Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik PPTC / rückstellende Sicherung für Multimeter ?


von Petr t. (vicon)


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hallo liebes Forum,

ich habe da eine Frage bzw. ein Problem.

Ich brauche für mein Multimeter eine neue Sicherung, habe mir zwar eine 
neue gekauft, aber auf das Träge und Flink nicht geachtet, jetzt habe 
ich eine Träge drin und weiß nicht ob die nun den Zweck im Multimeter 
richtig erfüllt (T200mA/250V/Radial).
Wer schön wenn mir jemand sagen kann ob das auch geht oder ob das nicht 
gut ist.
Solche Sicherungen sind es
http://www.pollin.de/shop/t/ODQ4OTA5OTk-/Bauelemente_Bauteile/Passive_Bauelemente/Sicherungen/Kleinstsicherungen.html
Danke

Nun zum anderen Thema, kann man denn eigentlich eine PPTC Sicherung im 
Multimeter verwenden anstatt eine gewöhnliche Sicherung ?
Habe dazu bisher nichts passendes gefunden.

Danke

von Ulrich F. (Gast)


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Eine  durchgebrannte Sicherung vermittelt einem das (berechtigte) 
Gefühl, irgendwas grundsätzlich falsch gemacht zu haben.
Wenn man das richtige daraus lernt, macht man nie wieder Multimeter 
Sicherungen kaputt.

Petr t. schrieb:
> kann man denn eigentlich eine PPTC Sicherung im
> Multimeter verwenden anstatt eine gewöhnliche Sicherung ?
Ich würde es nicht tun.

Warum möchtest du den gleichen Fehler häufiger machen?

von MaWin (Gast)


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Eine Sicherung soll etwas schützen.
Das kann sie nicht, wenn das zu Schützende schneller kaputt geht als die 
Sicherung.
Träge oder PTC-Sicherungen sind extrem langsam, die benutzt man zur 
Absicherung von Trafos, Motoren oder Kabeln, die sich bei Überlast nur 
langsam erwärmen.
Bevor die sichern, ist dein Gerät schon längst in Rauch aufgegangen.
Kaufe die richtige Sicherung, mit dem nötigen Trennvermögen.
Nicht bloss die billigste Feinsicherung die du bekommen kannst.

Vielleicht war in deinem Gerät folgende drin:

http://www.conrad.de/ce/de/product/535530/?gclid=COyJm5jOr8YCFSvItAodXHAIWQ&insert_kz=VQ&hk=SEM&WT.srch=1&WT.mc_id=google_pla&s_kwcid=AL!222!3!48256857057!!!g!!&ef_id=VY5zgwAABbizuQlk:20150627095739:s

Multimeter mit 1000V Gleichspannungsbereich brauchen noch bessere 
(teurere) Sicherungen.

von Petr t. (vicon)


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Danke,

aber mein Problem ist, das die Sicherung die ich brauche zu teuer sind.
Für eine Radialsicherung F200mA muss ich 5,99€ bezahlen, hignegen für 
eine Träge des gleichen typs nur 0,60€ deswegen ist das sehr wichitg.
Es hat außerdem nichts mit lektion zu tun. es kann jedem mal passieren 
das man unvorsichtig ist und man kurz einen falschen kontakt hat und 
dann ist es schon gelaufen :(


Was wäre wenn ich statt 200mA PPTC eine mit weniger mA nehme ?
Dann wäre es doch sicherer was die Erwärmung angeht.

Es sind ja keine 10A sondern "nur" max. 200mA.

von Harald W. (wilhelms)


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Petr t. schrieb:

> Es sind ja keine 10A sondern "nur" max. 200mA.

Es geht hier weder um 200mA noch um 10A, sondern um einige 1000A,
die die Sicherung noch trennen können muss, wenn Du das Multimeter
im Strombereich direkt an 400V~ legst.

von Ulrich F. (Gast)


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Petr t. schrieb:
> Es hat außerdem nichts mit lektion zu tun. es kann jedem mal passieren
> das man unvorsichtig ist und man kurz einen falschen kontakt hat und
> dann ist es schon gelaufen
Doch, das ist eine Lehre!
Und du bist gerade dabei, daraus die falschen Schlüsse zu ziehen.

von Luca E. (derlucae98)


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Wenn dir bei der nächsten Überlast die Sicherung samt Multimeter 
abfackelt, wünschst du dir, die 6€ in eine ordentlich Sicherung 
investiert zu haben. Der Hersteller hätte auch gerne gespart, die 
HRC-Sicherungen sind da nicht ohne Grund drin.

von MaWin (Gast)


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Petr t. schrieb:
> aber mein Problem ist, das die Sicherung die ich brauche zu teuer sind.

Niemand zwingt dich, die Sicherung durchbrennen zu lasen.

Wieso ist sie überhaupt kaputt ?

Ich habe hier ein halbes Dutzend Multimeter, einige 40 Jahre alt, und in 
keiner ist bisher eine Sicherung kaputt gegangen.

Mir sind Sicherungen auch zu teuer, ich denke lieber vorher nach.

Aber gesichert bin ich schon ganz gerne, von einer Sicherung, die im 
Notfall auch hilft.

Du stichst jedoch in See mit einer Badeente als Lebensrettungsweste, 
kletterst auf die Zugspitze mit einem Bettlaken zum abseilen.

Das ist noch dümmer, als das beim messen nicht zu denken.

von Petr t. (vicon)


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Harald W. schrieb:
> Es geht hier weder um 200mA noch um 10A, sondern um einige 1000A,
> die die Sicherung noch trennen können muss, wenn Du das Multimeter
> im Strombereich direkt an 400V~ legst.

Ich messe mit meinem "Hobby Multimeter" keine so hohen Spannungen, das 
höchste was es mal an spannungen gesehen hat, waren 20V durch eine Step 
up schaltung.

Mir geht es nun darum, ob es gefährlich ist eine Träge Sicherung im 
Multimeter zu haben oder nicht, kann ich denn auch Sicherungen nehmen 
die über 200mA liegen zb. 400mA? Das glaube ich eher nicht oder was 
meint ihr ?

Jeder macht mal Fehler, schön ich habe die Lektion durch einen 
versehentlichen Kurzschluss "gelernt", mir gefällts auch nicht, aber 
jetzt habe ich Geld für eine Sicherung raus geschmissen die womöglich 
nichts bringt, deswegen möchte ich euch freundlich fragen, kann mir 
jemand sagen und erläutern warum die Träge nicht gut genug für das 
Multimeter ist ?

Danke :)

von Peter D (Gast)


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Petr t. schrieb:
> Mir geht es nun darum, ob es gefährlich ist eine Träge Sicherung im
> Multimeter zu haben oder nicht, kann ich denn auch Sicherungen nehmen
> die über 200mA liegen zb. 400mA? Das glaube ich eher nicht oder was
> meint ihr ?

Für dich ist es egal. Dein Multimeter stirbt dann halt.

von Ulrich F. (Gast)


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Hmmmm .....

Der Hersteller baut eine teure flinke ein.
Du eine Träge...

Naja...
Vermutlich wird die träge Sicherung ein anderes Ansprechverhalten haben 
als die flinke. Es könnte also sein, dass deine Sicherung nicht in der 
Lage ist, das Messgerät wirksam zu schützen.

Klartext:
Du hast da einen dicken Draht eingebaut und erwartest jetzt Absolution 
von uns.

von shok (Gast)


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Petr t. schrieb:
> kann mir
> jemand sagen und erläutern warum die Träge nicht gut genug für das
> Multimeter ist ?

Ohne Schaltplan geht das nicht. Im Prinzip muß der I²t-Wert (*) der 
Sicherung kleiner sein als der der zu schützenden Bauteile.

So habe ich z.B. keine Lust die Funktion der Sicherung in meinem UT61 
ohne Not zu testen.
Beitrag "Re: Multimeter von Uni-T von EEVBlog total zerissen, aber was taugt dann noch der TÜV?"

(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Grenzlastintegral

von Achim S. (Gast)


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Petr t. schrieb:
> kann mir
> jemand sagen und erläutern warum die Träge nicht gut genug für das
> Multimeter ist ?

Hat Mawin doch schon getan:

MaWin schrieb:
> Eine Sicherung soll etwas schützen.
> Das kann sie nicht, wenn das zu Schützende schneller kaputt geht als die
> Sicherung.

Gibt es zu deinem Multimeter auch eine Typangabe? Oder vielleicht sogar 
ein Handbuch, in dem steht, welche Sicherung einzusetzen ist?

Im Handbuch meines Multimeters wird eine FF(ultrarapid) Sicherung 
verlangt. Das mit T ersetzen zu wollen, weil die Sicherung wenig kostet, 
ist eine Schnapsidee.

von Petr t. (vicon)


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Achim S. schrieb:
> MaWin schrieb:
>> Eine Sicherung soll etwas schützen.
>> Das kann sie nicht, wenn das zu Schützende schneller kaputt geht als die
>> Sicherung.
>
> Gibt es zu deinem Multimeter auch eine Typangabe? Oder vielleicht sogar
> ein Handbuch, in dem steht, welche Sicherung einzusetzen ist?

Danke MaWin und Achim.

Ich habe ein Multimeter von Voltcraft VC150-1
Aber im Datenblatt wird nichts von 200mA Sicherung geschrieben, nur von 
1A und 10A auf Seite 21 des Datenblatts
http://www.produktinfo.conrad.com/datenblaetter/1000000-1099999/001090520-an-01-ml-VOLTCRAFT_VC150_1_DIGITAL_MU_de_en_fr_nl.pdf

(Ich habe bisher immer eine Radial Sicherung reingelötet, weil ich nicht 
die passende Größe gefunden habe :( ^^ )

von Bernd R. (Firma: Promaxx.net) (bigwumpus)


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Such bei Reichelt mal nach MMS (Multimetersicherung), die kosten ca. 
knapp 2 Euros und können 600V, superflink und 1000A trennen...

von Minimalist (Gast)


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Also,
Multimeter Brauchen mit wachsender CAT-Einstufung immer bessere 
Sicherungen. Wenn du wirklich nur (!) In Batteriebetriebenen Schaltungen 
messen willst (und damit meine ich keine Autobatterien), oder in 
Schaltungen hinter einem Netzteil, welches die Leistung begrenzt, kannst 
du dir auch ein messkabel zum Strommessen bauen, in welches eine flinke 
feinsicherung eingeschliffen ist. Wenn dein messbereich 1A ist, nimmst 
halt 500mA flink. Aber dann mit geschlossenem Sicherungsgehäuse. Wenn du 
dich einfach im Strom verschätzt hast, kommt idR die kleine, billige 
Sicherung zuerst. Allerdings verkleinert sich der Messbereich deines 
Multimeters und der Innenwiderstand erhöht sich (mehr Spannungsabfall).
Im Kurzschlussfall mit hohen Strömen, kann es sein, das die 
Feinsicherung nicht mehr trennen kann. Hierbei kann sie zwar explodieren 
(daher Geschlossenes gehäuse drum), dann trennt aber die hrc fast 
gleichzeitig zuverlässig.

IN das Multimeter gehört auf jeden Fall IMMER die angegebene Sicherung!

von Soul E. (Gast)


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Petr t. schrieb:

> Mir geht es nun darum, ob es gefährlich ist eine Träge Sicherung im
> Multimeter zu haben oder nicht, kann ich denn auch Sicherungen nehmen
> die über 200mA liegen zb. 400mA? Das glaube ich eher nicht oder was
> meint ihr ?

Wenn wir mal sicherheitstechnische Aspekte wie Trennverhalten und 
Lichtbögen aussen vor lassen, dann soll die Sicherung das Multimeter vor 
Überlastung schützen. Überlastung sehen wir an zwei Stellen:

1) die Shunts werden thermisch überlastet. Je länger desto mehr. Sie 
werden hochohmiger, ihr TK steigt an, schließlich brennen sie durch. 
Dein Multimeter misst erst falsch und dann gar nicht mehr.

2) der AD-Wandler bzw Messgleichrichter sieht eine zu hohe Spannung. Bei 
Analogeräten hat das früher den Zeiger verbogen, digitale sind 
dahingehend relativ robust. Durch Überlastung steigt der Leckstrom an, 
d.h. das Gerät misst in Zukunft weniger genau. Bei durchgebranntem Shunt 
kann es auch passieren, dass sich die dann anliegende Spannung einen 
anderen Weg sucht und Bauteile direkt zerstört.


Das recht bekannte Fluke 87V hat einen Bereich für µA und einen für mA, 
und beide teilen sich eine 400 mA-Sicherung. Wenn man die im µA-Bereich 
schiesst (z.B. weil das Steuergerät, dessen Ruhestrom gemessen wurde, 
plötzlich aufgewacht ist), dann wurde der Bereich 1000fach überlastet. 
Bei Geräten, wo das öfter passiert ist, merkt man es in der 
Prüfmittelüberwachung ("Kalibrierung"). Die sind nicht kaputt, aber die 
Toleranzen sind höher als vorher.



Ein anderer Aspekt: wenn Du dem Multimeter durch Änderung der 
Sicherungseinrichtungen seine CAT-Einstufung nimmst, muss es 
entsprechend gekennzeichnet werden. D.h. es muss sichergestellt sein, 
dass sich niemand das Gerät ausleiht und damit eine Messung macht, für 
die Deine Ersatzsicherung nicht zugelassen wäre.

von Petr t. (vicon)


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soul e. schrieb:
> D.h. es muss sichergestellt sein,
> dass sich niemand das Gerät ausleiht und damit eine Messung macht, für
> die Deine Ersatzsicherung nicht zugelassen wäre.

Ich benutze es Privat bei mir zuhause und ausßer mir macht in meiner 
Familie niemand was damit.
Ich habe auch noch ein hochwertigeres, damit mache ich die 
Hauptmessungen.
Aber wenn ich mal ein 2. Gerät zum messen brauche und es ungefähr genau 
misst, dann reicht mir das. 250V AC Messe ich in den seltensten Fällen, 
geschweige denn den Strom. Meistens reicht es mir wenn ich 100mA messen 
kann und bei höhren Sachen über 200 nehme ich sowieso den 10A bereich.

von Harald W. (wilhelms)


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Petr t. schrieb:

> Ich messe mit meinem "Hobby Multimeter" keine so hohen Spannungen, das
> höchste was es mal an spannungen gesehen hat, waren 20V durch eine Step
> up schaltung.

Ach, und Du hast Dein Multimeter noch nie an 230V~ gehalten?
Da können mit dem falschen Meßbereich auch schon einige hundert
Ampere fliessen. Ähnliches gilt für den 12V-Autoakku.

> jetzt habe ich Geld für eine Sicherung raus geschmissen die womöglich
> nichts bringt,

Das ist Deine Sichtweise, aber wir hindern dich ja auch nicht
am Bungeejumping mit Gummibändern aus dem Schreibwarenladen...

von shok (Gast)


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Petr t. schrieb:
> Aber im Datenblatt wird nichts von 200mA Sicherung geschrieben, nur von
> 1A und 10A auf Seite 21 des Datenblatts
> (Ich habe bisher immer eine Radial Sicherung reingelötet, weil ich nicht
> die passende Größe gefunden habe :( ^^ )

Die Abmessungen und der Hinweis auf BS1362 zeigen, dass es sich um
https://de.wikipedia.org/wiki/Schmelzsicherung#Britische_Sicherungen_nach_BS_1362 
handelt.

Da diese in erster Linie zum Leitungsschutz verwendet werden finden sich 
auch keine besonders detailierten Angaben in den Datenblättern. Möglich, 
dass in der Norm mehr steht - die hab ich aber nicht.
http://www.cooperindustries.com/content/dam/public/bussmann/Electrical/Resources/product-datasheets-a/Bus_Ele_DS_2042_TDC180.pdf

Es kann also sein, dass das Schmelzintegral deiner 200mA-Sicherung 
ausreichend niedrig ist, beim Abschaltvermögen habe ich da so meine 
Zweifel. Das betrifft aber auch die "originale" Sicherung - es gibt 
aufgrund der vorgesehenen Anwendung keinerlei Spezifikationen für DC.

von Petr t. (vicon)


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Danke für eure Hilfe :)
Das hat mir alles sehr weiter geholfen.

Petr

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