Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Beschleunigungssensor löten oder?


von Eugen O. (scape)


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Guten Morgen zusammen.
Möchte mich erstmal kurz vorstellen. Bin der Eugen, 30 Jahre alt und 
komme aus Eschweiler. Normalerweise komme ich aus dem mechanischen 
Bereich, bzw bei meiner jetzigen Frage aus dem Automobilbereich. Ich 
hoffe ich bin im richtigen Unterforum gelandet.
Nun zu meiner Frage:
An meinem Audi sind Beschleunigungssensoren für das Luftfahrwerk 
verbaut. Diese erkennen die wippbewegungen der Karosserie und Regeln die 
Dämpfer nach.
Jetzt muss ich die Kontakte am Stecker der Sensoren erneuern. Die 
Kontakte und die Sensoren sind vergoldet. Kabel ist ein normales 
Kupferkabel verdrillt. An den neuen Kontakten sind schon Kabel von Audi 
aus befestigt, diese muss ich nun mit dem verlegten Kabel vom 
Steuergerät verbinden. Da stelle ich mir die Frage, wie ich es am besten 
mache. Gedacht habe ich ans löten. Da aber die Sensoren im ms Bereich 
arbeiten, bin ich mir nicht sicher ob der Widerstand des Lötzinns nicht 
zu groß ist. Nach Recherche im Internet soll Lötzinn keine so besondere 
Leitfähigkeit haben wie z.b. Kupfer oder Gold. Werde ich damit Probleme 
bekommen können oder kann ich es ohne weiteres einsetzen?
Ihr habt in dieser Hinsicht bestimmt um einiges mehr Erfahrung.

Vielen Dank schonmal im Voraus.

Mfg
Eugen

von Max D. (max_d)


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Also solange du sauber lötest, das Zinn nicht kalt fließt (also das 
Kabel vollständig benetzt und nichtnur an der Oberfläche klebt) und du 
das ganze nachher richtig verpackst (Schrumpfschlauch und Co) solltest 
du keine Probleme kriegen.

von Eugen O. (scape)


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Danke für deine Antwort. Das hört sich doch gut. Sollte ich dafür extra 
Lötzinn nutzen, oder kann ich das von meinen Elektrikern aus dem Betrieb 
nehmen?

von Max D. (max_d)


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Also solange das Lot von deinem e-ler ganz normales 60/40 Blei Gebräu 
mit flussmitellkern ist (wovon ich jetzt mal ausgehen würde) ist es ok 
einfach das zu benutzen.
Wenn es irgendein bleifreier Kram ist würde ich es nicht nehmen, das 
benetzt die Kabel viel schlechter.

von Martin L. (martin_l795)


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Intuitiv wuerde ich meinen, das das Lötzinn bei Signalen im ms Bereich 
keinerlei Problem sein dürfte....bei Digitaschaltungen klappts ja auch 
im  millionenfach kleineren Bereich.

von Eugen O. (scape)


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Das geht ja flott hier mit dem antworten. Vielen Dank.
Werde es heute mal in Angriff nehmen und berichten. Die Kabellitzen 
werde ich miteinander verdrillen und dann verlöten. Oder ist das eine 
schlechte Idee ?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Eugen Oster schrieb:
> Oder ist das eine
> schlechte Idee ?

Alles bestens. Denk dran, den Schrumpfschlauch vorher rüberzuziehen 
:-P

Wenn du Probleme mit Feuchtigkeit erwartest, nimm entweder 
Schrumpfschlauch mit Kleber schon drin, oder suppe ihn vor dem 
Schrumpfen ein.

von Frank K. (fchk)


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Das Problem mit Lötverbindungen ist nicht die Leitfähigkeit.

Das Problem ist, dass Du Dir eine Sollbruchstelle einhandelst. 
Feindrähtige Kupferkabel sind flexibel. Sobald dieses Geflecht sich mit 
Lötzinn vollsaugt, wird es spröde, und erfahrungsgemäß kommt es nach 
einiger Zeit durch Vibrationen zu Kabelbrüchen.

Aus diesem Grund werden in der Automobiltechnik 
Crimp-(Quetsch-)Verbindungen eingesetzt. Beim sachgerechten Crimpen mit 
dem dafür vorgesehenen Werkzeug entsteht eine gasdichte Verbindung 
Kupfer auf Kupfer, und die Flexibilität bleibt erhalten.

fchk

von lrep (Gast)


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Eugen Oster schrieb:
> Da aber die Sensoren im ms Bereich
> arbeiten, bin ich mir nicht sicher ob der Widerstand des Lötzinns nicht
> zu groß ist.

Nein, das ist kein Thema. Gewöhnliches Lötzinn ist auch für 
millionenfach höhere Geschwindigkkeiten noch gut genug.

Allerdings befürchte ich andere Kompatibilitätsprobleme, denn 
normalerweise sind die passenden Teile doch so konfektioniert, dass man 
sie nur noch zusammen zu stecken braucht?

von Martin L. (martin_l795)


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Frank K. schrieb:
> Das Problem mit Lötverbindungen ist nicht die Leitfähigkeit.
> ....


OT, aber danke! Wieder was nützliches gelernt.

von Cyblord -. (cyblord)


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Matthias S. schrieb:
> Eugen Oster schrieb:
>> Oder ist das eine
>> schlechte Idee ?
>
> Alles bestens. Denk dran, den Schrumpfschlauch vorher rüberzuziehen
> :-P

Wie mit dem Gummi. Kann man sich gut merken.

von Peter D. (peda)


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Frank K. schrieb:
> Aus diesem Grund werden in der Automobiltechnik
> Crimp-(Quetsch-)Verbindungen eingesetzt.

Nur so sollte man es machen!
Und vorher erstmal üben, bis man eine zugfeste Verbindung zustande 
kriegt.
Wenn man keine Spezialzange hat, erst das Kupfer crimpen und dann die 
Isolierung.

Löten kannst Du nur bei Car-Hifi, da ein aussetzender Lautsprecher 
keinen Schaden anrichtet.

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