Nach 2-3 Jahren in KMU noch wechsel nach "oben" bzw. in andere Branche möglich?

OP #4195796
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Hallo,

Ich bin gerade in den letzten Zugen meiner Abschlussarbeit 
(Maschinenbau) und frage mich, ob ich ein Angebot von einem Unternehmen 
mit 200 MA und relativ schlechten Bewertungen auf Kununu annehmen soll. 
Es handelt sich zum ein Maschinenbau unternehmen bzw einem Lieferanten 
für Nutzfahrzeeuge, 42 Stundenwoche.

Mein Abschluss ist Durchschnittlich (2.2) ich habe einen Uni Master und 
habe auch "durchschnittliche" Praxiserfahrungen (Praxissemester bei 
Daimler, 1 Jahr als Werkstudent und Abschlussarbeit bei einem SAP 
Dienstleister).

Mein Wunsch wäre es, irgendwann mal bei einem Automotive Lieferanten 
einzusteigen, einfach weil mich AUtos sehr interessieren (und IG Metal 
Tarif auch ganz nett ist ;))

WÜrdet ihr an meiner stelle weiterbewerben und die Stelle sausen lassen 
(ich glaube automotive ist ein ziemlich verschlossener Verein, wenn man 
da nicht seine 1. stelle hat, kommt man nie rein?) oder annehmen. Die 
Frage ist halt, ob ein Branchenwechsel nach 2-3 Jahren noch möglich ist 
(ich wäre dann 30 Jahre alt).
Gast #4195801
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Möglich ist alles. Wie gut die Chancen sind, kann dir hier eh keiner 
sagen (auch wenn viele was anderes behaupten).

Dass es besser wäre, wenn du gleich eine Stelle findest und dass es 
besser gewesen wäre, wenn du schon im Studium in der richtigen Branche 
unterwegs gewesen wärst, ist ja logisch.
Gast #4195803
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Im Moment bist du noch in der feinen Situation keine "Zwänge" zu haben. 
DAs heißt du kannst breit fächern bei den Bewerbungen und dich dann für 
ein Unternehmen entscheiden.
Wenn du dann eine Stelle antrittst ist im Normalfall erst mal gut für 
die nächsten zwei Jahre. Das heißt du würdest unter Umständen mit einer 
Stelle dir du eigentlich nicht haben wolltest 2 Jahre verschwenden.
Mit 30 ist so ein Wechsel eigentlich kein Problem, lass dir nicht 
einreden, dass du dann schon zu alt bist. Das ist totaler Schwachsinn.
Problem ist aber eventuell, dass du dann Branchenfremd bist und das nur 
weil du jetzt ein Angebot annimmst welches du nicht zwingend haben 
wolltest.
Daher rate ich dir dazu erst mal dort Bewerbungen zu schreiben wo du 
auch wirklich hin willst. Ein Jahr kann man auch anderweitig 
überbrücken. Im Lebeneslauf kann man so etwas zur Not ja auch mit 
Weltreise kaschieren oder irgendetwas anderem ;).
Die Bewertungen auf kununu und ähnlichen Seite sollte man mit Vorsicht 
genießen. Wer weiß schon wer diese Bewertung geschrieben hat. 
Aussagekräftiger ist eher das was die Leute die in der Gegend des 
Unternehmens wohnen sagen.
Gast #4195915
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Christian M. schrieb:
> Hallo,
>
> Ich bin gerade in den letzten Zugen meiner Abschlussarbeit
> (Maschinenbau) und frage mich, ob ich ein Angebot von einem Unternehmen
> mit 200 MA und relativ schlechten Bewertungen auf Kununu annehmen soll.
> Es handelt sich zum ein Maschinenbau unternehmen bzw einem Lieferanten
> für Nutzfahrzeeuge, 42 Stundenwoche.
>
> WÜrdet ihr an meiner stelle weiterbewerben und die Stelle sausen lassen
> (ich glaube automotive ist ein ziemlich verschlossener Verein, wenn man
> da nicht seine 1. stelle hat, kommt man nie rein?) oder annehmen. Die
> Frage ist halt, ob ein Branchenwechsel nach 2-3 Jahren noch möglich ist
> (ich wäre dann 30 Jahre alt).

Ein Lieferant für Nutzfahrzeuge ist ja jetzt nicht sooo weit von 
Automotive entfernt. Sowohl Daimler als auch VW bauen auch 
Nutzfahrzeuge.

Ich würde die Stelle annehmen, aber direkt schon weiterbewerben. 
Irgendeine Arbeitserfahrung ist besser als gar keine. Mit dem 
Daimler-Praxissemester bist du ja auch nicht ganz fachfremd.

Wie bist du denn an dieses Angebot gekommen?
Gast #4195927
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Wenn Du bist zur Zeugnisausgabe nichts anderes hast dort anfangen und 
dort auf 2 Jahre einrichten und dann Bewerbungen schreiben. Nach diesen 
zwei Jahren hast Du Anspruch auf Arbeitslosengeld, hast eine 
ordentlichen Hausrat und kennst die ganzen Buzzwords auf die es in der 
Bewerbung ankommt.

Da Kununu meist Angaben von Ex-Mitarbeitern enthällt ist der negative 
Grundtenot nicht verwunderlich.

MfG,
OP #4195934
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Hmm ja die Frage ist also wann man schlimmer darn ist: Frischer 
Absolvent OHNE Berufserfahrung oder jemand der 2-3 Jahre in einer 
fremden Branche gearbeitet hat.

Ich denke ich nehme die zweite Option, bei 1 ist halt die Gefahr erstmal 
ne zeitlang arbeitslos zu sein. Viele meiner Kommilitonen waren erstmal 
6-10 Monate Arbeitslos...
Gast #4195955
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Christian M. schrieb:
> Hmm ja die Frage ist also wann man schlimmer darn ist: Frischer
> Absolvent OHNE Berufserfahrung oder jemand der 2-3 Jahre in einer
> fremden Branche gearbeitet hat.


Also als embedded Entwickler gibt es keine fremde Branche.
Ob Medizintechnik, Automobil, Luftfahrt, Messtechnik, Kommunikation  -
die mikrocontrollerprogrammierung ist die selbe. Ebenso 
Qualitätsmanagment,Entwicklungsprozeß, Vertrieb, Einkauf, ...

Bei Maschienenbau also CAD könnte es ähnlich sein. In den ersten 2/3 
Jahren lernt weitaus mehr allgein nutzbares als branchenspezifisches.

MfG,
Gast #4196079
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Christian M. schrieb:

> (Maschinenbau) und frage mich, ob ich ein Angebot von einem Unternehmen
> mit 200 MA annehmen soll.
> Es handelt sich zum ein Maschinenbau unternehmen bzw einem Lieferanten
> für Nutzfahrzeeuge
>
>(Praxissemester bei Daimler,

> 1 Jahr als Werkstudent und Abschlussarbeit
> bei einem SAP Dienstleister).
>
> Mein Wunsch wäre es, irgendwann mal bei einem Automotive Lieferanten
> einzusteigen,

> WÜrdet ihr an meiner stelle weiterbewerben und die Stelle sausen lassen

Wenn es dein einziges Stellenangebot ist, dann annehmen und trotzdem 
weiter suchen.

> Die Frage ist, ob ein Branchenwechsel nach 2-3 Jahren noch möglich ist

ohne Probleme möglich. Eigentlich ist es gar kein Branchenwechsel.

> (ich wäre dann 30 Jahre alt).

kein Problem
Gast #4196438
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Christian M. schrieb:
> und hab innerhalb kürzester Zeit die Sprache besser gelernt

Deine Fähigkeit, Fremdsprachen leicht zu erlernen, solltest du unbedingt 
in den Bewerbungen hervorheben. Das ist besonders in der 
Automotive-Branche wichtig, die weltweit tätig ist. Damit hast du einen 
großen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern, denn gute "Techniker" gibt es 
im Überfluß, aber die meisten sind nicht sprachbegabt.

Je größer das Unternehmen, desto wichtiger die Fremdsprachenkenntnisse 
und die Fähigkeit mit fremden Kulturen zurecht zu kommen. Bewirb dich 
bei allen größeren Zulieferern und auch bei den Herstellern (PKW und 
Nutzfahrzeuge).

Firmenlisten:
www.vda.de/de/verband/mitglieder/herstellergruppe-III.html
www.vda.de/de/verband/mitglieder/herstellergruppe-I.html
www.vda.de/de/verband/mitglieder/herstellergruppe-II.html

... und die vielen Maschinen- und Anlagenhersteller
http://www.vdma.org/mitglieder

Wünsche viel Erfolg!

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