Hallo Zusammen,
Ich möchte gerne eine Ausgangsstufe für meinen Wien Oszillator bauen,
der mit einer Frequenz von 136Hz schwingt. Das Problem ist, ich kann ja
nicht einfach einen common emitter nehmen, da ich keine Koppelkapazität
für 136Hz finde. Der Opamp liefert ja auch nur 40mA Ausgang, daher
brauche ich noch was, am besten mit einem Mosfet oder Power BJT.
Hat mir jemand einen Tipp? Im Anhang ist die bisherige Stufe, der
Lautsprecher darf natürlich so nicht ran, sonst würde der Opamp
zerstört.
Gruss Dewaldo
Hä? Wieso findet sich keine Koppelkapazität für 136 Hz? Die muss halt
nur ausreichend groß sein... am Ausgang des OP, in Reihe mit dem
Lautsprecher einen ausreichend dicken Kondensator und das sollte
funktionieren.
Oder besser einen kleinen Audioverstärker wie z.B. LM386
Da tut jedes NF-Verstärker IC, oder auch eine diskret aufgebaute
NF-Endstufe. Was das sein kann, hängt von der geforderten Leistung ab,
die du auf den Lautsprecher schicken willst.
Dewaldo schrieb:> Das Problem ist, ich kann ja> nicht einfach einen common emitter nehmen, da ich keine Koppelkapazität> für 136Hz finde.
Häh?
Versuch nochmal, das zu erklären.
> Hat mir jemand einen Tipp?
Nimm anstelle des U3A einen kleinen Audio-Verstärker-IC, für etwa 1W.
Und bitte, überarbeite die Darstellung des Schaltplanes, so ist das eine
echte Zumutung.
Der erste OP muss eine Verstärkung von mindestens 3 haben, damit die
Schaltung anschwingt -- hier zu wenig. Der erste OP schwingt dann so
stark bis der Ausgang in Sättigung geht. Die Verstärkung des zweiten OP
ist unnütz, der wird übersteuern und ein Rechteck liefern!
Außerdem gibt es keine 117nF Kondensatoren, besser die Widerstände
variieren!
Tcf K. schrieb:> Der erste OP muss eine Verstärkung von mindestens 3 haben, damit die> Schaltung anschwingt -- hier zu wenig.
Nö, die ist sogar zu groß, nämlich 3,2.
Ok, ich möchte eigentlich keinen fertigen kaufen, das ganze ist gerade
nur für ein kleines Experiment gedacht. Wie gross sollte ich die
Koppelkapazität in etwa wählen? Die Kapazität bildet ja mit den Bias
Widerständen einen Hochpass, daher ist der Eingangswiderstand in die
common emitter Stufe in etwa 10kOhm, daher brauch ich für etwa -20dB
(Signal ist ja schon ziemlich gross, so um die 8V) 12nF, dass sollte
natürlich vorhanden sein :)
Tcf K. schrieb:> Der erste OP muss eine Verstärkung von mindestens 3 haben, damit die> Schaltung anschwingt -- hier zu wenig. Der erste OP schwingt dann so> stark bis der Ausgang in Sättigung geht. Die Verstärkung des zweiten OP> ist unnütz, der wird übersteuern und ein Rechteck liefern!>> Außerdem gibt es keine 117nF Kondensatoren, besser die Widerstände> variieren!
Die Schaltung schwingt, da die Phase -180° ist und die Verstärkung bei
-180° grösser 1 ist.
Dewaldo schrieb:> Die Schaltung schwingt
Ja, die schwingt. Aber für einen Rechteckgenerator hätte auch ein
ICM7555 mit 2 Bauelementen Beschaltung gereicht.
Tcf K. schrieb:> lol>> Und fc = 1 / (2*pi*R*C)> https://de.wikipedia.org/wiki/RC-Glied
Ja und? Das ist die Grenzfrequenz, daher habe ich -20dB, vielleicht
sollte ich halt 120nF nehmen, da ich Degeneration verwende, da gebe ich
dir recht.
Ein Klasse-A-Verstärker mit Transistor, was soll das? Nimm ein
Audio-Verstärker-IC, und gut ist.
Die Formel nur weil anscheinend nicht klar war wie man die Grenzfrequenz
berechnet.
Tcf K. schrieb:> Die Formel nur weil anscheinend nicht klar war wie man die Grenzfrequenz> berechnet.
Ich habe oben genau beschrieben, dass ich -20dB eingerechnet habe, hier
für dich nochmal was das genau heisst:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hochpass
Ohne Amplitudenstabilisierung macht dein Wiengenerator nur ein Rechteck.
Schalte da mal ein paar Dioden in der Rueckkopplung vom Ausgang zum (-)
Eingang rein.
Dewaldo schrieb:> Den Widerstand kann man doch da gar nicht regeln,> so wie das angeschlossen ist?
Die Regelung wird durch die gekrümmte Kennlinie der Dioden erreicht.
Es gibt aber bessere Schaltungen mit Glühlampen oder FETs. Such mal
im INet danach. Damit kannst Du Klirrfaktoren deutlich unter 0,1%
erreichen.
Helmut L. schrieb:> Ohne Amplitudenstabilisierung macht dein Wiengenerator nur ein> Rechteck.
Das auch. Andererseits wird er ohne einen Gleichspannungs-Arbeitspunkt
für den ersten OPV sowieso nicht anschwingen. Und einen LM317 für eine
künstliche Masse zu verwenden ist auch ... seltsam.
Korrekt würde man die künstliche Masse mit einem Spannungsteiler
erzeugen, dann einen der 4 OPV als Impedanzwandler dahinter. Den zweiten
OPV mit korrektem Bezug des Wechselsignals auf die künstliche Masse
beschalten. Der dritte OPV braucht dann gar keine Bias-Einstellung mehr,
aber man kann ihm zwei Transistoren als komplementäre Emitterfolger
nachschalten. Und man braucht auf jeden Fall einen Koppelkondensator vor
dem Lautsprecher.
So könnte man das machen. Vermutlich wird es aber viel besser, wenn
man einen kleinen µC als DDS a'la Jesper [1] beschaltet und evtl. noch
einen LM386 o.ä. als Endstufe dahinter,
[1] die Originalseite (http://www.myplace.nu/avr/minidds/index.htm) ist
leider tot, aber hier gibt es einen Mirror:
http://www.abcelectronique.com/annuaire/montages/cache/2023/mini-dds.html
Dewaldo schrieb:> Ok, meinst du so wie hier? Was bringt da das Poti?
Genauso, mit dem Poti kann man auf beste Kurvenform abgleichen.
Harald W. schrieb:> Es gibt aber bessere Schaltungen mit Glühlampen oder FETs. Such mal> im INet danach. Damit kannst Du Klirrfaktoren deutlich unter 0,1%> erreichen.
So schlecht sind die Dioden nun auch wieder nicht, bis auf 0.1% kommt
man damit auch runter. Haengt davon ab wieviel Eingriff man den Dioden
erlaubt.
Man kann die Schaltung auch durch zwei weitere Dioden und einem
Widerstand noch etwas optimieren.
Glühlampen? Die hat die EU doch verboten :=)
Dewaldo schrieb:> Ok, habe das ganze mal neu aufgebaut, nur die Endstufe fehlt immer noch,> habe leider kein Audioverstärker parat.
Haeng den komplemaenter Emitterfolger von Gast dahinter und gut ist.
Dewaldo schrieb:> Und der Speaker kommt zwischen Emitter und virtual GND, währen die> Kollektoren nach +12V und GND gehen?
Wenn dein virtueller GND das treiben kann was ich bezweifele.
Deshalb mach da einen Kondensator rein und haenge den direkt an GND.
Tcf K. schrieb:> Achtung, hiermit sind wir wieder beim ersten Beitrag: "[...] da ich> keine Koppelkapazität für 136Hz finde."!!!
Die finde ich auch nicht. Kondensatoren werden in Farad angegeben und
net in Hz
Dewaldo schrieb:> Ok, habe das ganze mal neu aufgebaut,
Ähh. Nein. Aufgebaut hast du gar nichts. Aufgezeichnet hast du was.
Und so ganz richtig ist es immer noch nicht. Parallel zu R2 gehört ein
Elko ca. 100µF. R6 kommt mit dem linken Ende nicht an den Ausgang von
U1, sondern über einen Kondensator von mindestens 10µF nach GND. R5 ist
besser nur 27K, R7 besser 10..22K und statt nur je einer 1N4004 für D1
und D2 nimm besser je 3 in Reihe geschaltete 1N4148 o.ä.
> nur die Endstufe fehlt immer noch
Dann mal halt eine dazu. LM386 hab ich dir ja schon vorgegeben. Du wirst
ja irgendeinen NF-Verstärker in der Bastelkiste haben. TDA2003, TDA2030,
TBA810 oder sonst irgendwas.
> habe leider kein Audioverstärker parat.
Oder du nimmst einen weiteren deiner 4 OPV (sind ja noch zwei übrig) und
baust damit einen Verstärker so wie "... (Gast)" vorschlägt. Natürlich
muß da noch eine Gegenkopplung vom Ausgang (nach den Transen) zum (-)
Eingang des OPV. Und ein Koppelkondensator muß vor den Lautsprecher.