Hallo, ich möchte den Strombedarf mit meiner selbstgebauten Hauszentrale auswerten. Es gibt z.B. von Finder Stromzähler mit S0-Ausgang (Pulse mit Tranistor geschaltet) als auch mit M-Bus. S0-Bus ist hardwaretechnisch einfacher, da man nur die Pulse zählen muß. Beim M-Bus kann man den Zählerstand auslesen, der Hardwareaufwand ist deutlich größer. Dafür kann man aber mehrere Geräte parallel ran hängen und somit problemlos erweitern. Was ist für die Zukunft besser, weil verbreiteter auf dem Markt? S0 oder M-Bus? Ich habe irgend wo im Netz gelesen, daß sich M-Bus nicht so richtig durchgesetzt hat. Ist dies so? Gruß Martin
Womit möchtest du das Signal denn auswerten? Für S0 reicht dir ein einzelner digitaler Eingang. Für M-Bus benötigst du eine serielle Schnittstelle, und ggf. einen entsprechenden Pegelwandler. Beruflich habe ich beides schon mit einer SPS einlesen müssen. Da kann S0 auch schwierig werden, wenn die Impulse kürzer/schneller kommen als die relativ langsamen SPS-Eingänge verarbeiten können. M-Bus hat auch seine Tücken, da man bei den Herstellern nur schwer an verlässliche Informationen kommt, welche Werte aus ihrem Gerät über M-Bus ausgelesen werden können. Zumindest in den Datenblättern der Wärmemengenzähler die ich darüber augelesen habe, stand nie etwas zu den Details. Ich musste immer einen langwierigen Weg über den Support gehen. Bei Wärmemengenzählern ist M-Bus aber sehr verbreitet. Bei Energiezählern ist mir das noch nicht untergekommen, da bisher immer S0.
Martin M. schrieb: > Dafür kann man aber mehrere Geräte parallel ran hängen Der Hauptvorteil ist, dass du deine Elektronik nicht zuverlässig 24h/Tag dran betreiben musst, damit keine Impulse verlorengehen - es genügt, ab und zu einmal auszulesen. Georg
Georg schrieb: > Der Hauptvorteil ist, dass du deine Elektronik nicht zuverlässig 24h/Tag > dran betreiben musst, damit keine Impulse verlorengehen - es genügt, ab > und zu einmal auszulesen. Ich würde den Controller über Diode und Elko puffern, damit ich bei Stromausfall noch den aktuellen Zählerstand ins EEPROM schreiben kann. Zusätzlich würde ich z.B. 1 Mal am Tag den Zählerstand generell im EEPROM abspeichern.
Hallo Martin, ich habe einen Zwischenzähler der mir mittels S0 Impulse liefert. Ich lasse sie auf einen 256 Bit Zähler laufen und frage den Zähler periodisch ab. Diese Lösung läuft recht zuverlässig. Trotzdem gibt es schon mal hier und da ein Problem. Dieses System hat aber einen prinzipiellen Hacken. Du benötigst die Zeit zwischen zwei Impulsen um die Energie zu ermitteln. Was ist wenn der Folgeimpuls auf sich warten lässt. Welchen aktuellen Verbrauch hast Du dann? Der Impuls kann schon mal einige 10 Minuten ausbleiben. In dieser Zeit kannst Du bestenfalls sagen, jetzt hätte ich 2 kWh verbraucht, jetzt 1,5 kWh, jetzt 1 kWh, ..., ach es waren 0,04 kWh. Ich würde den M-Bus nehmen. Vor ein paar Wochen hatte schon mal jemand einen Finderzähler mit M-Bus genommen. Ich war skeptisch, da das M-Bus Protokoll an sich ziemlich anspruchsvoll ist, wenn man es selber parsen muss. Du kannst Dir mal die Doku dazu ansehen. Finder beschreibt das Datenpaket und sagt Dir an welcher Stelle Du welchen Wert findest. Also wirklich simpel. Du brauchst allerdings noch einen M-Bus Pegelwandler. Den kann man auch selbst bauen, aber inzwischen gibt es auch günstige Fertiggeräte. Hast Du Dich schon mal nach eHZ-Zählern umgeschaut? http://wiki.volkszaehler.org/hardware/channels/meters/power/edl-ehz/edl21-ehz mfg klaus
Klaus R. schrieb: > Du benötigst die Zeit zwischen zwei Impulsen um > die Energie zu ermitteln. Was ist wenn der Folgeimpuls auf sich warten > lässt. Welchen aktuellen Verbrauch hast Du dann? Der Impuls kann schon > mal einige 10 Minuten ausbleiben. In dieser Zeit kannst Du bestenfalls > sagen, jetzt hätte ich 2 kWh verbraucht, jetzt 1,5 kWh, jetzt 1 kWh, > ..., ach es waren 0,04 kWh. Der Finder-Zähler liefert 2000 Impulse pro kWh (Auflösung 0,0005 kWh/Impuls). Die Auflösung des M-Buss-Zählers wird auch so ähnlich sein. Ich würde den Verbrauch pro 5 oder 15 Minuten erfassen. Ich möchte den Gesamtstrom des Hauses messen. Eventuell auch noch zusätzlich den von Waschmaschine und Trockner, damit ich auswerten kann, wenn diese fertig sind.
Hallo zusammen, ich würde immer wieder zu M-Bus greifen, da S0-Eingänge vernünftig gegen Glitches abgesichert werden müssen. Die maximale Impulsfolge von 30 ms wird auch nicht von jedem Hersteller eingehalten (siehe oben das Beispiel mit 2000 Imp/kWh). Es treten im Betrieb Störungen und Glitches auf, die eine entsprechende Entprellung der Eingänge voraussetzen. Die obligatorischen Schutzbeschaltungen (Transildioden, Varistoren etc.) kommen natürlich bei beiden Systemen zum Einsatz. M-Bus hat den großen Vorteil, dass der Zähler in sein eigenes Register zählt und man nur noch ab und zu mal nachfragen muss. Die Energieversorgung der M-Bus Slaves über den Bus ist mit bis zu 4 Unit Loads zu je 1,5 mA auch möglich. M-Bus Komponenten gibt es von der Fa. Relay und der Fa. Solvimus. Solvimus hat einen ganz interessanten M-Bus Master im Programm, der nur noch extern 24 VDC benötigt und sehr klein ist: http://www.solvimus.de/smart-metering/m-bus-oem-master/ Den kann man gut in eigene Projekte integrieren. Ich frage damit zum Beispiel meine eigenen Zähler in meiner Unterverteilung ab. Gruß! M-Bus User
M-Bus User schrieb: > ich würde immer wieder zu M-Bus greifen Danke für die Antworten. Ich werde es mal mit dem M-Bus probieren. Gruß Martin
PUSH Stehe gerade vor der gleichen Enscheidung. Würde aber S0 bevorzugen zwecks Einbindung in FHEM mittels Rasperry PI. Und Auswertung der Vorlauftemperatur mittels Rasperry PI und DS1820 Temperatursensoren. Ist allerdings ein relative komplexes Thema. Hab mich der Sache schon einmal angenommen, die Lösung alerdings vertagt... Ist dein Vorhaben auch so geendet ?
Bei mir lauft seit 2 Jahren ein Pi mit 4* S0 bus nach folle zufriedenheid. Pulsen wirden verarbeitet mit Python, mit MySQL und php werden dan die daten ins Netz geschickt. Lauft zuverlassig und einfach. Siehe auch : http://wiki.robotmc.be/index.php/Loggen_pi
M-Bus. Alle Infos zum Protokoll sind frei. Man braucht nichtmal die Protokollbeschreibung der Hersteller, weil die Werte wie Energie oder Volumen selbsterklärend sind (siehe VIF/VIFE). Selbst kostenlose Programme zum Auslesen und rumprobieren sind verfügbar. Für bis zu 3 Geräte ist auch der Pegelwandler sehr einfach, da der Antwortstrom (ca. 20mA) des Slaves deutlich über dem Ruhestrom liegt....
Martin M. schrieb: > daß sich M-Bus nicht so > richtig durchgesetzt hat. Eher gegenteiliges. Es ist gerade in 2013 die DIN EN 13757-3 nochmal mächtig erweitert worden und die OMS tut ihr übriges zu Verbreitung. Bei nicht "durchgesetzt" sehe ich eher andere Bussysteme.
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