Hallo,
vorab: ich bin was Elektronik angeht ein ziemlicher Anfänger, wenn es
nicht gerade darum geht, nur einen Rechner zusammenzubauen... ich hoffe
ich bin mit meiner Frage hier richtig.
Ich habe ein Netzteil für Unterhaltungselektronik, das 5V, 3A
Gleichstrom über einen Hohlstecker ausgibt. Laut Etikett liegt an der
Außenseite des Hohlsteckers der Minuspol und innen der Pluspol an. Eine
der Adern hat in regelmäßigem Abstand weiße Streifen, was ja eigentlich
regelmäßig die +-Ader markieren sollte.
Ich möchte an das Netzteil einen anderen Hohlstecker anlöten und habe
das Kabel deshalb abgeschnitten und abisoliert. Wenn ich nun an den
Adern die Spannung messe, scheint es aber so, dass an dem gestreiften
Kabel der Minuspol und am schwarzen Kabel der Pluspol anliegt (positiver
Wert am Multimeter, wenn schwarze Messspitze an der gestreiften Ader).
Messspitzen sind am Multimeter entsprechend Bedienungsanleitung
angeschlossen.
Muss ich daraus schließen, dass den Chinesen bei der Herstellung die
Kabelmarkierung egal war, oder ziehe ich irgendwelche falschen Schlüsse?
Möchte nämlich nicht, dass am neuen Hohlstecker dann die Polung nicht
stimmt...
Nops schrieb:> dass den Chinesen bei der Herstellung die> Kabelmarkierung egal
Kabelfarben? Chinesen?
Asiaten, mögen es bunt!
Was haben Kabelfarben mit der Polung zu tun?
Ja, ich denke, das es ihnen egal ist, und wenn nicht egal, dann wird man
die Gründe für die konkrete Farbgebung nicht verstehen.
Vertraue deinem Messgerät!
Geb nicht zu viel auf die Farben von den Adern, verlasse dich lieber auf
deine Messwerte. Du könntest ja noch zusätzlich per Durchgangsprüfer
testen, welche Ader innen und welche außen angeschlossen war. Und dann
natürlich am anderen Stecker auch so verbinden.
Ich hab hier eine USB-Maus mit den Farben Rot, Gold, Rot-Gold, Grün und
Blau. Das gehört ganz sicher auch nicht so. Daher kannst du dich auf
Farben nicht wirklich verlassen.
Nops schrieb:> Muss ich daraus schließen, dass den Chinesen bei der Herstellung die> Kabelmarkierung egal war, oder ziehe ich irgendwelche falschen Schlüsse?
Es gibt keine (relevante, zwingende) Norm, Gesetz, Vorschrift oder
dergleichen, die in irgendeiner Weise die Kabelfarben auf der
Kleinspannungsseite in diesem Fall verbindlich regelt. D.h. der
Chinamann und alle anderen auf dieser Welt, Dich eingeschlossen, können
das so machen, wie sie wollen.
Wenn Deine Messung korrekt ist, siegt die Realität immer über die
Theorie, vor allem wen sie aus irgendwelchen Internet-Foren kommt.
Danke für die schnellen Antworten.
Ich weiß nicht genau ob mein Messgerät Durchgangsmessung kann. Ich habe
jetzt mal noch den Widerstand am abgeschnittenen Stecker gemessen...
Dabei eine Messspitze an die Außenseite des Hohlsteckers gehalten und
die andere nacheinander an die Adern. Nur bei einer Ader bekomme ich
einen Wert also sollte diese mit der Außenseite des Hohlsteckers (lt.
Etikett Minuspol) verbunden sein, richtig?
Nops schrieb:> Muss ich daraus schließen, dass den Chinesen bei der Herstellung die> Kabelmarkierung egal war,
Nö, es gibt keine Norm.
> oder ziehe ich irgendwelche falschen Schlüsse?> Möchte nämlich nicht, dass am neuen Hohlstecker dann die Polung nicht> stimmt...
Das wäre fatal, bei 5V wird keine Verpolschutzdiode drin sein.
Ja, du solltest dich überzeugen, daß du den Stecker wieder richtigrum
dranlötest. Das wäre übrigens einfach, wenn du das Kabel bloss
durchschneidest und ein Kabel dazwischenflickst, also 2 Flickstellen
eingehst, ohne den Stecker durch einen anderen zu ersetzen.
Nops schrieb:> Muss ich daraus schließen, dass den Chinesen bei der Herstellung die> Kabelmarkierung egal war
Selbst beim gleichen Hersteller kann es dir passieren, dass der eine
Mitarbeiter es so macht und der andere so. Wegen solcher Freiheiten bei
der Montage sind schon Galileo Satelliten in einer falschen Umlaufbahn
ausgesetzt worden.
Öhm, warum misst du nicht einfach mal den Druchgang der
Steckeraussenseite zu den beiden Kabelenden?
Ausserdem lesen mache Chinesen kurze Striche auch als "-" (Minus a.k.a.
GND). Habe ich auch schon gesehen.