Hallo Forum,
ich habe so winzige µC's ATtiny10 im SOT23-6 Gehäuse.
Dazu habe ich mir eine Art Textool-Fassung gekauft um die Dinger vor dem
Einlöten zu programmieren.
Aber jetzt kommen mir Bedenken, ob nicht der µC durch das Reflow löten
schneller sein Gedächnis (Programmspeicher) verliert?!
mse2 schrieb:> Kann ich bestätigen, das machen wir so!
PS: Allerdings führen wir trotzdem die Programmierleitungen heraus,
damit wir evtl. später ein Update machen können.
mse2 schrieb:> PS: Allerdings führen wir trotzdem die Programmierleitungen heraus,> damit wir evtl. später ein Update machen können.
Ein Bootloader kann da Wunder bewirken ;)
Ulrich F. schrieb:> Max D. schrieb:>> Ein Bootloader kann da Wunder bewirken ;)> Ja, vor allen Dingen, wenn man ihn später mal ändern muss.
Also normalerweise legt man den Bootloader so grundlegend an, dass er
"zeitlos" ist (daten via UART rüberschieben geht z.B. schon ewig und
wird auch noch laaaange so gehen).
Wenn man etwas abenteuerlustig ist, dann kann man den Bootloader auch
neu schreiben indem man in die Application-Section code lädt der dann
den loader neu schreibt (digispark macht das z.B. so).
Max D. schrieb:> Ein Bootloader kann da Wunder bewirken ;)
Ein Bootloader ergibt keinen Sinn, wenn er auch bloß wieder über lokale
Anschlüsse läuft.
Dann muß man nämlich genauso erst hinlatschen und obendrein nach dem
Anstöpseln der Mimik oft auch noch einen schlecht erreichbaren
Reset-Button drücken.
Nö, da kann man auch gleich das normale Programmier-Procedere an einem
gut zugänglich herausgeführten Programmieranschluß verwenden.
Bootloader sind allerdings sehr nützlich, wenn das Target ohnehin Teil
eines (wie auch immer) vernetzten Systems ist und der Bootloader in der
Lage ist, eben diese Netzanbindung zu benutzen. Dann kommt Sinn in die
Sache.
Max D. schrieb:> mse2 schrieb:>> PS: Allerdings führen wir trotzdem die Programmierleitungen heraus,>> damit wir evtl. später ein Update machen können.>> Ein Bootloader kann da Wunder bewirken ;)
Wir hatten schon den Fall, dass irrtümlich leere Controller bestückt
wurden (mit 'leer' meine ich, dass auch kein Boot-Loader drinngewesen
wäre, wenn wir mit sowas arbeiten würden.) In der Situation waren wir
über die herausgeführten Programmierleitungen sehr glücklich! ;)
mse2 schrieb:>> Kann ich bestätigen, das machen wir so!> PS: Allerdings führen wir trotzdem die Programmierleitungen heraus,> damit wir evtl. später ein Update machen können.
Dazu reichen einfach einige kleine Kupferflächen ohne Lötstoplack.
Kontaktieren kann man die mit einer Hilfsvorrichtung und gefederten
Kontaktspitzen.
Ist etwas lästig weil man für jedes Gerät einen passenden Kontakthalter
bauen muss, dafür kostet es aber nichts und brauch keinen Platz.
Bei normaln ICs (DIL) kann man den Programmieradapter auch oben aufs IC
drücken.
Bei Kleinserien entweder Telephonbuchsen (6-Polig), Stiftleisten oder
Kontakte am Platinenrand.
TAG-Connect bietet da sehr schöne Lösungen an. Da braucht man sich
keinen eigenen Nadelbettadapter zurechtfummeln. Und belegt nur minimale
PCB Fläche. Selbst ausprobiert, war sehr einfach, nach dem das Footprint
einmal in der Lib war.
Kontakte am Platinenrand sind eh optimal, da kann man mit einer breiten
Klammer andocken, oder nen entsprechenden Stecker nehmen, den man auf
Leiterbahnen aufstecken kann, wie z. B. beim TI99/4A die Zusatzmodule,
oder der Anschluss von Peripheriegeräten.
keinGast schrieb:> TAG-Connect bietet da sehr schöne Lösungen an. Da braucht man sich> keinen eigenen Nadelbettadapter zurechtfummeln.
Schon, aber seit 3D-Drucker bezahlbar geworden sind, kann man auch auf
individuell entwickelte Lösungen setzen. Dann gerne auch gleich mit mehr
Kontakten um die Hardware zu prüfen und für Kalibrierungsarbeiten.
Referenzspannungen messen, µC programmieren, Funktionsprüfung wichtiger
Bauteile/Baugruppen...
Wenns gut eingerichtet ist:
Platine auflegen, runterdrücken, kurz warten, fertig.
Also ich mache auf alle meine PCBs einen Footprint für einen JST-ZH
Stecker (6 pol 7 THT) drauf. Die kann man mit einem passenden JST-ZH
Stecker einfach kurzzeitig kontaktieren (durch einstecken und
festhalten) oder man kann einen solchen Stecker bei Prototypen auch
einlöten.
Selbst auf den kleinsten Sensoren findet der Footprint noch Platz.
keinGast schrieb:> TAG-Connect bietet da sehr schöne Lösungen an. Da braucht man sich> keinen eigenen Nadelbettadapter zurechtfummeln. Und belegt nur minimale> PCB Fläche. Selbst ausprobiert, war sehr einfach, nach dem das Footprint> einmal in der Lib war.
Allerdings ist der Platz für die Löcher immer noch "RIESIG". Habe selber
einen da. Bin inwzwischen wieder (Serienentwicklung >1k/a) bei einem
5..6poligen Steckverbinder, bei einem potentiellen Produkt werden es nur
5 Kontaktpads. Kontaktiert wird über Nadeladapter, geflashed in Serie
über SWD. Das mit dem Vorprogrammieren ist nur eine Option wenn das
Programm SICHER steht (was ja nie sein wird denn nichts ist älter als
das Listing von huete :) und dann auch IMMER die Prgrammierpads auch
noch da sind. Also nur zum erhofften Ersatz der Programmierung in der
Serie und um denn Nadeladapter zu sparen.
rgds
Thomas S. schrieb:> Kontakte am Platinenrand sind eh optimal, da kann man mit einer> breiten> Klammer andocken, oder nen entsprechenden Stecker nehmen, den man auf> Leiterbahnen aufstecken kann,
...nur muss man die Kontakte erstmal dahin bringen wo man sie auch haben
will.
Die Leitungen einmal quer über die halbe Platine zu legen ist nicht
immer ganz einfach. Besonders wenn es zusätzlich noch um
Isolationsabstände, EMV oder schnelle Signale geht...
Die Art, wie die Atmels programmiert werden ist ja keine Spezialität des
Hauses: Atmel. Andere haben eine ähnliche Funktionalität.
Aus diesem Grunde hat die Industrie extra Geräte konstruiert, die die
Programmierung - vor dem Einlöten - übernehmen.
Das ist ja auch logisch, sonst müsste ja jeder FLASH-programmierbare
Chip das volle Programm aus ISP bzw. USB auf seiner Platine haben.
Manchmal sind die dadurch freiwerdenden Pins (in der Schaltung) auch
nicht mehr anders zu verwenden.
Unter Umständen ist dadurch die nachträgliche Umprogrammierung unmöglich
geworden.
6a66 schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Also ich mache auf alle meine PCBs einen Footprint für einen JST-ZH>> Stecker (6 pol 7 THT) drauf.>> Der sieht super aus.>> rgdsAmateur schrieb:> Das ist ja auch logisch, sonst müsste ja jeder FLASH-programmierbare> Chip das volle Programm aus ISP bzw. USB auf seiner Platine haben.> Manchmal sind die dadurch freiwerdenden Pins (in der Schaltung) auch> nicht mehr anders zu verwenden.
Das sind bei SWD (STEM32F) z.B. genau 5 Pins ohne Beschaltung: GND,
Reset, 3,3V, SWCLK, SWDIO - also pro Prozessor nur zwei Pins. Das
schafft man problemlos auf den oben geannnten Stecker. Dass es Geräte
gibt die Prozessoren programmieren ist kein Beweis dafür dass das der
sinnvollste Weg ist.
rgds
>Dass es Geräte gibt die Prozessoren programmieren ist kein Beweis>dafür dass das der sinnvollste Weg ist.
Wenn Firmen diese "Programmer" für hohe 5-stellige Beträge anbieten und
verkaufen, heißt zwar nicht, dass es keinen Umweg gäbe.
Wenn der Anwender aber alle Anschlüsse verwendet hat und vor der Wahl 48
oder 64 Anschlüsse steht, dann sollte er mal mit seinem Chef reden.
Vielleicht hat der ja noch einen Platz im Pförtnerhäuschen frei.
Alternativ kann er auch in einer Metzgerei was werden. Deren
Standartfrage ist ja doch: „Darf‘s auch ein bisschen mehr sein“?
Ich rede hier nicht von einem Bastlereinzelstück.
Amateur schrieb:>>Dass es Geräte gibt die Prozessoren programmieren ist kein Beweis>>dafür dass das der sinnvollste Weg ist.>> Wenn Firmen diese "Programmer" für hohe 5-stellige Beträge anbieten und> verkaufen, heißt zwar nicht, dass es keinen Umweg gäbe.
Man kann dies Programmiergeräte auch in eine Bestückungsmaschine
integrieren. Kann einen zusätzlichen, manuellen, Arbeitsschritt
einsparen.
Selbst wenn man dadurch nur einen einzigen Hilfsarbeiter einsparen kann,
sind das mindestens 2000€/Monat.
Ich nenne auch einen TAG-Connect mein Eigen. Macht einen sehr guten
Eindruck, kam allerdings noch nicht zum Einsatz. Ändert sich mit der
nächsten Platine :-)
Gruß Max
Amateur schrieb:> Wenn der Anwender aber alle Anschlüsse verwendet hat und vor der Wahl 48> oder 64 Anschlüsse steht, dann sollte er mal mit seinem Chef reden.
Wenn es soweit ist dass man von 48 auf 64 Pins wechseln muss und dafür
die zwei SWD-Pins einsparen muss dann ist nach meinem dafürhalten der
Weg frei für das "Krankenhaus am Rande der Stadt". Da müssen schon
wirkliche Mengen - ich denke da reden wir über >100kpcs/a - vorhanden
sein und das Programm sehr stabil sein und ein Bootloader über die
Serielle zugreifbar sein die auch noch anderen Zwecken dient und ....
dass man da das Risiko eingeht. Und der 64pinner ist dann wieviel teurer
dass sich der ganze Spagat rentiert: 20Cent, 30 Cent? Dafür der ganze
Akt und das Risiko soundsoviel Bauteile und bestückte Platinen wegwerfen
weil die Programmierschnittstelle fehlt.
Amateur schrieb:> Ich rede hier nicht von einem Bastlereinzelstück.
Richtig. Ich denke so in Dimensionen von 10k/a. Bei STM kostet das
Größere Gehäuse - wenn denn MLF oder TQFP - nicht die Welt. Was soll's -
Wenn es an den wenigen Cent scheitert ist vorher was falsch gelaufen.
Und wenn's der Platz ist wäre ein anderes Gehäuse angesagt.
Sogar Amazons 1$ Kauf-Button hat die Pins für die SWD drauf.
rgds