Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Modellbau RC Signal Frequenz


von true (Gast)


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Hallo zusammen,

es ist ja bekannt, dass die meisten RC Signale im Modellbaubereich mit 
50Hz laufen. Woher kommt diese zahl? Bei Servos ist es zwar 
nachvollziehbar, weil diese sowieso nicht viel schneller reagieren 
können.

Mir geht es um die Kommunikation zwischen den ESCs und der zentralen 
Lageregelung bei einem Quadcopter.
Ich habe ein Drehzahl-regelndes ESC, welches derzeit mit 1kHz die 
Drehzahl regelt. Auch mit einer Luftschraube ist es problemlos möglich 
ein paar hundert rpm innerhalb der 20ms aufzubauen.
(ca 110Watt BLDC mit 8x5 Luftschraube)

Verschenkt man da nicht einiges an Dynamik in der Lageregelung?

Allerdings handelt es sich bei mir nicht um ein typisches ESC mit 
Blockkommutierung sondern mit FOC.
Ich weiß auch nicht, ob ein übliches ESC aus dem Modellbaubereich mehr 
oder weniger dynamisch als mein ESC ist.
Habt ihr hier irgendwelche Zahlen?

Gruß

von Michael B. (laberkopp)


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true schrieb:
> Verschenkt man da nicht einiges an Dynamik in der Lageregelung?

Bei Kinderspielzeug ? Egal.

Professionelle Quadrokopter regeln natürlich nicht durch Servoimpulse.

von false (Gast)


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true schrieb:
> Verschenkt man da nicht einiges an Dynamik in der Lageregelung?

Wie klein sind denn die Massen/Trägheitsmomente bei deinem Modell, d.h. 
wie sind die Trägheitszeitkonstanten? Warum willst du ein System 
schneller regeln, als es folgen kann?

von Historiker (Gast)


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Ist ein Henne-Ei-Problem.

Als Funkfernsteuerungen noch mit einer Röhre gebaut wurden, war das ein 
ideales Übertragungsverfahren. Nur dummerweise hat man es trotz 
technischen Fortschritts beibehalten.

Solange die Komponenten das alte Protokoll im 20ms Raster verwenden, 
kannst du problemlos Teile verschiedener Hersteller zusammenstecken. 
Wenn du moderneres verwendest, musst du genau hinschauen, ob es 
zusammenpasst.

Sicher wäre es besser, die Hersteller einigen sich auf ein schnelles und 
trotzdem unkompliziertes Protokoll. Aber solange jemand den uralten oder 
inkompatiblen Kram kauft...

von false (Gast)


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Hallo,

die 50Hz kommen noch von den analogen Servos aus den Anfängen des 
Modellbaus. Ich denke, dass das damals einfach festgesetzt wurde und die 
Frequenz eher willkürlich gewählt wurde. Die heutigen Servos (im 
Modellbau sogenannte "digitale Servos") können größere Frequenzen 
fahren. Z.B. werden in Helis zur schnellen Regelung Servos mit 250Hz und 
mehr eingesetzt.
Bei ESCs sind die Billigen häufig mit einer 50Hz (und weniger) 
Updaterate ausgestattet. Da wird, gerade im Quadrocopter-Bereich, 
einiges an Aufwand mit eigenen Firmwares getrieben. Die zwei Größten 
dürften SimonK (AVR) und BLHeli (AVR und SiLabs). Ich glaube der 
Richtwert für einen guten Regler im Multirotor waren irgendwas um die 
300Hz.
Für 3D Helis und Flieger braucht man ebenfalls "gut ansprechende" 
Regler, da in der Modellflugsparte sehr viele und feinfühlige Eingaben 
gemacht werden, die der Regler in kürzester Zeit umsetzen sollte.
Mittlerweile ist es aber tatsächlich so, dass das PWM vom Empfänger (da 
ja möglichst viele Servo-Typen angesteuert werden sollen) nicht mehr 
schnell genug ist und die Regler z.B. über I2C über den Lageregler 
angesprochen werden.
Eine Frequenz, wie die 50Hz, gibt es eigentlich nicht mehr. Da kommt es 
wirklich immer auf den jeweiligen Anwendungsfall drauf an.

Schöne Grüße

von Klaus (Gast)


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false schrieb:
> die 50Hz kommen noch von den analogen Servos aus den Anfängen des
> Modellbaus. Ich denke, dass das damals einfach festgesetzt wurde und die
> Frequenz eher willkürlich gewählt wurde.

Nicht ganz willkürlich. Die Bandbreite von Sendern mit Tonmodulation war 
relativ hoch (so bis 8kHz, wenn ich mich recht erinnere) und es war 
schlecht möglich, mehrere Sender im freigegebenen Frequenzband 
gleichzeitig zu betreiben. Die Proportionalfernsteuerungen sollten eine 
wesentlich kleinere Bandbreite haben, um den gleizeitigen Betrieb auf 
einigen Kanälen zu ermöglichen. 50Hz kamen da gerade recht, hätten aber 
sicher auch 60 oder 40 werden können.

MfG Klaus

von Wolfgang (Gast)


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Klaus schrieb:
> 50Hz kamen da gerade recht

50Hz ist doch nicht die Bandbreite vom Signal einer 
Proportionalfernsteuerung. Wie kommst du da drauf?

50Hz ist die Wiederholfrequenz. In den 20ms kann man gut 8 
Proportionalpulse mit jeweils max. 2ms Dauer übertragen, fein seriell 
nacheinander, damit das über einen Funkkanal gehen kann. Da die Breite 
aller hintereinander gesendeten Pulse (zwischen 1 und 2ms) halbwegs 
sauber übertragen werden muss, ist die Bandbreite des Signales 
erheblich höher als die 50Hz Periodendauer.

von Klaus (Gast)


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Wolfgang schrieb:
> 50Hz ist doch nicht die Bandbreite vom Signal einer
> Proportionalfernsteuerung. Wie kommst du da drauf?

Ich hab nicht gesagt: die Bandbreite ist 50Hz.

50 Hz ist aber die Basisfrequenz der Übertragung und bestimmt maßgeblich 
die Bandbreite des Gesamtsystems.

Aus Wikipedia:

> Vorteil der Technik ist eine mit etwa 5 kHz extrem geringe HF-Bandbreite,
> gleich ob als Übertragungsverfahren AM oder FM genutzt wird.

Mit 5kHz konnte man keine zehn Tonkanäle simultan übertragen.

MfG Klaus

von Wolfgang (Gast)


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Klaus schrieb:
> Ich hab nicht gesagt: die Bandbreite ist 50Hz.

Sorry, das hatte ich aus deinem Post nicht so klar gelesen.

Zwischen 5kHz und 8kHz sehe ich allerdings keinen so ganz wesentlich 
Unterschied in der Bandbreite - nicht mal einen Faktor 2.

von Klaus (Gast)


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Wolfgang schrieb:
> Zwischen 5kHz und 8kHz sehe ich allerdings keinen so ganz wesentlich
> Unterschied in der Bandbreite - nicht mal einen Faktor 2.

Um 8kHz zuverlässig zu übertragen und von den anderen Frequenzen trennen 
zu können, braucht (und vor allem brauchte) man mehr als ein 8kHz Band.

MfG Klaus

von Blackbird (Gast)


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false schrieb:
> die 50Hz kommen noch von den analogen Servos aus den Anfängen des
> Modellbaus. Ich denke, dass das damals einfach festgesetzt wurde und die
> Frequenz eher willkürlich gewählt wurde.



Die Kanalbandbreite im 27MHz-Band war mit 20kHz vom Gesetzgeber 
festgelegt, Optional konnte ein 10kHz-Raster benutzt werden um mehr 
Teilnehmern im Band ein gleichzeitiges Betreiben der 
Funkfernsteueranlage zu ermöglichen.

Das bedeutet aber auch, das kein Impuls kürzer als 0,5ms sein durfte 
(Shannon lässt grüßen). Um die seriell gesendeten Kanäle trennen zu 
können, wurden mit der damaligen Technik Austastimpulse gesendet. Die 
waren Teil des Impulses. Im 20kHz-Raster waren sie 0,2ms lang und im 
10kHz-Raster 0,4ms.
Daraus folgt aber auch, dass die minimale Servo-Impulslänge nicht kürzer 
als 2x <0,5ms sein durfte. Bei einer (damals) erwarteten maximalen 
Impulsanzahl von vielleicht 15 waren das schon 15ms. Einen 
Synchronimpuls braucht das Verfahren aber auch noch, einen der deutlich 
größer als 1ms ist.

So kommt man auf die ca. 20ms Wiederholrate. Die übrigens nicht konstant 
ist und auch nicht sein muss. Die Servos, auch die alten, können auch 
mit kleineren Wiederholraten arbeiten, mit größeren sowieso.



Blackbird
(Heute mag es ja so sein, dass die "Entwickler" einfach irgendwas 
festlegen. Damals (TM) nicht.)

von Bussard (Gast)


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Die 50Hz Wiederholfrequenz waren und sind solange ausreichend, solange 
ein Servo mit Getriebe damit betrieben wurde.
Nur sehr wenige Menschen dürften mit mehr als 50Hz zittern, zum Glück 
machen die Rudermaschinen nicht jeden "Zucker" mit.
Anders bei Koptern, gerade die kleinen 250er und Nanotypen haben eine 
sehr schnell auf Lageänderungen reagierende Sensorik, da hat sich eine 
Motorsteuerfrequenz (nicht Servofrequenz) von ca. 400Hz eingebürgert.
Das ist bei weitem schnell genug, solche "Zappelphilips" in 3 Achsen 
voll auszusteueren, so daß ohne menschliche Steuerung das Teil quasi 
stillsteht.

Für den Piloten brauchts eine so schnelle Regelung nicht, eher zum 
"Festnageln" einer Fluglage. Dabei besteht das Problem, daß die 
Steuerung teils aufwändig mit PID-Einstellung zur Räson gebracht werden 
muß, um nicht durch Überreaktion den Kopter ins Schwingen zu bringen.

von Michael B. (laberkopp)


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Blackbird schrieb:
> Die Servos, auch die alten, können auch
> mit kleineren Wiederholraten arbeiten, mit größeren sowieso.

Allerdings verändert sich ihr Verhalten,  z.B. die Endanschläge oder das 
Bremsverhalten vor dem Zielpunkt.

von Blackbird (Gast)


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Michael Bertrandt (laberkopp)  schrieb:
> Allerdings verändert sich ihr Verhalten,  z.B. die Endanschläge oder das > 
Bremsverhalten vor dem Zielpunkt.

Das kann ich nicht nachvollziehen, weder am praktischen Beispiel noch an 
Hand der Innenschaltung (der "Analog"-Servos):

Da müssen andere Einflüsse dieses Verhalten hervorrufen.

Blackbird

von Amateur (Gast)


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Bei vielen mechanischen Teilen hätte die volle Ausnutzung, der jetzt 
schon möglichen Geschwindigkeit, nur einen leeren Akku zufolge.
In grauer Vorzeit ging es dabei mal um Masse und Beschleunigung. Kann 
aber sein, dass das heute nicht mehr gilt;)

von Michael B. (laberkopp)


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Blackbird schrieb:
> Das kann ich nicht nachvollziehen, weder am praktischen Beispiel noch an
> Hand der Innenschaltung (der "Analog"-Servos):

Dann schau dir mal die Innenschaltung des SN28654 etc. an: Die 
Pulsdifferenz zwischen 1.5ms und dem Servosteuerimpuls (1-2ms), also 
0..0.5ms, wird verlängert, z.B. um 100.

Dann erreicht man bei 20ms Wiederholfrequenz Vollgas schon bei 40% 
Abweichung, bei 50ms erst bei völliger Abweichung und bei 5ms schon bei 
10%. Das verändert schon das Motorverhalten.

von Henry P. (henrylexx)


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Was hat das mit der SimonK FW aufsich,
http://x-quadrocopter.de/index.php/elektrik/7-esc-flashen-mit-simonk.html 
hier steht,dass die FW eine PWM Frequenz bis zu 490kHz auswerten kann. 
Ist das nicht ein bisschen übertrieben, oder hat man da einfach ein "k" 
rein gemogelt?

von Klaus (Gast)


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Henry P. schrieb:
> Was hat das mit der SimonK FW aufsich,
> http://x-quadrocopter.de/index.php/elektrik/7-esc-flashen-mit-simonk.html
> hier steht,dass die FW eine PWM Frequenz bis zu 490kHz auswerten kann.
> Ist das nicht ein bisschen übertrieben, oder hat man da einfach ein "k"
> rein gemogelt?

Wieviele 2ms Pulse passen in ein 490kHz Raster? Da hat sich ein k 
reingeschlichen.

Michael B. schrieb:
> Dann erreicht man bei 20ms Wiederholfrequenz Vollgas schon bei 40%
> Abweichung, bei 50ms erst bei völliger Abweichung und bei 5ms schon bei
> 10%. Das verändert schon das Motorverhalten.

Das merkt man deutlich, ohne etwas messen zu müssen. Da braucht man nur 
einen flexiblen Servotester.

MfG Klaus

von Blackbird (Gast)


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Michael Bertrandt (laberkopp)

> Dann schau dir mal die Innenschaltung des SN28654 etc. an: Die
> Pulsdifferenz zwischen 1.5ms und dem Servosteuerimpuls (1-2ms), also
> 0..0.5ms, wird verlängert, z.B. um 100.

Der SN28654 und seine "Derivate" tun das, der SAK151 auch noch. Da hast 
Du recht.


Blackbird

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