Hallo Leute,
bei meinem Polo 9n hat einer der Vorbesitzer den originalen
Iso-Antennenstecker abgeschnitten und eine "Verlängerung" mit
Din-Antennenstecker per Lüsterklemmen angefrickelt.
Leider ist das Kabel nun zu kurz, um einen neuen Iso-Winkelstecker
anzulöten (möchte ein Original-VW-Radio Gamma einbauen). Es wird
überhaupt schwierig, an dem kurzen Kabelende zu arbeiten. Ohne Ausbau
der Mittelkonsole wirds wohl nicht gehen.
Zu welcher elektrisch und mechanisch einwandfreien Lösung einer
Kabelverlängerung (ca. 15 cm reichen) würdet ihr raten?
Gruss
Schmolz
Die offizielle VW-Lösung ist, ein neues paralleles Antennenkabel
einzuziehen. Wenn die beschädigte Stelle erreichbar ist, darf man auch
eine Steckverbindung anbringen und dann von dort mit einem neuen Kabel
weitergehen. Die Steckverbinder heißen glaube ich Fakra oder so ähnlich.
An deiner Stelle würde ich schauen, ob du einen BNC-Stecker passender
Impedanz ancrimpen kannst. Und dann halt eine kurze Adapterleitung
bauen.
Matthias S. schrieb:> Kannst z.B. einen Koaxkabel-Verbinder nehmen (auch mal Muffe> genannt):> Ebay-Artikel Nr. 121111005641>> Oder du schraubst auf beide Seiten F-Stecker und nimmst dann einen> F-Stecker Verbinder:> Ebay-Artikel Nr. 371365393331>> F-Stecker sollte es in jedem TV Laden (oder BlödMarkt) geben, werden für> SAT Anlagen benutzt. Du musst nur darauf achten, das die auf den> Durchmesser deines Kabels passen, solltest du also mal messen.
Spielt hier nicht die Impedanu eine rolle? TV hat doch 75 Ohm und Rest
50 Ohm. Müssen die STecker nicht zur Impedanz passen?
Basti schrieb:> Spielt hier nicht die Impedanu eine rolle? TV hat doch 75 Ohm und Rest> 50 Ohm. Müssen die STecker nicht zur Impedanz passen?
Im Prinzip schon, aber bei der Anwendung ist das egal.
Bei 1 GHz oder mehr wäre es nicht mehr so gut.
Matthias S. schrieb:> F-Stecker sollte es in jedem TV Laden (oder BlödMarkt) geben,
Achtung! F-Stecker gibts für verschiedene Kabeldurchmesser.
Also vorher Durchmesser nachmessen.
Harald W. schrieb:> Achtung! F-Stecker gibts für verschiedene Kabeldurchmesser.> Also vorher Durchmesser nachmessen.
F-Stecker sind mechanisch nicht sehr belastbar, nur geeignet für die
SAT-Anlage. Im Auto glaube ich nicht, dass man daran lange Freude hat.
Als Kontakt dient auch bei der käuflichen Form nur der Kupferdraht des
Koaxkabels, auch das ist alles andere als zuverlässig.
Georg
Ich würds ja gerne so einfach wie möglich machen. Einen 50-Ohm BNC
Stecker ancrimpen ist m.E. wohl die beste Lösung, aber dazu müsste ich
mir eine passende Crimpzange besorgen.
F-Stecker gehen nicht, da das Koaxkabel sehr dünn ist und der
Mittelleiter kein Draht sondern Litze ist.
Nun zum Vorschlag von Basti mit dem Koax-Verbinder (wäre am einfachsten
umsetzbar): Wieso ist die falsche Impedanz egal bei den UKW-Frequenzen
und welche Nachteile handele ich mir damit ein?
Schmolz
Schmolz schrieb:> Wieso ist die falsche Impedanz egal bei den UKW-Frequenzen
Rechne mal die Wellenläöge des UKW-Signals aus und vergleiche
sie mit der Länge des Kabels. Wellenwiderstände spielen erst
dann eine Rolle, wenn die Kabelläne deutlich grösser als die
übertragene Wellenlänge ist.
Die Wellenlänge bei 100 MHz ist etwa 3m, dies entspricht etwa der Länge
des Kabels von der Antenne zum Radio.
Ohne jetzt die Theorie dahinter zu verstehen heißt das jetzt, dass ich
einen billigen Koaxkabel-Verbinder verwenden kann ohne wesentliche
Empfangsverschlechterung?
Gruss
Schmolz
Schmolz schrieb:> Ohne jetzt die Theorie dahinter zu verstehen heißt das jetzt, dass ich> einen billigen Koaxkabel-Verbinder verwenden kann ohne wesentliche> Empfangsverschlechterung?
Anscheinend hats mit der Lüsterklemme ja auch funktioniert.
Jochen schrieb:> Die Steckverbinder heißen glaube ich Fakra oder so ähnlich.
Von welcher Generation Autoradio reden wir hier? FAKRA sind
GHz-Steckverbinder für UMTS und GPRS (die "zivile" Variante ohne
Zugentlastung heißt "SMB").
Obs mit der Lüsterklemme gut funktioniert hat weiß ist nicht, da das
Auto ohne Radio verkauft wurde. Vielleicht nicht so gut, auch weil die
Polo-Dachantenne eine Phantomspeisung benötigt.
Die Rede ist hier von einem Original-VW-Werksradio, welches diesen:
http://bilder.hifi-forum.de/medium/566207/dscf6943_174624.jpg
Stecker benötigt. Die Phantomspeisung muss per OBD in das Radio
eincodiert werden - habe ich gemacht.
Der Empfang des lokalen Senders ist allerdings mit einem Stück Draht am
Antennenanschluss schon relativ gut.
Nochmal meine Frage: Mit der billigen Koaxkupplung mache ich nichts
falsch?
Gruss
Schmolz
Schmolz schrieb:> Mit der billigen Koaxkupplung mache ich nichts> falsch?
Nein, das ist unkritisch.
HF-technisch würdest Du auch wenig falsch machen, einfach jeweils Seele
und Mantel zu verdrillen und zusammenzulöten - wäre im Auto nicht das
Problem mit Vibrationen.
Du könntest auch den DIN-Stecker auf den Kabelrest aufcrimpen und dann
ein DIN-Verlängerungskabel nutzen.
Schmolz schrieb:> Obs mit der Lüsterklemme gut funktioniert hat weiß ist nicht, da das> Auto ohne Radio verkauft wurde. Vielleicht nicht so gut, auch weil die> Polo-Dachantenne eine Phantomspeisung benötigt.
Sicher hat es mit der Lüsterklemme gut funktioniert.
Es wird auch bei dir funktionieren, einen Unterschied merkst du nicht.
Bist du sicher, das der Polo eine aktive Antenne hat?
Von den Auto-Firmen-Radio halte ich nichs. Bei meinem alten Auto war ein
Blaupunkt (BJ.2000) drin. Super Empfangsleistung. Jetzt, mit dem
Firmenradio und Stummelantenne ist die Empfindlichkeit miserabel. Aber
man kann das Mistding ja nicht mehr austauschen.
Wenn es doch eine aktive Antenne ist, dann kannst du es ruhig bei der
Lüsterklemmenversion lassen. Der Antennenverstärker gleicht das locker
aus.
michael_ schrieb:> Lüsterklemmenversion lassen.
Wenn diese Lüsterklemme funktionierte, kannst Du auch die bereits
vorhandene Lüsterklemme mit UKW testen/lassen. Falls STörungen auftreten
sollten, könntest Du besser geeignete Koax-Stecker nachrüsten.
michael_ schrieb:> Von den Auto-Firmen-Radio halte ich nichs.
Abgesehen davon, daß es unempfindliche Empfänger gibt, könntE auch der
Eingangskreis des Radios z.B. durch die Kabelkapazität verstimmt sein
und müsste nachgestimmt werden. Das sollten die Profis für diesen
speziellen Typ besser wissen als ich.
oszi40 schrieb:> Abgesehen davon, daß es unempfindliche Empfänger gibt, könntE auch der> Eingangskreis des Radios z.B. durch die Kabelkapazität verstimmt sein> und müsste nachgestimmt werden.
Das war mal so bei uralt MW/LW Autoradios.
Ja, das Ding macht sogar auch die LW. Aber ich hatte den UKW-Bereich
gemeint.
Was soll man auch von einem 15cm langen Stummel auf dem Dach erwarten
können.
Hallo Leute, ich habe mir einen Iso-Antennenstecker besorgt und eine
provisorische Verbindung zum Koaxkabel mit Krokodilklemmen hergestellt.
Und zwar um den Strom zu messen, der in den Antennenverstärker fließt.
Ich messe eine Spannung von knapp 12 Volt gegen Masse und einen Strom
von 0,3 mA auf der Seele des Koaxkabels.
Ich interpretiere die Messung so, dass der Antennenverstärker im Fuß der
Antenne wahrscheinlich funktioniert, oder was meint ihr? Der Empfang ist
subjektiv gut.
Gruss
Schmolz
p.s.
Das Original-Werksradio VW Gamma V wurde laut Gehäuseaufkleber von
Blaupunkt produziert. Ich habs für ein paar Euro vom Schrotti bekommen.
Warum man bei VW im Jahr 2003 noch Cassettenlaufwerke hat einbauen
lassen, ist mir ein Rätsel. Aber es funktioniert einwandfrei.
Ich habe keinen Grund anzunehmen, dass eines der billigen
"Weihnachtsbaum-Radios" z.B. Sony, Panasonic usw. eine bessere
Empfangsleistung hätte. Zumal ich mir dann noch einen dieser
Phantomeinspeiseadapter kaufen müsste.
Schmolz schrieb:> Warum man bei VW im Jahr 2003 noch Cassettenlaufwerke hat einbauen> lassen, ist mir ein Rätsel.
Vielleicht, weil man da eine Dummy-Kassette reinsetzen kann, um an
dieser seinen MP3-Player anzuschliessen.
Schmolz schrieb:> Ich messe eine Spannung von knapp 12 Volt gegen Masse und einen Strom> von 0,3 mA auf der Seele des Koaxkabels.
Das ist zu wenig für einen Antennenverstärker in einer aktiven Antenne.
Entweder defekt oder keine aktive Antenne.
Harald W. schrieb:> Vielleicht, weil man da eine Dummy-Kassette reinsetzen kann, um an> dieser seinen MP3-Player anzuschliessen.
jau, ich behelfe mir mit einem FM Transmitter
Joachim B. schrieb:> ich behelfe mir mit einem FM Transmitter
FM Transmitter hatte ich auch mal. War ein Fehlkauf. Funktioniert leider
nur am Ort wo man den Sender eingestellt hat. Wenn man etwas weiter weg
fährt, können andere Sender diese Frequenz schon belegen.
michael_ schrieb:> Das ist zu wenig für einen Antennenverstärker in einer aktiven Antenne.> Entweder defekt oder keine aktive Antenne.
So, nach einer ausgiebigen Probefahrt mit provisorisch zusammengelötetem
Antennenkabel kann ich folgendes berichten: Empfang schlechter im
Vergleich zu meinem VW-Bus T4 mit dem gleichen Radio (der Bus hat eine
Scheibenantenne). Viel mehr Empfangsstörungen bei meinem Lieblingsender
SWR3 im Raum Bonn.
Da ich nicht zufrieden bin, muss ich wohl doch das große Programm
machen. VW will übrigens nur für den Antennenfuß rund 80 EUR haben.
Gruss
Schmolz
oszi40 schrieb:> Wenn man etwas weiter weg> fährt, können andere Sender diese Frequenz schon belegen.
kann ich ändern, ist aber nicht so wichtig da ich öfter hier als
anderswo mit dem Auto bin.
michael_ schrieb:> Das ist zu wenig für einen Antennenverstärker in einer aktiven Antenne.> Entweder defekt oder keine aktive Antenne.
In welcher Größenordnung liegt denn üblicherweise der Stromverbrauch
eines UKW-Antennenverstärkers?
Ich habe den Antennenfuß jetzt mal zerlegt, da ist eine kleine
dreieckige Platine drin, ich sehe unter der reichlichen Vergußmasse
mindestens drei SMD-Transistoren.
Stromverbrauch auf meinem Schreibtisch erneut gemessen: 0,3 mA bei 12
Volt.
Mein nächster Versuch: Das Antennenkabel im Fuß ohne Verstärker direkt
an den Antennenstab anschließen und dann Probefahrt.
Gruss
Schmolz
Bei Pollin gibt es einen Verstärker, da wird 10mA angegeben.
So etwa finde ich das realistisch.
Es gibt im Auto keinen Grund, extrem stromsparend zu sein. Die Antenne
kriegt ja erst Spannung, wenn das Radio eingeschaltet wird.
Ich wollte mich hier nochmal mit dem Ergebnis meiner Reparatur melden.
Ich hatte mir vorsorglich einen neuen Antennenfuss besorgt in der
Annahme, dass der eingebaute Verstärker in der vorhandenen Antenne
defekt ist. Stromaufnahme bei dem neuen Teil wiederum 0,3 mA!. Somit
habe ich mir den Einbau der neuen Antenne erspart.
Das Kabel habe ich mit einem aufgecrimpten FME-Stecker für RG58
Koaxkabel repariert und mir einen vorkonfektionierten Adapter FME-ISO
gekauft. Um den Stecker aufcrimpen zu können, musste ich das halbe
Armaturenbrett zerlegen - weil das Antennenkabel so kurz war und wegen
des Platzbedarfs der Crimpzange. Der Empfang ist jetzt so wie er sein
soll.
Gruss
Schmolz
T4 und SWR3? Du bist mir sympathisch :D
Ich habe nen 92er AAB-Multivan, jedoch noch mit Stabantenne, die mal
abgeknickt wurde, weil sie sich in einem Ast beim Rangieren verfing.
Gewindestange genommen, hatte ich dabei, ein stück abgesägt, vier Kerben
reingefeilt und in das Antennenrohr reingesteckt, und auf Höhe der
Kerben mit nem Seitenschneider gecrimpt, SWR3 war in Euskirchen und
Koblenz immer noch einwandfrei zu empfangen, reicht auch bis Ingolstadt
oder <Bayreuth, dann ist aber Schluss.
Ist kein Alpha, Beta oder Gamma, sondern ein Fremdradio. Die
Originalradios von VW sind aber dennoch wirklich sehr gut, was den
Empfang betrifft. Habe das originale Alpha gei mir im Gartenhaus mit ner
Wurfantenne in Betrieb, und der Empfang ist erstklassig.
Fazit: Es ist bei Autoradios relativ unkritisch, wie die Antenne oder
die Leitung aussieht. Lüsterklemmen sind im Auto generell unschön, aber
es funktioniert.
Ach ja, Bei VW und Einbau eines Fremdradios im ISO-Stecker immer die
Pins in Kammer 4 und 7 vertauschen, liegt ein ISO-Adapter bei dann
sollte der rote und gelbe draht über kreuz getauscht werden, manche
adapter haben da ne Trennstelle, dass man einfach umstecken kann, sonst
braucht man u. U. einen neuen Zündanlasschalter
Bei VW ist Steuerplus und Dauerplus vertauscht, und der
Einschaltpluskontakt im Zündschloss (Klemme SU) verkraftet kaum mehr als
1 A. Nur so als Tipp.