Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Quarz tauschen


von Philipp (Gast)


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Hallo,

ich bin grade zum ersten mal hier als fragesteller unterwegs und 
beschäftige mich auch quasi zum ersten mal mit Quarzen.
Das Board im Anhang stammt aus einem LCD Bildschirm. Weil ich den 
Bildschirm in einem Projekt benötige und da alles sehr dünn und 
platzsparend verbaut werden muss, muss der Quarz, der ja knapp 3mm hoch 
ist deutlich schrumpfen, so auf etwa <= 1mm Höhe.
Wie gesagt, ich habe keine Ahnung von Quarzen, deshalb waren meine Ideen 
folgende:
1. Einen anderen Quarz finden und den einbauen
   Problem: Ich weiß nicht genau, was das für ein Quarz ist und kann nur 
Vermutungen anstellen, ob das dann funktioniert. Und selbst wenn ich 
wüsste, was das für ein Quarz ist, könnte ich nicht sagen, welche damit 
kompatibel sind.
2. Den Quarz ablöten und auf ein anderes Board löten.
   Problem: Ich bin mir nicht sicher, ob der Schwingkreis dann noch 
funktioniert, weil durch die dann größere Entfernung ja auch größere 
Wiederstände und Kapazitäten vorhanden wären.

Könnt ihr mir helfen, eine Lösung zu finden? Oder mir (am besten 
begründet :) sagen warum das nicht geht?

Vielen Dank :)

Philipp

von Oliver H. (dobson)


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Wer hat denn die Leitungen da links "dran gebastelt"?

von Philipp (Gast)


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Die waren schon von Anfang an dran, ich hab nur die 5V Leitung 
drangebastelt um das Teil über USB betreiben zu können. Und ich weiß 
selbst, dass ich nicht unbedingt der beste im Löten bin :)

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Philipp schrieb:
> 2. Den Quarz ablöten und auf ein anderes Board löten.
>    Problem: Ich bin mir nicht sicher, ob der Schwingkreis dann noch
> funktioniert, weil durch die dann größere Entfernung ja auch größere
> Wiederstände und Kapazitäten vorhanden wären.
Das wären zwar Widerstände mit nur 2 e, aber die Denkweise passt.
zum Hintergrund:
http://www.lothar-miller.de/s9y/categories/33-Quarz

Du könntest ihn trotzdem zum Test an den Platinenrand verschieben und 
mit Fädeldrähten verbinden. Da müssen aber natürlich die Lötkünste noch 
ein weing besser werden.... ;-)

von Rudolph R. (rudolph)


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Das sieht schwer nach einem 24MHz Quarz aus.
Das Datenblatt von dem IC könnte da auch hilfreich sein.

Also Reichelt.de auf, "24 MHz Quarz smd" in die Suche.
Der grösste mit 1mmm wäre "24,000000-MJ", eine Nummer kleiner 
"24,000000-MT".
Dazu vorsichtshalber noch die beiden Kondensatoren C54 und C57 auf 22pF 
tauschen weil die Quarze mit CL=12pF angegeben sind.

Das ganze im Dead-Bug Design mit Fädeldrähten auflöten und dabei 
beachten das die Oberseite vom Quarz leitet.

So würde ich das angehen.

von Philipp Fehrmann (Gast)


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So, hab jetzt mal ausprobiert, den Quarz woanders hin zu legen. Hat wie 
erwartet nicht funktioniert...
Deadbug Design meint einfach nur, bastel es so hin, wie es passt?
Wenn ich die Kondensatoren auswechsel, kann ich die Quarze dann einfach 
austauschen? Und wenn die mit 12pF angegeben sind, warum dann 22pF 
nehmen?
Sorry dass ich da so blöde fragen stell, aber ich hab halt leider echt 
keine Ahnung :(

Aber so weit schon mal vielen Dank :)

von Olaf (Gast)


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ES gibt relativ kleine SMD-Quarze. Die sollte man problemlos an die Pads 
bekommen. Von den Kondensatoren wuerde ich erstmal die Finger lassen und 
probieren ob es ohne Änderung geht.

Ausserdem solltest du darauf achten einen Grundwellenquarz zu kaufen. So 
ab 24Mhz fängt es so langsam an das man auch Oberwellenquarze bekommt.

Olaf

von jhj (Gast)


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Waren die höheren Bauteile (Elkos, Stiftleisten, ...) noch nie
bestückt gewesen oder hat der TO diese ausgelötet?

von Wonko (Gast)


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Philipp Fehrmann schrieb:
> Deadbug Design meint einfach nur, bastel es so hin, wie es passt?

Dead Bug bezeichnet meist Bauteile, die, wie ein toter Käfer, auf dem 
Rücken liegend montiert und die Kontakte mit feinen Drähten angelötet 
werden.

Auch wenn der Schaltregler umgangen wird, so ganz ohne Elkos wird das 
nicht sauber laufen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Philipp Fehrmann schrieb:
> So, hab jetzt mal ausprobiert, den Quarz woanders hin zu legen. Hat wie
> erwartet nicht funktioniert...
Wo hast du ihn "hingelegt"? Und wie?

von Philipp Fehrmann (Gast)


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jhj schrieb:
> Waren die höheren Bauteile (Elkos, Stiftleisten, ...) noch nie
> bestückt gewesen oder hat der TO diese ausgelötet?

Zwei Elkos hab ich ausgelötet (einer davon war vor dem Spannungsregler, 
den zu entfernen sollte keinerlei Änderung bringen da der eh umgangen 
wird, einer dahinter). Zudem habe ich noch eine Spule entfernt. 
Interessanterweise lief es danach besser, als davor... Stiftleisten gab 
es tatsächlich keine einzige.

Olaf schrieb:
> Ausserdem solltest du darauf achten einen Grundwellenquarz zu kaufen. So
> ab 24Mhz fängt es so langsam an das man auch Oberwellenquarze bekommt.

Ich finde bei Reichelt immer nur die Beschreibung Ausführung:Grundton 
ist das so ein Grundwellenquarz (sorry, ich kenn mich da echt nicht 
aus...)

Wonko schrieb:
> Auch wenn der Schaltregler umgangen wird, so ganz ohne Elkos wird das
> nicht sauber laufen.

Ich habs ohne Elkos ausprobiert, es ging problemlos, aber dass könnte 
auch daran liegen, dass ich den Strom über ein anderes Board laufen 
lasse, auf dem ein Elko drauf ist (sollte ja dann trotzdem genug 
Brummspannung ausgleichen, oder?).

Lothar M. schrieb:
>> So, hab jetzt mal ausprobiert, den Quarz woanders hin zu legen. Hat wie
>> erwartet nicht funktioniert...
> Wo hast du ihn "hingelegt"? Und wie?

Ich hab mir Fädeldraht genommen, etwa 5cm (das ist etwa die entfernung, 
die der Quarz dann auch in meinem Projekt zwischen sich und die Platine 
zu bringen hat), jeweils ein Ende von jedem Faden an den Quarz und die 
Platine gelötet. Hingelegt hab ich den Quarz dann über das Ende von der 
Platine heraus. Als es nicht funktioniert hat, hab ich mein Multimeter 
befragt und das meinte, dass nicht die gleiche Spannung (nur etwa die 
Hälfte am Quarz, gemessen als Wechselstrom) zwischen den beiden 
Quarzpolen und den entsprechenden Polen auf der Platine anliegt. Ich 
will dabei nicht ausschließen, dass das an nicht besonders gut 
ausgeführten lötarbeiten liegt...
Ich habs danach nochmal mit dickerer Litze versucht, dabei waren die 
Spannungsabweichungen nicht so stark wie davor, aber immer noch deutlich 
vorhanden.

Ich hab den Quarz jetzt erstmal wieder provisorisch direkt an die 
Platine gelötet, nur um zu sehen, ob er noch funktioniert (da jetzt beim 
Einschalten alles funktioniert, gehe ich davon aus).

Ich würde jetzt einfach mal den "24,000000-MJ"-Quarz bestellen 
ausprobieren, ob es funktioniert, oder spricht da irgendetwas dagegen?

von Harald W. (wilhelms)


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Lothar M. schrieb:

> Philipp Fehrmann schrieb:
>> So, hab jetzt mal ausprobiert, den Quarz woanders hin zu legen. Hat wie
>> erwartet nicht funktioniert...
> Wo hast du ihn "hingelegt"? Und wie?

Einfach so in die Nähe. Ein Quarz sollte doch
schliesslich wissen,was er zu tun hat. :-)

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