Schrittmotorleitungen Schirmung

Gast #4259050
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Hallo,

ich verwende folgenden Schrittmotor:
http://de.nanotec.com/produkte/497-st5918-schrittmotor-nema-23/

mit folgendem Motortreiber:
http://www.st.com/web/catalog/sense_power/FM142/CL851/SC1794/SS1498/LN1723/PF248592?sc=internet/analog/product/248592.jsp

Die Leitungen sind ca 30-50 cm lang.

Ich habe eine Schirmung vorgesehen, aber soll diese einseitig oder 
zweiseitig aufgelegt werden?

lG
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #4259078
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Hans Peter schrieb:
> Ich habe eine Schirmung vorgesehen, aber soll diese einseitig oder
> zweiseitig aufgelegt werden?
Der Treiber hat keinen Schirmanschluss, also müsste deine Endstufe sowas 
haben. Und ich würde den Schirm erst mal nur da auflegen. Wichtig sind 
aber mit engem Schlag verdrillte Zuleitungen zum Schrittmotor. Damit 
kannst du viel mehr gut oder schlecht machen als mit oder ohne 30cm 
Schirm...
Gast #4259935
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emc schrieb:
> Zweiseitig wenn möglich, siehe auch Anhang.

Die zusätzliche beidseitige Erdung ist allerdings mehr als 
kontraproduktiv. Damit baut man sich eine Erdschleife auf, so dass 
jegliche Änderung eines äußeren Magnetfeldes in dem Schirm wunderschöne 
Ströme induziert.
Gast #4260059
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Hans Peter schrieb:
> hm, anscheined gibt es hier wohl keine eindeutige Vorgehensweise; manche
> behaupoten, beidseutig schirmen, andere behauoten das Gegenteil...

Das liegt am weit verbreitetem Halbwissen über Schirmungen.

Den meisten ist nicht klar, welche Mechanismen bei Störungen wirken. 
Eigentlich ist das Thema nicht unerreichbar kompliziert. Aber man muss 
sich eben mal mit den Grundlagen der Stör-Mechanismen befassen. Das 
macht aber kaum jemand, daher sind die mentalen Modelle über Störungen 
sehr infantil.

Im Prinzip ist die Sache relativ einfach: Wenn ein Schirm benötigt wird, 
muss er in der Regel zweiseitig aufgelegt sein.

Dafür gibt es natürlich Ausnahmen, so wie immer. Für die Ausnahmen gibt 
es Gründe. Z.B. gab/gibt es (früher) Probleme, bei ausgedehnten Anlagen 
mit dem Erdpotential, weil es ziemlich oft sehr unterschiedlich war, da 
Netzform sowie elektrische Installation im fragwürdigen Zustand waren. 
Besonders in den USA. Da kommen die ganzen Geschichten mit abgebrannten 
Schirmen bei Computernetzwerken her (früher alles Koax mit BNC).

Für das Problem mit den unterschiedlichen Erdpotentialen, gibt es zwei 
mögliche Herangehensweisen. Die eine ist, die Ursache zu beheben und für 
einen ordentlichen Potentialausgleich zu sorgen, so dass alles wirklich 
ein Potential hat. Das ist der Lösungsweg der Industrie. Daher überall 
die fetten Potentialausgleiche. Und ja, es funktioniert. Neben riesigen 
Motoren werden kleine Signal gemessen und übertragen etc.

Die alternative "Lösung" in diesem Falle wäre den Schirm nur einseitig 
aufzulegen. Das ist dann eben ein rumdoktern an den Symptomen. Dass 
dafür ein Teil der Schirmwirkung verloren geht, merkt halt (meistens) 
niemand.

Auch für die Audio-Menschen gibt es bei Problemen von zweiseitig 
aufgelegten Schirmen die beiden Alternativen, Ursache beheben oder 
Symptome unterdrücken. Meistens wird sich für das Unterdrücken der 
Symptome entschieden und die Ursache nicht behoben.

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