Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wie Abstand zur Parallelen Wand eines vorbeifahren Fahrzeugs ermitteln?


von M. H. (dbzwerg)


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Hallo!
Ich möchte folgendes realisieren.
Ein (Modell)- Fahrzeug bzw ein Teil des Fahrzeugs bewegt sich parallel 
zu einer Wand mit einer Geschwindigkeit bis ca. 30 km/h.
Nun möchte ich während des vorbei Fahrens messen wie nah ( im Bereich 
von 1-10 cm) das Fahrzeug vorbei gefahren ist.
Die Oberflächen und Aufbauten der Fahrzeuge können sich unterscheiden, 
daher habe ich an Ultraschall Sensoren (im speziellen an den HC-SR04) 
gedacht und mir ein paar zum testen zugelegt.
In endgültigen Aufbau sollen im system ( Basis soll uC aus der atmete 
Reihe sein) bis zu 30 - 40 solcher Sensoren sein , wobei die einzelnen 
Messpunkte bis zu 10m entfernt sein könnten.

Bin ich mit den Sensoren auf dem richtigen Weg oder gibt es andere/ 
bessere für diesen Einsatzzweck?

von Hp M. (nachtmix)


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M. H. schrieb:
> gibt es andere/
> bessere für diesen Einsatzzweck?

Ich kenne den Einsatzzweck nicht und schon gar nicht die geforderte 
Genauigkeit, aber ich würde auch mal an Fahrbahnsensoren oder 
Videokameras denken.

von M. H. (dbzwerg)


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Die genaugikeit sollte bei ca. 1cm liegen.
An der Fahrbahn kann nichts verändert werden und sollte Kostenseitig im 
kleineren Rahmen bleiben .

von PittyJ (Gast)


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Laser und Kamera.
Aus dem rückgestrahltem Winkel kann man den Abstand berechnen.

von Sensorix (Gast)


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M. H. schrieb:
> Ultraschall Sensoren

Schlechte Wahl wegen Dopplereffekt und geringe 
Ausbreitungsgeschwindigkeit.

Besser Laserentfernungsmesser, noch besser Radarsensor (weniger Anfällig 
gegen Staub/Nebel). Dergleichen wird auch von Daimler für 
Abstandssensoren verwendet.

von NemesisMF (Gast)


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Hallo
Radarsensoren fallen heraus, die können nicht den geforderten 
Mindestabstand bringen. Für Abstandsmessung braucht es FMCW Sensoren, 
welche umständlich (FFT) auszuwerten sind. Alles unterhalb des 1. 
Maximums kann nicht erfasst werden. Außerdem ist der Mindestabstand 
abhängig von der Frequenz des Radars. Weiterhin sind FMCW Sensoren nicht 
gerade günstig und Hochfrequente FMCW Sensoren (kleine Abstände) bekommt 
man kaum zu kaufen.
Weiteres Manko: Die Bauphysik. Wände unterschiedlichen Typs erzeugen ein 
jeweils eigenes Echo. Liegen im Fussboden Estrichmatten, wird es wegen 
der Reflexionen richtig lustig.

CW Radarsensoren können nur die Geschwindigkeit ermitteln und fallen 
sowieso raus. Aber die sind wenigstens billig im Vergleich zu FMCW.

von Sensorix (Gast)


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NemesisMF schrieb:
> Weiteres Manko: Die Bauphysik.

Wo befindet sich der Sensor?
-Fahrzeug?
-Wand?

Das geht aus deiner Beschreibung nicht sicher hervor.

von Der Andere (Gast)


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M. H. schrieb:
> Die genaugikeit sollte bei ca. 1cm liegen.

Andere Idee:
Eine Reihe von Fotodioden in die Fahrbahn. Abstand 0,5cm.
Die, die vom Reifen bedeckt werden liefern einen Dunkelimpuls.

von Amateur (Gast)


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Der Dopplereffekt sollte nicht allzu problematisch sein.

30 km/h entspricht etwa 8 m/s
336 m/s sind davon recht weit entfernt.

Darüber hinaus erfolgt die Messung ja zur Seite (90°) und nicht in 
Fahrtrichtung (+) bzw. nach hinten (-).
Natürlich kann es, bei nicht parallelen Flächen zu "Verzerrungen" 
kommen.

von Schreiber (Gast)


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NemesisMF schrieb:
> Radarsensoren fallen heraus, die können nicht den geforderten
> Mindestabstand bringen. Für Abstandsmessung braucht es FMCW Sensoren,
> welche umständlich (FFT) auszuwerten sind.

Radarsensor-ICs gibts für Frequenzen bis 122GHz.

M. H. schrieb:
> In endgültigen Aufbau sollen im system ( Basis soll uC aus der atmete
> Reihe sein) bis zu 30 - 40 solcher Sensoren sein , wobei die einzelnen
> Messpunkte bis zu 10m entfernt sein könnten.

Oben einen Punkt auf die Autos kleben (für den Kontrast und einfachere 
Auswertung), Videokammera drüberhängen und mit OpenCV auswerten? Zur 
Auswertung brauchts dann aber MINDESTENS einen Raspberry, eher was noch 
schnelleres.

Amateur schrieb:
> 30 km/h entspricht etwa 8 m/s
> 336 m/s sind davon recht weit entfernt.

Dennnoch ekelhaft, ich würde optische Sensoren verwenden, die 
Abstandssensoren von Sharp sind idiotensicher anzusteuern: den Sensor 
mit 5V versorgen und er leifert eine zum Abstand (in guter Nächerung) 
proportionale Spannung am Ausgang.

von Dumdi D. (dumdidum)


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NemesisMF schrieb:
> Alles unterhalb des 1.
> Maximums kann nicht erfasst werden.

Willst Du mehrere Fahrzeuge gleichzeitig erfassen? Dann Kamera von oben.

von Sensorix (Gast)


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Amateur schrieb:
> 30 km/h entspricht etwa 8 m/s
> 336 m/s sind davon recht weit entfernt.

Plus Geschwindigkeit des Schall-Mediums (Windböe). es ist also ein 
ständig wechselnder Schrägeinfall zu bestimmen und zu korregieren. Sonst 
wird`s nix mit 10 mm Genauigkeit.

von hp-freund (Gast)


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All zu schwer werden die Autos ja nicht sein.

Wie wäre es einfach eins davon:
http://de.rs-online.com/web/p/potenziometer/7081523/
auf die Strasse zu kleben?

Dann kannst Du recht genau messen wo das Rad ist und die Auswertung ist 
mehr als simpel.

von Walter T. (nicolas)


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M. H. schrieb:
> Ein (Modell)- Fahrzeug bzw ein Teil des Fahrzeugs bewegt sich parallel
> zu einer Wand mit einer Geschwindigkeit bis ca. 30 km/h.
> Nun möchte ich während des vorbei Fahrens messen wie nah ( im Bereich
> von 1-10 cm) das Fahrzeug vorbei gefahren ist.


Auf den Winter warten und einfach die Spuren im Schnee vermessen.

von Draco (Gast)


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Ich denke es geht darum...: RC Driftstrecke... Auswertung vom 
Wandabstand zur Punkteberechnung.

Warum nehmt ihr nicht solche Schwingstäbe und wertet diese bei Bewegung 
aus? Da läßt sich dann nämlich auch die Geschwindgkeit anhand der 
Pendelstärke berechnen. So habe ich das immer auf den einschlägigen 
Strecken gesehen.

von Amateur (Gast)


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Möglicherweise kann man ja auch einen schrägen Laser nehmen und das 
gute, alte Prinzip des Schnittbildentfernungsmessers, mit einem 
Zeilensensor, reaktivieren.

von Sensorix (Gast)


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Amateur schrieb:
> Möglicherweise kann man ja auch einen schrägen Laser nehmen und das
> gute, alte Prinzip des Schnittbildentfernungsmessers, mit einem
> Zeilensensor, reaktivieren.

ist inzwischen auch mei Favourit, wobei man neben dem Schrägstrahler 
noch einen waagerecht-Strahler zur referenz benötigt

von Rolf M. (rmagnus)


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Sensorix schrieb:
> M. H. schrieb:
>> Ultraschall Sensoren
>
> Schlechte Wahl wegen Dopplereffekt

Es wird quer zur Bewegungsrichtung gemessen. Außerdem verändert der 
Dopplereffekt nur die Frequenz, aber nicht die Laufzeit des Signals.

> und geringe Ausbreitungsgeschwindigkeit.

Bei einem Abstand von bis zu 10 cm scheint mir das kein Problem zu sein.

> Besser Laserentfernungsmesser, noch besser Radarsensor (weniger Anfällig
> gegen Staub/Nebel). Dergleichen wird auch von Daimler für
> Abstandssensoren verwendet.

Aber nicht im Bereich 1 bis 10 cm. Für diesen Bereich nutzt auch Daimler 
Ultraschallsensoren.

von Amateur (Gast)


Angehängte Dateien:

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>ist inzwischen auch mei Favourit, wobei man neben dem Schrägstrahler
>noch einen waagerecht-Strahler zur referenz benötigt

An welcher Stelle?

von Sensorix (Gast)


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Rolf M. schrieb:
> Es wird quer zur Bewegungsrichtung gemessen.

Was aufgrund der geringen Schallgeschwindigkeit relativ zur 
Objektgeschwindigkeit zu einer Schräg-messung und somit  zu einen 
deutlichen Doppler wird.

> Außerdem verändert der
> Dopplereffekt nur die Frequenz, aber nicht die Laufzeit des Signals.

Ja, aber zur Bestimmung der laufzeit muss das Echo selektiert werden, 
was üblichwerweise durch einenBandpass auf die US-Mittenfrequenz 
geschieht. Zur Berücksichtigung des doppler muss dieser Filter jetzt 
breitbandig ausfallen.

Des weiteren bedeudet Frequenzänderung eine Änderung der Anstiegszeit 
und  das verschiebt den Detektionszeitpunkt schon und damit die 
gemessene Laufzeit.

von Sensorix (Gast)


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Rolf M. schrieb:
> Aber nicht im Bereich 1 bis 10 cm. Für diesen Bereich nutzt auch Daimler
> Ultraschallsensoren.

Ja beim Park-assistenten. Bei der geringen Einparkgeschwindigkeit kann 
man das System als in Ruhe betrachten -> kein Doppler.

Das Problem bei der hier beschriebenen Aufgabe ist die Bewegung des 
Fahrzeuges, nicht der Abstand.

von Stefan K. (stefan64)


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Sensorix schrieb:
> Ja, aber zur Bestimmung der laufzeit muss das Echo selektiert werden,
> was üblichwerweise durch einenBandpass auf die US-Mittenfrequenz
> geschieht. Zur Berücksichtigung des doppler muss dieser Filter jetzt
> breitbandig ausfallen.
>
> Des weiteren bedeudet Frequenzänderung eine Änderung der Anstiegszeit
> und  das verschiebt den Detektionszeitpunkt schon und damit die
> gemessene Laufzeit.

Das stimmt zwar, sollte in der Applikation aber einen vernachlässigbaren 
Fehler erzeugen. Die geforderte Genauigkeit von 1cm entspricht einer 
Laufzeit von

2 * 0,01m
---------  = ca. 60us
 330m/s

Das entspricht ca. 20 Ultraschallperioden, Phasenverschiebungen können 
da wohl vernachlässigt werden.

Gruß, Stefan

von hp-freund (Gast)


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An Stelle des Folienpotis könnte man auch einfach eine dünne Leiste 
nehmen die mit SMD Tastern oder Knackfröschen besetzt ist.
Folie drüber, fertig.

Ist auf jeden Fall sehr Kostengünstig.

von John D. (Gast)


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Sensorix, hast du die Anforderungen überhaupt gelesen? 1-10cm Abstand 
und 1cm Genauigkeit - da spielen die von dir beschriebenen Effekte keine 
Rolle.

US ist hier die erste Wahl. Die ganz billigen Module könnten allerdings 
Probleme mit diesen geringen Distanzen haben.

von Stefan K. (stefan64)


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Aus dem MAnual des HC-SR04:

>Das Auslösen eines Messzyklus geschieht durch eine fallende Flanke am 
>Triggereingang (Pin 2) für mindestens
>10μs. Das Modul sendet darauf nach ca. 250μs ein 40 kHz Burst-Signal für >die 
Dauer von 200μs. Danach geht der
>Ausgang (Echo, Pin 3) sofort auf H-Pegel und das Modul wartet auf den >Empfang 
des Echos. Wird dieses
>detektiert fällt der Ausgang auf L-Pegel. 20ms nach Triggerung kann eine >weitere 
Messung stattfinden. Wird kein
>Echo detektiert verweilt der Ausgang für insgesamt 200ms auf H-Pegel und >zeigt 
so die erfolglose Messung an.
>Danach wartet das Modul auf die nächste fallende Flanke am Triggereingang >und 
die Messung beginnt neu.

D.h. Du kannst alle 20ms eine Messung machen. Das ist ev. zu wenig, je 
nachdem, wie schnell Deine AUtos fahren und wie groß sie sind. Welche 
Geschwindigkeit ist angedacht und wie groß sind die Autos?

Ausserdem benötigt der HC-SR04 anscheinend zwingend ein Echo, um die 
20ms zu erreichen. Ohne Echo wartet er (laut dieser Beschreibung) 200ms. 
Du kannst ausprobieren, ob er auch ohne Echo nach 20ms eine neue Messung 
startet oder Du sorgst dafür, daß immer ein Echo zurückkommt, z.B. durch 
eine Bande/Wand auf der anderen Fahrbahnseite.

Gruß, Stefan

von Patrick C. (pcrom)


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Guck mal ob dieser ein option ist :
SHARP   GP2Y0A41SK0F  SENSOR, DISTANCE, ANALOGUE OUTPUT

von Stefan K. (stefan64)


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Stefan K. schrieb:
> Das entspricht ca. 20 Ultraschallperioden, Phasenverschiebungen können
> da wohl vernachlässigt werden.

Ich muß mich korrigieren: Bei og. Rechnung bin ich von mir selbst bzw. 
von meinem US-Wandler ausgegangen, der 300khz hat. Der HC-SR04 macht 
40khz, da warens nur noch 1.5 Perioden.

Gruß, Stefan

von M. H. (dbzwerg)


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Hallo!

Erstmal danek für die vielen Antworten und rege Teilnahme

Verusche jetzt auf alle einzugehen:

Patrick C. schrieb:
> Guck mal ob dieser ein option ist :
> SHARP   GP2Y0A41SK0F  SENSOR, DISTANCE, ANALOGUE OUTPUT

Also wenn ich das Datenblatt richtig gelesen habe dann braucht der 
Sensor um die 50ms pro Messung, das wäre leider für mich dann zu 
langsam.

Stefan K. schrieb:
> D.h. Du kannst alle 20ms eine Messung machen. Das ist ev. zu wenig, je
> nachdem, wie schnell Deine AUtos fahren und wie groß sie sind. Welche
> Geschwindigkeit ist angedacht und wie groß sind die Autos?

Das sind 1:10 autos, die Länge wäre ca 190-200mm, theoretsich bei den 
angenommenen 30 Km/h bzw. 8m/s  müsste ich nach spätestens 160mm eine 
neue Distanz gemssen haben...oder irre ich mich da?

Draco schrieb:
> Ich denke es geht darum...: RC Driftstrecke... Auswertung vom
> Wandabstand zur Punkteberechnung.
>
> Warum nehmt ihr nicht solche Schwingstäbe und wertet diese bei Bewegung
> aus? Da läßt sich dann nämlich auch die Geschwindgkeit anhand der
> Pendelstärke berechnen. So habe ich das immer auf den einschlägigen
> Strecken gesehen.

Ja genau um sowas gehts.... ne mechanische Lösung hatte ich noch 
ganricht aufm Schirm...hast du da evtl. Links/bilder etc parat?

hp-freund schrieb:
> All zu schwer werden die Autos ja nicht sein.
>
> Wie wäre es einfach eins davon:
> http://de.rs-online.com/web/p/potenziometer/7081523/
> auf die Strasse zu kleben?
>
> Dann kannst Du recht genau messen wo das Rad ist und die Auswertung ist
> mehr als simpel.

Ein Veränderung der Fahrbahn fällt leider weg

von Stefan K. (stefan64)


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M. H. schrieb:
> Stefan K. schrieb:
>> D.h. Du kannst alle 20ms eine Messung machen. Das ist ev. zu wenig, je
>> nachdem, wie schnell Deine AUtos fahren und wie groß sie sind. Welche
>> Geschwindigkeit ist angedacht und wie groß sind die Autos?
>
> Das sind 1:10 autos, die Länge wäre ca 190-200mm, theoretsich bei den
> angenommenen 30 Km/h bzw. 8m/s  müsste ich nach spätestens 160mm eine
> neue Distanz gemssen haben...oder irre ich mich da?

Das sollte gerade so gehen. Du hast die Sensoren ja schon da, probier es 
einfach mal aus. Vor allem das Verhalten ohne Echo ist interessant.

Gruß, Stefan

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