Hans Peter schrieb:
> hm, anscheined gibt es hier wohl keine eindeutige Vorgehensweise; manche
> behaupoten, beidseutig schirmen, andere behauoten das Gegenteil...
Das liegt am weit verbreitetem Halbwissen über Schirmungen.
Den meisten ist nicht klar, welche Mechanismen bei Störungen wirken.
Eigentlich ist das Thema nicht unerreichbar kompliziert. Aber man muss
sich eben mal mit den Grundlagen der Stör-Mechanismen befassen. Das
macht aber kaum jemand, daher sind die mentalen Modelle über Störungen
sehr infantil.
Im Prinzip ist die Sache relativ einfach: Wenn ein Schirm benötigt wird,
muss er in der Regel zweiseitig aufgelegt sein.
Dafür gibt es natürlich Ausnahmen, so wie immer. Für die Ausnahmen gibt
es Gründe. Z.B. gab/gibt es (früher) Probleme, bei ausgedehnten Anlagen
mit dem Erdpotential, weil es ziemlich oft sehr unterschiedlich war, da
Netzform sowie elektrische Installation im fragwürdigen Zustand waren.
Besonders in den USA. Da kommen die ganzen Geschichten mit abgebrannten
Schirmen bei Computernetzwerken her (früher alles Koax mit BNC).
Für das Problem mit den unterschiedlichen Erdpotentialen, gibt es zwei
mögliche Herangehensweisen. Die eine ist, die Ursache zu beheben und für
einen ordentlichen Potentialausgleich zu sorgen, so dass alles wirklich
ein Potential hat. Das ist der Lösungsweg der Industrie. Daher überall
die fetten Potentialausgleiche. Und ja, es funktioniert. Neben riesigen
Motoren werden kleine Signal gemessen und übertragen etc.
Die alternative "Lösung" in diesem Falle wäre den Schirm nur einseitig
aufzulegen. Das ist dann eben ein rumdoktern an den Symptomen. Dass
dafür ein Teil der Schirmwirkung verloren geht, merkt halt (meistens)
niemand.
Auch für die Audio-Menschen gibt es bei Problemen von zweiseitig
aufgelegten Schirmen die beiden Alternativen, Ursache beheben oder
Symptome unterdrücken. Meistens wird sich für das Unterdrücken der
Symptome entschieden und die Ursache nicht behoben.