Hallo zusammen, ich habe folgende Frage: Wenn man für einen RS485-Bus ein Cat5 Kabel verwenden möchte, muss dann der Abschlusswiderstand statt 120 Ohm 100 Ohm betragen, weil der Wellenwiderstand der Leitung mit 100 Ohm ausgewiesen ist? Klar ist, dass es dann kein richtiger RS485 Bus nach EIA ist, weil dort sollen die Impedanzen der Leitungen 120 Ohm betragen. Wie kann man rechnerich bestimmen, welcher Abschlusswiderstand notwendig ist? Vielen Dank
RS485-Bus ist recht robust, grade bei nicht zu hohen Datenraten. 100 bis 120 Ohm paßt schon ganz gut.
Aber unahängig wie robust der ist, müsste es doch theoretisch so sein? Damit ich Leistungsanpassung habe?
Was wirds werden, nur eine rein theoretische Betrachtung? ja -> dann schau ins Lehrbuch -> gnadenlose Fehlanpassung nein -> könnte gehen, obwohl 200 m bei 500kbit nicht langsam ist
Peter schrieb: > Aber unahängig wie robust der ist, müsste es doch theoretisch so sein? > Damit ich Leistungsanpassung habe? Du musst immer genau mit dem Wellenwiderstand des Kabels abschließen. Und auch den Spannungsteiler mit den Failsafes entsprechend neu dimensionieren damit das zusammenpasst. Die Transceiver selbst werden keine Probleme damit haben, zwischen 120 und 100 ist kein großer Unterschied das packen deren Ausgangstreiber ohne Murren und Eingangsseitig ist es eh in sehr weiten Bereichen egal, da hochohmig.
Peter schrieb: > muss dann > der Abschlusswiderstand statt 120 Ohm 100 Ohm betragen Bei einer Fehlanpassung 120 an 100 Ohm beträgt der Reflexionsfaktor etwa 10%, also 10% werden zurück an den Sender reflektiert. Den stört das nicht, nur wenn dieses Signal ebenso wieder Richtung Empfänger reflektiert wird, könnte es dort stören - aber da sind ist es nur noch 1%. Das kann man zwar messen, aber bei den üblichen Schmitt-Trigger-Eingängen hat das keine Auswirkung. Natürlich wählt man die Abschlusswiderstände so genau man kann, weil das ja keinen Aufwand bedeutet, aber z.B. bei Leiterplatten ergeben sich leicht Toleranzen der Impedanz von 5..10%. Da ist ein Abschlusswiderstand mit 0,1% einfach nur ein Missverständnis. Georg
Hallo, > Peter schrieb: > Wenn man für einen RS485-Bus ein Cat5 Kabel verwenden möchte, muss dann > der Abschlusswiderstand statt 120 Ohm 100 Ohm betragen, weil der > Wellenwiderstand der Leitung mit 100 Ohm ausgewiesen ist? Rein theoretisch sollte der Abschluss natürlich genau mit der Impedanz des Kabels erfolgen. > Wie kann man rechnerich bestimmen, welcher Abschlusswiderstand notwendig > ist? Da muß man nix rechnen, sondern eben genau das datenblatt des Kabels lesen. In der Praxis ist es aber so, dass man einige Sachen beachten sollte. 1) Bandbreite der Treiber Relevant für die störsichere Übertragung ist kaum die verwendete Baudrate, sondern vor allem die Geschwindigkeit der RS485-Treiber. Die steilen Flanken der schnellen Treiber verursachen nämlich die sehr hohen Frequenzen. Sofern du nicht hohe Bauraten verwenden willst, würde ich immer die Bandbreite begrenzten Treiber verwenden (je nach Typ und Hersteller bis ca. 200...1MHz) und nicht die für 20MBaud und höher. z.B. http://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/ADM2483.pdf 2) Kabellänge 200m sind kein Problem, sofern man kein sehr hohen Frequenzen übertagen will und eben korrekten Abschluss hat. 3) In Praxis sind bis 200m kaum noch innerhalb eines Gebäudes, oder? Da sollte man sich schon noch paar Gedanken um Störsicherheit machen - Überspannung , Blitzschlag - Potentialdifferenzen - Störungen andere Großverrbauchern an der Netzspannung usw. Deshalb sind da zumindest Schtzbeschaltungen und evtl. auch galvanische Trennung sinnvoll. oder sogar sehr notwendig. 4) Mit Schutzbeschaltungen hat man dann aber wieder das Problem kapazitiver Lasten an den Eingängen. Auch da Verhalten sich dann Treiber mit begrenzter Bandbreite viel gutmütiger als solche mit hoher Bandbreite. Gruß Öletronika
Was machst du dir für krause Gedanken? > Klar ist, dass es dann kein richtiger RS485 Bus nach EIA ist Dann nimm eben kein Cat5 Kabel! Ansonsten: "The RS-485 specification recommends, but does not specifically dictate, that this characteristic impedance be 120Ω." oder: "Essential for minimizing reflections are termination resistors that match the cable's characteristic impedance. Common RS-485 cables (a twisted pair of 24AWG wires) should be terminated with a 120Ω resistor at both ends." > Wie kann man rechneri(s)ch bestimmen, welcher Abschlusswiderstand notwendig ist? Mit den üblichen Gleichungen für Wellenwiderstand, Anpassung und Reflexion. Und die sagen: Abschlusswiderstand = Wellen- widerstand der Leitung, dann gibt es keine Störung durch Reflexionen. > Damit ich Leistungsanpassung habe? Der Ausgangswiderstand eines RS485-Treibers ist eher kleiner, als 100 Ohm. - Such den mal im Datenblatt! ;-) - Wo ist da die Leistungsanpassung? Bist du Techniker, oder Beamter? Ein Beamter muss sich an den Wortlaut der Vorschriften halten, egal, ob es nutzbringend ist, oder nicht. Ein Techniker muss sich an der Physik orientieren, damit seine Konstruktion funktioniert. Und an die "Regeln der Technik" auf neudeutsch: "Best Practice", damit es SICHER funktioniert.
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