Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik (alte) c't Lichtmaschine mit (neuem) Smartphone betreiben?


von White Rabbit (Gast)


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Hallo.
Vor einer gefühlten Ewigkeit wurde in der c't ein Projekt beschrieben, 
wie man mit einem Nabendynamo ein Smartphone während der Fahrt dauerhaft 
betreiben/laden kann:
http://www.heise.de/artikel-archiv/ct/2007/23/190_Strom-auf-m-Fahrrad
Das ganze stammt von Ende 2007 und ich habe diesen Bausatz seitdem oft 
benutzt und vielfach mit meinem alten Smartphone am Fahrrad betrieben.

Nun habe ich dieses Gerät gestern bei einer längeren Radtour aber mit 
einem
ganz anderen Smartphone als früher mal wieder ausprobiert und musste
feststellen, dass es nicht mehr funktioniert! Obwohl 5V am Smartphone
(ein Nexus 4) ankamen, wurde es nicht geladen.

Daher ein paar Fragen dazu:
Wurde der Standard-/Pinbelegung oder ähnliches mit der Umstellung von 
Mini- auf Micro-USB irgendwie geändert? Kann man das Gerät also noch 
irgendwie "retten" und an aktuelle Smartphones anpassen?

Ich frage mich auch, ob der Ladestrom von so einem Dynamo bei aktuellen 
Smartphones überhaupt noch ausreicht, denn moderne Smarphones ziehen 
(vor allem mit GPS-Navigation) ja doch recht viel Strom.

Von daher: Danke für Tipps & Ideen. Vielleicht hat ja zufällig jemand 
das gleiche Kästchen rumfliegen ...

von Planlos (Gast)


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White Rabbit schrieb:
> Kann man das Gerät also noch
> irgendwie "retten" und an aktuelle Smartphones anpassen?

Hat das Gerät eine Verbindung zwischen D+ und D- am USB?
Wenn nein: Nachrüsten.

So erkennt das Händie, dass es sich um ein Ladegerät handelt, und es 
nicht erst per USB-Enumeration Nachfragen muss ob/wieviel Ladestrom es 
ziehen kann.

von White Rabbit (Gast)


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Am Mini-USB-Ausgang sind nur +5V und GND angeklemmt.

Ich hatte hier einen zusätzlichen Adapter Mini-USB --> Micro-USB 
aufgesteckt, der aber nichts weiter anrichten dürfte, da die Adern dort 
ja vermutlich 1:1 verbunden sind?

Am USB-Ausgang kann man natürlich noch andere Pins belegen ... aber 
wie/womit?

von Planlos (Gast)


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White Rabbit schrieb:
> Am USB-Ausgang kann man natürlich noch andere Pins belegen ... aber
> wie/womit?

Planlos schrieb:
> Verbindung zwischen D+ und D-

Einfach Kurzschluss.
Spec erlaubt bis zu 200 Ohm, d.H. du darfst auch einen Angstwiderstand 
einlöten, wenn dir das lieber ist. Dann aber Kabel- und 
Steckerwiderstände mit berücksichtigen.

Bei machen Geräten (Apple) zusätzlich noch Pull-Ups/Down dazu.

von Johnny B. (johnnyb)


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Wie Planlos schon schrieb, musst Du an die Datenleitungen einen 
bestimmten Spannungspegel anlegen. Je nach Pegel weiss dann das Handy, 
ob/wieviel Strom es ziehen darf.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass wenn Du z.B. 2V an D+ und D- 
anlegst, das Handy 500mA ziehen darf.
Musst halt selber noch ein wenig im Internet suchen.

Das ganze ist wohl nicht standardisiert und Hersteller kochen ihr 
eigenes Süppchen; so muss es also z.B. an einem Samsung nicht gleich 
sein wie bei einem Apple. Aber am besten schaust Du selber mal nach, ich 
habe nur mal sowas gehört.

von Planlos (Gast)


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Johnny B. schrieb:
> Das ganze ist wohl nicht standardisiert

Doch, ist es. Eben mit dem Kurzschluss D+ <> D-.

http://www.usb.org/developers/docs/devclass_docs/
Zu "Battery Charging" runter

von Johnny B. (johnnyb)


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Planlos schrieb:
> Johnny B. schrieb:
>> Das ganze ist wohl nicht standardisiert
>
> Doch, ist es. Eben mit dem Kurzschluss D+ <> D-.
>
> http://www.usb.org/developers/docs/devclass_docs/
> Zu "Battery Charging" runter

Hab da auch noch eine Spec. gefunden:
http://komposter.com.ua/documents/BC1.2_FINAL.pdf

ABER, die Hersteller scheinen halt doch noch eigene Süppchen zu kochen:
http://www.instructables.com/id/Modify-a-cheap-USB-charger-to-feed-an-iPod-iPhone/

Daher ist ein Kurzschluss zwischen D+ und D- vielleicht doch nicht die 
ideale Lösung.

von Planlos (Gast)


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Johnny B. schrieb:
> Daher ist ein Kurzschluss zwischen D+ und D- vielleicht doch nicht die
> ideale Lösung.

Doch. Außer bei alten Apple-Geräten.
der TE hat ein Nexus4, das wurde deutlich nach der Veröffentlichung der 
Charger-Spec gebaut, und es hält sich auch dran.

von Harald W. (wilhelms)


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Planlos schrieb:

>> Daher ist ein Kurzschluss zwischen D+ und D- vielleicht doch nicht die
>> ideale Lösung.
>
> Doch. Außer bei alten Apple-Geräten.

Naja, Apple hatte es ja noch nie nötig, sich an irgendwelche
Standards zu halten. :-(

von Planlos (Gast)


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Harald W. schrieb:
> Naja, Apple hatte es ja noch nie nötig, sich an irgendwelche
> Standards zu halten.

Apple hat auch keine USB-Buchsen mehr an ihren Telefonen, insofern 
umgehen sie die EU-Richtlinie zu Händieladegeräten.
Alle anderen (in Europa verkauften) Geräte sind mehr oder weniger 
gezwungen, die Charger-Spec einzuhalten.

Darüber hinaus gibt es natürlich wieder Geräte-Spezifische Erweiterungen
(Pegel an D+/D- festgelegt: Mehr Strom, 1A, 2A, oder sogar Handshake, 
dann mehr Spannung auf die Leitung usw.)

Aber für's Fahrrad sind die 2.5 Watt, die man mit der 
Standardbeschaltung freigibt, vmtl. eh ausreichend.

von Johnny B. (johnnyb)


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Rabbit, falls Du einen PCB machst schlage ich vor, dass Du sowohl den 
Kurzschluss zwischen D+ und D- wie auch als Bestückungsvariante je einen 
Spannungsteiler für D+ und D- von 5V zu GND vorsiehst.
So würdest Du es dann wohl mit allen Endgeräten zum laufen bringen.

Falls Du Dich auf Dein Nexus 4 (bzw. wahrschienlich auch sonst alles, 
ausser Apple) beschränkst, bin ich mit Planlos einig, dass es dann wohl 
auch nur ein Kurzschluss zwischen D+ und D- tun sollte.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Harald W. schrieb:
> Naja, Apple hatte es ja noch nie nötig, sich an irgendwelche
> Standards zu halten.

Die ersten Apple-Geräte mit USB-Ladefunktion sind schlichtweg älter als 
der Standard.

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