren Frequenzen als der uralte Modem Standard, der noch das
Sprachband verwendete. Für hohe Frequenzen können dann kleinere
Übertrager und vielleicht auch ein einfacherer Aufbau verwendet werden,
zu viel günstigerem Preis.
Vielleicht findest Du ein solches Teil noch in einem Uralt-Modem der
ersten Generation.
Sorry, dass ich nur mit Vermutungen beitragen kann.
Gruß
Matz K.
Hallo nochmal,
Ja das mit den uralten Modems hab ich jetzt auch herausgefunden. Im
Internet gibt es ein paar Bilder, auf den zusehen ist wie laminierte
Kernbleche eingesetzt wurden.
Naja da werd ich mich mal auf die Suche begeben. Gibt ja noch andere
Anwendungen Im niederfrequenten Bereich, sowie Telefon und
Gegensprechanlagen.
Was denkst du ?
MfG Andraes
Hallo Andreas,
ich habe noch nicht verstanden, was Dein Ziel ist.
Möchtest Du so ein Ding einfach nur mal haben und mal anfassen,
vielleicht für die "Vitrine" daheim? ;-)
Oder willst Du damit irgendwas bauen - vielleicht was nostalgisches?
Bis jetzt hatte ich die Frage rein akademisch verstanden: "Wozu Low
Distortion Transmitter". Vielleicht magst Du noch was dazu schreiben.
Gruß
Matz
Hallo Matz,
Ich habe einmal gehört, dass der Umgang mit diesem Material sehr
schwierig ist und deshalb möchte ich es wirklich mal anfassen. Bauen
möchte ich nichts damit ;-)
MfG Andreas
Matz K. schrieb:> Mach mal ein altes kleines (Stecker)Netzteil auf. Da wirst du auch einen> Trafo mit Kern aus laminierten Blechen finden.
Und was hat das mit der Frage zu tun? Einem Transformator zur
Stromversorgung ist die Verzerrung der Signalform zwischen Primär- und
Sekundärseite so dermaßen egal, da gibts gar keine Worte für.
Andererseits verstehe ich die Ausgangsfrage nicht. Anscheinend wirbt
irgendein Hersteller mit seinen speziellen (sicher auch teuren) low
distortion Signal-Transformatoren. Andererseits findet der OP die
nirgendwo verbaut. So what? Wahrscheinlich sind die schlicht zu teuer.
Oder die besseren technischen Daten werden gar nicht benötigt. Also
zumindest nicht in den Geräten, die der OP angeschaut hat. Da ist doch
kein Widerspruch?
Axel Schwenke schrieb:> Einem Transformator zur> Stromversorgung ist die Verzerrung der Signalform zwischen Primär- und> Sekundärseite so dermaßen egal, da gibts gar keine Worte für.
Meine Antwort bezog sich auch auf:
Andreas schrieb:> Naja da werd ich mich mal auf die Suche begeben. Gibt ja noch andere> Anwendungen Im niederfrequenten Bereich, sowie Telefon und> Gegensprechanlagen.
Der Netztrafo - als niederfrequente Anwendung - war lediglich ein
weiterer Vorschlag, wo Andreas laminierte Kerne finden kann.
Eine geringe Verzerrung bei Netztrafos kann auch von Vorteil sein, z.B.
um Verluste oder Störungen gering zu halten. Aber zugegebenermaßen ist
das eine andere Intention, als bei einer "Low Distortion"
Datenübertragung beim Modem.
Matz
Hallo Zusammen,
Hab noch nichts gefunden. Ja natürlich habe ich schon
Netztransformatoren aufgeschraubt und die klumpigen schweren Trafos
inspiziert. ;-)
Ein Low-Distortion Umwandler schneidet ja die Oberwellen ab und bringt
somit ein "schöneres" Signal am Eingang, oder? Das die Modemsache ein
bisschen alt ist, da gebe ich euch Recht. Außer jemand möchte ein
Telefonnetz nutzen, um Daten über weite Strecken zu transportieren. In
Nordindien oder so.
Mal anders gedacht: Was macht der Kern wenn Gleichstrom anliegen würde?
MfG Andreas
Hallo Andreas,
Ein Übertrager hat ein Bandpassverhalten (wenn die Last ohmisch ist). Es
gibt Übertrager mit einer oberen Grenze bis einige GHz (z.B. LAN
Übertrager), die mit wenigen Windungen auskommen. Die untere
Grenzfrequenz ist umso niedriger, desto größer die Induktivität ist.
Dafür braucht es Platz (Größe). Wenn man den Übertrager anders als
ohmisch belastet, dann kann der aber auch ganz wilde Sachen machen
(Resonanz, Teil eines Schwingkreises...).
Bei Gleichstrom ist das Ding ein Elektromagnet. Leider ohne Pole, da der
Kern ja geschlossen ist. Damit kommt er dann auch schnell in die
Sättigung.
Wirbelströme können sich dann nicht bilden, weshalb für diese
"Betriebsart" die Isolierwirkung der Laminierung nicht gebraucht wird.
Ich glaub das Teil verhält sich dann so, als wäre der Kern massiv aus
gleichem Material, weil der magnetische Fluss unabhängig von den dünnen
elektrischen Isolierschichten (Laminierung) sich in allen Blechen
ausbreiten kann.
Auf der Primärseite kommt natürlich auch nix an. Bandpass eben.
Ich vermute mal, dass das was besagter Hersteller als Übertrager für Low
Distortion anbietet, ein Übertrager ist, der in einem bestimmten
Anwendungs-Frequenzband eine möglichst glatte Übertragungskurve hat.
Gruß Matz.