Industrie stellt üblicherweise ziemlich hohe
Ansprüche an Robustheit und insbesondere auch langfristige
Verfügbarkeit der Hardware. Damit man die Komponente
auch noch in 6 oder 7 Jahren 1:1 austauschen kann.
Siehe hierzu die Phönix Contact IPC Valueline Rechner
mit Touchdisplay. Da kommt man unter 2500€ pro Rechner
nicht mit weg.
Raspberry PI ist toll zum rumspielen. Aber wenn man den
dann produktiv einsetzen will, kommen Fragen auf wie:
Woher Spannungsversorgung nehmen? Ups, ich hab keine
Internetanbindung und will trotzdem eine Uhrzeit für
meine Logfiles haben. Jetzt muss ich schon ein RTC-Board
dran basteln. Um ein Produkt für die Industrie draus
zu machen, muss man dann schon einiges an Entwicklung
leisten: Geschirmte Gehäuse, IPSonstwas-Festigkeit,
wie sieht es mit EMV aus?
Und dann Fragt dich dein Kunde nach einem Blitzschlag
3 Jahre später, warum das Ding nicht mehr läuft.
Dh. du bekommst einen zerbratenen Raspberry Pi B auf
deinen Tisch und darfst ihn austauschen. Mit was? Einem
Raspberry Pi 3 C? Oh, der braucht nen neuen Linux Kernel.
Son mist, jetzt läuft die Anwendung nicht mehr. Oh, die
Schnittstellen sind nicht mehr da wo sie sein sollten.
Etc. Usw. Bei mir auf Arbeit wurde damals die Entwicklung
eines kleinen SBC für einen Kartenleser in Auftrag gegeben.
Das ist jetzt zig Jahr her. Da haben wir jetzt noch ca.
10 oder 11 Stück auf Halde liegen, aber die Firma stellt die
jetzt nicht mehr her. Dh. wir stehen ca. genau vor diesem Problem.
Natürlich muss sowas dann auch draußen im Regen stehen können.