Laie schrieb:
> maßhaltige und feste Kunststoffbauteile wie z.b. belastete
> Kunststoffzahnräder oder "echten" Modellbau geht?
Also die Maßhaltigkeit und auch die Wiederholgenauigkeit beim Drucken
sind schon ziemlich gut. Der Druckkopf positioniert mit einer sehr hohen
Genauigkeit (~0.01mm) (auch bei den einfachen 3D-Druckern, da überall
mit 16 oder 32 Microsteps gearbeitet wird).
Natürlich begrenzt der Düsendurchmesser (meist 0.4mm) die minimale
Strukturgröße die gedruckt werden kann. Für die Maßhaltigkeit ist aber
eher der Slicer verantwortlich, der eben dafür sorgen muss, dass der
Drucker bei einem 10mm Loch nicht den Druckkopf einen Kreis mit R=5mm
fährt, sondern eben bei R=5,2mm, damit der äußere Rand der Wurst
(=Wurst/2) eben einen Kreis mit 10mm Durchmessern erzeugt. Einige Slicer
machen das nicht so gut, andere hingegen besser.
Was die Zahnräder angeht, wie Olaf ja schon sagte, ist es bei nicht
übermäßig feinen Zahnräder kein Problem. Sogar Gleitlager (gedruckt aus
PLA oder Iglidur) für die Linearführungen haben einige schon über ein
Jahr im Einsatz, ohne dass sie großartig verschlissen sind.
Ich habe für einen Drehschalter mit 45°C-Rastung auch schonmal ein
Zahnad nachmoduliert und gedruckt (siehe Bild). Sicherlich optisch nicht
das Highlight, aber das ganze passt erstaunlich gut und dass obwohl das
innere Zahnrad nur noch Zacken aus zwei Würsten hat. Höhe ist 14mm,
Außendurchmesser 20mm. Und es hält schon seit über einem Jahr bei
täglicher Nutzung.
Dazu kommt natürlich auch dass das Material beim Abkühlen auch wieder
schrumpft, PLA weniger, ABS mehr. Das muss man ggf. schon selbst durch
entsprechende Skalierung anpassen (musste ich aber noch nicht drauf
zurückgreifen)
Klar irgendwie ist das alles auch ein bisschen Spielerei, aber man kann
durchaus auch was Sinnvolles damit machen. Für optisch hochwertige
Teile, warten wir einfach auf die Stereolithografie Drucker, bis sie
schneller werden und stabileres und vorallem günstigeres Resin anbieten
(momentan glaub ich so 150€ pro Liter). Die Drucker gibts schon ab
1500€.
Laie schrieb:
> aber bitte nicht aus den
> Profi 3-Druckbereich wo die Preise bei mehreren 10000 Euro anfangen und
> bei 100000 Euro noch lange nicht Schluss ist.
Naja, wir haben in unserer Firma vor ein paar Jahren auch einen FDM
Industriedrucker für 25t€ gekauft. Die Druckergebnisse sind jetzt nicht
wirklich besser als die von meinem 800€ Drucker. Auch von der Auflösung
ist der nicht besser (ebenfalls 0.1mm Schichtdicke und 0.4mm Düse). Der
Industriedrucker kann auch nicht so schnell wie ich drucken, allerdings
hat der dann natürlich auch weniger Corner Ringing (wo bei ich das auch
mit Beschleunigung und weniger Druckgeschwindigkeit fast weg bekomme).
Ups irgendwie artet der Thread gerade wieder in eine Grundsatzdiskussion
aus...