Wie haltet Ihr es bei der Prototypenentwicklung mit Planung, Optimierung und Dokumentation? Ich meine, wenn noch unklar ist, ob und wie eine Idee überhaupt umsetzbar ist? Schnellstmöglich und ohne Optimierung zu einem ersten funktionfähigen Entwurf kommen, entsprechned Donald E. Knuths Aussage "Premature optimization is the root of all evil"? Oder gleich mit der Vorgabe loslegen, dass am Ende ein fertigentwickeltes, marktfähiges Produkt herauskommt? Welcher Strategie folgt Ihr und mit welchem Erfolg?
Andreas schrieb: > wenn noch unklar ist, ob und wie eine Idee überhaupt umsetzbar ist? Na, erst mal die theoretische Betrachtung durchführen. Also berechnen ob es klappen könnte, Schaltungen finden die passen, Bauteile suchen die es leisten könnten. Dann erst Teilbereiche ausprobieren und simulieren und den Erfolg durchmessen. Hinterher hat man genug Unterlagen zusammen die man abheften kann.
Kommt drauf an, welche Qualitäten für das Produkt definiert sind und was der Prototyp leisten soll. Wenn die Vorgabe ist, dass der Prototyp schnellstmöglich an eine Testgruppe soll um zu gucken, wie die überhaupt damit klarkommt, dann kann man sich großes Brimborium wahrscheinlich sparen. Soll der Prototyp sich als Teil in ein fertiges System integrieren bzw. klare Schnittstellen definieren, kann man schon etwas mehr Aufwand betreiben.
Hängt doch stark von der geschätzten Anzahl der benötigten Bauteile ab. Unter 30 hau ich die direkt aufs Breadboard und berechne da nix gross. Wenn es läuft, wird es dokumentiert. Es macht mir einfach mehr Spass, durch Ausprobieren und Messen zum Ergebnis zu kommen. Da lernt man dann auch ne Menge bei. Bisher hat das immer so wunderbar funktioniert. Aber ich bin ja nur ein Bastler :D
Andreas schrieb: > Wie haltet Ihr es bei der Prototypenentwicklung mit Planung, Optimierung > und Dokumentation? Ich meine, wenn noch unklar ist, ob und wie eine Idee > überhaupt umsetzbar ist? erstmal einen Prototypen bauen, der zumindest die Funktionen von denen man nicht weiß ob sie funktionieren zusammenbauen. Dann weitersehen.
Prototyping kann man wie schon erwähnt via Steckbrett oder Lochraster oder PCB-Versand erledigen. Erstmal Schaltplan aufstellen, dann überprüfen und via Steck oder Loch aufbauen und testen. Wenn das dann einwandfrei läuft PCB erstellen und Kleinserie ordern. Die dann eine Woche lang laufen lassen und wenn keine Fehler auftreten in Serie gehen. Man kann auch vorher simulieren.
Divide et Impera! Die Idee in einzelne Teile zerlegen, z.B. Stromversorgung, Analog, Digital. Je nach Komplexität werden die später direkt auf die Platine gebraten (der LT1117 wird wie die 1000 mal vorher auch mit drei Caps außen rum rennen), da Fehler wie schwingen sowieso erst auf der fertigen Platine sicher auftreten oder ausgeschlossen werden können, oder erst mal am Steckbrett und u.u. auf einem Breakoutboard und dann erst auf die Platine gebracht. Der Entwurf bleibt dann mindestens zwei Tage liegen und dann wird noch mal drüber geschaut, ob es nicht besser geroutet werden kann. Dann werden PCBs bestellt, und die selber gelötet. Wenn die Funktionieren ein Testrun beim späteren Fertiger, um zu schauen ob es Probleme beim Bestücken oder Löten gibt. Meistens verlangen die nicht all zu viel mehr für den Testrun, da sie ihn sowieso selber machen müssen und die Einrichtung ja später genau so wieder aufgenommen werden kann. Zu den Breakoutboards: Ich habe mittlerweile eine ganze Sammlung einzelner "Bausteine" die ich zu fast fertigen Schaltungen verbinden kann und der Steckbrettspaß wegfällt, bzw. überhaupt erst ermöglicht wird, da es ja bei vielen Bauteilen mit den DIL Versionen schwierig wird.
Andreas schrieb: > Planung, Optimierung > und Dokumentation Wie schon geschrieben, ist Optimierung erstmal nicht angesagt. Wenn es darum geht, einen Chef oder Investor zu überzeugen, lohnt es sich evtl., erstmal mit einem kleinen Pamphlet das gewünschte Ziel zu dokumentieren und die möglichen Wege und Kosten zu einem 'Proof-of-Concept', der die wichtigsten Eckpunkte des Projekts demonstriert, einzuschätzen. Luft nach oben (Zeit und Geld betreffend) solltest du dabei immer lassen, denn Murphys Gesetz spielt immer mit und legt dir Probleme in den Weg, mit denen du zuerst gar nicht rechnest.
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