USB-Stick wird langsam

Gast #4185595
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Hallo,
ich habe 3 USB-Sticks die subjektiv immer langsamer werden. Es handelt 
sich um 2 Werbegeschenke und ein "damals 2009 hochwertiger" Corsair 
Flash Voyager mit 16GB.

Nun habe ich mal mit CheckFlash einen vollen Patterntest durchgeführt, 
dieser Test war jedoch fehlerfrei.

Die Schreibrate bei dem getesteten Corsair liegt zwischen 6 und 7 Mb/s - 
das ist auch für USB 2.0 sehr langsam (Crystal Disc Mark - sequentielles 
Schreiben).

Ein neuwertiger USB 3.0 Stick am selben USB 2.0-Port kommt auf eine 
Schreibrate von 18mb/s.

Formatieren hat nichts genützt.


Nun frage ich mich, ob die Sticks wirklich langsamer werden, ob ich mir 
das nur einbilde und ob und warum so ein Stick überhaupt langsamer 
werden kann?
Gast #4185828
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Gero schrieb:
> Die Schreibrate bei dem getesteten Corsair liegt zwischen 6 und 7 Mb/s -
> das ist auch für USB 2.0 sehr langsam

Nein, das ist für die alte Technik ein eher guter Wert.
Ich habe gerade flammneue USB2.0 Sticks von CnMemory bekommen, für die 
der Hersteller gar nur mindestens 2 MB/s Schreiben und 10MB/s lesen 
angibt.
Die hier gemessene Schreibgewschwindigkeit lag etwas höher, bei etwa 
3,3MB/s.

Wenn dir der Stick früher schneller vorkam, dann mag das daran liegen, 
dass du kleinere Dateien verwendet hast. Die werden zunächst sehr 
schnell in den Puffer übertragen, aber danach ist der Stick noch eine 
Weile damit beschäftigt sie in den Flash zu kopieren.
Erst bei sehr grossen Dateien, am besten fast volle Kapazität des 
Sticks, zeigt sich wie schnell das Flash-Memory wirklich beschrieben 
wird, weil dann die Kapazität des Chip internen Puffers kaum noch eine 
Rolle spielt.
Gast #4185993
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Ich habe das auch schon bemerkt.
Ob Marke oder No Name spielt hier keine Rolle,
Marke ist in der Regel schneller.

Ich habe zum Versuch einen Flash Erase (Overwrite)
mit SD Formatter durchgeführt.
Das dauert ein wenig,
jedoch werden alle Speicherzellen mit 0 überschrieben.


Den Stick habe ich danach noch ein paar Minuten in Rohe gelassen.
Die Werte waren danach besser.

Macht man einen Test mit HD Tune (Lineares Lesen) erkennt man das vorher
die Limie zackelig ist, nach Flash Erase ist sie gleichmässig gerade.
Gast #4187335
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Andi_73 schrieb:
> habe zum Versuch einen Flash Erase (Overwrite)
> mit SD Formatter durchgeführt.
> Das dauert ein wenig,
> jedoch werden alle Speicherzellen mit 0 überschrieben.
>
> Den Stick habe ich danach noch ein paar Minuten in Rohe gelassen.
> Die Werte waren danach besser.

Das ist keine Alterung oder Abnutzung, sondern ein anderer Effekt.

Die Speicherzellen können individuell nur in einer Richtung programmiert 
werden.
Ob das nun 0 oder 1 ist, spielt erstmal keine Rolle, davon merkt der 
Anwender nichts.
Beim Löschen hingegen werden große Speicherblöcke auf einmal in die 
gleiche Richtung programmiert.
Ein Ansprechen kleiner Bereiche ist dabei nicht möglich. Das liegt an 
der Technologie der verwendeten Speicherchips.
 Aber auch beim normalen Schreiben landen die Daten zunächst in einem 
(kleineren) Pufferbereich, der dann, wie mit einem Stempel, geschlossen 
in den nichtflüchtigen Speicher kopiert wird.

Wichtig ist zu wissen, dass die nichtflüchtigen Speicherzellen nur in 
eine Richtung programmiert werden können, also z.B. von 0 auf 1.
 Andersrum, von 1 auf 0 geht es nicht, sondern um eine 0 zu schreiben, 
wenn schon  eine 1 abgespeichert wurde, muß der ganze Bereich auf 0 
gesetzt werden.
Das macht der Formatierbefehl, oder es passiert intern, wenn im normalen 
Betrieb ein Bit gelöscht werden soll, das vorher als 1 gespeichert war.

Dazu muß aber vorher der ganze große Speichernbereich, in dem dieses Bit 
steckt, ausgelesen und in einem RAM-Puffer gesichert werden, denn sonst 
würden ja die anderen im Bereich vorhandenen Daten auch gelöscht werden.

Weil beim Beschreiben eines bereits in Benutzung befindlichen Sektors 
also zuerst die bereits darin befindlichen Daten gesichert werden 
müssen, dann wird gelöscht, und dann wird der neue Inhalt 
zurückgeschrieben, dauert dieser Vorgang länger, als wenn die Daten in 
einen nach der Formatierung "jungfräulichen" Sektor nur geschrieben 
werden müssen, weil der Controller "weiss", dass da nur 0-en drin 
stehen.

Da der im Stick eingebaute Controller aber keinerlei Ahnung von der 
Diskorganisation , FAT, NTFS und was es sonst noch gibt, hat, kann er 
das Löschen bzw. Formatieren  von unbenutzem Speicher  (gelöschte 
Dateien)   auch nicht von sich aus einleiten, da er einfach nicht weiß, 
ob diese Daten noch gebraucht werden.
Das wird allein vom Betriebsystem verwaltet, das zu diesem Zweck eine 
Liste der freien Speicherbereiche führt.
Das Löschen einer Datei verändert auch nicht deren Daten, die sind nach 
wie vor da, sondern es bewirkt lediglich einen Eintrag in  diese Liste 
der freien Speicherbereiche.

Zusammen fassend kann man sagen, dass der Stick-interne Controller bei 
einem frisch formatierten Stick die Daten einfach blindlings schreiben 
kann, während bei einem bereits länger in Benutzung befindlichen Stick 
dem Schreibvorgang das Lesen und anschliessende Löschen des alten 
Speicherinhalts vorausgehen muß.

Ich hoffe, daß ich es verständlich machen konnte, wehalb ein frisch 
formatierter Stick schneller beschrieben werden kann, als ein bereits 
längere Zeit in Benutzung befindlicher.
Gast #4187448
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lrep schrieb:
> Ich hoffe, daß ich es verständlich machen konnte, wehalb ein frisch
> formatierter Stick schneller beschrieben werden kann, als ein bereits
> längere Zeit in Benutzung befindlicher.

Das ist sehr gut erkärt.

Mich störte dieser Effekt jedoch, deshalb der Test mit SD Formatter.
Was bei einer SD Karte hilft sollte auch bei USB Sticks funktionieren.
Das normale Formatieren, ob schnell oder normal mit Windows, bringt
hier nicht den gewünschten Effekt.

Man kann auch mit Recuva testen ob Dateien wiederhergestellt werden
können. Dies darf nicht erfolgreich sein sonst wurde nicht komplett
gelöscht.

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