Ich bin geschockt. Das stellt meine ganzen Annahmen über die Zukunft und
Industrie 4.0 in Frage.
Seht selbst:
http://www.automobil-produktion.de/2015/07/vw-werk-roboter-toetet-arbeiter/
Ich fühle mit den trauernden und bin bei dem Sommer und der Hitze doch
tief betrübt, da dies wirklich nicht hätte sein müssen.
Traurig schrieb:> Ich bin geschockt. Das stellt meine ganzen Annahmen über die Zukunft und> Industrie 4.0 in Frage.
Welche Augenfarbe hast du? Blau? Roboter sind Maschinen und durch
defekte oder falsch eingesetzte Maschinen wurden schon oft Menschen
getötet. Mal ein Auszug aus dem Bericht:
1
Die Roboter-Anlage sei noch im Besitz der Fremdfirma gewesen, so der VW-Sprecher.
2
Noch sei die Technik nicht an VW übergeben gewesen.
Also auf Deutsch: Inbetriebnahme. Sämtliche Sicherheitsschalter gebrückt
und umgangen...
Das liest sich doch auch naiv, oder:
Auto tötet Fussgänger! Ich muss meine Annahmen zur Sicherheit von Autos
überdenken.
Typische Reaktion von VW "Noch sei die Technik nicht an VW übergeben
gewesen. " d.h. wir sind nicht Schuld.
Schuld haben entweder die Arbeiter oder die Sicherheitsplaner.
Normalerweise sind die Robos gegen unbeabsichtigtes Anfahren geschützt.
Die Arbeiter haben Weisung, sich fernzuhalten. Da gint es
Schutzpflichten sofern es nicht per Software zu verhindern ist.
Mit Industrie 4.0 hat das Garnichts zu tun.
Traurig schrieb:> t. Das stellt meine ganzen Annahmen über die Zukunft und> Industrie 4.0 in Frage.
es war ein tragischer Unfall und mein Beileid gilt dem Verstorbenen und
den Angehörigen. Dennoch gab es in Zeiten mit weitaus weniger
Automatisierung noch viel mehr Arbeitsunfälle.
Hat vermutlich leider wieder mal durch Unterlassen einer Schulung
über die UVV einen Jungen erwischt. Einem Berufserfahrenen wäre
das wahrscheinlich nicht passiert. Bei einem meiner früheren
Arbeitgeber sind auch mal Leute drauf gegangen. Seitdem wird
in dem Unternehmen geschult und dreisterweise auch noch damit
geworben. In Wirklichkeit hat die BG dem Chef wahrscheinlich
nur die Hölle heiß gemacht. Für Schulungen hat der zu meiner
Zeit überhaupt kein Verständnis gehabt, für niemanden. Wer
aufmuckte, konnte gehen.
Deinen Schock und so weiter in allen Ehren, aber wenn so ein
ungewöhnlicher Fall Dein Weltbild ins Wanken bringt und Deine "ganzen
Annahmen über die Zukunft und Industrie 4.0 in Frage" stellt, dann würde
ich Dich für etwas über-labil und noch unerwachsen halten.
Werd' mal härter, das Leben ist einfach eine verdammt gefährliche
Veranstaltung!
Es endet stets tödlich...
So beschissen es ist aber es werden jeden Tag Menschen durch Maschinen
verletzt oder getötet. Das ist weder ein Einzelfall noch kommt sowas
nicht jeden Tag vor. Je bekannter das Unternehmen desto weniger häufig
kommt sowas vor. Kannst dir ja mal von der Berufsgenossenschaft
Unfallstatistiken anschauen. Das hat mit Industrie 4.0 nichts zu tun. Im
Gegenteil - moderne Maßnahmen werden so etwas eher verhindern.
Hat überhaupt einer von denjenigen, die hier wilde Spekulationen
absondern, überhaupt den Artikel im Original gelesen? Vermutlich nicht,
denn dort werden ja die Umstände erklärt.
1. Das Opfer war 21 Jahre alt. Da kann man nicht von allzu viel
Berufserfahrung sprechen. Warum jedoch kein erfahrener Kollege den
Unfall verhindern konnte, wird nicht erwähnt.
2. Es handelte sich um die Erstinbetriebnahme der Anlage, die durch den
Lieferanten durchgeführt wurde.
So hart es tönt, unfälle passieren und werden immer wieder passieren...
und es wird immer wieder tote geben... Oh schreck leben ist
lebensgefährlich, ein Tatsache die sich nie ändern wird...
Was man tun kann, ist Anlagen nach dem stand der Technik zu bauen, in
sämtlichen Lebensphasen einer Anlage sämtliche Sicherheitsvorkehrungen
einbauen, und einplanen, Kunden UND Monteuere soweit möglich zwingen die
Abläufe wie gedacht einzuhalten, damit die Sicherheit garantiert werden
kann...
Das witzige, stirbt eine Person an einer Maschine in europa, ist es ein
drama, stirbt eine in Indien, Pakistan, etc an der gleichen maschine,
interessiert das kein schwein...
Die entscheidende Frage ist nicht wieviele menschen sterben durch
automatisierung, sondern wieviel menschen sterben weniger durch
automatisierung als ohne...
Alter Sack schrieb im Beitrag #4184994:
> Spitzensteuersatz war zwar höher, aber davon waren und sind ja> Ingenieure eh nicht betroffen. D
gerade heute ist man vom Spitzensteuersatz betroffen als Ingenieur, bei
etwas über 50k zockt der Staat einem inkl. Soli ca. 45% ab. Damals waren
es sogar noch deutlich mehr, bis zu 56%, damals hatte manch einer mit
5000 DM Brutto gerade mal 2500 DM netto. Dazu kommt, dass Zinsen für
Eigenheime erheblich höher waren und somit ein Eigenheim viel schwerer
zu realisieren war. Autos waren häufig billiger in Bezug auf den
Durchschnittslohn, dafür galten damals 100 PS als "viel" und die
Austattung war aus heutiger Sicht lachhaft. Ein Videorekorder kostete
schnell mal ein Monatslohn und mehr und ein TV sowieso.
Stefan schrieb:> Das witzige, stirbt eine Person an einer Maschine in europa, ist es ein> drama, stirbt eine in Indien, Pakistan, etc an der gleichen maschine,> interessiert das kein schwein...
das ist leider so. Zumal dort die Automatisierung häufig noch nicht so
fortgeschritten ist und genau darum, viel mehr Menschen bei
Arbeitsunfällen sterben.
Mein Beileid und Mitgefühl den Angehörigen.
Ich habe noch keinen Roboter aufgestellt, daher:
Gibt es da keine Sicherheitsabstände, Gefahrenkreise, in dem man sich
nicht aufhalten darf?
Kann es sein, dass der Anfahrprozess eine andere Position einnimmt (
Roboter Arm geht in Winkel x zu Pos y ) und der Roboter wurde in einer
Stellung geliefert, die den Roboter einfacher transportabler machen und
beim Einschalten eben von einer Mittelstellung(Transportstellung) zur
Startstellung (Resetstellung) schwenkte?
Armer Kerl - wieder so jung ; ich hatte einen Spezie im BMW Werk
Dingolfing verloren, der wurde von einer Metalpresse zerquetscht; wie
das passieren konnte, bis heute Rätselraten, die Kollegen von ihm
sprachen, dass er etwas aus der Presse ziehen wollte.
Heute frage ich mich da schon, ob es keine besseren
Sicherheitsmechanismen gibt, ob eine rundum Lichtschranke Sinn gemacht
hätte, auf jeden Fall.
Leute, da kam ein 21 Jähriger Mann ums Leben und ihr macht ein Politik
Thema daraus.
Respektlos trifft es nicht mal annährend.
Mein Beleid der Familie für diesen sinnlosen tot!
In den Billiglohnländern dürfte es sehr viel häufiger schwere Unfälle
mit großen Produktionsmaschinen (und Chemikalien) geben - auch nach der
Inbetriebnahme.
Vor einiger Zeit ist in Bangladesch doch sogar eine ganze Textilfabrik
eingestürzt weil sie illegal zusammengepfuscht (einfach mal ein paar
zusätzliche Stockwerke oben drauf - basst scho) und völlig marode war.
Über 1100 Tote!
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rana-plaza-einsturz-keine-textilfabrik-in-bangladesch-ist-sicher-a-1030311.html
Und es gibt alleine in in Bangladesch noch tausende weitere Fabriken mit
sehr schlechten Arbeitsbedingungen.
Also bevor man Roboter verteufelt weils einmal einen Unfall ausserhalb
des normalen Betriebs gegeben hat, sollte man sich lieber erstmal mit
sowas beschäftigen...
Joachim .. schrieb im Beitrag #4185014:
> Aus Deutschland kommt der Otto, Benzin- und Wankelmotor, die> Drehstrommaschine und das erste serienmäßige Flugzeug mit> Strahltriebwerk (letzteres wurde nur vier Wochen nach dem Engländer> Whittle von v. Oheim fertiggestellt).
Du hast den DIESELMOTOR vergessen!!!
r_u_d_i schrieb:> Ich habe noch keinen Roboter aufgestellt, daher:> Gibt es da keine Sicherheitsabstände, Gefahrenkreise, in dem man sich> nicht aufhalten darf?
IBN ist immer eine Ausnahmesituation. Nur die erstellende Firma darf da
ran, bis zur Übergabe hat der VW-Mitarbeiter genau deswegen nix an der
Anlage zu suchen. Das wird vom Betreiber recht streng überwacht. Auch in
MX.
> Armer Kerl - wieder so jung ; ich hatte einen Spezie im BMW Werk> Dingolfing verloren, der wurde von einer Metalpresse zerquetscht; wie> das passieren konnte, bis heute Rätselraten, die Kollegen von ihm> sprachen, dass er etwas aus der Presse ziehen wollte.>> Heute frage ich mich da schon, ob es keine besseren> Sicherheitsmechanismen gibt, ob eine rundum Lichtschranke Sinn gemacht> hätte, auf jeden Fall.
Mal in DGF gewesen? 80% der Presswerksanlagen dort sind steinalt - wie
in fast allen alteingesessenenen Werken aller deutschen Standorte aller
deutschen Automotives. Gruselkabinette.
Wenn ein Dingolfinger Werker mal was richtig modernes sehen will, geht
er ins Deutsche Museum. OK, das ändert sich grade...
Bei Maschinen ist es leider nicht so einfach die Praxis zu simulieren.
robotnikR schrieb:> IBN ist immer eine Ausnahmesituation. Nur die erstellende Firma darf da
Ob ein 21-Jähriger schon ausreichend Erfahrung hat? Selbst ein alter
Hase kann Opfer einer unausgereiften Software werden, wenn aus dem
Roboterarm ein Rasenmäher wird. Nicht jede (am grünen Tisch für wenig
Geld) schnell zusammengefrickelte Software, muß in der Praxis gleich
wunschgemäß funktionieren.
angeblich wurde schon alles erfunden schrieb im Beitrag #4185023:
> solche Leute wie Joachim findet man heute leider immer seltener unter> Ingenieuren.
Heiner, ist dein zweiter Vorname Joachim? ;) :))
Der Thread-Title klingt ja als hätte die Maschine entschieden ihren
"Konkurenten" umzubringen und dies dann umgesetzt. Also Mord!
Auch wenn (gefühlt) immer weniger Menschen verstehen, wie Technik
funktioniert: das ist nur eine Maschine, die macht was Menschen ihr
sagen. Aus gutem Grund baut man um diese Dinger Gitter-Käfige. Wenn
jemand bei eingeschalteter Sicherung eine Lüsterklemme Wechselt, dann
wird schon fast mit der Polizei gedroht, nur gegenüber dem Aufenthalt im
Schwenkbereich (das Wort ist nur entlehnt) eines Industrieroboters
befindet man sich dabei in einem Hochsicherheitsgebiet.
Es ist also ein trauriger Unfall, der sich sicher mit einem der später
von dem Roboter gefertigten Maschinen namens Auto wiederholen wird. Da
steht dann aber nur eine 4-stellige Zahl Verkehrstote. Ohne
vergleichbare Empörung.
Traurig schrieb:> Das stellt meine ganzen Annahmen über die Zukunft und> Industrie 4.0 in Frage
Was hat das mit der "Industrie 4.0" zu tun?
Weißt du überhaupt was damit gemeint ist.
Da kann man an der Aussage von VW ganz schön sehen, dass das "sehr weit
weg" von Industrie 4.0 ist.
Der Junge und die Angehörigen tun mir leid und haben mein Mitgefühl.
Wir alle, die solche Jobs machen, missachten immer wieder
Sicherheitsvorschriften. Ich habe fast nie eine Fangkette ums Hubgerüst
und lege auch nicht immer einen Klotz unter, wenn ich was mit dem Heber
hoch gehoben habe. Häufig ist das Bequemlichkeit, aber auch das Wissen
darum, dass "eigentlich" nichts passieren kann.
Man sollte das einfach als Anlass nehmen, die eigene Sicherheit mal
wieder zu überdenken und auch auf sein Umfeld etwas achten.
robotnikR schrieb:> r_u_d_i schrieb:>> Ich habe noch keinen Roboter aufgestellt, daher:>> Gibt es da keine Sicherheitsabstände, Gefahrenkreise, in dem man sich>> nicht aufhalten darf?>> IBN ist immer eine Ausnahmesituation. Nur die erstellende Firma darf da> ran, bis zur Übergabe hat der VW-Mitarbeiter genau deswegen nix an der> Anlage zu suchen. Das wird vom Betreiber recht streng überwacht. Auch in> MX.
Jetzt hab ich den Artikel doch nochmal genauer gelesen, das war ja ein
Angestellter der Robotik Firma! Das war keiner vom VW Werk.
"Ein VW-Sprecher erklärte, dass zwei Mitarbeiter einer Fremdfirma am
Montag (29.6.) mit dem Einrichten einer Roboteranlage für die
Elektromotorenfertigung beschäftigt waren, als es zum Unfall kam. Beim
Anfahren des Roboters habe dieser
einen der beiden Arbeiter erfasst
und gegen eine Metallplatte gedrückt."
Mann oh Mann - da läuft es mir grad schauerhaft über den Rücken.
Mechatroniker die mit dem Roboterprogramm womöglich nichts zu tun haben
und nach Anleitung aufstellen?
Mensch jetzt tut mir der erst richtig leid, das ist ja ein gefährlicher
Beruf - den hier im Thread verlinkten Traier "Schwarzer Freitag" hab ich
dann abgeschaltet wo Peter dann den Vorschlag machte, das zu
überbrücken-
sowas kann ich nicht sehen. Das verträgt sich nicht mit meinem Kopf.
Warum macht man sowas?
Ich hoffe nur, dass der 21 jährige nicht mehr soviel mitbekommen hat;
> Mal in DGF gewesen? 80% der Presswerksanlagen dort sind steinalt - wie> in fast allen alteingesessenenen Werken aller deutschen Standorte aller> deutschen Automotives. Gruselkabinette.
Nicht direkt - wollte mal hin als HT hab mich aber dann für MT
entschieden. Es gibt 'fast' keinen hier - ausser Selbständige - die
nicht zum 'straffen manage' Werk gehören;
ein paar Schichtleiter sind wegen dortigem Management nach L.A.
geflüchtet, zwar weniger Bezahlung, aber das Soll ist nicht so hoch
geschraubt.
> Wenn ein Dingolfinger Werker mal was richtig modernes sehen will, geht> er ins Deutsche Museum. OK, das ändert sich grade...
dann sind wir fast Nachbarn? Aus welcher Gegend kommst Du? ( Bin aus der
Ecke Krönings ) Bist Du ESP Fan? Können uns ja mal zusammen sitzen ;)
aber nimm deine Gummistiefel mit, ich zeig dir dann wie Rasenmähen geht
:)
Der ursprüngliche Artikel beinhaltet mehr Fakten:
"Der 21-Jährige habe im Innenbereich der Anlage gestanden, berichtet
VW-Sprecher Hillwig weiter. Ein anderer Mitarbeiter habe sich im
Außenbereich aufgehalten. Möglicherweise auf Zuruf habe dieser die
Anlage angefahren. Dabei sei der 21-Jährige von dem Roboter erfasst
worden"
"Das Ermittlungsverfahren laufe. Dabei werde auch ein möglicher
Fahrlässigkeitsvorwurf untersucht, erläutert Wied"
Quelle:
http://www.hna.de/kassel/kreis-kassel/baunatal-ort312516/roboter-toetet-arbeiter-vw-werk-5191637.html
Bis zur Übergabe an den Betreiber hat ist die aufbauende Firma
verantwortlich.
Die Abnahme durch Arbeitssicherheit etc. findet erst bei Übergabe statt.
Vorher werden die Vorgaben durchgegangen etc. und schonmal beim
Betreiber kontrolliert, aber final ...
Die Arbeitsbereiche Robbi / Mitarbeiter kreuzen sich normalerweise nie.
Da wo es möglich ist (Trennung durch Tore etc.) wird die Beweglichkeit
des Roboters in Hardware blockiert (Solide verschraubte Metallblöcke).
Schlimme Sache :-/
Ich weiss aus der Kuka-Entwicklungsableitung (ist allerdings schon ein
bis zwei Jahre her), dass dort an Kameraüberwachung gearbeitet wurde: es
wird also ständig der Bereich des Roboters komplett überwacht und bei
Detektierung eines größeren Warmblüters abgeschaltet ;-)
Ansonsten existieren natürlich bereits jetzt Lichtschrankengitter usw.
Ansonsten gibt's (zu Recht) keine Betriebsgenehmigung.
Aber eben erst nach der Installation ... :-/
hart, aber grausam schrieb:> Werd' mal härter, das Leben ist einfach eine verdammt gefährliche> Veranstaltung!
Kein Schwanz ist so hart wie das Leben heisst es.
Pepe schrieb:> Und so oder ähnlich hat sich das ganze ereignet:> Youtube-Video "Schwarzer Freitag – Suva – SuvaPro"
Eine (nachgestellte) Szene, die sich so oder so ähnlich täglich
hundertfach in deutschen Werken abspielen dürfte (ohne den Unfall). Dass
es da hin und wieder zu sehr schweren Arbeitsunfällen kommt, ist glaube
ich nicht verwunderlich. Wer schon einmal in der Produktion gearbeitet
hat, weiß wie der Hase da läuft. Nur meistens wird eben so vorgegangen,
wenn keine "Chefs" in der Nähe sind, zum Beispiel in der Nachtschicht,
wo die Konzentrationsfähigkeit sowieso im Keller ist. Solange Menschen
in der Nähe von laufenden, lebensgefährlichen Maschinen arbeiten, wird
sich das meiner Meinung nach auch nicht ändern, da kann man noch so
viele Sicherheitsvorkehrungen treffen und implementieren, wenn der
Mensch an der Maschine sie umgehen oder missachten kann, sind sie
einfach nutzlos.
Wirklich tragisch.
Ich wundere mich aber schon etwas.
Nach meiner Einschätzung darf sowas wie Betriebsspannung nicht mal
erwähnt werden, solange da noch Menschen im Aktionsradius des Roboters
sind.
Warum konnte sich der Roboter überhaupt auch nur einen Millimeter
bewegen, solange der junge Mann da stand?
Ich habe mal in meiner Ausbildung einige Trafos in einem Umspannwerk
gereinigt.
Ich glaube, dass ich gefühlte 417 Mal gefragt hab, ob die auch wirklich
abgeschaltet sind.
da erinnere ich mich doch an die Geschichte aus dem VW-Werk in
Wolfsburg, als ein Arbeiter des Nachts bei Wartungsarbeiten den Stempel
der 40t-Presse gegen Absacken mit einem Balken oder Stahlrohr gesichert
hatte
Später kam dann die Feuerwehr, um seine auf 0,7mm zusammengefassten
Überreste mit dem Schlauch aus der Maschine zu spülen.
So eine Maschine hat nunmal keine 170 Druckrezeptoren pro cm²
Oberfläche, die hat (hatte damals) nur einen Schalter, wo ein anderer
Arbeiter steht und eine Entscheidung aufgrund SEINES Kenntnisstandes
fällt.
Was anderes war es hier auch nicht.
Wer diese Roboter mal im Echtbetrieb beobachtet hat, dürfte höchsten
Respekt davor haben. Die wiegen selbst Tonnen und haben Kraft ohne Ende
um sich auch möglichst schnell bewegen zu können.
Wer da im Weg steht...
Aber diese Maschinen sind doch, so kenn ich es noch, in Käfigen
untergebracht, um abfallende Teile aufzufangen. Wenn der geöffnet ist,
steht doch die Anlage automatisch. Und Lichtschranken hatten die doch
auch. Kann mich noch schwach dran erinnern, dass uns die Bandleiter
damals eingebläut haben, nicht da rein zu treten um nich gleich das
ganze Band anzuhalten.
jo mei schrieb:> Nur mal zur Info: Bei Industrie 4.0 wird der Roboter in direktem Kontakt> mit dem Arbeiter sein. also nix Sicherheitsabstand und so
Gilt das auch für Roboter, die einen zu Brei quetschn können?
Schwer vorstellbar.
Mike B. schrieb:> Wer diese Roboter mal im Echtbetrieb beobachtet hat, dürfte höchsten> Respekt davor haben.
Wer mal im Legoland in so einem Roboter gesessen und vorher bei der
"Programmierung" der Fahrt auf die obersten Knöpfe gedrückt hat, der hat
allerhöchsten Respekt vor diesen Maschinen.
r_u_d_i schrieb:> Der ursprüngliche Artikel beinhaltet mehr Fakten:> "Der 21-Jährige habe im Innenbereich der Anlage gestanden, berichtet> VW-Sprecher Hillwig weiter. Ein anderer Mitarbeiter habe sich im> Außenbereich aufgehalten. Möglicherweise auf Zuruf habe dieser die> Anlage angefahren. Dabei sei der 21-Jährige von dem Roboter erfasst> worden"
Und es wird sogar so sein, dass diese "Arbeitsteilung" der Regelfall
ist. Aber dabei kommt eben meistens keiner um. Und wenn einer nur mal
"unsanft umgeschubst" wird, dann wird der Vorfall vertuscht oder schafft
es nicht in die Zeitung.
r_u_d_i schrieb:> dann sind wir fast Nachbarn?
eher nicht. Rheinländer, aber immer bei den OEMs und Tiers unterwegs.
BTT: Auch hier deutet sich leider wieder einmal an, dass die Technik
noch so ausgefeilt sein kann - gegen einen pfiffigen :-( Menschen aber
machtlos ist.
Oder wie unsere Ekonstricker gerne sagen: Wenn wir's idiotensicher
machen, bringt der Kunde einen noch besseren Idioten.
Im Übrigen bin ich mal sehr gespannt auf Idustrie 4.0, Pflegeroboter
u.ä.
Bislang ist es doch so, dass bei deaktiviertem Schutzraum bei
Automationsanlagen nur mit sicherer Geschwindigkeit gefahren werden
darf. Das ist derartig quälend langsam, dass ich regelmäßig rausgehe und
von außen mit Normalspeed fahre. Die letzten paar Millimeter dann eben
wieder innen im Schildkrötenmodus.
robotnikR schrieb:> dass die Technik> noch so ausgefeilt sein kann - gegen einen pfiffigen :-( Menschen aber> machtlos ist.
Warum verliert dann jeder noch "pfiffige" Großmeister gegen einen
Schachcomputer? Ich denke der Mensch sollte sich nicht wieder einmal
künstlich überhöhen. Früher war es Usus, den Menschen zwanghaft über die
restliche Schöpfung zu stellen. In Zukunft sollten wir nicht denselben
Fehler mit KI und Robotern machen.
Cyblord -. schrieb:> robotnikR schrieb:>> dass die Technik>> noch so ausgefeilt sein kann - gegen einen pfiffigen :-( Menschen aber>> machtlos ist.>> Warum verliert dann jeder noch "pfiffige" Großmeister gegen einen> Schachcomputer?
Weil das ein Gebiet mit sehr wenigen festen Regeln ist. Für solche sind
Maschinen perfekt.
> Ich denke der Mensch sollte sich nicht wieder einmal> künstlich überhöhen. Früher war es Usus, den Menschen zwanghaft über die> restliche Schöpfung zu stellen. In Zukunft sollten wir nicht denselben> Fehler mit KI und Robotern machen.
Die Frage hier ist eher: "Ist der Bediener kreativer als der Erbauer?"
Ich habe schon Leute gesehen, die an einer Stanze standen und zwei
Knöpfe mit 1,50m Abstand zur Auslösung drücken mussten. Gedacht war es
natürlich so, dass man dann beide Hände und den eigenen Körper sicher
aus dem Gefahrenbereich gebracht hat.
Der Mann hat sich also eine passend abgelängte Latte mit entsprechenden
Aussparungen gebastelt, damit er mit der freien hand die Bleche "noch
schnell nachschieben" konnte. Er lebt noch und hat auch noch beide
Hände, ist jetzt aber (glücklicherweise) in Rente.
Kreativität hat bisher wohl noch jede Sicherheitsvorrichtung geknackt.