Festplatte Lesekopf bleibt stehen

OP #4233731
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Hallo zusammen, ich habe folgendes Problem:

Ein Bekannter hat mir eine Festplatte gegeben, in der Hoffnung, ich 
würde sie wieder hinbekommen.

Leider habe ich ehrlich gesagt noch nie eine aufgemacht, und das war 
vermutlich auch schon mein erster Fehler, ich hab sie aufgemacht in der 
Umgebungsluft. Nun gut, ich denke sie wird jetzt nicht sofort kaputt 
sein, zumindest hab ich den Fehler entdeckt: Lesekopf steht auf der 
Platte. Also mit viel Gefühl und Vorsicht das Ding in Ruheposition 
gebracht. Danach wieder alles zusammengeschraubt und angeschlossen. 
Unter Windows diskpart und unter Ubuntu dmesg wird sie zwar erkannt, 
kann aber nichts lesen.

Hab also nochmal, und vermutlich war das der größte Fehler, aufgemacht 
und an dem Lesekopf ein bisschen rumgemacht. Ich wusste nicht, ob er 
davor ging, hab aber zum beobachten mal im geöffneten Zustand 
angeschlossen. Das Ergebnis sieht man hier in bescheidener Qualität:

https://www.youtube.com/watch?v=tQP_W6AfsFU

Weiß jemand, was ich jetzt machen kann? Oder ist jetzt alles hinüber?

Ich kenn' mich mit Festplatten nicht aus, löten und basteln kann ich 
aber, falls es nur darum geht, das Ding auszutauschen.

Ich bedanke mich mal im Voraus.
Gast #4233734
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Simon S. schrieb:
> Weiß jemand, was ich jetzt machen kann? Oder ist jetzt alles hinüber?

Professionellen Datenretter beauftragen. Viel Geld bereithalten.
Grad wenn schon mal "rumgebastelt" wurde, wirds teurer, wenn der Auftrag 
denn überhaupt angenommen wird.

Oder auf die Daten verzichten. Wenn's kein Backup gab, können die ja 
nicht so wichtig gewesen sein.
Gast #4233770
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Schon wieder Freitag...

Falls es tatsächlich ernst gemeit sein sollte: Vergleiche mal die größe 
eines Staubkorns mit dem Abstand zwischen Lesekopf und Platte.

Simon S. schrieb:
> Er würde sich aber über die
> Festplatte freuen ^^

Er könnte sie noch als Briefbeschwerer/Türstopper/... verwenden.
Gast #4233784
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Wenn der Kopf auf der Magnetscheibe aufliegt, spricht man von 
Head-Crash.

Vorsichtiges zur Seite schieben zerstört dann zuverlässig alle berührten 
Spuren.

Bau die Magnete und Magnetscheiben aus, den Rest kannst du entsorgen. 
;-)
Persönliche Seite #4233804
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George Kochkessel schrieb:
> Wenn der Kopf auf der Magnetscheibe aufliegt, spricht man von
> Head-Crash.

Im Ruhezustand (d.h. bei nicht drehender Festplattenspindel) ist das 
hingegen normal, das ist kein Headcrash.

Bei manchen Festplattenmodellen wird im Ruhezustand der Kopfträger aus 
dem Plattenbereich ausgeschwenkt, so daß die Köpfe nicht aufliegen, um 
die ruhende Platte robuster zu machen. Das geschieht bei 2.5"- und bei 
einigen ausgesuchten 3.5"-Platten.

Bei allen anderen aber ist das Aufliegen der Köpfe auf den sich nicht 
drehenden Platten vollkommen normal. Die Köpfe werden sogar mit ziemlich 
großem Federdruck an die Oberfläche angepresst und heben erst bei 
Erreichen einer gewissen Drehzahl der Platte durch den sich bildenden 
Luftfilm ab.
#4233827
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An einer Festplatte kann man höchstens einen defekten Controller 
wechseln, wenn man noch ne Schlachtplatte :-) hat. wenn man den Deckel 
der HD abmacht, und dann noch an dem Schreib-/Lesekopffinger herumdreht, 
dann gent das vom Bereich Elektronik in die Zerspanung.

Es gibt zwar Videos bei Utube, welche eine offene HD bei der Arbeit 
zeigen, aber die sind dann insofern hin, da sich dabei einige Daten 
verabschiedet haben. Ein Staubkorn ist noch nicht der Tod, er weicht der 
Fliehkraft, und es wäre Zufall, wenn er unter die Leseköpfe kommt, aber 
viele Staubkörner, oder ein Kontakt mit der Platte kann Späne 
aufreissen, und die schreddern dann die Plattenoberfläche. es geht da um 
µm.
#4233902
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soul e. schrieb:
> Vorsicht - heutzutage sind die Magnetscheiben auch schonmal aus Glas.
> Besser Schutzbrille aufziehen.

Ja, gehört hab ich davon auch schon. Nur ist mir noch nie eine 
begegnet und ich hab, seit ~2000-jetzt, ca. an die 100 Platten zerlegt. 
Aus allen möglichen Bereichen, außer Serverfarmen und max. 500GB.

Der Fehlerfall sollte da doch recht unwahrscheinlich sein(Terabyte 
Platten ?).
Ich denke das man das auch auf Anhieb erkennen würde. OK, der TO 
wahrscheinlich eher nicht.
OP #4234011
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Teo D. schrieb:
> Bastle Ihm doch einen neuen Datenspeicher draus

Der ist gut! :D

Peter D. schrieb:
> Bei heutigen Platten ist aber alles so filigran, daß der Kopf nicht von
> alleine wieder einfädeln kann und dann liegt die Parkposition innen auf
> nicht genutzten Spuren.

Hab's versucht, aber so wie's aussieht ist der Kopf ziemlich verbogen, 
die Platte fängt garnicht erst an zu drehen.

Ich hab mal gefragt wie es passiert ist: "Im Betrieb runtergefallen".
Gast #4234019
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Rufus Τ. F. schrieb:
> Im Ruhezustand (d.h. bei nicht drehender Festplattenspindel) ist das
> hingegen normal,

Bei den heutigen Platten? Das war vieleicht früher mal der Fall, bei den 
alten MFM und RLL Platten.
Heute wird selbst bei Stromausfall der Kopf noch in eine Parkposition 
gefahren die er erst verlässt wenn die Platte Nenndrehzahl erreicht hat.
Persönliche Seite #4234236
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Der Andere schrieb:
> Heute wird selbst bei Stromausfall der Kopf noch in eine Parkposition
> gefahren die er erst verlässt wenn die Platte Nenndrehzahl erreicht hat.

Diese Parkposition befindet sich aber bei 3.5"-Platten überwiegend auf 
der Plattenoberfläche selbst. Dieser Bereich der Plattenoberfläche wird 
nicht zur Datenspeicherung genutzt und ist oft etwas rauher als der 
Rest.
Das dient nicht dem vorzeitigen Abnutzen der Köpfe, sondern dem 
schnelleren Aufbau des Luftpolsters beim Hochdrehen der Platte. Die 
Parkposition befindet sich üblicherweise innen.

Ein Ausschwenken des Kopfträgers ist bei 3.5"-Platten nach wie vor eine 
Ausnahme, bei 2.5"-Platten hingegen die Regel, da diese in Mobilgeräten 
verwendet werden und daher deutlich stärkeren Erschütterungen ausgesetzt 
sind. Beim Ausschwenken werden die Köpfe durch eine Rampenkonstruktion 
von der Plattenoberfläche abgehoben und berühren diese somit nicht mehr.

Manchmal wird noch eine mechanische Verriegelung aktiviert, die den 
Kopfträger in dieser Position fixiert, und die mit einem Zugmagneten 
entriegelt wird. Häufiger aber ist ein Permanentmagnet am Kopfträger 
befestigt (neben der Spule des Linearantriebs), der beim 
an-den-Anschlag-Fahren des Kopfträgers diesen fixiert. Das Lösen des 
Kopfträgers erfolgt hier durch etwas kräftigeres Bestromen des 
Linearantriebs.

Das ist der Stand der Dinge bei aktuellen Festplattenmodellen.
Gast #4234549
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Rufus Τ. F. schrieb:
> Dieser Bereich der Plattenoberfläche wird
> nicht zur Datenspeicherung genutzt und ist oft etwas rauher als der
> Rest.
> Das dient nicht dem vorzeitigen Abnutzen der Köpfe, sondern dem
> schnelleren Aufbau des Luftpolsters beim Hochdrehen der Platte.

Völliger Blödsinn!

Die Plattenoberfläche ist dort deshalb rauher, damit die Köpfe darauf 
beim Aufliegen nicht festkleben. In diesem Fall würde die Platte nicht 
mehr anlaufen können.
Gast #4234917
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Rufus Τ. F. schrieb:
> Das nicht-festkleben ist natürlich ebenfalls gewünscht.

Das ist sogar einer der wichtigsten Fortschritte in der Entwicklung der 
Festplattentechnologie, auch wenn sich das so trivial anhört. Ich 
erinnere mich noch gut an Sun-Workstations, bei denen man ab und zu die 
Festplatten ausbauen und gegen die Tischkante klopfen musste, damit sie 
wieder anliefen. Es sind halt oft auch die kleinen Dinge.

Georg
Gast #4235830
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Rolf M. schrieb:
> Soweit ich weiß, waren deren Festplatten auch nicht dafür gebaut, öfter
> mal abgeschaltet zu werden.

Wo du recht hast hast du recht - meines Wissens stand sogar im Manual, 
dass man eine Sunworkstation niemals abschalten soll. Energieverbrauch 
war da als Thema völlig unbekannt.

Georg

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