Guten Abend zusammen,
Meine Frage wäre, welchen Mikrocontroller (am besten ATMEL) Ihr mir
empfehlen würdet, wenn ich eine möglichst stabile und langlebige
Messschaltung aufbauen möchte? Sie wird im Außenbereich eingesetzt.
Grob gesagt, zähle ich Impulse von einem Sensor und messe dabei die
Zeit, indem ich eine Variable jede Millisekunde hinauf zählen lasse. Die
besagte Variable ist vom Typ long, also wäre es sinnvoll, wenn ich einen
32-Bit uC benutze, oder?
Freundliche Grüße
Christian
Christian Haun schrieb:> Die> besagte Variable ist vom Typ long, also wäre es sinnvoll, wenn ich einen> 32-Bit uC benutze, oder?
Nö.
Interessant ist nur die Geschwindigkeit mit der du Informationen
verarbeitet haben willst. Mit welcher Frequenz kommen deine Impulse an?
Hallo Christian,
mit was hast du den bisher gearbeitet? Da eigentlich jeder
Mikrocontroller so etwas kann, sollte man bei dem bleiben was man
beherrscht.
Was ist das für ein Sensor genau? Du möchtest also eine Impulslänge
messen, wie lange ist so ein Impuls?
Batteriebetrieb oder Netzteil betrieb?
Was soll mit den Messungen dann gemacht werden (Display, Speichern auf
SD Karte, UART)?
Ich glaube das ganze lässt sich bei keinerlei Kenntnisse am besten mit
einem ATmega machen.
Christian Haun schrieb:> Grob gesagt, zähle ich Impulse von einem Sensor und messe dabei die> Zeit, indem ich eine Variable jede Millisekunde hinauf zählen lasse.
Wenns nur ne serielle Schnittstelle nach aussen wäre, könnte auch ein
Tiny reichen. Ich habe hier Tinys, die jahraus, jahrein den
Aussentemperaturen ausgesetzt sind (wenn auch nicht dem Regen und
Schnee), die problemlos kleinere Steuerjobs machen.
Wenn man da nicht exzessiv ins EEPROM schreibt und an die Grenze der
Absolute Maximum Ratings geht, sollte das sehr lange gut funktionieren.
Bei sehr tiefen Temperaturen berichtete ein User hier mal, das ein
übertakteter ADC nicht richtig läuft - aber das kann man ja vermeiden.
Ich benutze diesen Sensor:
http://www.teviso.com/en/products/radiation-sensor-rd2014.htm
Dieser Radioaktivitätssensor hat einen TTL-Zählausgang.
Ich möchte die gesammelten Daten über eine UART-KNX-Schnittstelle
ausgeben.
Laut Datenblatt S. 3 auf der Webseite das der maximale Ausschlag bei
100000 counts per minute liegt.
Die Schaltung hab ich derzeit mit einem ATmega2560 aufgebaut, aber der
hat halt unnötig viele Pins für diese Anwendung.
Betrieb erfolgt über Netzteil.
Dann nimm einen Mega16. Kleiner macht wenig Sinn, und diese Tinyes
machen sowieso keinen Sinn. Die sind fuer ultrahohe Stueckzahlen, wo's
wirklich auf Cents ankommt.
Man sollte sich einen Controller an Lager legen, der fuer mehrere
Projekte in Frage kommt. Und die Tinies sind zu klein dafuer.
Ok, danke für die Antworten! Und wie sieht es mit der EMV-Einwirkung
aus? Gibt es bestimmte Controllerklassen, die dagegen besonders
resistent sind?
Der uC soll ja nicht schon im Messbereich des Sensors ausfallen, wenn es
zu höheren Werten kommt.
Das Problem ist nicht der Controller - das Problem ist das ganze
drumherum.
Kondenswasser im Gehäuse, Elkos frostempfindlich, China-Netzteil hält 2
Jahre, Eingangsschutzschaltung haut nicht hin...
Der Controller ist so ziemlich das einzige, das man nicht nach Witterung
und EMV auswählen muss.
Christian Haun schrieb:> Sie wird im Außenbereich eingesetzt.
Was keine rolle spielt, im Zweifel ist ein deinem Schaltschrank /
Gehäuse Thermostat und eine Heizung Einzubauen (Winter).
Entsprechende Wasserdichte Gehäuse findest du ebenso.
Die Heizung verhindert auch Kondenswasser Bildung
Im Zweifel kannst du die empfindlichen Komponenten deiner Elektronik
auch mit Gießharz schützen.
Erlaube mir bitte, Dir einige Fragen zu stellen deren Antworten bei der
Wahl der korrekten Teile hilfreich sind:
1) Stückzahl. Wieviele von den Dingern willst Du bauen? Sprich, sind 10
cent Preisunterschied ein Thema weil Du davon 'ne Million runterpressen
willst oder sind 2 oder 5 Euro kein Thema weil Du 1 Teil baust und der
Entwicklungsaufwand ohnehin die HW-Kosten um ein Zighundertfaches
übersteigen wird.
2) Wieviele Messvorgänge pro Zeiteinheit? Ist die Fähigkeit der CPU für
Tage in "Tiefschlaf" zu gehen zum Stromsparen ein Thema oder mißt er
ohnehin kontinuierlich sodass Power Management unnötig ist?
3) Strom aus Batterie oder Steckdose? Ist es ein Thema, dass das Ding
möglichst wenig Strom "zieht" und mit altersschwachen Batterien
weiterarbeiten kann und rechtzeitig drauf hinweist?
4) Speicherplatz? Wie oft sollen Daten gespeichert werden? Und wieviele
Daten sollen gespeichert werden?
5) Peripherie? Welchen Bus muss das Ding mitliefern um die Daten
abzusaugen oder ist das flexibel?
6) Größe? Muss das Ding bestimmte Anforderungen (Gehäusegröße,
Einbauplatz) erfüllen?
7) Form Factor? Kann's SMD sein oder bedrahtet weil einfacher zu löten?
Oder sollte der Chip "Field Replacable" sein, muss also gesockelt
werden?
8) Legal stuff? Muss der Chip irgendwelchen Normen (ISO) genügen oder
gibt's gesetzliche Auflagen bezüglich irgendwelcher Anforderungen?
An der Größe des Zählers würd ich's nicht festmachen, aus 4 8bit
Registern kann man auch ein 32bit register machen wenn man wirklich
muss. Und wenn ausser einem Sensor da wenig gemessen werden soll (und
die Zählerei im Endeffekt zwischen den Messergebnissen gemacht wird) ist
das nun wirklich wurscht ob man die Zeit "verbrät" oder sozusagen
händisch die register hochzählt. Mehr als 1 dazuzählen im LO-Register
und dann das Carry in die anderen nacheinander addieren ist das nicht.
Hi,
wenn's um Preis und Stromsparen geht, würde ich ev. die msp430-Reihe
evaluieren. Mit den 8-Bittern kann man zwar auch locker
32-Bit-Arithmetik machen, aber die msp430-Architektur hat mit ihren 16
bit-Registern einige Vorteile und lässt sich etwas besser skalieren.
Aber jeder soll nach seinen Kriterien entscheiden..
Wenn ich das recht verstehe, bezieht sich die Frage des TO welchen uC er
wählen soll, unter besonderer Berücksichtigung der Tatsache, dass der
Sensor Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung misst - der uC selbst also
diesen Strahlungen ausgesetzt ist.
Für den Mars-Aufenthalt (unbehinderte kosmische Strahlung) wurden
schon mal 80C85 µPs gewählt.
Wie strahlungsfest PIC, AVR und Konsorten sind?
Viel Glück bei der Suche!
Die restlichen (genannten!) Anforderungen sind mit den kleinsten
Varianten aller Hersteller NULL PROBLEMO.
100000 Pulse pro Minute = 1666 Hz (T = 0,6 ms) kannst du aber nicht
im 1 ms Takt erfassen. Da sind mindestens 0,1 ms (10 kHz) zeitliche
Auflösung gefragt. - Auch kein Problem für die kleinsten
Varianten aller µC Hersteller.
Außer der Strahlungsfestigkeit ist alles, was du NOCH NICHT genannt
hast, viel wichtiger bei der µC-Wahl.
Der Außeneinsatz hat auch wenig mit dem µC zu tun - dafür bist
DU mit dem Gehäuse-Konzept zuständig: Feuchtigkeit, Kondenswaser
und extreme Temperaturen mögen alle nicht!
Ich weiß zwar, dass die Antwort ein bischen spät kommt, aber ich war
eine Woche lang weg.
Zu den Fragen von Heinz L.:
1. Die Stückzahl ist im Moment sehr begrenzt, das Ganze ist ansich nur
eine Projektarbeit die jedoch im Moment nicht den Anspruch an hohe
Stückzahlen stellt.
2.
Oldie schrieb:> 100000 Pulse pro Minute = 1666 Hz (T = 0,6 ms) kannst du aber nicht> im 1 ms Takt erfassen. Da sind mindestens 0,1 ms (10 kHz) zeitliche> Auflösung gefragt. - Auch kein Problem für die kleinsten> Varianten aller µC Hersteller.
Stimmt, war ich wohl abgelenkt, beim schreiben! Das Messgerät misst ohne
Unterbrechung, die maximal zu messenden Impulse sind die erwähnten
100000 Pulse pro Minute.
3. Das Messgerät wird mit einem Netzteil versorgt.
4. Der Speicherplatz darf sehr begrenzt sein, das die Daten ständig über
KNX übertragen werden, sie können ja dann auch woanders
zwischengespeichert werden.
5. Benötigt wird im Grunde nur der UART und I2C.
6. Die Größe ist unerheblich.
7. Ich möchte die fertige Messschaltung nur (außer den Sensor) in SMD
ausführen.
8. Da die Schaltung mit der (übrigens zertifizierten) KNX-Schnittstelle
ausgerüstet wird, sollte der Chip schon die in geltenden ISO Normen
erfüllen.