So Leute, ich beiße mich ja seit einiger Zeit durch die Kinetis durch - und z.Z. bin ich grad am MK22FN128 dran. Eigentlich - von außen betrachtet - ein nettes Teil: Cortex M4F mit 100 MHz, 128K Flash, 24K RAM, USB-OTG, I2S, ADC und so weiter. Und alles im 64 poligen handlichen Gehäuse, stromsparend, kurzum nett. Auch der Preis, bei Farnell in Bastelstückzahl netto 2.82€ - andere Cortexe M4F in vergleichbarer Konfiguration kosten mehr als das Doppelte. Getaktet wird das Ganze entweder von zwei eingebauten RC-Oszillatoren (48 MHz und 1 kHz) oder von zwei Quarz-Oszillatoren mit externen Quarzen (einer im MHz Bereich, der ander LoPower mit 32KHz Uhrenquarz). Das klingt gut, gelle? Tja, die 100 MHz Takt für die CPU erhält men nur per PLL (hier verschämt FLL genannt). Ist ja kein Ding, andere machen es genau so. Aber als Referenz für diese FLL geht NUR ein Signal im Bereich um die 32 kHz herum. Also muß der Haupt-Oszi von seinen 4..8..10 MHz erstmal heruntergeteilt werden. Das geht aber nur in diskreten 2^n Schritten, also :32, :64, :128 usw. Man ist bei der Quarzwahl deshalb recht eingeschränkt. Die FLL hat ebenfalls nur einen beschränkten Vorrat an Multiplikatoren, so etwa 6..7 kann man sich da aussuchen. Der USB braucht wie üblich 48 MHz und das Manual sagt (ebenfalls recht verschämt), daß dafür das Signal aus der FLL nicht ausreicht, da es viel zu stark jittert. Klasse! Man sollte die FLL in JLL umbenennen. Als Ausweg kann man entweder an ein Portpin nen externen 48 MHz Quarzoszi anschließen oder den eingebauten 48 MHz RC-Takt nehmen, der natürlich NICHT stimmt und deswegen erst noch justiert werden muß und obendrein anhand eines vom Host (sic?) kommenden Signals nachgeführt werden muß. Mir kommt da das Kopfschütteln: Wozu ein Haupt-Oszillator im MHz Bereich, wenn er ja doch erst auf Uhrenquarz-frequenz heruntergeteilt werden muß? Wieso so eine jämmerliche FLL, die so jitert, daß die Hauptqualität eines Quarztaktes damit zuschanden gemacht wird? Warum gibt es keine separaten PLL's für Prozessor, USB und I2S? OK, wenn man auf den USB pfeift und den I2S aus externem stabilem Takt betreibt, dann geht der Chip durchaus, aber hier wurde Nutzwert vergeigt. Auf dem Chip geht es zu wie Kraut und Rüben, kein Teil paßt wirklich zum anderen. So, heute zum Abend mal ein australischer Chardonnay von Aldi - wo wir ja schon bei den Billigheimern sind. Ungeholzt, kommt gut. W.S.
W.S. schrieb: > Eigentlich - von außen betrachtet - ein nettes Teil: Cortex M4F mit 100 > MHz, 128K Flash, 24K RAM, USB-OTG, I2S, ADC und so weiter. STM32F411. Auch ganz nett, mit ordentlich viel Speicher und nicht so zickig. Der Preis? Ich steh auf Luxus!
> Auf dem Chip geht es zu wie Kraut und Rüben, kein Teil paßt > wirklich zum anderen. Eigentlich ist sowas doch zu erwarten. Die Hersteller hauen neue Controller doch mittlerweile fast im Monatsrythmus raus. Dabei werden die Teile immer komplexer. Das geht doch nur weil sie den Core einkaufen, die Peripherie zusammenklicken und ansonsten fünfe gerade sein lassen. Olaf
MK22FN128? Der hat doch einen IRC48 extra fuer USB.
W.S. schrieb: > ich beiße mich ja seit einiger Zeit durch die Kinetis durch - und z.Z. > bin ich grad am MK22FN128 dran. > Tja, die 100 MHz Takt für die CPU erhält men nur per PLL (hier verschämt > FLL genannt). Ist ja kein Ding, andere machen es genau so. Aber als Der K10, den ich in der Mache hatte, hatte beides. FLL und PLL. Der Prozessor Expert hat sich etwas schwer getan mit den PLL settings. Ging aber. > Der USB braucht wie üblich 48 MHz und das Manual sagt (ebenfalls recht > verschämt), daß dafür das Signal aus der FLL nicht ausreicht, da es viel > zu stark jittert. Klasse! Eigentlich wird auch gesagt, wie man es richtig machen soll. Wenn dafür ein externer Quarz nötig ist, dann ist das hier so. Will man dies nicht, muss man sich einen passenderen Chip suchen. Ethernet hat auch häufig(?) einen extra Quarz.
https://community.freescale.com/thread/338561 OK, dieser Prozessor ist dann wohl ein Low Cost Prozessor und korrigiert seinen IRC48 Takt per USB SOF.
m.n. schrieb: > STM32F411. Auch ganz nett, mit ordentlich viel Speicher und nicht so > zickig. Ja. 7..9 Euro netto - wenn man mal von sowas wie WLCSP49 absieht. Wenn ich mir das für's Basteln aussuchen könnte, wär ich sofort dabei. So insgesamt habe ich den Eindruck, daß die µC-Preise in der letzten Zeit richtig deutlich nach oben gegangen sind, jedenfalls stärker als der Dollar. Vor ein paar jahren hat man noch wegen eines Cortex M0 über Preise im 60..70 Ct Bereich gefeilscht. Und jetzt? W.S.
Die ATSAM4S machen auf mich einen guten Eindruck. Ein M4 im TQFP48 hat schon was. Und günstiger als die STM32 sind sie auch. In Sachen I2S und 64Pin wäre da z.B. der atsam4s2b für €3.46 (1 Stk. Farnell). 128k Flash, 64k RAM. Wenn ich groß bin mache ich mal ein Design mit einen von denen ;).
Es geht auch günstiger, aber als Einzelstück zum Basteln eher nicht: http://de.futureelectronics.com/de/Search.aspx?dsNav=Ntk:ManufacturerPartNumberUpshiftedSearch|*stm32f411*|1|,Ny:True,Ro:0,Nea:True,N:4294880381 Eine Alternative wäre ein Nucleo-Board, was es neuerdings auch bei Reichelt gibt: http://www.reichelt.de/index.html?ACTION=3;ARTICLE=154272;SEARCH=NUCLEO%20F411RE Der ST-Link ist vorhanden und abtrennbar und die µC-Pins sind nicht schon durch Schnick-Schnack Hardware verbaut.
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