Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Linux für Mikrocontroller kleiner?


von Thomas (Gast)


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Hallo Zusammen,
ich habe eine kurze Frage. Ich würde gerne mit einer 4 GB Speicherkarte 
mein Raspberry in Betrieb nehmen. Dafür gibt es z.B. Debian Wheezy und 
andere. Sind diese Linux Systeme kleiner als die Standard-Systeme? Als 
ich Xubuntu aufgspielt habe, hat mir der Mini-Rechner beim booten 
angezeigt, dass ich mindestens 5,4 GB freien HHD Platz benötige.

Gerne würde ich außerdem erfahren, warum das Rasbian bzw. Debian Wheezy 
für Raspberry auf einem USB-Stick beim Hochfahren eines normalen Rechner 
nicht bootet, owohl ich ein bootfähiges Image aufgespielt habe? Hängt es 
damit zusammen, dass dieses Linux System nur für Raspberry lauffähig 
ist?

von Peter II (Gast)


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Thomas schrieb:
> Gerne würde ich außerdem erfahren, warum das Rasbian bzw. Debian Wheezy
> für Raspberry auf einem USB-Stick beim Hochfahren eines normalen Rechner
> nicht bootet, owohl ich ein bootfähiges Image aufgespielt habe? Hängt es
> damit zusammen, dass dieses Linux System nur für Raspberry lauffähig
> ist?

weil Programm CPU-Architektur abhängig sind. Du kannst auf einen x68 
keinen arm code ausführen.

> ich habe eine kurze Frage. Ich würde gerne mit einer 4 GB Speicherkarte
> mein Raspberry in Betrieb nehmen. Dafür gibt es z.B. Debian Wheezy und
> andere.
dann mach doch

> Sind diese Linux Systeme kleiner als die Standard-Systeme?
was sind Standard-Systeme? Debian Wheezy ist für mich auch Standard.

von Nil (Gast)


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Das Debian Weezy ist für ARM Systeme, wie das Raspberry eins ist. Dein 
PC, der wahrscheinlich keinen ARM Prozessor besitzt, kann damit wenig 
anfangen.

von Mampf F. (mampf) Benutzerseite


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Nils Friess schrieb:
> Das Debian Weezy ist für ARM Systeme, wie das Raspberry eins ist. Dein
> PC, der wahrscheinlich keinen ARM Prozessor besitzt, kann damit wenig
> anfangen.

ob das Ding dann auf einen Windows Surface RT Notebook booten würde? 
lol

von Peter II (Gast)


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Mampf F. schrieb:
> ob das Ding dann auf einen Windows Surface RT Notebook booten würde?

vermutlich nicht, weil der ARM bootprocess nicht wirklich standardisiert 
ist.

von Georg B. (diereinegier)


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Thomas schrieb:
> Hallo Zusammen,
> ich habe eine kurze Frage. Ich würde gerne mit einer 4 GB Speicherkarte
> mein Raspberry in Betrieb nehmen. Dafür gibt es z.B. Debian Wheezy und
> andere. Sind diese Linux Systeme kleiner als die Standard-Systeme? Als
> ich Xubuntu aufgspielt habe, hat mir der Mini-Rechner beim booten
> angezeigt, dass ich mindestens 5,4 GB freien HHD Platz benötige.

4 GB reichen ganz schnell nicht mehr, wenn das gesamte System auf der 
SD-Karte leben soll.

>
> Gerne würde ich außerdem erfahren, warum das Rasbian bzw. Debian Wheezy
> für Raspberry auf einem USB-Stick beim Hochfahren eines normalen Rechner
> nicht bootet, owohl ich ein bootfähiges Image aufgespielt habe? Hängt es
> damit zusammen, dass dieses Linux System nur für Raspberry lauffähig
> ist?

Das liegt daran, daß die Raspberry Pi HARDWARE immer von der ersten 
FAT-Partition auf der SD-Karte bootet. Das lässt sich nicht ändern.

Man kann allerdings nur die Boot-Partition auf der SD-Karte speichern 
und den ganzen Rest auf einen USB-Stick legen, wenn man will. Wenn Du 
schon weißt, was Linux mit den Einträgen in /etc/fstab macht und Dir die 
Konfigurationsdateien in der Boot-Partition ansiehst, dann bekommst Du 
das schon hin.

Ansonsten googlen:
http://www.lexxi.at/2013/12/01/root-partition-des-raspberry-auf-usb-stick-auslagern/

von Stefan F. (Gast)


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> Hängt es damit zusammen, dass dieses Linux System nur für Raspberry
> lauffähig ist?

Ja genau. Die Linux Versionen für Desktops und Server enthalten fast 
alle Treiber für jede unterstützt Hardware. Geladen wir nur, was 
gebraucht wird, aber die Dateien sind alle da.

Beim Raspberry Pi ist die Hardwarevielfalt deutlich geringer. Z.B. gibt 
es dort nur eine Grafikkarte. Möglicherweise haben sie dort auch 
Druckertreiber komplett ausgelassen.

Ein minimales Linux für X-Terminals kriegt man sogar auf 16 Megabytes 
gequetscht. Aber wenn da ein Webbrowser mit Multimedia Widergabe drauf 
soll, bist du schon bei Gigabytes.

4GB ist für ein Grafisches System mit Multimedia und 
Entwicklungsumgebung arg knapp.

von Peter II (Gast)


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Stefan Us schrieb:
>> Hängt es damit zusammen, dass dieses Linux System nur für Raspberry
>> lauffähig ist?

> Beim Raspberry Pi ist die Hardwarevielfalt deutlich geringer. Z.B. gibt
> es dort nur eine Grafikkarte. Möglicherweise haben sie dort auch
> Druckertreiber komplett ausgelassen.

was so pauschal nicht stimmt. Man kann einen Großteil der Hardware 
einfach per USB anstecken ( ja auch Grafikkarten und Drucker).

Die Treiber sind fast alle da.

von Hellmut K. (hkohlsdorf)


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Der Raspi benötigt eine µSD-Karte, weil der Bootvorgang mit dem 
VideoCore des Broadcom SoC beginnt und der greift auf die µSD-Karte zu. 
Danach leitet er für den weiteren Bootvorgang den Job an den ARM-Core 
weiter.
Man kann allerdings den Speicherbedarf auf der µSD-Karte dadurch 
minimieren, dass man dort nur den Inhalt in Boot Verzeichnis aus eine 
Wheezy oder Jessy Image kopiert und dann eine Datei editiert. Der Rasp 
arbeitet danach bei mir von einer USB-Festplatte aus. Ist dann etwas 
schneller, aber ein weiterer Engpass ist halt die Implementation der 
USB-Schnittstelle im Broadcom SoC, der alle USB-I/F über ein internes 
USB 2.0 leitet.
Im Internet googeln findest du wie man das genau macht!

von S. R. (svenska)


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Thomas schrieb:
> Sind diese Linux Systeme kleiner als die Standard-Systeme?

Nein.

Aber auf einem "Raspberry-Pi-Image" ist weniger Software vorinstalliert, 
weil die schlicht nicht nötig ist. Die Pakete sind für beide Varianten 
ungefähr gleich groß.

> Gerne würde ich außerdem erfahren, warum das Rasbian bzw. Debian Wheezy
> für Raspberry auf einem USB-Stick beim Hochfahren eines normalen Rechner
> nicht bootet, owohl ich ein bootfähiges Image aufgespielt habe?

Das liegt daran, dass ein Raspberry Pi kein PC ist. Auf dem Pi läuft 
schließlich auch kein Windows.

von Michael S. (e500)


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S. R. schrieb:
> Auf dem Pi läuft schließlich auch kein Windows.

Falsch! Sogar Windows 10 ;)

von Noch einer (Gast)


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> Ich würde gerne mit einer 4 GB Speicherkarte

Glück gehabt! Seit kurzem gibt es ein "Raspian Jessie Lite".

Es installiert nur die Pakete, die jeder braucht. Danach kannst du nur 
das installieren, was du wirklich haben willst.

von Peter II (Gast)


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Noch einer schrieb:
> Glück gehabt! Seit kurzem gibt es ein "Raspian Jessie Lite".

gibt es schon lange unter anderen namen:

https://minibianpi.wordpress.com/

von Lothar (Gast)


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Stefan U. schrieb:
> 4GB ist für ein Grafisches System mit Multimedia und
> Entwicklungsumgebung arg knapp

RISCOS auf dem Pi bleibt mit all dem unter 100 MB

Insbesondere auf dem Pi Zero als Mikrocontroller-Ersatz die beste Wahl

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Prinzipiell kann man immer den Platzbedarf eines rootfs durch 
komprimieren verkleinern. Grosse Teile muessen eh' nur readonly sein, 
also kann man die bequem z.b. auf ein squashfs unterbringen. Die 
beschreibbaren Teile dann halt separat mounten oder z.b. per Overlayfs 
ueber das squashfs "drueber". Davon wird die Kiste halt nicht schneller, 
aber 's passt mehr auf die 4GByte SD-Card.

Gruss
WK

von Stefan F. (Gast)


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> RISCOS auf dem Pi bleibt mit all dem unter 100 MB

Beos kommte man sogat mal von zwei Disketten booten, inclusive Web 
Browser und Email Client.

> Komprimieren...Davon wird die Kiste halt nicht schneller,
> aber 's passt mehr auf die 4GByte SD-Card.

Bei den Preisen aktueller Speicherkarten würde ich das bleiben lassen.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Stefan U. schrieb:
>> Komprimieren...Davon wird die Kiste halt nicht schneller,
>> aber 's passt mehr auf die 4GByte SD-Card.
>
> Bei den Preisen aktueller Speicherkarten würde ich das bleiben lassen.

Ja, zumindest aus Gruenden der Groesse. Diese Readonly-FS machen das 
System aber auch recht robust gegenueber ploetzlichem Ausschalten. Die 
nehmen's nicht krumm, wenn sie gemounted ploetzlich den Stecker gezogen 
bekommen.

Gruss
WK

von Markus (Gast)


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Thomas schrieb:
> Sind diese Linux Systeme kleiner als die Standard-Systeme? Als
> ich Xubuntu aufgspielt habe, hat mir der Mini-Rechner beim booten
> angezeigt, dass ich mindestens 5,4 GB freien HHD Platz benötige.

Na sicher doch. Hast du mal gesehen, wie winzig eine micro-SD-Karte ist 
im Vergleich zu einer Harddisk?
Ist doch offentsichtlich, dass das Betriebssystem auf einer SD-Karte 
kleiner wird.

von Jobst M. (jobstens-de)


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Es gibt zig Live-Linuxe für den PC, welche mit einer einzigen CD 
auskommen.

Wie war die Frage nochmal? :-D


Gruß

Jobst

von Tim Taylor (Gast)


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Ansonsten kann man sich auch mal Buildroot (https://buildroot.org/) 
anschauen. Hab mir damit ein Readonly System für den Raspberry mit Wlan, 
dhcp, ssh und GPIO in 29MB gebastelt. Der Vorteil ist, nach dem Booten 
kann man die SD wieder abziehen und auch sonst geht beim plötzlichen 
Abschalten nix kaputt...

von Daniel A. (daniel-a)


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Thomas schrieb:
> Dafür gibt es z.B. Debian Wheezy und
> andere. Sind diese Linux Systeme kleiner als die Standard-Systeme? Als
> ich Xubuntu aufgspielt habe, hat mir der Mini-Rechner beim booten
> angezeigt, dass ich mindestens 5,4 GB freien HHD Platz benötige.

Ein Xubuntu enthällt viel mehr Packete als ein Debian. Das debian 
stretch, dass ich mit debootstrap für meine LXC Container erstellt habe, 
ist gerade mal 320MB gross.

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