Stanzwerkzeug

Gast #4246981
Lesenswert?
• ▲
▼
Der Andere schrieb:
> oder Wasserstrahlschneiden
> oder Plasmaschneiden
> oder (Faden)erodieren

oder fräsen, z.B. auf einer Graviermaschine.

Ausserdem: meiner Meinung nach ist das Stanzen in 2mm Aluminium eine der 
schlechtesten Lösungen, aber das kommt natürlich auf die Legierung an.

Georg
#4249752
Lesenswert?
• ▲
▼
Bülent C. schrieb:
> ich bin auf der suche nach einem Stanzwerkzeug für diesen Stecker:
> http://www.mouser.com/ds/2/418/ER_CD_963539_F4-634967.pdf

Also ich sehe da einen kompletten Artikel der aus mehreren
Einzelteilen besteht.
Was willst Du da stanzen?
Das einzige was Du stanzen kannst ist der Frontplattenausschnitt.

Der Rest ist Spritzguß und vielleicht Biegewerkzeug.

Edit:
Für 200 Stück im Monat lohnt sich das stanzen nicht.
Besser ist Drahtschneiden (Drahterodiern)
Machen viele Werkzeugbauten als Lohnarbeit um die
Maschinen auszulasten.
#4249808
Lesenswert?
• ▲
▼
Unsinn.

Es geht darum die passend Öffnung in ein Blechgehäuse, Rückwand
oder Frontplatte zu bekommen.

Beim selbstgebauten, gelasertem Gehäuse würde man das mitlasern lassen,
die Kosten wären unerheblich.

Bei einem fertigen Teil kannst du 3 Prototypen mit Bohrer, Feile
und Dremel bearbeiten.

Bei 200 Stück/ Monat ist so ein eigenes Stanzwerkzeug das Wahre.
Ob es eine eigene Stanze sein muss? Solche Stanzen haben viele
Betriebe. Die Teile von Peddinghaus und Mubea stehen bei den
Schlossereien meist ungenützt in den Ecken.

Lass das Werkzeug 1000 Euros kosten. Deine Löcher kosten in
5 Monaten ( 1000 Stück ) 1 Euro/ Öffnung, das ist unschlagbar
günstig.

Wir haben mal ein ähnliche Sache mit einer größeren Handhebelstanze
gemacht. Das ist besser als jedes Fitnessstudio. Jeder Mitarbeiter
wollte mal ran.

Nach 30 Minuten waren fast 1000 Löcher gestanzt. :)

Grüße Bernd
#4249857
Lesenswert?
• ▲
▼
Bernd F. schrieb:
> Nach 30 Minuten waren fast 1000 Löcher gestanzt. :)

1000 Teile in 30min?
Das wären pro Teil 1,8 Sekunden.
Wie legt Ihr den die Teile ein, von Hand?

Das geht aber nur wenn ich einen Artikel ausstanze,
und der Rest von dem Blech oder Materialband ist Abfall.
Wenn ich zB in eine  Frontplatte einen Ausschnitt für einen
Stecker stanzen will, wirst Du mit 1000 Stück in 30min
Probleme bekommen :-)

Auch das Werkzeug.
Säulenführung , Zentrierung, Niederhalter, Führungsplatte, 
Aufspannplatte, Schneidstempel ...usw.
Für 1000 Euro?
#4249893
Lesenswert?
• ▲
▼
Thomas B. schrieb:
> Bernd F. schrieb:
>> Nach 30 Minuten waren fast 1000 Löcher gestanzt. :)
>
> 1000 Teile in 30min?
> Das wären pro Teil 1,8 Sekunden.
> Wie legt Ihr den die Teile ein, von Hand?
>
> Das geht aber nur wenn ich einen Artikel ausstanze,
> und der Rest von dem Blech oder Materialband ist Abfall.
> Wenn ich zB in eine  Frontplatte einen Ausschnitt für einen
> Stecker stanzen will, wirst Du mit 1000 Stück in 30min
> Probleme bekommen :-)
>
> Auch das Werkzeug.
> Säulenführung , Zentrierung, Niederhalter, Führungsplatte,
> Aufspannplatte, Schneidstempel ...usw.
> Für 1000 Euro?

Du denkst zu kompliziert.

So ein simples Stanzwerkzeug besteht aus Stempel und Matritze.
Die Niederhalter und Anschläge gehören zur Stanze und werden
passend eingestellt.

Es gibt keine Säulenführung.

Der Hebel einer größeren Handstanze ist 3m lang, damit kriegt man genug 
Kraft, um 3 mm Alu zu stanzen.

Bei unserem kleinem sportlichem Wettkampf hat ein anderer Mitarbeiter 
die Bleche gewechselt.

Sonst schafft man das nicht in der Zeit.

Alle Mitarbeiter waren aber fasziniert von der Schnelligkeit und der 
Perfektion solcher Stanzungen.


Grüße Bernd
Gast #4249929
Lesenswert?
• ▲
▼
> Der Hebel einer größeren Handstanze ist 3m lang, damit kriegt man genug
> Kraft, um 3 mm Alu zu stanzen.

Das steht außer Frage, aber leider sieht eine Stanzung in 3 mm Al immer 
Sch####e aus und gerade angelegt bekommt man es auch nicht immer.
Das ist meine leidvolle Erfahrung mit der Unipress(?) 2-t-Handstanze in 
meinem Büro.
Zahnstangenantrieb mit 70 cm Hebel, damit schafft man 2,5 mm Alu.
Damit gefertigte SubD-Durchbrüche genügen für Laboraufbauten und 
Prototypen wenn es schnell gehen muss. Aber für die Serie? Never.
Das fängt schon damit an, dass der Niederhalter viel zu monströs ist und 
man ihn deshalb in den seltensten Fällen benutzen kann. Ohne hat man 
elende  Schwierigkeiten, das gestanzte Material wieder vom Stempel 
loszuruckeln.
#4249938
Lesenswert?
• ▲
▼
Bürovorsteher schrieb:
>> Der Hebel einer größeren Handstanze ist 3m lang, damit kriegt man genug
>> Kraft, um 3 mm Alu zu stanzen.
>
> Das steht außer Frage, aber leider sieht eine Stanzung in 3 mm Al immer
> Sch####e aus und gerade angelegt bekommt man es auch nicht immer.
> Das ist meine leidvolle Erfahrung mit der Unipress(?) 2-t-Handstanze in
> meinem Büro.
> Zahnstangenantrieb mit 70 cm Hebel, damit schafft man 2,5 mm Alu.
> Damit gefertigte SubD-Durchbrüche genügen für Laboraufbauten und
> Prototypen wenn es schnell gehen muss. Aber für die Serie? Never.
> Das fängt schon damit an, dass der Niederhalter viel zu monströs ist und
> man ihn deshalb in den seltensten Fällen benutzen kann. Ohne hat man
> elende  Schwierigkeiten, das gestanzte Material wieder vom Stempel
> loszuruckeln.

Hmm.

das könnte am Material oder am Werkzeug liegen.
Wir hatten keinerlei Probleme. Das Werkzeug hat das Alublech
wie Butter durchtrennt und ist beim Zurückziehen auch ohne
Probleme rausgekommen.

Der Niederhalter ist aber ein wirklich wichtiges Bauteil bei
diesen " Stanzgeschichten". Da muss alles passen.

Grüße Bernd
Gast #4249956
Lesenswert?
• ▲
▼
Material: 2,5 mm halbharte Frontplatten von Schroff.

Werkzeuge: die konnte man vor 15 - 20 Jahren bei RS und Bürklin für 
horrendes Geld kaufen (ca. 500 DM für ein SubD-Werkzeug).

Der Niederhalter ist ein recht schlicht konstruiertes Universalteil für 
alle Stanzwerkzeuge.

Der Vorteil dieses Gerätes ist der, dass man die gebräuchlichen 
Durchbrüche,
runde Löcher 3 - 30 mm, BNC-Löcher, Netzbuchsen und Rechteckdurchbrüche 
machen kann.
Bleche schneiden mit Schlitz- und Eckenstanzwerkzeug geht auch.
Dito Abkanten.

Das ist was, um schnell mal etwas hinzupfuschen, aber nichts für die 
laufende Produktion.
#4249976
Lesenswert?
• ▲
▼
Bürovorsteher schrieb:
> Material: 2,5 mm halbharte Frontplatten von Schroff.
>
> Werkzeuge: die konnte man vor 15 - 20 Jahren bei RS und Bürklin für
> horrendes Geld kaufen (ca. 500 DM für ein SubD-Werkzeug).
>
> Der Niederhalter ist ein recht schlicht konstruiertes Universalteil für
> alle Stanzwerkzeuge.
>
> Der Vorteil dieses Gerätes ist der, dass man die gebräuchlichen
> Durchbrüche,
> runde Löcher 3 - 30 mm, BNC-Löcher, Netzbuchsen und Rechteckdurchbrüche
> machen kann.
> Bleche schneiden mit Schlitz- und Eckenstanzwerkzeug geht auch.
> Dito Abkanten.
>
> Das ist was, um schnell mal etwas hinzupfuschen, aber nichts für die
> laufende Produktion.

Hallo Bürovorsteher.

ich bin jetzt wirklich nicht der Profi für Serienprodukte.
Ich baue Einzelstücke. Allerdings können da auch mal 500
gleiche Metallteile drin sein. ( wird meist gelasert )

Vor vielen Jahren gab es mal ein Projekt mit diesen Stanzungen
in Alu. Wir waren alle fasziniert, wie perfekt das geht.

Da spielen wohl viele Parameter mit.

Grüße Bernd
Gast #4250129
Lesenswert?
• ▲
▼
Mit Alu kann man das so oder so sehen.
Bei 2mm verziehen sich die Kanten und es "schmiert".
Aber das kommt auf die Qualität des Werkzeuges an.
Handhebelpresse kenn ich nicht, aber aus dem Werkzeugbau weiß ich, da 
wurde mit einem Balancier gearbeitet.
Hier eine sehr alte Darstellung.
http://sodimabi.com/emboutir-forger/124-balancier-2-montants-vis-40-mm.html
Damit wurden die Werkzeuge abgemustert bzw. Kleinstserien hergestellt.
Gast #4250185
Lesenswert?
• ▲
▼
Grenzwertig währe (200/Monat sind ganz schön viel):

Eine hydraulische Handstanze, wie sie z.B. im Schaltschrankbau verwendet 
wird. Für Durchbrüche aller Art.

Hangel dich mal durch das Internet mittels Bing oder Google und den 
Begriffen:
"Lochstanze hydraulisch".

Da das hierfür nötige Werkzeug recht hohen Belastungen ausgesetzt ist, 
wird nur etwas aus gehärtetem, geschliffenem Stahl infrage kommen. Das 
wird aber nicht ganz billig.
Gast #4250438
Lesenswert?
• ▲
▼
> Da kommt es beim Stanzen durch Verformung des Materials an den
> Schnittkanten zu Rissen in der Eloxalschicht. Das sieht unter Umständen
> nicht schön aus.

Das sieht nicht nur nicht schön aus, das ist eine echte Zumutung :-((
Gast #4250443
Lesenswert?
• ▲
▼
Bernd F. schrieb:

> Vor vielen Jahren gab es mal ein Projekt mit diesen Stanzungen
> in Alu. Wir waren alle fasziniert, wie perfekt das geht.

> Da spielen wohl viele Parameter mit.

Es scheint gute und schlechte Stanzen mit guten und schlechten 
Werkzeugen zu geben.
Wenn es gut werden soll, gehen Stanze und Werkzeuge heftig ins Geld.
Gast #4250822
Lesenswert?
• ▲
▼
Bürovorsteher schrieb:
> Es scheint gute und schlechte Stanzen mit guten und schlechten
> Werkzeugen zu geben.

Vor allem muss der Hersteller des Werkzeugs Erfahrung haben mit dem zu 
stanzenden Material, und notfalls, z.B. bei zu weichem Alu, gleich sagen 
dass das nicht geht. Ein Werkzeug zum Stanzen von Stahlblech ist eher 
weniger geeignet für Alu.

Georg
#4251158
Lesenswert?
• ▲
▼
Georg schrieb:
> Vor allem muss der Hersteller des Werkzeugs Erfahrung haben mit dem zu
> stanzenden Material

Ein Werkzeugbau der keine Ahnung von stanzen
hat ist kein Werkzeugbau ;-)
Gibt natürlich viele die sich spezialisiert haben, zum Beispiel
Formenbau.(mein Bereich)
Die werden das dann erst gar nicht annehmen.
Wenn man alles macht wird das einfach zu viel.

Gruß
Thomas

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren