Schaltnetzteil geht nur mit "Starthilfe"

Gast #4267781
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Hallo allerseits,

bei meinem Monitor (Gateway FPD2485W, 24") läuft das Schaltnetzteil 
nicht an. Anfangs ließ sich der Monitor mit mehrmaligem Einschalten der 
Steckdosenleiste noch aktivieren, inzwischen aber gar nicht mehr.

Erstmal alle Elkos (bis auf den von der PFC) getauscht, einige waren 
schon aufgeplatzt. Das hat aber keine Besserung gebracht.
Dann habe ich mit dem Multimeter am lebenden Objekt gemessen. Sobald ich 
mit den Messspitzen im 1000V-DC-Bereich an die Pins des PFC-Kondensators 
(der große 150µF 450V) tippe, startet das Netzteil, der Monitor 
funktioniert ohne Probleme. Das ist sehr gut reproduzierbar.
Wenn ich die Messspitzen an die Pins halte und dann die 230V einstecke, 
startet das Netzteil nicht.

Bevor das Netzteil mit dieser "Starthilfe" losläuft, messe ich an dem 
Kondensator ca. 320 V DC, entspricht also 230 V AC gleichgerichtet. Wenn 
die Hintergrundbeleuchtung angeht, werden es 385 V DC. Wenn der Monitor 
in den Standby-Modus geht (Status-LED leuchtet noch), werden es wieder 
320 V DC.
Als Flyback-Controller ist ein Fairchild SG6902 
(https://www.fairchildsemi.com/application-notes/AN/AN-6902.pdf) 
verbaut, der bei geringer Last die PFC ausschaltet. Damit erkläre ich 
mir die unterschiedlichen Spannungen am PFC-Kondensator.

Hat jemand eine Idee, wie ich das Netzteil wieder zum selbständigen 
Starten überreden kann? Bringt es was, den PFC-Elko auch noch zu 
tauschen?

Viele Grüße,
Samuel
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Gast #4267820
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Matthias S. schrieb:
>> Bringt es was, den PFC-Elko auch noch zu
>> tauschen?
> Kannst mal probieren, wichtigere Kandidaten sind allerdings die beiden
> kleinen Elkos an dem Hybrid/Dickschicht Schaltkreis.
Die kleinen habe ich schon getauscht.

Darauf, dass es der PFC-Kondensator ist, komme ich aus der Application 
Note. Dort wird auf Seite 4 ("PFC Capacitor")für ein 120W-Netzteil ein 
100 µF Kondensator angesetzt. Der Monitor zieht bei voll aufgedrehter 
Hintergrundbeleuchtung 170 W, die 150 µF sollten also passen. Außerdem 
ist es der einzige mit nennenswerter Kapazität, der hinreichend 
spannungsfest ist.

Die Platine habe ich nach dem Löten gereinigt, mir sind keine 
Elektrolytrückstände aufgefallen.
#4267829
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Nach welchen Kriterien hast Du die Elkos getauscht? Aussehen, 
Kapazitätswert, oder doch ESR-Messung? Schließe mal einen weiteren Elko 
dem PFC-Elko parallel, dann siehst Du weiter.

Außerdem kann ein Anlaufwiderstand des Schaltregler (nicht: PFC-Reglers) 
hochohmig geworden sein, da würde ich mal nachmessen. Diese Teile haben 
ein paar hundert Kiloohm und lassen einen schwachen Strom fließen damit 
der Schaltregler überhaupt Betriebsspannung hat bevor der anfängt zu 
arbeiten und sich dann selber über den Wandlertrafo versorgt. Entweder 
so ein Widerstand hochohmig oder der zugehörige Elko am Schaltregler 
trockengekocht und zu hohen ESR. Egal wie klein ein Elko ist, er kann 
Verursacher sein.
Gast #4267855
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Tcf K. schrieb:
> Nach welchen Kriterien hast Du die Elkos getauscht? Aussehen,
> Kapazitätswert, oder doch ESR-Messung? Schließe mal einen weiteren Elko
> dem PFC-Elko parallel, dann siehst Du weiter.
Kapazität, Spannungsfestigkeit, Bauraum, Temperatur, niedriger ESR. 
Datenblätter zu den Originalen habe ich keine gefunden und mich deshalb 
beim ESR an dem orientiert, was in den Komplett-Austauschsets enthalten 
ist.

Muss nachher erstmal einen 450-V-Elko finden, Test geht erst heute Abend 
... die anderen sind, wie gesagt, alle schon getauscht.
#4267868
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Ok. Zum Testen kannst Du zwei Elkos (doppelter Kapazität) in Reihe 
schalten um auf höhere Spannungsfestigkeit zu kommen, aber bitte 
parallel zu jedem Elko einen ca. 470k-Widerstand legen.

Google auch mal nach der Netzteilnummer, kann sein dass da noch ein 
weiteres Problem ist mit dem Du nicht alleine bist.

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