Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Chroma-Shift beim Röhrenfernseher einstellbar?


von batman (Gast)


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Hallole,
ich habe mit meinem alten Nordmende F17 jetzt den Sprung ins digitale 
Zeitalter gewagt und einen DVB-C Receiver an den Y/C (S-Video) über 
Scart angeschlossen. Bei RGB-Kopplung reicht der Kontrast nicht bringt - 
evt. Pegel zu schwach?!.
S-Video bringt ein ganz schönes Bild, nur die Farbe ist ein paar mm nach 
rechts, gegenüber dem Y-Luminanzbild, verschoben. Nicht sehr stark, aber 
ich seh es.
Jetzt weiß ich in meiner Verzweiflung nicht, was ich machen soll. Kann 
man so einen Fernseher irgendwie nachjustieren oder liegt die 
Verschiebung bzw. Signalverzögerung vielleicht eher am Receiver? An 
beiden Geräten hatte ich vorher noch nichts über S-Video angeschlossen.
Wer kennt sich mit so einer Technik noch aus?

von Joe F. (easylife)


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Willst du nicht einfach 100 EUR für nen neuen Flatscreen ausgeben?
Das Geld hast du in einem Jahr durch die Stromrechnung wieder zurück.

von batman (Gast)


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Nö danke, die flachen Dinger bringen mir zu wenig Kontrast und was man 
für 100€ kriegt hust naja nee. Ok, wenn ich ihn nicht einschalte, hab 
ich noch mehr Strom gespart.
Ich muß morgen nochmnal mit anderem Scartkabel testen, kann das daran 
liegen? Bei einem zweiten Kabel sehe ich jetzt so keine 
Farbverschiebung. Allerdings gibt das billige Kabel generell keine so 
scharfen Konturen wie das bessere.

von Andreas L. (andi84)


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Frage:

wenn du ein S/W-Bild anzeigst oder per COmposite reingehst, hast du dann 
auch einen Farbversatz?
Dann musst due die Konvergenz nachstelen.

Sonst klingt das nach Laufzeitproblemen. Wo das herkommen könnte, kein 
Plan.
Aber die RGB-Pegel anpassen geht mit ein paar Video-OPAmps.
Aber ich versteh es durchaus, dass man so ein schönes altes Gerät 
weiternutzen will. Habe selber einen Stapel Studio-Trinitrons rumstehen.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Du kannst Y nochmal durch eine Verzögerungsleitung schicken. Eigentlich 
sollte der Fernseher das aber schon haben, um die Laufzeitunterschiede 
zwischen Chroma und Luma auszugleichen.
Der U4646B (Video-Jungle) hat angeblich an Pin 36 - dem Pin, an dem das 
Y eingespeist wird - eine Verzögerungsleitung drin, das haut aber mit 
deinem Receiver anscheinend noch nicht ganz hin.
Schaltplan in schlechter Qualität gibts bei elektrotanya:
http://elektrotanya.com/nordmende_f17.pdf/download.html

: Bearbeitet durch User
von michael_ (Gast)


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batman schrieb:
> Bei RGB-Kopplung reicht der Kontrast nicht bringt -
> evt. Pegel zu schwach?!.

Das höre ich zum ersten mal!
Hast du überhaupt ein voll belegtes SCART-Kabel?
Und hast du beim Receiver mal ins Menü gekuckt? Dort sollte man 
einstellen, wie das Signal ausgegeben wird.
Was ist das für eine alte Möhre von Receiver, die einen S-Video Ausgang 
hat.

batman schrieb:
> Nö danke, die flachen Dinger bringen mir zu wenig Kontrast und was man
> für 100€ kriegt hust naja nee.

Erzähl mal noch einen Witz!

von Icke ®. (49636b65)


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batman schrieb:
> Jetzt weiß ich in meiner Verzweiflung nicht, was ich machen soll

In die gelben Seiten gucken, wo sich a) der nächste Wertstoffhof und b) 
der nächste Elektromarkt befinden. Wozu ein Digitalreceiver, wenn die 
Röhrenkiste auf PAL-Auflösung beschränkt ist? Ich habe mich auch lange 
gesträubt, aber irgendwann muß man loslassen.

> die flachen Dinger bringen mir zu wenig Kontrast

Halte ich für ein Gerücht. CRTs bringen ca. 500:1, aktuelle LCD-TVs 
einige 1000 zu eins und Plasma mehrere Mio zu eins. Kissenverzerrungen 
und  Konvergenzfehler gibt es bei Flatscreens prinzipbedingt nicht und 
die Farben sind gleichmäßig und kräftig. Den einzigen Vorteil der Röhre 
sehe ich in der besseren Schärfe bei sehr schnellen Bewegungen. 
Angesichts der gravierenden Nachteile wäre das für mich aber kein Grund, 
dabei zu bleiben.

von Peter D. (peda)


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Wenn Du DVB-C guckst, dann sind doch die ÖRs fast alle unverschlüsselt 
in HD. Da grämt sich der Receiver, wenn er das wieder auf analog 
schlechtrechnen muß.

Auch ist es bei günstigen Receivern normal, daß beim alten analog 
Ausgang wenig Wert auf Qualität gelegt wird. Der analoge Ausgang wird 
nur noch als Notbehelf angesehen, nicht als Hauptnutzung.
Kann gut sein, daß es nur ein SW-Fehler ist, der aber wegen 3 Hanseln, 
die ihn auch benutzen, wohl kaum behoben wird.

Hast Du schon mal 1920*1080 TV angesehen?
Vermutlich nicht, denn sonst hättest Du die alte Möhre längst entsorgt.

von konsum (Gast)


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So machen Laien das halt: Statt den Dingen auf den Grund zu gehen, 
entsorgen und neu kaufen.

von derguteweka (Gast)


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Moin,

Mit einer Handvoll 2.2uH Spulen und 390p Kondensatoren koennte man eine 
"Verzögerungsleitung" fuer das Y Signal aufbauen...

Gruss
WK

von Andreas L. (andi84)


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Naja, so schlecht ist Analog-TV vom Bild her garnicht, wenn das Gerät 
gut ist.
Wir gucken in der Küche nun wieder auf einem Trinitron, weil sich die 
TFT-Deppenlaterne nun zum zweiten Mal mit dem gleichen Fehler 
verabschiedet hat und ich aufs reparieren desselbigen so langsam keinen 
Bock mehr hab.

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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derguteweka schrieb:
> Moin,
>
> Mit einer Handvoll 2.2uH Spulen und 390p Kondensatoren koennte man eine
> "Verzögerungsleitung" fuer das Y Signal aufbauen...

Man findet solche Verzögerungsleitungen auch oft im Y Bereich älterer 
Fernseher, ist meistens sowas um die 400ns und eingebaut in ein 
Metallröhrchen - nicht zu verwechseln mit den H-Delay Lines in 
Plastikgehäuse for Chroma, die verzögern um eine ganze Zeilenlänge.

Ich habe sowas mal aus einem Videostudio ausgebaut mit vielen 
Kippschalterchen, an denen man beliebige Verzögerungen bis 5 µs 
einstellen konnte.

Digital geht natürlich auch, z.B. mit dem AD8120. Allerdings ist 5mm*5mm 
mit 32 Pins nicht gerade bastlerfreundlich.

von derguteweka (Gast)


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Moin,

Matthias S. schrieb:
>
> Man findet solche Verzögerungsleitungen auch oft im Y Bereich älterer
> Fernseher, ist meistens sowas um die 400ns und eingebaut in ein
> Metallröhrchen - nicht zu verwechseln mit den H-Delay Lines in
> Plastikgehäuse for Chroma, die verzögern um eine ganze Zeilenlänge.

Und sind jeweils natuerlich nicht fuer 75 Ohm Abschluesse geeignet.


> Digital geht natürlich auch, z.B. mit dem AD8120. Allerdings ist 5mm*5mm
> mit 32 Pins nicht gerade bastlerfreundlich.

Mit max. 50ns Delay ( oder 150nS wenn man alle 3 Kanaele benutzt) auch 
nicht wirklich erste Wahl. Zudem brauchen die 'ne Stromversorgung und 
irgendwas, was I2C oder SPI spricht...

Gruss
WK

von oldeurope O. (Gast)


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Es gibt da auch delay ccd's (für den drop out kompensator von 
Videorecordern).
Die sind sehr einfach zu beschalten. Habe mir damit schon Normwandler
gebaut:

http://normwandler.blogspot.de/2008/11/normwandler-mk-i-einfhrung.html

In dem Fall hier könnte schon ein Tiefpass in der Y-Leitung
genügen. Erst wenn das merklich unscharf wird, würde ich
eine aufwendigere Methode anwenden.

LG
old.

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