Forum: Offtopic Freie Krankenhauswahl?


von Frank H. (horni)


Lesenswert?

Hallo Leute,

eventuell kann mir der eine oder andere helfen.
Letztes Wochenende ist mein Opa bei der Hitze umgekippt. Der Notarzt hat 
auf dem EKG einige Auffälligkeiten festgestellt und war sich nicht 
sicher ob diese Veränderung etwas mit dem umkippen zutun hat oder schon 
alters- bzw. krankheitsbedingt ist. Deshalb hat er meinem Opa empfohlen, 
vorsichtshalber im Krankenhaus das Blut untersuchen zu lassen.

Wir haben in der Stadt drei Krankenhäuser, die alle etwa gleich weit 
entfernt sind. Doch als wir sagten, dass wir gerne in ein bestimmtes 
Krankenhaus wollten, wo man ihn schon kannte, wurde es abgelehnt. 
"Entweder XZY oder garnicht".

XYZ wollte ich aber nicht, da dort vor wenigen Tagen meine Oma gestorben 
ist.

Zugegeben bei der Erstuntersuchung war eine kompetente Ärztin in der 
Notaufnahme. Doch dann kam irgend ein anderer Arzt zur Schichtübernahme, 
den diese Ärztin nicht kannte. Er holte sich dann noch eine 
Assistenzärztin dazu. Zusammen gaben die mir zu verstehen, dass mein Opa 
eventuell nicht einmal die Nacht überleben wird. Bis dann am nächsten 
Tag der Oberarzt sich den Fall angeschaut hat und nur meinte, dass mein 
Opa eine Lungenentzündung hat. Und beim EKG bestehe kein Risiko.

Da mein Opa sich noch über Schmerzen im Beim beklagt hat, wollte man es 
auch noch abklären. Was macht das Krankenhaus? Es röntgt das falsche 
Bein.

Und heute haben die den Vogel abgeschossen. Er sollte zu einer 
Untersuchung, von der wir nichts wussten. Er wird abgeholt und zur 
entsprechenden Abteilung gebracht. Obwohl überall in seiner Akte die 
Allergien stehen, wird er dort gefragt, was die sind. Er sagt, er weiß 
das nicht, ich würde es wissen und "nachher" ins Krankenhaus kommen. 
Also entschied sich der Arzt  Schwester  wer auch immer zu warten. Da 
ich meinen Opa telefonisch nicht erreichen konnte, bin ich 2 Stunden 
früher ins Krankenhaus gefahren. Auf der Station hat man mir gesagt, 
dass mein Opa gerade untersucht wird. Wo oder was wollte man mir (ich 
bin sein gerichtlich bestellter Betreuer) nicht sagen. Und ich sollte 
vor allem auf der Station warten.

Darauf hatte ich keine Lust und begab mich auf die Suche. Ich fand ihn 
kurze Zeit später. Er lag mit eine Bettlacken zugedeckt direkt unter der 
Klimaanlage auf dem Gang. Ohne dass man sich um ihn gekümmert hat, lag 
er dort ca. eine Stunde und zitterte wegen der Kälte.


Ja, langes Vorwort. Aber ich habe jetzt mal eine Frage die mich angeht. 
Ich bin privat krankenversichert. Mit Chefarztbehandlung, freier 
Klinikwahl, Zweibett Zimmer, etc.

Doch wie ist es bei einem Notfall? Kann ich tatsächlich nicht sagen, 
dass ich lieber in ein anderes Krankenhaus möchte, wenn es z.B. 
medizinisch vertretbar ist? Denn dieses Krankenhaus möchte ich - 
hoffentlich verständlicher Weise - nicht mehr sehen. Und wie ist es bei 
der Chefarztbehandlung? Kommt dann tatsächlich der Chefarzt z.B. in der 
Nacht ins Krankenhaus oder was muss ich darunter verstehen?

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Frank H. schrieb:
> Doch wie ist es bei einem Notfall? Kann ich tatsächlich nicht sagen,
> dass ich lieber in ein anderes Krankenhaus möchte, wenn es z.B.
> medizinisch vertretbar ist?
Wenn du da noch reden kannst, dann kannst du das logischerwese schon 
sagen. Aber wenn die dann dort im Notfall gerade voll sind, oder 
dorthin ein Stau ist, dann wirst du in eines der anderen Krankenhäuser 
eingeliefert.

> Wir haben in der Stadt drei Krankenhäuser
Mal im Ernst: euch geht es doch unglaublich gut, oder nicht?
Es gibt Dörfer und Städte, wo das nächste Krankenhaus 40km weit weg ist. 
Überhaupt irgendeines...

> Und wie ist es bei der Chefarztbehandlung? Kommt dann tatsächlich der
> Chefarzt z.B. in der Nacht ins Krankenhaus oder was muss ich darunter
> verstehen?
Meinst du, dass der Chefarzt automatisch der bessere Arzt ist?
> Kommt dann tatsächlich der Chefarzt z.B. in der Nacht ins Krankenhaus
Ist das jetzt dein Ernst oder nur mal naiv dahingefragt?
Sei dir sicher: weil du nicht der einzige privat Versicherte bist, und 
die privat Versicherten aber nicht alle gleichzeitig eingeliefert 
werden, wird der Chefarzt nicht jede Nacht zu beliebiger Zeit bei jedem 
privat Versicherten antanzen.
Und weil der Chefarzt sowieso gerade bei seiner zweiten Flasche Wein mit 
seinen Golffreunden zusammensitzt, wirst du es gar nicht wollen, dass 
der dich um 23:49 nochmal genauer ansieht. Und entscheidet, dass das 
Bein jetzt amputiert werden muss. Und das gleich selber macht...

von Rick M. (rick-nrw)


Lesenswert?

Frank H. schrieb:
> Doch wie ist es bei einem Notfall? Kann ich tatsächlich nicht sagen,
> dass ich lieber in ein anderes Krankenhaus möchte, wenn es z.B.
> medizinisch vertretbar ist? Denn dieses Krankenhaus möchte ich -
> hoffentlich verständlicher Weise - nicht mehr sehen.

Das mit dem Krankenhaus kann ich sehr gut verstehen!

Als echter Notfall mit RTW kommst Du ins nächste verfügbare Krankenhaus.
Warum Umwege fahren, Zeit vergeuden für eventuell andere Notfälle.


> Und wie ist es bei
> der Chefarztbehandlung? Kommt dann tatsächlich der Chefarzt z.B. in der
> Nacht ins Krankenhaus oder was muss ich darunter verstehen?

Chefarztbehandlung ist da oft eher lebensgefährlich!
Da muss der Chefarzt entscheiden, was zu tun ist, zumindest vom Oberarzt 
informiert werden, Anruf reicht aus.

Ohne Chefarztbehandlung entscheidet der Oberarzt sofort, was zu tun ist!
Der Chefarzt hat eine längere Erfahrung, der Oberarzt aber mehr Praxis 
in den letzten Jahren.

von K. J. (Gast)


Lesenswert?

Wie oben schon gesagt per RTW kommst du immer ins näste freie 
Krankenhaus, kannst du selber hin hast du freie Auswahl, wir haben hier 
grob gezählt 6stk. glaub sind sogar noch mehr, meine Kreis KH ist für 
denn A..., versuche auch immer in ein anderes zu kommen solange es geht.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Frank H. schrieb:
> der Chefarztbehandlung? Kommt dann tatsächlich der Chefarzt z.B. in der
> Nacht ins Krankenhaus oder was muss ich darunter verstehen?

Je weiter du in einer Hierarchie steigst, desto mehr wird aus fachlicher 
Tätigkeit eine administrative. Weshalb ich den Sinn einer solchen 
Chefarztbehandlung nicht wirklich verstehe. Willst du unbedingt von 
jemandem behandelt werden, der seit Jahren mehr Chef als Arzt ist?

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

>> Wir haben in der Stadt drei Krankenhäuser

Lothar M. schrieb:
> Mal im Ernst: euch geht es doch unglaublich gut, oder nicht?
> Es gibt Dörfer und Städte, wo das nächste Krankenhaus 40km weit weg ist.
> Überhaupt irgendeines...

Was soll das? Hat der TO Einfluss darauf, ob und wo die Krankenhäuser 
gebaut wurden? Beschwere Dich bei dem Gesundheitspolitiker, der den 
Mißstand in Deiner Gegend zu verantworten hat!

@TO
Der Notarzt legt fest, in welches Krankenhaus der Patient gebracht wird.
(Krankenhäuser der Grundversorgung)
Wenn er dort ausreichend behandelt werden kann, bleibt er dort, sonst 
wird eine Verlegung in ein Krankenhaus mit erweiterter Versorgung 
veranlasst.
Als Patient bzw. dessen Angehöriger/Vertreter kannst Du das nicht 
bestimmen.

MfG Paul

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Ruf bei der Krankenkasse an, die wissen sowas.

Gruss
Axel

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Paul B. schrieb:
>>> Wir haben in der Stadt drei Krankenhäuser
>

> Als Patient bzw. dessen Angehöriger/Vertreter kannst Du das nicht
> bestimmen.
>
> MfG Paul

Klar kannst Du das, bist ja schliesslich kein Gefangener.

Was wer mit dir wo macht entscheidest Du selbst. Wär ja noch schöner.

Gruss
Axel

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Axel L. schrieb:
> Klar kannst Du das, bist ja schliesslich kein Gefangener.
>
> Was wer mit dir wo macht entscheidest Du selbst.
>
Noch mal: Wenn der NOTARZT gerufen wurde, entscheidet der NOTARZT, was 
jetzt passiert und wo Du eingeliefert wirst!

> Wär ja noch schöner.

Ja, das IST schön -vor Allem ist es GUT, weil Du als Laie die 
Einschätzungsfähigkeit gar nicht besitzt, welches Krankenhaus in der 
konkreten Situation das Beste ist.

MfG Paul

von Holm T. (Gast)


Lesenswert?

Ich bin privat versichert, habe aber diesen ganzen Scheiß mit der 
Chefarztbehandlung und Einzelzimmer etc abgewählt.
Voriges Jahr ar ich in einem KH und habe rausbekommen wie das mit der 
Chefarztbehandlung dort so funktioneiren sollte. Der Chefarzt ist 
schlicht "behandelnder Arzt" und das wird auf die Rechnung geschrieben.. 
das wars aber auch.
Meine behandelnde Ärztin, Fra Prof. Strasser im Herzzentrum in DD habe 
ich nie gesehen, die mich auch nicht weil ich mir dachte das die nicht 
soo hybsch ist, das ich stundenlang auf sie warten müsse damit sie einen 
Haken unter meine Entlassungspapiere macht..behandelnder Arzt war sie 
trotzdem, die Rechnung hat sie auch unterschrieben, das wars.
Die Arbeit haben Andere gemacht, z.B. ein recht kompetenter Oberarzt, 
wohl Iraner..

Gruß,

Holm

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Paul B. schrieb:
> Axel L. schrieb:
>> Klar kannst Du das, bist ja schliesslich kein Gefangener.
>>
>> Was wer mit dir wo macht entscheidest Du selbst.
>>
> Noch mal: Wenn der NOTARZT gerufen wurde, entscheidet der NOTARZT, was
> jetzt passiert und wo Du eingeliefert wirst!

Wie will der das denn durchsetzen, mir Handschellen oder eine 
Zwangsjacke anlegen ?

>
>> Wär ja noch schöner.
>
> Ja, das IST schön -vor Allem ist es GUT, weil Du als Laie die
> Einschätzungsfähigkeit gar nicht besitzt, welches Krankenhaus in der
> konkreten Situation das Beste ist.
>
> MfG Paul

Das Dumme ist nur: Der Notarzt weis das auch nicht. Notarzt ist in 
Deutschland kein eigener Bereich im Rahmen der ärztlichen 
Fachausbildung, sondern das machen Ärzte, die eigentlich was ganz 
anderes machen. Da kann dann schon mal ein Gynäkologe Deinen 
Knochenbruch oder Herzinfarkt behandeln. Der fährt dann natürlich ins 
nächste Krankenhaus, weil der Dich so schnell wie möglich von seiner 
Bahre haben will, auch wenn eine besser geeignete Spezialstation nur 100 
Meter weiter wäre. Das weis der als Gynäkologe ja nicht. Vielleicht 
wissen es die Rettungssanitäter, aber da würde ich mich nicht drauf 
verlassen.

Gerade im deutschen Gesundheitssystem ist es teilweise 
überlebensnotwendig, sich nicht an die Regeln zu halten. Wer das nicht 
kann, weil er bewustlos oder zu gutgläubig ist, hat ein Problem.

Gruss
Axel

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Paul B. schrieb:
> Der Notarzt legt fest, in welches Krankenhaus der Patient gebracht wird.

Nicht wirklich. Oft genug weisen Krankenhäuser Rettungswagen mit 
Patienten ab, weil sie keinen Bock auf die Geldausgabe für 
Notfallpatienten haben, das wird dann mit angeblich überfüllt 
verargumentiert, und der Rettungswagen muss zusehen wo er heute seinen 
Patienten abkippen darf.

Klar ist das kriminell, aber wir leben im Kapitalismus...

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Axel L. schrieb:
> Das Dumme ist nur: Der Notarzt weis das auch nicht.

Ja, da hast Du natürlich vollkommen Recht.

> Notarzt ist in
> Deutschland kein eigener Bereich im Rahmen der ärztlichen
> Fachausbildung, sondern das machen Ärzte, die eigentlich was ganz
> anderes machen. Da kann dann schon mal ein Gynäkologe Deinen
> Knochenbruch oder Herzinfarkt behandeln.

Genau -und in der Urlaubszeit kann es sogar vorkommen, daß der 
Betriebselektriker oder der Mann, der sonst auf dem Rasenmäher sitzt, 
einspringen muß.

Axel L. schrieb:
> Der fährt dann natürlich ins
> nächste Krankenhaus, weil der Dich so schnell wie möglich von seiner
> Bahre haben will, auch wenn eine besser geeignete Spezialstation nur 100
> Meter weiter wäre.

Nein, das macht der nicht -schließlich hast Du ja weiter oben schon 
selbst festgestellt, daß der Patient bestimt, was geschieht:

Axel L. schrieb:
> Was wer mit dir wo macht entscheidest Du selbst. Wär ja noch schöner.

Richtig! Wenn Du in Rostock einen Herzinfarkt erleidest, was willst Du 
dann in der dortigen Uniklinik? Du bestimmst eben, daß Du nach Cottbus 
möchtest, weil Du da noch nie warst und eine gemütliche Fahrt mit 
Blaulicht und Tatütata ist doch mal eine Abwechslung...

------------------------------------------------------------------------ 
-
Wenn ich nicht schon mehrfach diese Dienste hätte in Anspruch nehmen 
müssen, würde ich das sogar glauben.

MfG Paul

von Harald W. (wilhelms)


Lesenswert?

Axel L. schrieb:

> weil der Dich so schnell wie möglich von seiner Bahre haben will,

Auf ner Bahre wirst Du nur zum nächsten Leichenschauhaus gebracht.
Dort wirst Du dann aufgebahrt.

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Einen habe ich noch:

Aus Wikipedia:
Wer als Notarzt tätig ist, muss zusätzlich zu seiner ärztlichen 
Ausbildung über eine besondere Qualifikation verfügen. In Deutschland 
handelt es sich dabei je nach Bundesland um den Fachkundenachweis 
Rettungsdienst oder die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin. Die 
Zusatzweiterbildung Notfallmedizin setzt in Deutschland nach der zuletzt 
im Januar 2006 aktualisierten Musterweiterbildungsordnung der 
Bundesärztekammer eine 2-jährige Weiterbildung in einem Gebiet der 
stationären Patientenversorgung bei einem Weiterbildungsbefugten voraus, 
davon sechs Monate Weiterbildung in Intensivmedizin, Anästhesiologie 
oder in der Notfallaufnahme, zusätzlich die Teilnahme an 80 Stunden Kurs 
in allgemeiner und spezieller Notfallbehandlung sowie unter Anleitung 
eines verantwortlichen Notarztes 50 Einsätze im Notarztwagen oder 
Rettungshubschrauber. Die Inhalte dieser Musterweiterbildungsordnung 
sind allerdings in den ausschlaggebenden Weiterbildungsordnungen der 
Landesärztekammern unterschiedlich umgesetzt.

Ende Zitat

MfG Paul

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Paul B. schrieb:
> Axel L. schrieb:
>> Das Dumme ist nur: Der Notarzt weis das auch nicht.
>
> Ja, da hast Du natürlich vollkommen Recht.
> Richtig! Wenn Du in Rostock einen Herzinfarkt erleidest, was willst Du
> dann in der dortigen Uniklinik? Du bestimmst eben, daß Du nach Cottbus
> möchtest, weil Du da noch nie warst und eine gemütliche Fahrt mit
> Blaulicht und Tatütata ist doch mal eine Abwechslung...
>
Spannend wird es dann, wenn die Dich zum Klinikum Südstadt fahren 
würden, weil die vielleicht näher liegt, nur haben die dummerweise kein 
Herzzentrum. Dann würdest Du das wahrscheinlich ganz toll finden und in 
Ehren sterben.

> ------------------------------------------------------------------------ -
> Wenn ich nicht schon mehrfach diese Dienste hätte in Anspruch nehmen
> müssen, würde ich das sogar glauben.
>
> MfG Paul

Mein Bruder ist seit 20 Jahren Rettungssanitäter, der kann Dir zu 
solchen Dingen abendfüllende Geschichten erzählen. Deswegen war meine 
Wortwahl zum Thema "Bahre" durchaus bewusst gewählt.

>Die
>Zusatzweiterbildung Notfallmedizin setzt in Deutschland nach der zuletzt
>im Januar 2006 aktualisierten Musterweiterbildungsordnung der
>Bundesärztekammer eine 2-jährige Weiterbildung in einem Gebiet der
>stationären Patientenversorgung bei einem Weiterbildungsbefugten voraus,
>davon sechs Monate Weiterbildung in Intensivmedizin, Anästhesiologie
>oder in der Notfallaufnahme, zusätzlich die
Ja, hört sich gut an, ist aber durch die übliche Facharztausbildung im 
Krankenhaus weitestgehend abgedeckt.

>Teilnahme an 80 Stunden Kurs
>in allgemeiner und spezieller Notfallbehandlung
Wow, das ist ja fast so lang wie mein erste Hilfe Kurs.
Aber im Ernst, würdest Du dich nach einer 80 Stunden Vorlesung in HF 
Technik als HF-Ingenieur bezeichnen, dem Du Dein Leben anvertrauen 
würdest ?

Ich will hier auch nicht die Ärzte in Deutschland generell schlecht 
machen, die sind im Schnitt nicht schlechter als wir Ingenieure. Man 
sollte aber nicht vergessen, dass es ganausoviele schlechte Ärzte wie 
schlechte Ings gibt, und es gibt auch viele, die nur mit Ach und Krach 
durch die Prüfungen gekommen sind (wie auch solche, die einfach nur gut 
auswendig lernen können und ansonsten vollkommene Fachidioten).

Um solchen Ärzten mein Leben kompromisslos anzuvertrauen, ist es mir zu 
schade. Aber das kannst Du ja anders halten.

Gruss
Axel

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

Ich weiß nicht, ob das vor allem an den Ärtzen liegt oder viel mehr an 
dem Optimierungswahn in Richtung Billigmedizin und der daraus folgenden 
Personalknappheit und nicht zuletzt dem überbordenden Bürokratismus, der 
die Leute von produktiver Arbeit abhält.

von Michael K. (aemkai)


Lesenswert?

Axel L. schrieb:
>> Noch mal: Wenn der NOTARZT gerufen wurde, entscheidet der NOTARZT, was
>> jetzt passiert und wo Du eingeliefert wirst!
>
> Wie will der das denn durchsetzen, mir Handschellen oder eine
> Zwangsjacke anlegen ?
Wenn du nicht im RTW mitfahren willst musst du nicht ... so einfach ist 
das. Dann bekommst du noch zwei Leerfahrten berechnet und Basta.
Wenn du aber der Meinung bist doch ernsthaft erkrankt zu sein, dann 
entscheidet im Allg. der Fahrer (der den Notfall auch im Krankenhaus 
anmeldet und dort erfährt, ob zur Zeit Kapazitäten sind.

Und diese Behauptung:
> Oft genug weisen Krankenhäuser Rettungswagen mit
> Patienten ab, weil sie keinen Bock auf die Geldausgabe für
> Notfallpatienten haben
kasst du sicher irgendwie belegen!


> Aber im Ernst, würdest Du dich nach einer 80 Stunden Vorlesung in HF
> Technik als HF-Ingenieur bezeichnen
Schon mal aufgefallen, dass Ärzte zuvor 6 Jahre studieren und dort schon 
einiges bzgl. Notfallmedizin lernen. (Und in den 5 Jahre 
Facharztausbildung vmt. auch nicht nur Däumchen drehen).
> > Um solchen Ärzten mein Leben kompromisslos anzuvertrauen, ist es mir
> zu schade. Aber das kannst Du ja anders halten.

Aber du musst dein Leben natürlich niemandem anvertrauen. Selbsthilfe 
ist ja eh grad in :-)
Sei froh, dass es überhaupt noch "genügend" Notärzte gibt, die das in 
aller Regel auch ehrenamtlich nebenbei zum Schichtdienst machen und dann 
sicher nur drauf warten, mit einem "todkranken" Patienten in einem 
"Notfall" über die Krankenhauswahl zu debattieren*.

*Wer dazu noch in der Lage ist, sollte sich m.M.n. ein Taxi rufen und 
hinfahren, wo er will.

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Uhu U. schrieb:
> Ich weiß nicht, ob das vor allem an den Ärtzen liegt oder viel mehr an
> dem Optimierungswahn in Richtung Billigmedizin

War das in der "Guten Alten Zeit" wirklich besser als heute?

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> War das in der "Guten Alten Zeit" wirklich besser als heute?

Witterst du wieder eine Verschwörungstherorie?

von (prx) A. K. (prx)


Lesenswert?

Uhu U. schrieb:
> Witterst du wieder eine Verschwörungstherorie?

Nicht alle deine Beiträge können derart abgebucht werden. ;-)

Dass Wahrnehmung und Wahrheit nicht unbedingt identisch sind, 
insbesondere rückwärts gewandt, muss dir aber nicht erklären?

Es ändert sich auch nicht nur die Medizin, sondern ebenso die Ansprüche. 
Heute drohen dem Personal Prügel durch die Eltern, wenn Sohnemann nicht 
sofort rankommt. War das immer so?
http://www.derwesten.de/gesundheit/notaufnahmen-schlagen-alarm-aimp-id10311423.html

Michael K. schrieb:
> *Wer dazu noch in der Lage ist, sollte sich m.M.n. ein Taxi rufen und
> hinfahren, wo er will.

Ich habe das anders mitgekriegt, zumindest wenn man es eilig hat: 
Notaufnahme in horizontaler Lage betreten, nicht in vertikaler. Von den 
Sanis reingeschoben funktioniert besser als selber reingehumpelt.

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Michael K. schrieb:
> Axel L. schrieb:
>>> Noch mal: Wenn der NOTARZT gerufen wurde, entscheidet der NOTARZT, was
>>> jetzt passiert und wo Du eingeliefert wirst!
>>
>> Wie will der das denn durchsetzen, mir Handschellen oder eine
>> Zwangsjacke anlegen ?
> Wenn du nicht im RTW mitfahren willst musst du nicht ... so einfach ist
> das. Dann bekommst du noch zwei Leerfahrten berechnet und Basta.
> Wenn du aber der Meinung bist doch ernsthaft erkrankt zu sein, dann
> entscheidet im Allg. der Fahrer (der den Notfall auch im Krankenhaus
> anmeldet und dort erfährt, ob zur Zeit Kapazitäten sind.
>

Na, vielleicht solltet ihr erstmal untereinander ausmachen, wer das nun 
entscheidet.

Allerdings finde ich es fast schon lustig, dass das irgendwer anders 
entscheiden sollte als der Patient, bzw. sein Vertreter. Schon die 
Vorstellung ist irgendwie abstrus.

Das heisst ja nicht, dass man die Vorschläge des Notarztes grundsätzlich 
ablehnen sollte. Aber wenn man gute Gründe dafür hat, würde ich mich 
durchsetzen.

Gruss
Axel

von Frank H. (horni)


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Es ändert sich auch nicht nur die Medizin, sondern ebenso die Ansprüche.
> Heute drohen dem Personal Prügel durch die Eltern, wenn Sohnemann nicht
> sofort rankommt. War das immer so?

War es denn auch immer so, dass in den Notaufnahmen riesengroße 
Wartezimmer eingerichtet sind, in denen die Patienten und Angehörigen 
warten sollen - oft über Stunden.

A. K. schrieb:
> Je weiter du in einer Hierarchie steigst, desto mehr wird aus fachlicher
> Tätigkeit eine administrative. Weshalb ich den Sinn einer solchen
> Chefarztbehandlung nicht wirklich verstehe. Willst du unbedingt von
> jemandem behandelt werden, der seit Jahren mehr Chef als Arzt ist?

Wenn ich ins Krankenhaus kommen sollte, dann möchte ich für mich die 
beste Behandlung. Ich möchte nicht, dass in einem nicht all zu 
dringendem Notfall irgendwelche möchtegern Ärzte irgendwelche 
gefährlichen Diagnosen stellen oder statt einer Diagnose die Worte "... 
ist ernsthaft Krank. Übrigens gibt es eine Patientenverfügung und sollen 
wir ihn wiederbeleben" fallen lassen. Und dann vom Oberarzt dann eine 
richtige Diagnose gestellt wird.

A. K. schrieb:
> Es ändert sich auch nicht nur die Medizin, sondern ebenso die Ansprüche.

Noch einmal kurz zu den Ansprüchen. Jetzt nicht nur die medizinische 
Seite, sondern auch verwaltungstechnisch denke ich, dass ich erwarten 
kann, dass z.B. in einem Krankenhaus auf den Datenschutz geachtet wird 
und ich nicht beim Reinkommen in einen Behandlungsraum eine halbe Stunde 
alleine warte, mit einem Windows 7 Rechner ohne Kennwort, auf dem noch 
die Daten des Patienten aufgerufen sind, der vor uns in dem Zimmer war.

von Peter D. (peda)


Lesenswert?

Es ist schon erschreckend, wie spezialisiert große Kliniken sind und wie 
wenig allgemeinmedizinisches Wissen da ist.

Ich hab mal den Fehler gemacht und bin mit Harnleiterverschluß in die 
nächste große Klinik gegangen. Dummerweise war das ne chirurgische 
Klinik.
Die haben über 12h nur Schmerzmittel verabreicht und nicht die zum 
Bersten volle Niere im Ultraschall erkannt.
Irgendwann kam aber doch einem die Idee, mich in die urologische Klinik 
zu überweisen und die haben mich dann noch um 20:30Uhr notoperiert.

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

A. K. schrieb:
> Es ändert sich auch nicht nur die Medizin, sondern ebenso die Ansprüche.

Die "Explosion der Kosten des Gesundheitswesens" sind ein Artefakt, 
dessen "Geburt" ziemlich genau datierbar ist. Es begann mit einem 
SPIEGEL-Titel, in dem das Wachstum der Kosten - die vorher 
jahrzehntelang mit der selben Rate gewachsen waren, wie das BIP der BRD 
- durch geschickte Wahl der Achsenteilung zu einer Apokalypse stilisiert 
waren, die in Kürze die Bonner Republik unter sich begraben würde.

Ein gewisser Herbert Ehrenberg, seines Zeichens Arbeitsminister, nahm 
sich 1977 der Problematik an; Resultat war das Gesetz zur Dämpfung der 
Ausgabenentwicklung und zur Strukturverbesserung in der gesetzlichen 
Krankenversicherung (Krankenversicherungs-Kostendämpfungsgesetz - KVKG) 
vom 27. Juni 1977 - gemessen an dem, was wir heute kennen, eine 
Lappalie, aber der Anfang.

Vorher war nix derartiges. Das strategische Ziel war, die 
Lohnnebenkosten möglichst niedrig zu halten - an offene Lohnkürzungen 
traute man sich damals noch nicht...

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Frank H. schrieb:
> Noch einmal kurz zu den Ansprüchen. Jetzt nicht nur die medizinische
> Seite, sondern auch verwaltungstechnisch denke ich, dass ich erwarten
> kann, dass z.B. in einem Krankenhaus auf den Datenschutz geachtet wird
> und ich nicht beim Reinkommen in einen Behandlungsraum eine halbe Stunde
> alleine warte, mit einem Windows 7 Rechner ohne Kennwort, auf dem noch
> die Daten des Patienten aufgerufen sind, der vor uns in dem Zimmer war.

Hast Du wirklich keine anderen Sorgen, als daß jemand (wer denn außer 
Dir)
die Daten von dem Monitor mißbraucht? Du bringst jemand schwerkrank in's 
Krankenhaus -aber Dein Augenmerk gilt solchen Lappalien? Weißt Du, 
welche  Daten von Dir auf allen möglichen Rechnern herumfliegen und von 
jedem Reddel eingesehen werden können?

Ich fasse es nicht!
:-(
------------------------------------------------------------------------ 
-
Axel L. schrieb:
> Um solchen Ärzten mein Leben kompromisslos anzuvertrauen, ist es mir zu
> schade. Aber das kannst Du ja anders halten.

Du willst um jeden Preis Recht habe? Gut -überhaupt keine Problem:
Ich gebe Dir im Voraus für jede der nun von Dir folgenden Ansichten 
Recht und hoffe, daß Dich das zufrieden stellt.

Eines WEISS ich aber mit Sicherheit: Einen ECHTEN Notfall kannst Du 
noch nicht erlebt haben, sonst kämen nicht laufend solche Parolen...

Ab dafür.

MfG Paul

von oldeurope O. (Gast)


Lesenswert?

Uhu U. schrieb:
> Das strategische Ziel war, die
> Lohnnebenkosten möglichst niedrig zu halten - an offene Lohnkürzungen
> traute man sich damals noch nicht...

Ich bin mal gespannt wann die auf den Trichter kommen
auch bei Arbeitnehmern ALLE Einkünfte für den Kassenbeitrag
anzusetzen.
Da würde sehr viel Geld reinkommen und das System würde
gerechter werden.
Selbstredend hat der Arbeitnehmer diese Beiträge alleine
zu entrichten. Dann geht aber die Luzi ab!
Bei den Selbständigen wird das übrigens so gehandhabt.

LG
OXI

von Tilo (Gast)


Lesenswert?

Frank H. schrieb:
> Wir haben in der Stadt drei Krankenhäuser, die alle etwa gleich weit
> entfernt sind. Doch als wir sagten, dass wir gerne in ein bestimmtes
> Krankenhaus wollten, wo man ihn schon kannte, wurde es abgelehnt.
> "Entweder XZY oder garnicht".

Wie schon geschrieben wurde, in einem Notfall gibts keine freie 
Arztwahl. Hintergrund ist, dass der NA bei der Leitstelle anfrägt, 
welche KH verfügbar sind. Eventuell waren die anderen KH abgemeldet oder 
bereits so überfüllt, dass dein Opa nicht als Notfall versorgt werden 
könnte?

> XYZ wollte ich aber nicht, da dort vor wenigen Tagen meine Oma gestorben
> ist.
Ist verständlich, ein guter NA hätte dann versucht zu erklären, warum es 
nicht anders geht. Funktioniert natürlich nur, wenn die Stimmung nicht 
zu aufgeladen ist. Normalerweise redet man dann miteinander und sagt dem 
Patienten und/oder Angehörigen, dass es deinem Opa nach der 
Notfallsituationfrei steht, in ein anderes KH zu gehen

> Zugegeben bei der Erstuntersuchung war eine kompetente Ärztin in der
> Notaufnahme. Doch dann kam irgend ein anderer Arzt zur Schichtübernahme,
> den diese Ärztin nicht kannte. Er holte sich dann noch eine
> Assistenzärztin dazu. Zusammen gaben die mir zu verstehen, dass mein Opa
> eventuell nicht einmal die Nacht überleben wird. Bis dann am nächsten
> Tag der Oberarzt sich den Fall angeschaut hat und nur meinte, dass mein
> Opa eine Lungenentzündung hat. Und beim EKG bestehe kein Risiko.
Drei Köche, eine Meinung. Gerade das Notfallsystem ist völlig 
überlastet.

> Und heute haben die den Vogel abgeschossen. Er sollte zu einer
> Untersuchung, von der wir nichts wussten. Er wird abgeholt und zur
> entsprechenden Abteilung gebracht. Obwohl überall in seiner Akte die
> Allergien stehen, wird er dort gefragt, was die sind. Er sagt, er weiß
> das nicht, ich würde es wissen und "nachher" ins Krankenhaus kommen.
Auch das ist völlig normal! Wer sagt denn, dass die Akte korrekt ist? 
Ein Arzt würde grob fahrlässig handeln, wenn er nicht selbst nochmal 
nachfragt. Du glaubst nicht wie oft ich es erlebt habe, dass der Patient 
zuerst gar keine Allergien hatte und dann, als der NA da war, ihm 
plötzlich ganz viele eingefallen sind.

> Also entschied sich der Arzt  Schwester  wer auch immer zu warten. Da
> ich meinen Opa telefonisch nicht erreichen konnte, bin ich 2 Stunden
> früher ins Krankenhaus gefahren. Auf der Station hat man mir gesagt,
> dass mein Opa gerade untersucht wird. Wo oder was wollte man mir (ich
> bin sein gerichtlich bestellter Betreuer) nicht sagen.
Ich glaube eher, dass die Schwester das nicht wusste.

> Darauf hatte ich keine Lust und begab mich auf die Suche. Ich fand ihn
> kurze Zeit später. Er lag mit eine Bettlacken zugedeckt direkt unter der
> Klimaanlage auf dem Gang. Ohne dass man sich um ihn gekümmert hat, lag
> er dort ca. eine Stunde und zitterte wegen der Kälte.
Ist leider auch normal geworden. Du glaubst nicht was mit Menschen in 
Pfelgeheimen passiert, die keine Angehörigen haben, die nach dem rechten 
schauen :(

> Doch wie ist es bei einem Notfall? Kann ich tatsächlich nicht sagen,
> dass ich lieber in ein anderes Krankenhaus möchte, wenn es z.B.
> medizinisch vertretbar ist?
Im Notfall gibt es keinen Unterschied zwischen GKV und PKV. Da brauchst 
du nicht mal irgend eine Versicherung.
Im Notfall entscheidet der NA. Es geht hier nicht nur um medizinisch 
vertretbar. Wenn ein weiter entferntes KH angefahren wird, wird das 
Rettungsmittel länger gebunden und steht für andere Notfälle nicht zur 
Verfügung. Ich wurde schon als First Responder zu relativ weit 
entfernten Notfällen gerufen, weil keine Rettungsmittel frei waren und 
der RTW 30min braucht.

Ich bin zwar bisher nur 250h als Praktikant auf einem RTW mitgefahren 
aber ich habe es noch nie erlebt das nicht versucht wurde, auf die 
Wünsche der Patienten einzugehen.
Wenn mehrere Krankenhäuser in etwa gleicher Entfernung liegen und dort 
auch Platz ist, wird schon versucht die Wunschklinik anzufahren.

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Paul B. schrieb:
>
> ------------------------------------------------------------------------ -
> Axel L. schrieb:
>> Um solchen Ärzten mein Leben kompromisslos anzuvertrauen, ist es mir zu
>> schade. Aber das kannst Du ja anders halten.
>
> Du willst um jeden Preis Recht habe? Gut -überhaupt keine Problem:
> Ich gebe Dir im Voraus für jede der nun von Dir folgenden Ansichten
> Recht und hoffe, daß Dich das zufrieden stellt.
>
> Eines WEISS ich aber mit Sicherheit: Einen ECHTEN Notfall kannst Du
> noch nicht erlebt haben, sonst kämen nicht laufend solche Parolen...
>
> Ab dafür.
>
> MfG Paul

Bei einem echten Notfall mit halbtot, rausguckenden Knochenfragmenten 
und bewusstlos redet niemand über Krankenhauswahl. Eine Stufe darunter 
hat man aber die Wahl und von denen habe ich leider mehr als genug 
erlebt, irgendwie habe ich mir immer Frauen mit Spezialproblemen 
ausgesucht. Daher weis ich auch definitiv, dass man jederzeit auch als 
GKV Versicherter eine Chefarztbehandlung innerhalb weniger Minuten 
bekommt, wenn der Fall nur interessant genug ist.

Ich habe leider eher durchwachsene Erfahrungen mit unserem 
Gesundheitssystem gemacht, und wohl auch ziemlich viele Leute, die das 
Pech haben, sich häufiger auf unser Gesundheitssystem verlassen zu 
müssen, und die nicht so obrigkeitsgläubig sind wie Du. Die Agenda der 
Ärzte kennt man leider nicht, manch einer muss nur seine Zahl an OPs 
vollkriegen.

Als ich übrigens letztes Jahr mit schwerwiegenden Symptomen bei meinem 
Hausarzt war und der direkt den RTW rief, hat der mir dringend vom 
nächstliegenden Krankenhaus abgeraten. Wir sind dann etwas weiter 
gefahren (was offensichtlich kein Problem war), ging aber auch in die 
Hose.

Gruss
Axel

von Jörg P. R. (jrgp_r)


Lesenswert?

Ich lese hier Interessante Betrachtungweisen und vor allem wie es bei 
euch zu geht.
Hier bei uns kommt der RTW und bei unklaren Fällen auch der NA dann 
seperat.

Gelobt sei hier die Auswahl zwischen zwei Unikliniken, eine Unfallklinik 
mit Hubschrauber für "harte" Fälle und div. andere Krankenhäusern. Das 
nächste von mir weggelegene ist 2 km und die Wache 3 km.
Bisher (Herz) nur positive Erlebnisse mit NA und auch im KH gemacht. Die 
Frage stellte sich bei mir nie, habe aber von anderen erfahren das die, 
falls es die Situation zulässt, auch in andere Kliniken fahren.

Ein gesundes Wochenende

von Frank H. (horni)


Lesenswert?

Dass es auch anders geht, zeigt der Fall vom Vater meines besten 
Freundes. Er arbeitet als Abteilungsleiter eines Elektro(nik) Konzerns 
mit dem S. Während er bei uns in der Stadt im Werk war, hat er starke 
Brustschmerzen bekommen. Anstatt den Notruf zu wählen, hat er den 
Betriebsarzt angerufen. 3 Minuten später war der Arzt mit den 
Werkssanitätern vor Ort. Diagnose Herzinfarkt. Direkt in den 
Krankenwagen des Werkes rein und dann in die private Herzklinik (obwohl 
das städtische Klinikum näher wäre). Direkt nach der Ankunft wurde er in 
den OP geschoben und wurde notoperiert.

Tilo L. schrieb:
> Auch das ist völlig normal! Wer sagt denn, dass die Akte korrekt ist?
> Ein Arzt würde grob fahrlässig handeln, wenn er nicht selbst nochmal
> nachfragt. Du glaubst nicht wie oft ich es erlebt habe, dass der Patient
> zuerst gar keine Allergien hatte und dann, als der NA da war, ihm
> plötzlich ganz viele eingefallen sind.

Sorry, aber sollte sich nicht genau das mit der neuen Gesundheitskarte 
ändern? Allergien, Diagnosen, etc. sollten doch irgendwo zentral und auf 
der Karte gespeichert werden, damit genau solche Nachfragen nicht nötig 
sind. Und wie du selbst sagst, ein "ich habe nichts, nerven Sie nicht" 
ist schneller und einfacher ausgeplappert, als die Liste der Allergien. 
Und wenn der Patient schon auf die Angehörigen verweist, so kann ich im 
Jahr 2015 erwarten, dass man da einfach mal anruft. Nummer steht 
übrigens auch zig Mal in der Akte.

Tilo L. schrieb:
> Im Notfall gibt es keinen Unterschied zwischen GKV und PKV. Da brauchst
> du nicht mal irgend eine Versicherung.

In der Theorie stimmt es schon, nur wird doch relativ zügig nach dem 
Eintreffen des Krankenwagens die Krankenkassenkarte verlangt.

Tilo L. schrieb:
> Funktioniert natürlich nur, wenn die Stimmung nicht
> zu aufgeladen ist.

Die Stimmung war ehrlich gesagt schon aufgeladen, als die Sanitäter 
reinkamen und gesehen haben, dass mein Opa das Bewusstsein wiedererlangt 
hat. So nach dem Motto: Wieso habt ihr uns überhaupt geholt sind die 
auch mit uns anfangs umgegangen, bis der Notarzt im zweiten Fahrzeug 
kam.


Ich bin ehrlich gesagt auch mit dem Notrufsystem nicht zufrieden. 
Diesmal war alles Problemlos. Einige Wochen zuvor ist meine Nachbarin 
(Alkoholikerin) direkt vor meinem Haus gestürzt, hat sich die Nase 
gebrochen und einige Zähne ausgeschlagen. Ich rufe 112 an. Ganz kurzes 
Gespräch. Ich sage Wer ich bin, wo ich bin und was passiert ist. Erst 
Rückfrage: Ist die Frau Ansprechbar? Ja. Will Sie, dass der Krankenwagen 
kommt. Ich frage die Frau das direkt, die meint Nein. Das bekommt der 
Operator auf der anderen Seite mit und sagt direkt zu mir, dass wenn die 
Frau den Krankenwagen nicht will, er auch keinen schicken kann und legt 
direkt auf. 10 Minuten später kommt der Rückruf, dass ich einen Notfall 
gemeldet hätte, ob ich denn noch Hilfe benötige.


Notruf beim Fall meiner Oma. Meine Mutter hat 112 angerufen und die Lage 
geschildert. "Wie ist denn Ihr Name?" => "Horn, wie das Horn". Können 
Sie das bitte buchstabieren..... "Wie ist denn Ihre Rufnummer" => "Die 
sehen Sie doch", "Ich brauche Ihre Rufnummer" => "Ich kenne die nicht" 
(ich glaube meiner Mutter, dass sie in dem Moment die eigene Rufnummer 
vergessen hat). Ohne die Rufnummer wollte der Operator keinen 
Krankenwagen losschicken. Obwohl die Leitstelle CLIRO hat, wie man bei 
meiner gestürzten Nachbarin gesehen hat.


Wenn das ganze System so schlimm wäre, dann könnte ich es verstehen und 
damit auch leben. Aber es scheint ja so zu sein, dass es nur bestimmte 
Kliniken, Sanitäter (Unternehmen) und Personen das Gesundheitssystem 
verschlechtern. Und da kann ich es schon verstehen, wenn Eltern in den 
Notaufnahmen auf das Personal losgehen.

von Tilo (Gast)


Lesenswert?

> Tilo L. schrieb:
>> Auch das ist völlig normal! Wer sagt denn, dass die Akte korrekt ist?
>> Ein Arzt würde grob fahrlässig handeln, wenn er nicht selbst nochmal
>> nachfragt. Du glaubst nicht wie oft ich es erlebt habe, dass der Patient
>> zuerst gar keine Allergien hatte und dann, als der NA da war, ihm
>> plötzlich ganz viele eingefallen sind.
>
Frank H. schrieb:
> Sorry, aber sollte sich nicht genau das mit der neuen Gesundheitskarte
> ändern? Allergien, Diagnosen, etc. sollten doch irgendwo zentral und auf
> der Karte gespeichert werden, damit genau solche Nachfragen nicht nötig
> sind. Und wie du selbst sagst, ein "ich habe nichts, nerven Sie nicht"
> ist schneller und einfacher ausgeplappert, als die Liste der Allergien.
> Und wenn der Patient schon auf die Angehörigen verweist, so kann ich im
> Jahr 2015 erwarten, dass man da einfach mal anruft. Nummer steht
> übrigens auch zig Mal in der Akte.

Bisher unterschiedet sich die neue Karte nicht. Die Karte hat zwar einen 
Bereich für Notfalldaten, wird aber noch nicht genutzt.

> Tilo L. schrieb:
>> Im Notfall gibt es keinen Unterschied zwischen GKV und PKV. Da brauchst
>> du nicht mal irgend eine Versicherung.
> In der Theorie stimmt es schon, nur wird doch relativ zügig nach dem
> Eintreffen des Krankenwagens die Krankenkassenkarte verlangt.
Weil da die Patientendaten drauf sind. Ist einfacher als alles von Hand 
abzuschreiben. Ausserdem wird schon versucht, den Einsatz über die Kasse 
abzurechnen. Wenn das nicht geht kommen dann die Alternativen.

> Tilo L. schrieb:
>> Funktioniert natürlich nur, wenn die Stimmung nicht
>> zu aufgeladen ist.
>
> Die Stimmung war ehrlich gesagt schon aufgeladen, als die Sanitäter
> reinkamen und gesehen haben, dass mein Opa das Bewusstsein wiedererlangt
> hat. So nach dem Motto: Wieso habt ihr uns überhaupt geholt sind die
> auch mit uns anfangs umgegangen, bis der Notarzt im zweiten Fahrzeug
> kam.
Das ist mit Sicherheit nicht professionell.  Hat eventuell mit der 
Einsatzmeldung zu tun.
Leider ist es heute so, dass viele wegen einem kleinen Kratzer den 
Rettungsdienst rufen oder zu faul sind zum Arzt zu gehen.
Auf der andern Seite gibt noch viele der älteren Generation, die erst 
dann anrufen, wenn der Arm schon ab ist.

> Ich bin ehrlich gesagt auch mit dem Notrufsystem nicht zufrieden.
> Diesmal war alles Problemlos. Einige Wochen zuvor ist meine Nachbarin
> (Alkoholikerin) direkt vor meinem Haus gestürzt, hat sich die Nase
> gebrochen und einige Zähne ausgeschlagen. Ich rufe 112 an. Ganz kurzes
> Gespräch. Ich sage Wer ich bin, wo ich bin und was passiert ist. Erst
> Rückfrage: Ist die Frau Ansprechbar? Ja. Will Sie, dass der Krankenwagen
> kommt. Ich frage die Frau das direkt, die meint Nein. Das bekommt der
> Operator auf der anderen Seite mit und sagt direkt zu mir, dass wenn die
> Frau den Krankenwagen nicht will, er auch keinen schicken kann und legt
> direkt auf. 10 Minuten später kommt der Rückruf, dass ich einen Notfall
> gemeldet hätte, ob ich denn noch Hilfe benötige.
Alkoholiker sind im Bezug auf Notfälle eine üble Sache. Man darf keinen 
Patienten gegen seinen Willen mitnehmen, so fern die Person 
zurechenungsfähig ist. Letzteres muss mit der Polizei festgestellt 
werden. ein Arzt darf niemanden einweisen. Das darf nur die Polizei und 
dann auch nur für 24h. Spätestens dann muss ein Richter entschieden. Die 
Polizei wird sich natürlich an der Aussage des Arzts orientieren.

Ich kann das Verhalten des Disponnenten nicht ganz verstehen. 
Rettungsmittel sind leider knapp. Das hat sich in den letzten Jahren 
durch die falschen Notfälle fauler Menschen leider verschlimmert. 
Vielleicht hatte er nur noch ein  oder kein Rettungsmittel verfügbar, 
welches er für größere Notfälle freihalten wollte?
Mit einer Alkoholikerin bindest du in so einer Situation einen 
Rettungswagen, Notarzt und Polizei für gut 2h.
Eventuell kam der Rückruf, weil wieder Fahrzeuge frei waren (oder wegen 
einem schlechtem Gewissen)?

> Notruf beim Fall meiner Oma. Meine Mutter hat 112 angerufen und die Lage
> geschildert. "Wie ist denn Ihr Name?" => "Horn, wie das Horn". Können
> Sie das bitte buchstabieren..... "Wie ist denn Ihre Rufnummer" => "Die
> sehen Sie doch", "Ich brauche Ihre Rufnummer" => "Ich kenne die nicht"
> (ich glaube meiner Mutter, dass sie in dem Moment die eigene Rufnummer
> vergessen hat). Ohne die Rufnummer wollte der Operator keinen
> Krankenwagen losschicken. Obwohl die Leitstelle CLIRO hat, wie man bei
> meiner gestürzten Nachbarin gesehen hat.
Die Leitstellen haben sogar etwas mehr. Die bekommen auch die Daten der 
Funkzellen für Personenortung im Notfall.

> Wenn das ganze System so schlimm wäre, dann könnte ich es verstehen und
> damit auch leben. Aber es scheint ja so zu sein, dass es nur bestimmte
> Kliniken, Sanitäter (Unternehmen) und Personen das Gesundheitssystem
> verschlechtern. Und da kann ich es schon verstehen, wenn Eltern in den
> Notaufnahmen auf das Personal losgehen.
Kann ich bei der ARGE sogar noch mehr verstehen.
Das Hauptproblem ist, dass das Gesundheitssystem im Bereich 
Rettungsdiesnt total überlastet ist. Mit eine Ursache ist, dass bestimme 
2/3 der Einsätze keine Notfälle sind. Der Abtransport mit Blaulicht ist 
die absolute Ausnahme. Bei einigen Nicht-Notfällen war die psychische 
Belastung der Betroffenen groß oder die Situation konnte nicht 
eingeschätzt werden (wie auch als Laie).
Oft hat man aber folgende Situation:
"Ihnen tut also seit 2Monaten der Rücken weh. Was hat sich geändert, 
dass Sie jetzt um 4Uhr Nachts den Rettungsdienst rufen?"
Da bleiben die echten Notfälle auf der Strecke und das Personal ist 
frustriert.
Hinzu kommt, dass gerade der Rettungsdienst von ehrenamtlichen 
Mitarbeitern lebt. Auf meiner nächstne Wache sind bestimmt 1/3 
ehrenamtlich. Nur dadurch können die Festangestellten ein etwas höheres 
Gehalt bekommen, was meiner Meinung nach für die Arbeit viel zu wenig 
ist. Ohne Ehrenamtliche würde gar nichts mehr gehen, amn würde gar nicht 
das mehr an benötigten Personal bekommen, dass für so wenig Geld 
arbeitet.

Zumindest bei den Menschen die ich bisher kennengelernt habe, machen 
mind. 80% ihre Arbeit gerne und helfen gerne anderen Menschen, sind 
freundlich und versuchen die Patienten würdevoll zu behandeln.

von Fatal E. (Firma: Fatal Error) (fatalerror)


Lesenswert?

@Axel L.,

>... und es gibt auch viele, die nur mit Ach und Krach durch die Prüfungen
>gekommen sind (wie auch solche, die einfach nur gut auswendig lernen
>können und ansonsten vollkommene Fachidioten).

>Ich habe leider eher durchwachsene Erfahrungen mit unserem
>Gesundheitssystem gemacht,

>Als ich übrigens letztes Jahr mit schwerwiegenden Symptomen bei meinem
>Hausarzt war und der direkt den RTW rief, hat der mir dringend vom
>nächstliegenden Krankenhaus abgeraten. Wir sind dann etwas weiter
>gefahren (was offensichtlich kein Problem war), ging aber auch in die
>Hose.

Im Prinzip ist es doch völlig egal, in welches Krankenhaus du kommst. 
Sind doch nach deiner umfangreichen Erfahrung sowieso alles inkompetente 
Idioten.

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Fatal E. schrieb:
> @Axel L.,
>
>>... und es gibt auch viele, die nur mit Ach und Krach durch die Prüfungen
>>gekommen sind (wie auch solche, die einfach nur gut auswendig lernen
>>können und ansonsten vollkommene Fachidioten).
>
>>Ich habe leider eher durchwachsene Erfahrungen mit unserem
>>Gesundheitssystem gemacht,
>
>>Als ich übrigens letztes Jahr mit schwerwiegenden Symptomen bei meinem
>>Hausarzt war und der direkt den RTW rief, hat der mir dringend vom
>>nächstliegenden Krankenhaus abgeraten. Wir sind dann etwas weiter
>>gefahren (was offensichtlich kein Problem war), ging aber auch in die
>>Hose.
>
> Im Prinzip ist es doch völlig egal, in welches Krankenhaus du kommst.
> Sind doch nach deiner umfangreichen Erfahrung sowieso alles inkompetente
> Idioten.

Das ist wie bei den Ingenieuren auch, nur 10% sind richtig gut, 10% sind 
lebensgefährlich. Für eine einfache Grippe sind die restlichen 80% ok, 
aber die letzten 10% versauen sogar das und im wirklichen Notfall sollte 
man versuchen, an die oberen 10% zu kommen.

Wer nur den Weisungen des Notarztes folgt ohne eigene Initiative, 
bekommt im Normalfall die 80%, wenn man Pech hat die unteren 10%, aber 
niemals die top 10%. Das kann aber zu wenig sein.

Aber im Prinzip muss ich ja Typen wie Dir und Paul dankbar sein, ihr 
beschäftigt die mittelprächtigen Ärzte und lasst die anderen frei.

Gruss
Axel

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

> Freie Krankenhauswahl?

Freie Wahl der Kleistertöpfe durch die bewaffneten Pinsel!

von Fatal E. (Firma: Fatal Error) (fatalerror)


Lesenswert?

>Das ist wie bei den Ingenieuren auch, nur 10% sind richtig gut, 10% sind
>lebensgefährlich. Für eine einfache Grippe sind die restlichen 80% ok,
>aber die letzten 10% versauen sogar das und im wirklichen Notfall sollte
>man versuchen, an die oberen 10% zu kommen.

Hast du dir dann eigentlich eine App anhand der Dienstpläne geschrieben, 
wann du in welches KH gehst, um immer sicher die Koryphäen zu erwischen?

Oder ist dein Spezialkrankenhaus nur von Genies bevölkert?

von Joachim B. (jar)


Lesenswert?

Frank H. schrieb:
> War es denn auch immer so, dass in den Notaufnahmen riesengroße
> Wartezimmer eingerichtet sind, in denen die Patienten und Angehörigen
> warten sollen - oft über Stunden.

zumindest war es so schon vor über 25 Jahren.

Schwiegermutter hatte einen großen Cut über der Augenbraue vom 
Brillenglas, Wartzeit >5h mit Cut, meine Frage nach Erstbehandlung wurde 
beantwortet, sie hätte ja bei der Aufnahme ein Tuch bekommen zum 
Abdrücken.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Michael K. schrieb:
> Und diese Behauptung:
>> Oft genug weisen Krankenhäuser Rettungswagen mit
>> Patienten ab, weil sie keinen Bock auf die Geldausgabe für
>> Notfallpatienten haben
> kasst du sicher irgendwie belegen!

http://www.aerzte-pfusch.de/Opfer/07/Irrfahrt_kein_KKH_hilft_Tochter_tot_060307.html
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/der-lange-weg-zur-notaufnahme-id7804598.html
http://www.fpoe-noe.at/news-detail/news/fp-huber-todesopfer-nach-kran/

von Michael K. (aemkai)


Lesenswert?

Axel L. schrieb:
> Na, vielleicht solltet ihr erstmal untereinander ausmachen, wer das nun
> entscheidet.
Das müssen wir nicht untereinander entscheiden, dafür gibt es 
Kompetenzen, die regional und von Fall zu Fall natürlich verschieden 
sein können.

> Allerdings finde ich es fast schon lustig, dass das irgendwer anders
> entscheiden sollte als der Patient, bzw. sein Vertreter. Schon die
> Vorstellung ist irgendwie abstrus.
Dann entscheidest du auch selbst, welche Krankheit du hast und welche 
Medikamente du nimmst?

Was nun?
> Die Agenda der Ärzte kennt man leider nicht,
oder
> manch einer muss nur seine Zahl an OPs vollkriegen.
Wenn du keine Ahnung hast, warum dann so eine Aussage?

Michael B. schrieb:
>>> Oft genug weisen Krankenhäuser Rettungswagen mit
>>> Patienten ab
>> kasst du sicher irgendwie belegen!
> 
http://www.aerzte-pfusch.de/Opfer/07/Irrfahrt_kein_KKH_hilft_Tochter_tot_060307.html
> 
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/der-lange-weg-zur-notaufnahme-id7804598.html

Okay, zwei Fälle in den letzten 8 Jahren in Dtl.
Bei deutlich über 5 Mio. Einsätzen p.a. sind das also 5e-6 % leidlich 
dokumentierte Fälle, und das als Beweis für eine Aussage, die mit "oft 
genug" beginnt :-)

Aber da deine gesamten Erfahrungen ja von Nachbarn, Omas, etc. sind 
brauchen wir auf diesem Stammtischniveau nicht weiter zu diskutieren.

Sicher werden z.T. Fehler gemacht, aber die gibt es in allen 
Lebensbereichen und für deine Verallgemeinerungen gibt es keine 
Grundlage.

Also reg dich nciht auf, lies nochmal die Beiträge von Tilo L. (katagia) 
in Ruhe und sei froh dass es in Dtl. so ein gutes Gesundheitssystem 
gibt.

von oldeurope O. (Gast)


Lesenswert?

Michael K. schrieb:
> sei froh dass es in Dtl. so ein gutes Gesundheitssystem
> gibt.

Ein Selbstbedienungsladen ist das.
Stell Dir mal vor eine Imbissbudenmafia teilt sich die
Region auf und erlaubt pro Bezirk nur eine Bude.
Resultat: Hohe Preise, mässige Qualität und die Kunden
stehen sich die Beine in den Bauch.

Genau so läuft das aber im Gesundheitswesen.

Jetzt wollen sie auch noch den freien Hebammen die
Berufsausübung unmöglich machen damit WER noch mehr
Geld kassieren kann?

Unser Gesundheitswesen ist ein tiefer Sumpf.
Von den Krankenkassen will ich gar nicht erst reden.

LG
OXI

von Uhu U. (uhu)


Lesenswert?

OXI T. schrieb:
> Hohe Preise, mässige Qualität

Aha.

> Ein Selbstbedienungsladen ist das.

Du verarztest dich also im KH selbst. Ich stelle mir gerade vor, wie du 
dir einen Tumor aus dem Hirn pulst...

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Michael K. schrieb:
> Axel L. schrieb:
>> Na, vielleicht solltet ihr erstmal untereinander ausmachen, wer das nun
>> entscheidet.
> Das müssen wir nicht untereinander entscheiden, dafür gibt es
> Kompetenzen, die regional und von Fall zu Fall natürlich verschieden
> sein können.
>

>> Allerdings finde ich es fast schon lustig, dass das irgendwer anders
>> entscheiden sollte als der Patient, bzw. sein Vertreter. Schon die
>> Vorstellung ist irgendwie abstrus.
> Dann entscheidest du auch selbst, welche Krankheit du hast und welche
> Medikamente du nimmst?
Wenn ich an der Diagnose des Arztes Zweifel habe, suche ich mir eine 
zweite Meinung. Und Medikamente nehme ich nur, wenn mir die Einnahme 
sinnvoll erscheint. Ansonsten siehe 1. Grundsätzlich gibt es immer die 
Möglichkeit Fragen zu stellen, damit kann man so manchen Arzt aus der 
Reserve locken. Aber am Ende entscheide ich immmer selbst, welche 
Therapie ich bekomme und welche nicht. Wenn ich mit dem Arzt nicht 
klarkommme, verlasse ich so eine Praxis oder Krankenhaus sofort. 
Letztlich ist es mein Leben und meine Gesundheit (oder schlimmer, die 
meiner Kinder) um die es geht und da will ich mir nicht mehr vorwerfen 
lassen, ich wäre zu gutgläubig und vertrauensselig gewesen. Das hat es 
leider schon gegeben, das wird aber nicht mehr passieren.

>
> Was nun?
>> Die Agenda der Ärzte kennt man leider nicht,
> oder
>> manch einer muss nur seine Zahl an OPs vollkriegen.
> Wenn du keine Ahnung hast, warum dann so eine Aussage?
Ich bin schon lange genug auf der Welt, und habe dank dreier Kinder mehr 
als genug Erfahrungen mit Ärzten und Krankenhäusern gemacht, um das 
beurteilen zu können. Und statistisch gesehen werden in einigen 
Landkreisen z. B. Kinder acht mal so oft an den Mandeln operiert wie in 
anderen. Da die Kinder sich nicht so stark unterscheiden, macht es als 
Eltern folglich durchaus Sinn, eine solche Operation zu hinterfragen.

Und manches wird einfach unterschiedlich eingeschätzt. Ich kann mich an 
einen Arzt erinnern, der das Risiko einer Fruchtwasseruntersuchung mit 
"nur" 3% bezifferte. Ich finde eine Wahrscheinlichkeit von 3%, dass mein 
Kind stirbt, ganz schön hoch und habe das komplett anders bewertet. 
Ähnlich sieht das bei Vollnarkosen aus.

Gruss
Axel

von Michael K. (aemkai)


Lesenswert?

Axel L. schrieb
> Da die Kinder sich nicht so stark unterscheiden, macht es als
> Eltern folglich durchaus Sinn, eine solche Operation zu hinterfragen.
Und, hast du es hinterfragt? Oder dir nur polemisch eine Meinung 
gebildet?

Axel L. schrieb
> Wow, das ist ja fast so lang wie mein erste Hilfe Kurs.
> Aber im Ernst, würdest Du dich nach einer 80 Stunden Vorlesung in HF
> Technik als HF-Ingenieur bezeichnen, dem Du Dein Leben anvertrauen
> würdest ?
Hier legst du Wert auf eine tiefgründige Ausbildung und machst dich 
lustig über die "nur" 80 Stunden eines Zusatzkurses
und dann
> Und Medikamente nehme ich nur, wenn mir die Einnahme sinnvoll erscheint.
> am Ende entscheide ich immmer selbst, welche Therapie ich bekomme und
> welche nicht.
bildest du dir ein, allein aus deiner Lebenserfahrung die Entscheidungen 
eines Arztes anzweifeln zu können?
Warum gehst du dann überhaupt noch (selbst oder mit deinen Kindern) zum 
Arzt, wenn du sowieso alles allein entscheidest und dir dein Leben so 
lieb ist und schließlich bist du
> schon lange genug auf der Welt [...] um das beurteilen zu können.

(Übrigens interesante Einstellung, dann bist du aufgrund deines Alters 
sicher nicht nur Mediziner, sondern auch Fachmann für Juristerei, 
3-Sterne-Koch, Pilot und Profifussballer :-) )

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Michael K. schrieb:
> Axel L. schrieb
>> Da die Kinder sich nicht so stark unterscheiden, macht es als
>> Eltern folglich durchaus Sinn, eine solche Operation zu hinterfragen.
> Und, hast du es hinterfragt? Oder dir nur polemisch eine Meinung
> gebildet?
Meine Kinder haben ihre Mandeln noch, keines hat irgendwelche besonderen 
diesbezüglichen Krankheiten. Aber ganz ogffensichtlich hast Du den 
Hintergrund meines Beispieles nicht verstanden.

>
> Axel L. schrieb
>> Wow, das ist ja fast so lang wie mein erste Hilfe Kurs.
>> Aber im Ernst, würdest Du dich nach einer 80 Stunden Vorlesung in HF
>> Technik als HF-Ingenieur bezeichnen, dem Du Dein Leben anvertrauen
>> würdest ?
> Hier legst du Wert auf eine tiefgründige Ausbildung und machst dich
> lustig über die "nur" 80 Stunden eines Zusatzkurses
> und dann
>> Und Medikamente nehme ich nur, wenn mir die Einnahme sinnvoll erscheint.
>> am Ende entscheide ich immmer selbst, welche Therapie ich bekomme und
>> welche nicht.
> bildest du dir ein, allein aus deiner Lebenserfahrung die Entscheidungen
> eines Arztes anzweifeln zu können?
> Warum gehst du dann überhaupt noch (selbst oder mit deinen Kindern) zum
> Arzt, wenn du sowieso alles allein entscheidest und dir dein Leben so
> lieb ist und schließlich bist du
>> schon lange genug auf der Welt [...] um das beurteilen zu können.

Cool, da hast Du jetzt also den ganzen langen Thread durchgearbeitet, 
nur um Deine Obrigkeitshörigkeit und Titelgläubigkeit untermauern zu 
können ?

Aber um Deine Frage zu beantworten: Ich kann entscheiden, wann ich eine 
zweite Meinung brauche.

Gruss
Axel

von Frank H. (horni)


Lesenswert?

Michael K. schrieb:
> Warum gehst du dann überhaupt noch (selbst oder mit deinen Kindern) zum
> Arzt, wenn du sowieso alles allein entscheidest und dir dein Leben so
> lieb ist und schließlich bist du

Ich denke, dass es wohl daran liegt, dass man nicht mal eben in die 
Apotheke gehen und sich alle möglichen Medikamenten besorgen kann.

Grundsätzlich finde ich es schon nicht schlecht, wenn man sich Gedanken 
über den Sinn bzw. die Sinnlosigkeit von irgendwelchen Maßnahmen 
Gedanken macht, sich informiert oder sich auch mehrere Meinungen von 
verschiedenen Ärzten einholt.

Und was Medikamente oder Therapieformen angeht, so gibt es durchaus 
unterschiedliches. Aber stattdessen wird auf 0815 Behandlungsformen 
zurückgegriffen, da diese wohl einfacher für den Arzt sind. So wird z.B. 
mit dem Hammer eines Breitbandantibiotikums draufgehauen, wenn etwas 
infiziert ist, statt zu differenzieren.

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Schlimm.
Anmaßung und Selbstüberschätzung in Reinstform.

Gute Besserung...

-Paul-

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Paul B. schrieb:
> Schlimm.
> Anmaßung und Selbstüberschätzung in Reinstform.
>
> Gute Besserung...
>
> -Paul-

Paul, ich weis, als gelernter DDR-Bürger tust Du das, was man Dir sagt. 
Ist für Dich sicher auch ok.

Aber man muss das nicht, viele Menschen haben zwischen den Ohren so ein 
Teil zum selber Denken.

Gruss
Axel

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Axel L. schrieb:
> Paul, ich weis, als gelernter DDR-Bürger tust Du das, was man Dir sagt.
> Ist für Dich sicher auch ok.

Wenn DU auf offener Straße einen Herzinfarkt erleidest, dann diskutierst
DU mit NIEMANDEM, der Dir hilft über IRGENDETWAS
Das ist so sicher, wie das "Amen" in der Kirche.

Axel L. schrieb:
> Aber man muss das nicht, viele Menschen haben zwischen den Ohren so ein
> Teil zum selber Denken.

Viele. Nicht alle!

-Paul-

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Paul B. schrieb:
> Axel L. schrieb:
>> Paul, ich weis, als gelernter DDR-Bürger tust Du das, was man Dir sagt.
>> Ist für Dich sicher auch ok.
>
> Wenn DU auf offener Straße einen Herzinfarkt erleidest, dann diskutierst
> DU mit NIEMANDEM, der Dir hilft über /IRGENDETWAS/
> Das ist so sicher, wie das "Amen" in der Kirche.
>
Darum geht es doch schon lange nicht mehr.

> Axel L. schrieb:
>> Aber man muss das nicht, viele Menschen haben zwischen den Ohren so ein
>> Teil zum selber Denken.
>
> Viele. Nicht alle!
>
> -Paul-
Du brauchst es ja nicht, tust ja immer, was man Dir sagt.

Gruss
Axel

von Paul B. (paul_baumann)


Lesenswert?

Axel L. schrieb:
> Darum geht es doch schon lange nicht mehr.

Es ging von Anfang an um einen Notfall, aber Du gibst hier den 
unerschrockenen Helden, der sich trotz schwerster körperlicher 
Einschränkungen den anmaßenden Ärzten in den Weg stellt.

Laß Dich untersuchen -es ist dringend nötig -nein, nicht vom 
Allgemeinmediziner!

Paul

von Joachim B. (jar)


Lesenswert?

Fatal E. schrieb:
> Im Prinzip ist es doch völlig egal, in welches Krankenhaus du kommst.

man muss nur oft genug reinkommen und lange genug bleiben um sich sicher 
MRE einzufangen.

Axel L. schrieb:
> Und statistisch gesehen werden in einigen
> Landkreisen z. B. Kinder acht mal so oft an den Mandeln operiert wie in
> anderen. Da die Kinder sich nicht so stark unterscheiden, macht es als
> Eltern folglich durchaus Sinn, eine solche Operation zu hinterfragen.

Seit Igel ist es aber schwer nicht immer dieselbe sinnlose Antwort zu 
erhalten.

Frank H. schrieb:
> So wird z.B.
> mit dem Hammer eines Breitbandantibiotikums draufgehauen, wenn etwas
> infiziert ist, statt zu differenzieren.

auch das habe ich leider zu oft erlebt und jedesmal Bauchweh wenn nur 5 
Tagesdosen verordnet werden, ich kenne min. über 10 Tage und weiss nicht 
ob ich mit 5 Tagesdosen nicht selber MRE erzeuge.

von Axel L. (axel_5)


Lesenswert?

Paul B. schrieb:
> Axel L. schrieb:
>> Darum geht es doch schon lange nicht mehr.
>
> Es ging von Anfang an um einen Notfall, aber Du gibst hier den
> unerschrockenen Helden, der sich trotz schwerster körperlicher
> Einschränkungen den anmaßenden Ärzten in den Weg stellt.
>
> Laß Dich untersuchen -es ist dringend nötig -nein, nicht vom
> Allgemeinmediziner!
>
> Paul

Hatte ich doch schon in 
Beitrag "Re: Freie Krankenhauswahl?" was zu geschrieben.

Also, was soll der Scheiss ?

Gruss
Axel

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.