Hallo,
in ein bestehendes Funknetz von 2 analogen Funkgeräten soll ein 3tes
integriert werden. Die NF-Ausgabe soll nur erfolgen, wenn dem NF-Signal
ein 3,3kHz Signal aufgeprägt wurde. Damit wird verhindert, dass durch
Überreichweiten von anderen Funknetzen die Rauschsperre ungewollt
öffnet. Sogenanntes Pilottonverfahren. Das empfangende Funkgerät muss
natürlich auch in der Lage sein, dass aufgeprägte 3,3kHz Signal steil
auszufiltern.
Sinn meiner Frage ist, einen Tip zu bekommen, wer so etwas schon mal auf
einer homeoage (meist eines Anateurfunkers) gesehen hat. Gerne würde ich
auf eine Lösung mit Referenzquarz gehen. Hier fehlt mir aber beim
aktiven Filter mit OP-Amps der Ansatz. Nur mit R und C ist es wegen
Temperatur und Spannungsdrift zu ungenau, oder?
Die beiden vorhandenen Fug haben von AEG professionelle Filter.
Grüße
Marco
aus Diez an der Lahn
Hochfrequenz schrieb:> Die NF-Ausgabe soll nur erfolgen, wenn dem NF-Signal> ein 3,3kHz Signal aufgeprägt wurde.
Genau diese Aufgabe wird normalerweise mit Hilfe von CTCSS gemacht.
Diese Frequenzen sind aber nicht im hörbaren Bereich, sondern liegen
unter dem NF-Band. Warum willst du eine Frequenz im NF-Bereich einfügen,
die du dann auf Empfängerseite wieder durch ein Notchfilter entfernen
mußt? Außerdem verlierst du durch das Notchfilter auch ein Stück
Bandbreite im NF-Bereich.
Vielleicht hilft das ja als Denkanstoß weiter.
https://de.wikipedia.org/wiki/CTCSS
CtCSS ist bekannt. An dem bestehenden soll nichts geändert werden! Mein
Ziel ist es, in Sachen ansloge und aktive Filter das noch geringe
theoretisches Wissen zu verbessern und in ein funktionierende Schaltung
umzusetzen.
Das heisst auch, dieses Filter zu wobbeln. Das ist jedoch der 2te
Schritt.
Kurz: Es soll bei den 3,3 kHz bleiben.
Grüße
Marco
Hochfrequenz schrieb:> Gerne würde ich auf eine Lösung mit Referenzquarz gehen.
Ein Quarz für 3.3kHz wird sicher schwierig und ist auch übertrieben. Wie
stabil soll das Signal sein?
Ganz einfach wäre ein µC als DDS Generator mit Tiefpass dahinter. Da du
aber deinen Beitrag im Analog-Forum gepostet hast, gehe ich mal davon
aus, dass eine digitale Lösung eher nicht dein Ziel ist.
Und bei den Filtern solltest du dir überlegen, wie viel vom Sprachband
du bereit bist, zu opfern. Du könntest natürlich das
Übertragungsverhalten der vorhandenen Funkgeräte einfach mal ausmessen.
Hochfrequenz schrieb:> Gerne würde ich auf eine Lösung mit Referenzquarz> gehen.
??? Was bedeutet das?
> Hier fehlt mir aber beim aktiven Filter mit OP-Amps> der Ansatz. Nur mit R und C ist es wegen Temperatur> und Spannungsdrift zu ungenau, oder?
Also, ein rein PASSIVES RC-Filter würde ich nicht empfehlen.
Bei aktiven RC-Filtern ist mir nicht bekannt, dass die
nennenswert mit der Spannung driften; Temperaturdrift und
Alterung ist natürlich ein Problem.
Widerstände gibt's mit TK50, 50K Temperaturänderung machen
in Deinem Fall ungefähr 8Hz Drift durch die Rs.
Das Problem werden die Kondensatoren werden; da muss man
sorgfältig Datenblätter lesen. Vielleicht Altbestände von
Styroflex-Kondensatoren plündern?!
Vom Grundsatz her scheinen mir zwei leicht versetzte
Kerbfilter günstig - eines leicht oberhalb, eins unterhalb.
Das hat den Vorteil, dass sich die Drift ungefähr ausgleicht,
und außerdem muss jedes Filter nur halbsoviel Sperrdämpfung
beisteuern.
Güte und Sperrdämpfung nicht übertreiben; 2 mal 30dB scheint
mir machbar.
> Die beiden vorhandenen Fug haben von AEG professionelle> Filter.
Kannst Du wenigstens rausbekommen, welche Technik da drin
steckt - oder sind das so verlötete Kistchen?
Wolfgang schrieb:> Ganz einfach wäre ein µC als DDS Generator mit Tiefpass> dahinter. Da du aber deinen Beitrag im Analog-Forum> gepostet hast, gehe ich mal davon aus, dass eine> digitale Lösung eher nicht dein Ziel ist.
Wäre aber auf der Generatorseite anzuraten. Im primitivsten
Falle in der Form "Quarzoszillator und Teilerkette".
27MHz / 8192 gibt z.B. gerade 3295.9 Hz.
Mit nem Tschebyscheff-Filter (R-C-L-C-L-C) bekommst du das weg. Ich habe
damit mal nen Filter für ne Motor PWM aufgebaut; der Filter war wirklich
höllensteil. Brauchst aber Spulen + Kerne dazu. Ich hatte für ein
LC-Paar nach der Thompsonschen Schweinkreisformel die Resonanzfrequenz
errechnet und dann auf dem Oszi nachgeschaut ob die Werte an der
Einschnürung der Amplitude bei der berechneten Frequenz stimmten. Ging
gut.
Als Auswerter sollte ein NE567 gehen, ich habe mit diesem
PLL-Ton-Decoder aber noch keine Erfahrung.
vy 73
Mitlesender schrieb:> Mit nem Tschebyscheff-Filter (R-C-L-C-L-C) bekommst du> das weg.
Natürlich, aber Ls für NF (3.3kHz) sind halt relativ
groß. Man braucht auch geeignete Kerne, damit das
nicht driftet wie Sau.
> NF (3.3kHz) R-C-L-C-L-C
Ob das Filter größer als das Funkgerät wird? Aktives RC-Filter mit
einigen OPVs würde auch etwas Strom brauchen, was mobilen Funkgeräten
den Spaß am funken etwas verkürzt.
Hallo,
mit Referenzquarz meinte ich einen Schwingkreis mit Quarz dessen
Ausgangsfrequenz heruntergeteilt wird.
Damit wäre eine ausreichende Frequenzstabilität gegeben. Das Funkgerät
eird in einigen Fällen mobil betrieben, dann jedoch an der
KFZ-Bordspannungssteckdose.
Also mehr als 1 .. 1,5% Drift darfs sicherlich nicht sein. Ich könnte
mir ein Teiler-IC vorstellen, das schon Pins fürn Quarz hat? Man müsste
halt auf 3,3kHz kommen. Und anschließend über einen TP das Rechteck zum
Sinus formen. Auch gab es da mal IC' s aus der XR Reihe.
Aber wie ist der Weg auf der Empfangsseite, sprich das Notchfilter. Wenn
ich wüsste, dass eine RC gesteuerte op-amp Filterstufe ausreichend
stabil bleibt, wenn ich einen guten Linearspannungsregler verwende.
Vielleicht bin ich da zu pessimistisch.
Die AEG-Filterstufe (zumindestens, den Teil des Schaltplanes, den ich
dafür halte) werde ich einscannen und hier posten.
Grüße
Marco
Moin,
Geordnet nach absteigender Digitalisierung und damit ansteigender
Ungenauigkeit...
* Mit einem kleinen µController mit eingebautem AD/DA-Wandler ist das
(also Tonerkennung, Notchfilter und Mute sicherlich sehr gut und
irrsinnig steilflankig machbar und laeuft nur so weit weg, wie ein Quarz
laufen kann...Ist halt dann Softwareentwicklung dabei.
* Die naechste Moeglichkeit waere evtl. mittels Quarz und Frequenzteiler
den Pilotton zu erzeugen und in einem NF-Ringmischer (geht z.b. mit CMOS
Analogschalter(n) das Audio damit zu mischen, danach mit einem
steilflankigen Hochpass das Audio von "Gleichanteilen" (=vor dem Mischer
der Pilotton) befreien und wieder in die Originallage zurueckmischen.
Wird man aber vorher und hinter her auch noch ein paar Filterchen
brauchen; ich schaetz mal den Aufwand auf ca. 5 ICs - Bisschen CMOS und
4-fach OpAmps.
* Ein State-Variable Filter kann so aufgebaut werden, dass es einen
Bandpass- und einen Notch-Ausgang hat (4 OpAmps). Mittels Stereopoti
oder auch steuerbaren OpAmps (LM13700, CA3080, wenns die noch gibt) oder
auch PWM gesteuerten Analogschaltern koennte die Mittenfrequenz
einstellbar gemacht werden...
Schaltplaene kann ich dazu aber grad keine aus dem Aermel schuetteln -
nur dumm schwallern geht noch :-D
Gruss
WK
Hochfrequenz schrieb:> mit Referenzquarz meinte ich einen Schwingkreis mit> Quarz dessen Ausgangsfrequenz heruntergeteilt wird.
Ach so, ja. - Ist vernünftig. Natürlich Stromverbrauch
beachten.
> Ich könnte mir ein Teiler-IC vorstellen, das schon Pins> fürn Quarz hat? Man müsste halt auf 3,3kHz kommen.
Rechenbeispiel stand oben. 27MHz : 8192 = 3295.9Hz.
> Aber wie ist der Weg auf der Empfangsseite, sprich das> Notchfilter. Wenn ich wüsste, dass eine RC gesteuerte> op-amp Filterstufe ausreichend stabil bleibt, wenn ich> einen guten Linearspannungsregler verwende.
Probier's doch aus. Aufbau auf Lochraster; mit Fön erwärmen,
im Kühlschrank abkühlen, dabei messen.
> Vielleicht bin ich da zu pessimistisch.
Das glaube ich.
Hochfrequenz schrieb:> in ein bestehendes Funknetz von 2 analogen Funkgeräten soll ein 3tes> integriert werden. Die NF-Ausgabe soll nur erfolgen, wenn dem NF-Signal> ein 3,3kHz Signal aufgeprägt wurde.
Ich hoffe du weist, das du mit dem 3,3KHz Pilotton bereits die volle
Bandbreite deines FM-Modulierten Signales belegst? ( Auch bei geringen
Hub )
Üblicherweise legt man diese Pilottöne unterhalb des Sprachbandes mit
verringerten Pegel, weil sie dort nur unwesentlich zur Bandbreite
beitragen.
Im UKW Rundfunkband überträgt man den Pilotton des
Stereo-Multiplexsignales auch unterhalb des Bandes , welches die
Stereoinformation trägt. ( L-R 23KHz-53KHz ). Der 38KHz AM Träger wird
dabei unterdrückt und empfängerseitig aus dem 19KHz Pilotton gewonnen,
der seinerseitz auch nur mit weniger als 1/10 des gesamten Hubes
übertragen wird.
Ich würde an deiner Stelle das CTCSS benutzen, dafür ist es nämlich
gedacht.
Ralph Berres
Genauere Daten:
12,5 kHz. KANALRASTER
300 Hz bis 3,3kHz. BANDBREITE NF. (Sprache)
2,5kHz maxHub für NF Sprache
3,3 kHz Pilotton mit 1,4kHzHub
Volle Bandbreite belegen bei einem Sinus 3,3kHz? Diese Aussage glaube
ich nicht.
Grüße
Marco
Moin,
Hochfrequenz schrieb:> 3,3 kHz Pilotton mit 1,4kHzHub
3.300000 kHz? oder irgendwie krumme Nachkommastellen, weil's aus
irgend'nem Quarz irgendwie geteilt wird?
Dass dann oberhalb des Piloten kein Nutzband mehr kommt, ist ja ganz
angenehm, dann kriegt man NF ohne Pilot mit einem Cauer-artigen TP mit
Nullstelle beim Piloten.
Gruss
WK
Hochfrequenz schrieb:> 3,3 kHz Pilotton mit 1,4kHzHub>> Volle Bandbreite belegen bei einem Sinus 3,3kHz? Diese Aussage glaube> ich nicht.
Bandbreite ist bei geringen Hub (3,3KHz +1,4KHz) *2 = 9,4KHz
Da Bleibt für die eigentliche Nutzmodulation nicht mehr viel Platz, wenn
die 12,5KHz Bandbreite eingehalten werden sollen.
Bei einen Modulationsindex von 1,4KHz/3,3KHz =0,42 könnte das vielleicht
gerade so hinhauen das die Besselfunktion noch nicht störend in
Erscheinung tritt, und weitere nennenswerte Seitenbänder entstehen.
Ralph Berres
stimmt leider, eine Null zuviel.
Kann der 74HC4060 noch 27 MHz (ohne auf 9 MHz Grundfrequenz zu
schwingen)?
das wäre am einfachsten, vielleicht reicht ein Sperrkreis für die
Grundschwingung.
http://www.nxp.com/documents/data_sheet/74HC_HCT4060.pdf
Fig. 13 zeigt einen Quarzoszillator
mal alle sinnvollen Zweierpotenzen von 3300Hz aufgelistet:
1689600
3379200
6758400
13516800
27033600
54067200
da gibts weit und breit keinen Baudrate- oder ähnliches Standardquarz
3,2768 MHz : 1024 = 3200 Hz etwas weit daneben
6,5536 MHz : 2048 = 3200 Hz genauso
Im Anhang findet sich die AEG-Schaltung zum Sperrfilter 3,3kHz.
Es besteht aus 4 gleichen Stufen. Wer kann sich ein bischen darüber
auslassen. Ist am nicht-ivertierten Eingang ein Hochpass und ein
Tiefpass parallel geschaltet. Ich meine diese T-Strukturen.
Hinweise zum re-enginieering sind Willkommen.
Grüße
Marco
Anbei ein weiteres Sperrfilter 2_8kHz (dessen Sinn sich mir im
Gesamtsystem aktuell nicht erschliesst) und ein Bandpass, hinter dem der
Tonrufauswerter 3,3kHz sitzt.
Sowie der Original AEG-Quarzosszilla
Grüße
Marco
aus Diez an der Lahn
Hochfrequenz schrieb:> Im Anhang findet sich die AEG-Schaltung zum Sperrfilter> 3,3kHz.
Ahh. Danke.
> Es besteht aus 4 gleichen Stufen. Wer kann sich ein> bischen darüber auslassen.
Nun ja, nicht übermäßig...
> Ist am nicht-ivertierten Eingang ein Hochpass und> ein Tiefpass parallel geschaltet. Ich meine diese> T-Strukturen.
Ja... und weil das zwei T's sind, heißen die
"Doppel-T-Filter". :)
Diese RC-Strukturen sind bekannte und übliche Sperrfilter;
die funktionieren auch ohne OPV schon und haben den Charme,
dass es reine RC-Filter (ohne L's) sind, die trotzdem eine
echte Nullstelle haben. Bei idealem Abgleich ist also die
Nullstellen-Frequenz völlig "weg".
Die Kombination mit dem OPV bringt, soviel ich weiss, eine
höhere Güte, d.h. die Kerbe wird schmaler, bleibt aber
genauso tief.
Den vorgeschlagenen Trick mit mehreren versetzten Filtern
kannte man bei der AEG offensichtlich auch... :)
> Hinweise zum re-enginieering sind Willkommen.
Naja, also wenn Du schnell zu einem Ergebnis kommen willst,
würde ich die Schaltung schlicht und ergreifend nachbauen.
Hochfrequenz schrieb:> Und anschließend über einen TP das Rechteck zum> Sinus formen. Auch gab es da mal IC' s aus der XR Reihe.
Nennt man solche Ics nicht Operationsverstärker?
Hochfrequenz schrieb:> Sinn meiner Frage ist, einen Tip zu bekommen, wer so etwas schon mal auf> einer homeoage (meist eines Anateurfunkers) gesehen hat
Irgendwo habe ich sogar noch ein paar ICs im DIL-Gehäuse, die das
können.
Auf der Sendeseite setzen sie einen quarzgenauen Pilotton zu, und auf
der Empfangsseite entfernt der gleiche Typ ihn schmalbandig wieder aus
dem Signal, damit die Amplitude überwacht werden kann.
Die Dinger wurden irgendwann mal für die Überwachung von
Telefonleitungen entwickelt.
Momentan habe ich aber keine Zeit genau nachzusehen.
P.S.:
Hier das Datenblatt des AMI3526 :